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Wie beobachten Sie Ihre Ängste

Brockwood Park - 31 August 1976

Public Discussion 1



0:08 Wie beobachten Sie Ihre Ängste?
 
0:22 Das ist eine Art Dialog
 
0:27 - Dialog als ein Gespräch
zwischen zwei Freunden
  
0:32 über etwas, das sie
tiefgehend betrifft,
  
0:37 und nicht eine bloße Debatte
von Ideen, Argumenten, und so weiter.
  
0:48 Doch dies ist ein Dialog,
damit wir uns zusammen
  
0:55 über etwas unterhalten können,
was uns tiefgehend betrifft.
  
0:59 Also, über was würden Sie
sich gerne austauschen?
  
1:15 Und ich würde vorschlagen, wenn ich darf,
dass wir uns beschränken
  
1:23 - das ist nur ein Vorschlag,
aber Sie können machen, was Sie mögen -
  
1:30 dass wir uns
 
1:34 mit der tatsächlichen Transformation
unseres eigenen Bewusstseins beschäftigen,
  
1:40 wie es zu tun ist, wie es möglich ist,
 
1:44 sehr, sehr tief im Detail
darauf einzugehen.
  
1:49 Können wir das heute Morgen machen?
 
1:51 Nehmen Sie eine Sache, wie Transformation
eines menschlichen Bewusstseins,
  
1:59 was das Bewusstsein der Welt ist.
 
2:03 Ich hoffe Sie verstehen das,
es ist das Bewusstsein der Welt.
  
2:07 Jeder Mensch ist im Wessentlichen
die Gesamtheit der menschlichen Erfahrung,
  
2:14 Wissen, Elend, Verwirrung,
 
2:17 er ist all das, von dem wir sind,
jeder von uns.
  
2:21 Also, wenn wir uns
tiefgehend einbringen
  
2:27 und ernsthaft in dieser Frage
engagiert sein können:
  
2:32 Ist es möglich einen tiefen, grundlegenden
Wandel in der Psyche herbeizuführen?
  
2:40 Könnten wir dabei bleiben?
Würden Sie dem zustimmen,
  
2:43 oder möchten Sie über etwas
anderes reden, sich austauschen?
  
2:48 Sie können herzlich gern reden
über was Sie wollen.
  
2:53 Fragender: Sir, können wir über
die Frage des Lachens
  
2:58 in Bezug auf den Wandel des
menschlichen Bewusstseins reden?
  
3:02 K: Lachen besprechen. Welche Stelle...?
 
3:07 F: Im Lachen ist der Geist überwunden
 
3:11 und ich habe oft beobachtet, dass Leute,
die äußerst spirituell sein sollen
  
3:15 scheinbar große Schwierigkeiten haben,
die ganze Fülle von Lachen zu erfahren.
  
3:20 Sie scheinen nur zu intellektuellem
Lachen in der Lage zu sein.
  
3:23 Können wir darauf eingehen?
 
3:24 K: Ja. Möchten Sie die Frage des Lachens
besprechen oder darauf eingehen?
  
3:31 Zu lachen.
 
3:34 Ernsthafte Leute scheinen die
Fähigkeit zu lachen zu verlieren.
  
3:41 Das ist eine Frage.
Möchten Sie noch eine andere Frage?
  
3:44 F: Sir, ich denke in der Frage des
Wandels des menschlichen Bewusstseins
  
3:48 gibt es viel Irrglauben und einer von
ihnen, ein entscheidender, denke ich,
  
3:55 ist es nicht zwischen wahrer und falscher
Moral unterscheiden zu können.
  
4:01 Zum Beispiel, nicht unterscheiden
zu können, sagen wir,
  
4:05 zwischen was es ist zu wollen
und was es ist zu verlangen.
  
4:09 K: Zwischen Moral und Wahrheit.
Ist es das?
  
4:15 F: Zwischen wahrer und falscher Moral
oder gibt es überhaupt wahre Moral?
  
4:18 K: Welchen Platz nimmt Moral
 
4:24 - wenn ich das so wiedergeben darf...?
Ich hoffe ich gebe es richtig wieder,
  
4:29 falls nicht, bitte korrigieren Sie mich.
 
4:32 Welchen Platz nimmt Moral in der
Untersuchung nach Wahrheit ein?
  
4:41 F: Gibt es Moral?
 
4:44 F: Es gibt einige Dinge,
die dem im Wege stehen, weil ...
  
4:48 K: Ich verstehe. Ja.
 
4:52 Es gibt viel falsche Moral,
 
4:56 falsche Annahmen,
was es ist moralisch zu sein;
  
4:59 und wenn wir all die falsche Moral
beiseite schieben und es wahre Moral gibt,
  
5:05 was ist deren Beziehung zur Wahrheit?
Ist das richtig?
  
5:12 Richtig, Sir?
 
5:15 F: Oder vielleicht...
 
5:17 K: Ja, sagen Sie es so wie Sie mögen.
Noch etwas?
  
5:21 F: Sir, können wir bitte auf die Struktur
von Gedanken eingehen?
  
5:25 K: Gedanken.
 
5:30 Struktur von Gedanken.
 
5:35 Einen Augenblick, Sir.
Da ist noch jemand.
  
5:41 F: Optimist oder Pessimist zu sein, ist
das nicht auch eine Bewegung des Denkens?
  
5:48 K: Ein Optimist und
ein Pessimist zu sein ...
  
5:58 Ein Optimist oder ein Pessimist zu sein,
 
6:03 sind sie nicht beide ein Gedankenprozess?
 
6:09 Könnten wir sagen, "Sind sie nicht zwei
Seiten derselben Medaille?"
  
6:17 F: Sie haben erklärt, wie der Denker und
der Gedanke nicht verschieden sind
  
6:20 und gesagt, dass wenn wir das akzeptieren
 
6:23 entsteht ein anderer kreativer Prozess,
ohne ein Gefühl des "Ich".
  
6:29 Können wir mehr über diesen Prozess
erfahren und was passiert?
  
6:33 K: Ja. Können wir hier aufhören?
 
6:41 Können wir diese
drei oder vier Dinge nehmen?
  
6:45 Das sind, Lachen - wir scheinen
die Fähigkeit zu lachen zu verlieren,
  
6:55 wenn wir sogenannt sehr spirituell werden,
 
6:58 was immer das Wort bedeuten möge.
 
7:01 Dann ist da die Frage nach
der Struktur von Gedanken,
  
7:06 das Wesen und die Struktur
von Gedanken,
  
7:09 dann ist da die Frage der Moral
 
7:13 und welchen Platz nimmt sie ein oder
was ist ihre Beziehung zu Wahrheit
  
7:19 und - welche andere Frage war da? -
optimistisch und pessimistisch.
  
7:28 Also, sollen wir
eine dieser Fragen nehmen,
  
7:34 denn all diese Fragen beschäftigen sich
 
7:37 mit der tatsächlichen
Transformation des Bewusstseins,
  
7:42 und Ihre Frage auch,
die da ist, wenn der Beobachter,
  
7:47 der Denker das Gedachte ist,
der Analysierende das Analysierte ist,
  
7:54 dann, haben wir gesagt,
ist jeder Konflikt beendet
  
7:59 und dadurch gibt es eine ganz
andere Dimension von Beobachtung,
  
8:07 oder Dasein, oder wie auch immer
Sie es nennen wollen.
  
8:09 Also, welche von diesen würden sie gern
als eine Frage nehmen,
  
8:13 vollständig auf sie eingehen,
tiefgehend, bis zu ihrem ganzen Ende,
  
8:21 welche dieser Frage wollen Sie
gern aufgreifen?
  
8:24 F: Die letzte Frage.
 
8:28 K: Lachen?
 
8:36 Ist das wirklich eine
sehr ernsthafte Frage?
  
8:40 F: Die letzte Frage.
K: Zu lachen?
  
8:46 Oh, die letzte Frage,
die da ist, der Beobachter
  
8:52 - ich denke das ist eine gute Frage,
wollen wir die aufgreifen?
  
8:55 F: Ja.
 
9:00 K: Der Frager stellt die Frage,
"Wenn wir erkennen,
  
9:06 nicht verbal, tatsächlich,
dass der Beobachter das Beobachtete ist,
  
9:13 der Denker das Gedachte ist,
und der Analysierende das Analysierte ist,
  
9:21 wenn dieser tatsächliche Fakt stattfindet,
 
9:27 dann ist da eine andere Dimension,
denn das beendet Konflikt.
  
9:32 Würden Sie darauf bitte
viel tiefer eingehen?
  
9:35 Ist das Ihre Frage, Sir?
Und Sie wollen das besprechen?
  
9:39 F: Und was passiert.
K: Ja, und was passiert.
  
9:48 F: Wird das auf
persönlicher Ebene besprochen,
  
9:50 oder auf einer intellektuellen Ebene?
Ich verstehe nicht.
  
10:10 K: Das ist es worauf wir eingehen, Sir.
 
10:12 F: Werden wir uns gegenseitig von Erfahr-
ungen berichten, als wir das erlebt haben?
  
10:16 K: Nein, das ist kein Beichtstuhl.
Das ist keine Gruppentherapie.
  
10:23 Das ist kein gegenseitiges Offenlegen
unserer persönlicher Erfahrungen,
  
10:29 denn persönlich,
wenn Sie das machen wollen
  
10:31 können Sie das gerne,
aber ich werde nicht hier sein,
  
10:35 denn für mich ist das ein
absurder Exhibitionismus
  
10:41 und all die Dinge,
die damit verbunden sind.
  
10:43 Ich war bei einigen von denen
und ich kenne das Spiel.
  
10:46 Also, wenn es recht ist,
können wir diese Frage besprechen?
  
10:51 F: Ich denke die Frage ist wichtig,
aber es ist ein bißchen ein Witz
  
10:58 auf diesem Level zu arbeiten, wenn die
persönliche Grundlage nicht gelegt ist.
  
11:06 Ich habe das Gefühl, wir nehmen etwas und
untersuchen es auf beschränkte Weise...
  
11:17 K: Wir werden auf all das eingehen,Madam,
 
11:19 nur, bitte, diese Frage wird denke ich
die meisten unserer Probleme beantworten,
  
11:25 wenn wir darauf wirklich, tiefgehend mit
Aufmerksamkeit eingehen können.
  
11:30 Ich bitte Sie, das lohnt sich.
Also, lassen Sie uns darauf eingehen.
  
11:34 Zuerst einmal, wir sind uns einig
über die Frage, oder?
  
11:39 Das heißt, der Beobachter
ist das Beobachtete,
  
11:46 und der Denker ist das Gedachte,
undsoweiter,
  
11:49 wenn das tatsächlich stattfindet,
 
11:53 nicht als Theorie, nicht als verbale Be-
hauptung, sondern als tatsächlicher Fakt,
  
12:01 was entsteht dann,
 
12:04 und was passiert, wenn es überhaupt
gar keinen Konflikt gibt?
  
12:13 Also, wir werden das besprechen,
darauf eingehen.
  
12:17 Zuerst einmal, lassen Sie uns vergessen,
dass der Beobachter das Beobachtete ist
  
12:23 - schieben Sie das beiseite,
aber nehmen Sie den Fakt, der da ist,
  
12:27 wir wissen, dass wir in Konflikt sind,
die meisten von uns sind in Konflikt,
  
12:33 die meisten von uns sind in Unordnung,
 
12:36 die meisten von uns haben diesen
ständigen inneren Kampf.
  
12:41 Richtig? Das ist ein Tatsache, nicht wahr?
Könnten wir von da beginnen?
  
12:50 Dieser Widerspruch, dieser Konflikt,
 
12:54 dieses Gefühl von ständigem inneren Kampf,
der in jedem Menschen vor sich geht,
  
13:02 findet seinen äußeren Ausdruck
in Gewalt, in Hass,
  
13:10 im Fehlen eines Gefühls von Erfülltheit
 
13:13 und somit tiefere Feindseligkeit,
all das folgt daraus. Nicht wahr?
  
13:20 Also, wenn es Trennung
in einem selbst gibt,
  
13:26 muss es tief verwurzelten Konflikt geben,
wie zwischen Nationen,
  
13:34 wie zwischen Klassen, wie zwischen
dunklen und hellen Menschen,
  
13:38 die schwarzen Menschen und
die violetten Menschen, undsoweiter.
  
13:43 Also, wo immer es Trennung gibt,
muss es Konflikt geben.
  
13:48 Das ist ein Gesetz.
Man kommt nicht drumherum.
  
13:50 Ist es nicht so?
Verstehen wir das zuallererst?
  
13:57 Es erkennen, nicht
der Sprecher mag es beschreiben
  
14:04 und sie mögen was beschrieben ist
in eine Vorstellung übersetzen
  
14:10 und diese Vorstellung annehmen.
Verstehen Sie den Unterschied?
  
14:13 Ich bitte Sie, das ist wichtig. Schenken
Sie dem bitte ein wenig Aufmerksamkeit.
  
14:20 Wir erkennen es gibt inneren Konflikt
 
14:25 und dieser innere Konflikt
muss sich immer im Außen ausdrücken
  
14:32 - im Äußeren in Beziehungen miteinander,
 
14:37 im Äußeren in Gewalt, im Verlangen
anderen Menschen weh zu tun,
  
14:41 darin sich gegen jemanden
verteidigen zu wollen,
  
14:45 wir und sie, und der ganze Rest.
 
14:49 Nun, wenn Sie das hören, ist das
eine Vorstellung oder eine Tatsache?
  
14:57 Verstehen Sie meine Frage?
 
14:59 Wandeln Sie das, was Sie hören
in eine Vorstellung um
  
15:05 und nehmen diese Vorstellung an
 
15:08 oder sehen Sie tatsächlich
Ihren eigenen Konflikt
  
15:11 und das Resultat dieses Konflikts?
Verstehen Sie?
  
15:17 F: Sir, das Problem ist, wenn ich den Kon-
flikt ansehe, scheint er zu verschwinden
  
15:23 K: Warten Sie, ich komme gleich dazu.
Zuerst, erkennen wir das?
  
15:28 F: Aber, was mich betrifft, ich kann es
nur intellektuell erkennen.
  
15:32 K: Das heißt in der Vorstellung.
 
15:35 Das ist es,
was ich versuche aufzuzeigen.
  
15:40 Unsere Konditionierung ist es,
unsere Tradition ist es,
  
15:43 was wir hören in eine Vorstellung,
ein Konzept, ein Schema umzuwandeln,
  
15:53 und dieses Schema zu leben
oder anzunehmen,
  
15:58 was uns davon abhält
wirklich zu sehen 'was ist'.
  
16:04 Verstehen Sie?
Das ist einfach. Nicht wahr?
  
16:09 Sagen wir zum Beispiel
man wurde in der Kindheit verletzt - ja? -
  
16:16 auf so vielfältige Weise verletzt.
 
16:20 Erkennt man, wird man sich
dieser Verletzung bewusst?
  
16:25 Oder sagen Sie, 'Ja, es wurde
aufgezeigt, dass ich verletzt wurde,
  
16:33 deshalb bin ich verletzt.'
Verstehen Sie?
  
16:37 Ich frage mich, ob Sie das begreifen?
 
16:40 Das ist sehr wichtig, denn
 
16:45 überall auf der Welt wandeln wir
die Tatsache in eine Vorstellung um
  
16:51 und flüchten uns in die Vorstellung
und stellen uns nicht der Tatsache.
  
16:57 Nicht wahr?
 
16:59 Also, was machen Sie gerade,
 
17:01 wenn Sie hören, dass Sie in Konflikt sind
 
17:05 und wenn Sie in Konflikt sind,
das äußere Resultat Gewalt ist,
  
17:10 Brutalität und der ganze Rest
 
17:12 - ist das eine Tatsache, oder ist es eine
Schlussfolgerung, die Sie annehmen werden?
  
17:18 Das ist klar von dem, was ich sage, oder?
 
17:21 So, was ist es bei Ihnen?
 
17:27 Das ist sehr wichtig, denn wenn es eine
Vorstellung ist, dann sind wir verloren
  
17:34 - Ihre und meine Vorstellung.
 
17:36 Aber wenn wir uns der Tatsache stellen
können, dann ist es etwas ganz Anderes.
  
17:41 Dann hat jeder von uns einen Austausch.
 
17:44 Wir beschäftigen uns mit Tatsachen,
nicht mit Vorstellungen.
  
17:48 Also, wenn das so ist, wenn Sie wirklich
für sich selbst sehen,
  
17:55 dass, wenn man mit sich in Konflikt ist,
 
17:58 Sie zwangsläufig Konflikt im Außen
herbeiführen - zwangsläufig.
  
18:07 Nicht wahr?
 
18:09 Nun, wenn Sie das erkennen, was hat diesen
Konflikt herbeigeführt, innerlich?
  
18:22 Verstehen Sie? Daran sind
mehrere Faktoren beteiligt.
  
18:26 Es gibt eine ganze Gruppe
von Leuten, die sagen,
  
18:31 'Verändere die Umwelt,
verändere die soziale Struktur,
  
18:37 durch Revolution, durch Blut,
durch irgendeinen Weg, verändere sie,
  
18:41 und das wird den Menschen ändern'.
Verstehen Sie das?
  
18:46 Das ist eine kommunistische Theorie,
das ist eine materialistische Theorie:
  
18:50 verändere die Umwelt
- die sozialistische Theorie -
  
18:54 verändere die Umwelt,
die soziale Struktur,
  
18:58 durch Gesetzgebung,
durch das Parlament,
  
19:01 durch sorgfältige Analyse undsoweiter,
 
19:04 oder durch Revolution, physische
Revolution, verändere die Umwelt,
  
19:09 die Struktur der Gesellschaft,
dann wird das den Menschen verändern.
  
19:15 Dann wird er liebevoll sein,
er wird gütig sein,
  
19:19 er wird keinen Konflikt haben,
er wird ein wunderbarer Mensch sein.
  
19:24 Und sie haben das zigmal
auf verschiedene Weisen versucht:
  
19:30 die Kommunisten
haben es gemacht,
  
19:31 und sie hatten keinen Erfolg darin,
den Menschen anders zu machen.
  
19:35 Die ganze christliche Welt hat die
Änderung des Menschen in etwas
  
19:40 Anderes verschoben,
so wie die Hindus undsoweiter.
  
19:42 Also, Fakt ist, wir Menschen,
wir sind in Konflikt.
  
19:49 Und Fakt ist, aus diesem inneren,
psychischen Konflikt heraus,
  
19:55 muss er äußeren Konflikt erzeugen.
Es geht nicht anders.
  
20:01 F: Sir, wenn das ein Naturgesetz ist,
dann müssen wir uns keine Gedanken machen.
  
20:04 Es scheint als wäre das eine gewalttätige
Zusammenkunft, wir sind gewalttätig,
  
20:07 das ist Gesetz, das sind Fakten,
dann können wir auch nach Hause gehen.
  
20:11 K: Ich habe nicht gesagt ...
Sir, weise nur darauf hin, Sir.
  
20:14 Gehen Sie langsam vor.
Haben Sie etwas Geduld, Sir.
  
20:17 Ich zeige etwas auf, weise auf etwas hin.
 
20:21 Das heißt, wenn es einen
inneren Konflikt gibt,
  
20:24 dann muss es im Außen Konflikt geben.
 
20:27 Nun, wenn jemand ernsthaft um die
Beendung von Konflikt bemüht ist
  
20:32 sowohl innerlich als auch äußerlich,
 
20:34 dann müssen wir herausfinden,
warum dieser Konflikt existiert.
  
20:39 Verstehen Sie? Das ist einfach.
 
20:42 Warum besteht er?
 
20:45 Warum gibt es diesen Widerspruch
in Menschen:
  
20:48 eine Sache sagen, eine andere tun,
eine Sache denken und anders handeln
  
20:53 - verstehen Sie? - warum haben Menschen
diese Trennung in sich selbst?
  
21:07 Verstehen Sie meine Frage?
Warum?
  
21:19 Einer der Gründe ist Ideale zu haben.
 
21:25 Das heißt, die Vorstellung, die das Gegen-
teil von dem ist, was tatsächlich ist,
  
21:34 durch Gedanken eine Vorstellung,
ein Ideal entwerfen,
  
21:40 so dass ein Widerspruch zwischen dem
'was ist' und 'was sein sollte' besteht.
  
21:46 Das ist einer der Faktoren
dieses Konflikts.
  
21:49 Der andere Faktor ist, wir wissen nicht,
was wir mit dem 'was ist' tun sollen,
  
21:57 wie wir damit umgehen sollen,
 
21:59 deshalb nutzen wir Schlussfolgerungen,
und hoffen so das 'was ist' zu ändern.
  
22:07 Das ist der andere Grund.
 
22:08 Und auch innerlich gibt es sich
widersprechende Begierden - nicht wahr? -
  
22:16 Ich möchte eine Sache
und ich möchte eine andere Sache nicht.
  
22:19 Ich möchte friedlich sein
und doch ist da Gewalt in mir.
  
22:25 F: Sir, das scheinen eher Produkte der
Abgetrenntheit der Seele zu sein,
  
22:29 als die Ursache dafür,
warum wir in Konflikt sind.
  
22:39 K: Aber Sie müssen auch die Ursache von
Konflikt herausfinden, oder nicht?
  
22:43 F: Ja, aber diese Dinge scheinen eher
die Produkte zu sein.
  
22:50 K: Okay, wenn Sie sagen,
dies sind die Ergebnisse,
  
22:53 die Symptome, nicht die Ursache,
 
22:57 was ist dann die Ursache?
 
23:00 Ich komme dahin ... Ihr Leute!
 
23:08 Sehen Sie, Sir, entweder Sie möchten sehr
tief darauf eingehen oder oberflächlich.
  
23:14 Ich würde gern sehr tief darauf eingehen,
 
23:18 also bitte, haben Sie etwas Geduld.
 
23:23 F: Vom äußeren Erscheinungsbild
her urteilen.
  
23:30 Eine der Ursachen von Konflikt ist das
Urteilen vom äußeren Erscheinungsbild.
  
23:38 K: Wir fragen, was ist die grundlegende
Ursache dieses Konflikts
  
23:43 - grundlegende Ursache,
nicht die Symptome,
  
23:47 wir können ein Dutzend
Symptome darlegen,
  
23:50 der Grund für diesen enormen
inneren, menschlichen Kampf.
  
23:56 Wohin auch immer Sie gehen in der Welt
- im Osten, Nahen Osten,
  
24:00 Amerika, hier, überall
 
24:02 findet dieser andauernde
Kampf statt undsoweiter.
  
24:07 Nicht wahr? Warum?
Was ist dessen Ursache?
  
24:10 F: Das 'Ich', das versucht
sich zu erhöhen.
  
24:14 F: Soziale Konditionierungen.
 
24:18 F: Fehlende Sicherheit.
 
24:22 F: Teilweise die Unfähigkeit in einer
Situation angemessen zu reagieren ...
  
24:32 K: Einer der Vorschläge ist
fehlende Sicherheit.
  
24:39 Sehen Sie sich das bitte an.
Sehen Sie es sich einfach an.
  
24:42 Fehlende Sicherheit, physische
sowohl als auch psychische. Nicht wahr?
  
24:48 Fehlende Sicherheit.
 
24:53 F: Die Angst der Nicht-Existenz
seines Daseins.
  
25:05 K: Bitte, untersuchen Sie eine Sache nach
der anderen, nicht ein Dutzend!
  
25:17 Ich gebe auf.
 
25:21 Wir sagen einer der Gründe
des Konflikts ist,
  
25:25 dass es tiefgehend für uns
keine Sicherheit gibt.
  
25:30 Das könnte einer der grundlegenden
Gründes für Konflikt sein,
  
25:35 die fehlende Sicherheit,
 
25:38 sowohl psychisch,
als auch biologisch,
  
25:43 physisch, sowohl als auch innerlich.
Verstehen Sie?
  
25:48 Nun, was meinen Sie mit Sicherheit?
 
25:55 Essen, Kleidung und Obdach. Nicht wahr?
 
26:00 Wenn uns das nicht gegeben wird,
dann gibt es Konflikt,
  
26:04 denn Sie haben es und ich habe es nicht.
Das ist ein Grund.
  
26:09 Der andere ist, psychisch,
innerlich will ich sicher sein.
  
26:15 Nicht wahr?
 
26:17 In meiner Beziehung,
in meiner Überzeugung, in meinem Glauben,
  
26:21 in all meinen Handlungen - folgen Sie? -
möchte ich gänzlich sicher sein.
  
26:26 Nun, ist das möglich?
 
26:30 Oder stellen wir eine Frage,
die völlig falsch ist?
  
26:34 Bitte, folgen Sie dem.
 
26:37 Psychisch wollen wir sicher sein,
 
26:43 eine Beziehung haben,
die gänzlich sicher sein wird,
  
26:49 mit meiner Frau, mit meinem Ehemann,
mit meinem Mädchen, meinem Jungen,
  
26:55 wir verlangen gänzlich sicher zu sein.
Ist das möglich?
  
27:05 Warten Sie. Vorsicht jetzt.
Denken Sie ein wenig darüber nach.
  
27:12 Wir sagen es ist möglich
 
27:18 und wir haben es möglich gemacht,
nicht wahr?
  
27:24 Ich bin ziemlich sicher mit meiner Frau,
und sie ist ziemlicher sicher mit mir,
  
27:32 mit dem Mann.
 
27:35 Aber innerlich findet Kampf statt.
 
27:41 Also, diese Sicherheit, die wir suchen,
psychisch, was ist sie?
  
27:51 Was ist es, das wir suchen?
 
27:55 Psychisch sicher mit einer Person zu sein.
 
28:01 Verstehen Sie meine Frage?
 
28:04 Ich möchte sicher mit meiner Frau
oder mit meinem Mädchen sein.
  
28:12 Warum?
 
28:13 F: Weil ich ohne sie verloren bin.
K: Warten Sie. Also, was bedeutet das?
  
28:17 Ohne sie bin ich verloren.
Was bedeutet das?
  
28:21 F: Ich bin allein.
K: Das bedeutet was? Gehen Sie weiter.
  
28:23 F: Das bedeutet Angst.
 
28:27 K: Schlussfolgern Sie nicht sofort,
gehen Sie darauf ein, Sir.
  
28:33 Sie sagen, 'Ich bin verloren.'
Warum sind Sie verloren?
  
28:39 Weil Sie Angst haben allein zu sein.
 
28:43 Nicht wahr? Also, warum?
 
28:49 Hören Sie zu.
 
28:52 Warum haben Sie Angst allein zu sein?
 
28:56 F: Ich würde sagen, dass der Mensch
Angst hat allein zu sein,
  
29:00 weil er sich selbst im Dasein
nicht orientieren kann.
  
29:06 K: Sie haben meine Frage
nicht beantwortet, Sir. Sehen Sie ...
  
29:10 F: Weil ich mich nicht
mir selbst stellen kann.
  
29:13 K: Darauf kommen wir gleich zu sprechen.
 
29:15 Ich frage Sie,
warum haben Sie Angst allein zu sein?
  
29:20 F: Weil man Angst hat,
mit der Welt nicht klarzukommen.
  
29:23 K: Betrachten Sie sich selbst
bevor Sie antworten, Sir, bitte.
  
29:27 Das ist eine ernsthafte Sache,
über die wir sprechen,
  
29:29 kein Abwerfen von Wörtern.
 
29:33 Wir fragen uns gegenseitig,
 
29:38 Ich möchte eine dauerhafte
Beziehung mit jemandem,
  
29:43 und ich hoffe sie zu finden und ich sage
 
29:48 warum verlange ich nach einer
dauerhaften Beziehung mit jemandem?
  
29:53 Sie sagen, 'Ich habe Angst allein zu sein,
unsicher zu sein'.
  
30:02 Also nutze ich den anderen,
die Frau oder den Mann,
  
30:06 als Mittel, um darin meine Verankerung
zu finden. Nicht wahr?
  
30:14 Meine Verankerung in jemand anderem,
 
30:18 und ich habe Angst, dass die Verankerung
sich löst. Nicht wahr?
  
30:26 Warum?
 
30:29 Dringen Sie ein wenig tiefer ein.
 
30:34 Q: Ist das nicht ein Antrieb?
 
30:38 Ist es nicht etwas, das einfach
in mich hinein gebaut ist, wie Hunger?
  
30:44 K: Ist es wie Hunger?
 
30:49 In dem Moment, wo Sie so einen Vergleich
anführen, kommen Sie durcheinander
  
30:54 und dann driften Sie ab zu Hunger.
 
30:58 Finden Sie heraus, warum Sie möchten,
dass eine Beziehung dauerhaft ist,
  
31:04 dass eine Beziehung sicher ist.
 
31:08 Jemand hat vorgeschlagen,
weil Sie Angst haben allein zu sein.
  
31:12 Warum haben Sie Angst,
was ist mit dieser Angst verbunden?
  
31:18 Bitte betrachten Sie sich selbst,
bevor Sie es beantworten.
  
31:28 F: Man lässt sich immer offen für Schmerz.
 
31:32 Wenn man sein Leben kontrolliert, kann man
die Menge an Vergnügung kontrollieren
  
31:36 oder zumindest versuchen,
etwas Schmerz zu vermeiden.
  
31:38 K: Sehen Sie, Sir,
wir fragen etwas sehr Einfaches:
  
31:46 Warum hat ein Mensch Angst allein zu sein?
 
31:55 Warum haben Sie Angst allein zu sein?
 
32:00 F: Wir sind an Gesellschaft gewöhnt,
in vielerlei Hinsicht.
  
32:04 F: Wenn ich mit jemandem bin,
fühle ich, dass ich etwas bin.
  
32:10 Und wenn ich ohne diese Person bin,
das kann Ehefrau oder Freund sein,
  
32:15 dann fühle ich nichts.
 
32:17 Und ich mag es nicht nichts zu fühlen,
denn es macht mir Angst.
  
32:23 K: Das bedeutet was, Sir?
 
32:26 F: Unsicherheit.
K: Langsam. Unsicherheit.
  
32:31 Sie sagen, 'Ich habe Angst
unsicher zu sein,'
  
32:39 also nutzen Sie jemand anderen aus,
um sicher zu sein, was Sie 'Liebe' nennen.
  
32:55 Bitte, bleiben Sie bei dem Fakt, beißen
Sie sich daran fest, um herauszufinden.
  
33:05 Wenn Sie das herausfinden können,
werden Sie viele Dinge entdecken.
  
33:14 Ich möchte sicher sein,
denn ohne sicher zu sein
  
33:20 - bitte zuhören - ohne sicher zu sein,
kann mein Gehirn nicht richtig arbeiten.
  
33:26 Verstehen Sie? Effizient.
 
33:29 Also, das Gehirn verlangt Sicherheit.
 
33:34 Also möchte ich Sicherheit von Ihnen,
und deshalb bin ich von Ihnen abhängig.
  
33:44 Nicht wahr? Ich hänge an Ihnen,
denn ich muss sicher sein,
  
33:52 das Gehirn verlangt es.
 
33:56 Und wenn irgendetwas
in meiner Beziehung zu Ihnen vorfällt,
  
34:01 werde ich unsicher, ich bekomme Angst,
ich werde eifersüchtig, ich hasse.
  
34:06 Oder? Passiert das nicht allen von Ihnen?
 
34:16 F: Wenn die Person,
die man liebt statisch ist,
  
34:19 dann entsteht Angst,
wenn sie sich ändern.
  
34:22 Wenn man die Änderung in ihnen annimmt,
wenn man den Prozess im Leben annimmt,
  
34:26 dann kann die Liebe oder die Anhaftung
sich mit deren Veränderung ändern.
  
34:32 K: Sir, Sie haben nicht verstanden,
was ich gesagt habe.
  
34:34 F: Woher wollen Sie das wissen?
 
34:36 K: Von dem, was Sie sagen, Sir.
F: Oberflächlich.
  
34:39 K: Oh, nun, ich werde das nicht
diskutieren, Sir - es wird unmöglich.
  
34:54 Also, ich habe Angst allein zu sein,
habe Angst meine Sicherheit zu verlieren,
  
34:59 und ich sage,
'Was steckt hinter dieser Angst?'
  
35:08 Ist es, dass ich Angst habe
einsam zu sein, allein zu sein,
  
35:17 nichts zu haben,
worauf ich mich verlassen kann,
  
35:20 weil ich mich nicht auf mich verlassen
kann, ich habe Angst vor mir selbst,
  
35:26 ich habe Angst mich mir zu stellen.
Nicht wahr?
  
35:33 Ich weiß nicht, was ich bin,
deshalb denke ich zu wissen, was Sie sind,
  
35:41 deshalb, hänge ich von Ihnen ab
 
35:45 denn ich weiß nicht,
was ich selbst bin.
  
35:50 F: Das stimmt nicht.
 
36:03 K: Stimmt nicht. Okay, Sir.
 
36:05 F: Wenn ich allein bin
und herumschlendere
  
36:10 und ich fühle dieses Ungenügen,
diese Leere
  
36:15 und ich sehe Leute um mich herum,
ich laufe umher,
  
36:18 ich sehe Familien und ich bin nicht
mit keinen von Ihnen verwandt,
  
36:22 meine Wahrnehmung ist oberflächlich,
Dinge wandern in meinem Kopf ein und aus,
  
36:28 Ich bleibe einige Zeit dabei
und möchte mich davon lösen.
  
36:34 Das ist der Moment, wo ich zu jemandem
gehen möchte, angeregt werden möchte.
  
36:40 Es hängt einfach davon ab,
wie lang man damit geht.
  
36:42 K: Ja, Sir, das ist es, was wir sagen.
 
36:45 Ich sehe nicht,
wo wir uns hier uneins sind.
  
36:54 Mein Gott!
 
36:58 F: Sir, ist es wirklich möglich
vollständig zu verstehen,
  
37:02 warum wir in Konflikt sind,
denn wir sind selbst in Konflikt.
  
37:07 Ich sehe, dass ich mich irgendwie
selbst von mir getrennt habe,
  
37:13 aber davon abgesehen, kann ich nicht
sehen, warum wir in Konflikt sind.
  
37:17 K: Wir sehen, Sir, wir untersuchen,
warum wir in Konflikt sind.
  
37:23 Sehen Sie, ich kenne mich nicht,
weiß nicht über mich Bescheid
  
37:29 - meine ganze Struktur, mein ganzes Wesen,
meine Verletzungen, meine Ambitionen,
  
37:34 meine Verlangen, meine Arroganz,
und Gewalt, all das.
  
37:37 All das bin 'ich'. Nicht wahr?
 
37:40 Und ich habe all das nicht untersucht.
 
37:42 Ich bin nicht sehr, sehr
tief in mich hineingegangen.
  
37:46 Also, ich möchte Sicherheit,
trotz alledem, in irgendetwas
  
37:53 - in Wohnungseinrichtung, in einem Haus,
in einem Glauben, in einer Religion,
  
37:57 in einer Ehefrau oder einem Ehemann.
Ich möchte Sicherheit.
  
38:01 Gütiger! Das scheint so einfach.
 
38:04 Wollen Sie nicht alle Sicherheit?
 
38:11 F: Gibt es Beweise dafür,
dass so etwas wie Sicherheit existiert?
  
38:16 Wenn man das Leben untersucht, dann gibt
es keine Sicherheit in irgendetwas.
  
38:21 K: Ich habe nicht verstanden, Sir.
 
38:24 F: Gibt es Beweise dafür,
dass Sicherheit existiert?
  
38:27 K: Ich werde es Ihnen zeigen.
Sie existiert nicht.
  
38:29 Sie erlauben mir nicht, lassen Sie mich
zu Ende darauf eingehen!
  
38:40 Sehen Sie, Sie wollen zu Schlussfolge-
rungen springen. Sie wollen nicht die ...
  
38:43 Der Herr hat gefragt,
bitte beschreiben Sie das Wesen
  
38:48 und die Struktur von Gedanken.
 
38:51 Er hat diese Frage gestellt.
Die Struktur von Gedanken.
  
38:56 Das ist die Struktur von Gedanken:
Dass wir Sicherheit wollen,
  
39:01  
 
39:06 denn wir wissen sehr genau,
dass es keine Sicherheit gibt.
  
39:12 Verstehen Sie?
Morgen kann es ein Erdbeben geben,
  
39:15 wir werden all ausgelöscht sein
oder irgendetwas kann passieren.
  
39:18 Psychisch gibt es keine Sicherheit.
 
39:23 Wenn wir das einmal,
sehr tiefgehend erkennen,
  
39:27 dass es keine psychische Sicherheit gibt,
 
39:31 dann werden wir nicht in Konflikt sein.
 
39:36 Aber wir erkennen es nicht,
wir wollen Sicherheit in jemand anderem
  
39:41 - wir wollen physische Sicherheit:
ein Haus haben,
  
39:46 Geld, Status, Ansehen.
 
39:48 Ich mag kein Geld, Haus haben, aber ich
will Ansehen, das ist meine Sicherheit.
  
39:55 Ich möchte bedeutend sein,
und ich arbeite dafür bedeutend zu sein,
  
39:57 ich mag arm sein, aber ich möchte ein
bedeutender, berühmter Mensch sein.
  
40:01 Das ist meine Sicherheit.
 
40:02 und der andere sagt, 'meine Sicherheit
ist im Glauben. Ich glaube.'
  
40:09 - mag es auch neurotisch sein -
und alle Glauben sind neurotisch.
  
40:14 Und dann besteht
Sicherheit im Neurotizismus.
  
40:20 Also, der Mensch strebt
die ganze Zeit nach Sicherheit,
  
40:28 und wir erkennen überhaupt nicht,
dass es die nicht gibt.
  
40:34 Nicht wahr?
 
40:38 Denn meine Frau könnte mich verlassen,
 
40:42 aber wenn sie mich verlässt,
hasse ich, bin eifersüchtig,
  
40:45 doch ich werde
eine andere Frau oder Mann finden,
  
40:49 und ich halte mich daran fest.
 
40:52 So geht das die ganze Zeit weiter.
 
40:55 Also frage ich,
warum verlangen Menschen nach Sicherheit,
  
41:02 sehr wohl wissend, tief im Innern,
dass es die nicht gibt?
  
41:10 Warum hat sich die Welt geografisch,
in Nationalitäten aufgeteilt,
  
41:15 in Hindus, Buddhisten,
und der ganze Rest, warum?
  
41:20 Weil sie Sicherheit wollen.
 
41:24 Es fühlt sich sehr sicher an,
wenn Sie ein Engländer sind.
  
41:30 F: Sie sehen das nicht wirklich.
Die Menschen hier verstehen nicht recht.
  
41:34 K: Das ist es, was ich meine, Sir.
 
41:35 F: Mir scheint, dass es diese Qualität des
Sehens ist, über die wir reden sollten.
  
41:42 K: Daher, zunächst,
können wir sehen, beobachten,
  
41:49 dass es keinerlei
psychische Sicherheit gibt,
  
41:55 und somit keine Anhaftung?
 
42:02 Das bedeutet nicht sexuelle Freizügigkeit.
 
42:08 Es ist unmöglich
einem Menschen anzuhaften.
  
42:15 An was hängen Sie,
wenn Sie einem Menschen anhaften?
  
42:19 Sie haften dem Bild an, das Sie
sich von dem Menschen gemacht haben,
  
42:24 nicht der Person, sondern dem Bild,
das Sie von ihr oder ihm haben.
  
42:28 Ich bitte Sie, das ist so offensichtlich.
 
42:35 F: Sir, ist das Streben nach Sicherheit
nicht eine Veränderung
  
42:40 vom innewohnenden
biologischen Streben?
  
42:43 K: Biologisch brauche ich Sicherheit.
Nicht wahr?
  
42:48 Ich brauche zu Essen, ich brauche
Kleidung, ich brauche Obdach,
  
42:53 aber das wird durch mein Verlangen nach
innerer Sicherheit unmöglich gemacht.
  
42:59 So bin ich Nationalist,
 
43:02 ich glaube, dass ich ein großer Engländer
bin, blende alles andere aus... sehen Sie?
  
43:08 Also, wir teilen die Welt und zerstören
dadurch unsere eigene Sicherheit.
  
43:14 Sie sehen all das nicht.
 
43:19 F: Für mich scheint es das Gegenteil zu
sein. Ich muss mich unsicher fühlen.
  
43:23 K: Nein, Sir. Schauen Sie, Sir,
 
43:25 wir sagen, physisch muss man
Sicherheit haben. Nicht wahr?
  
43:29 F: Nein, ich glaube nicht.
 
43:32 Wenn ich mich unsicher fühle,
bin ich sehr glücklich.
  
43:36 K: Müssen Sie nicht zu Essen, Kleidung
und Obdach haben?
  
43:44 Sie haben Kleidung, Sie haben zu Essen.
 
43:47 Millionen von Menschen haben
nichts zu Essen, keine Kleidung. Warum?
  
43:53 F: Wenn wir nichts haben,
ändern wir unsere Meinung.
  
43:57 K: Das ist es, was ich meine, Sir.
 
43:59 Weil wir psychisch
Sicherheit geschaffen haben
  
44:04 in Nationalitäten, in Aufteilungen,
 
44:07 ist uns biologische, physische
Sicherheit verwehrt.
  
44:14 So ist es ... oder nicht?
Also, lassen Sie uns weitergehen.
  
44:19 Erkennen wir, nicht als Vorstellung,
sondern als eine Tatsache,
  
44:25 dass es keine psychische Sicherheit gibt?
 
44:30 Oder haben Sie Angst davor?
 
44:33 Angst vor dieser enormen Tatsache?
 
44:41 F: Kann ich Sicherheit nicht irgendwie
aus mir selbst heraus erlangen?
  
44:45 Zum Beispiel, weil ich weiß,
was immer passiert...
  
44:49 K: Ich zeige es Ihnen jetzt, Sir.
 
44:51 Ich bitte Sie, wir haben gesagt, dass es
keinerlei Sicherheit gibt, sehen Sie das?
  
44:58 Nicht als eine Vorstellung, nicht als
Schlussfolgerung, sondern als Tatsache,
  
45:03 wie das Mikrofon.
Verstehen Sie das?
  
45:08 F: Nein, tun wir nicht.
K: Das ist es. Warum nicht?
  
45:14 F: (unverständlich)
 
45:52 K: Wir kommen noch dazu, Sir, bitte.
 
45:59 Würden Sie bitte... ? Ich frage,
 
46:02 wenn wir zu dem Punkt kommen,
dass es keine psychische Sicherheit gibt,
  
46:11 verstehen Sie, das zu beobachten und
zu erkennen, ist eine gewaltige Sache,
  
46:16 denn dann ändert sich unser
gesamtes Handeln.
  
46:23 Erkennen wir es oder ist es eine
Vorstellung, von der Sie überzeugt sind?
  
46:32 Verstehen Sie meine Frage? Warum sehen
Sie es nicht als eine Realität?
  
46:36  
 
46:41 Es ist eine Realität, Sie sitzen dort,
und es ist eine Realität, ich sitze hier.
  
46:47 Warum sehen wir es nicht
tatsächlich als das?
  
46:53 Ist es Teil unser Konditionierung,
ein Teil von Angst
  
47:00 - Angst wie 'Mein Gott, ich werde
meine Frau verlieren, meinen Freund',
  
47:07 weil ich all meine Hoffnung
in diese Person gesetzt habe,
  
47:11 meine Sehnsüchte, meine Forderungen,
sexuell und andere Dinge,
  
47:15 und plötzlich erkenne ich,
dass es keinerlei Sicherheit gibt.
  
47:23 Wissen Sie was das bedeutet?
 
47:32 Das ist Freiheit.
Und wir wollen keine Freiheit.
  
47:40 Wir würden lieber den Zustand der
Versklavung, als den der Freiheit kennen.
  
47:48 Nicht wahr. Also, gehen wir weiter.
 
47:53 Da ist es also. Ich sehe nicht,
dass es keine Sicherheit gibt.
  
47:59 Ich möchte Sicherheit, ich bin von
der Sicherheit in jemand anderen abhängig,
  
48:03 denn es gibt mir Geborgenheit,
es gibt mir ein Gefühl von Zusammensein,
  
48:08 Dann bin ich nicht allein, ich habe keine
Angst allein zu sein, bin nicht einsam.
  
48:16 Aus all diesen Gründen hänge ich an Dir?
 
48:24 Und diesen gesamten Prozess
von Beziehung nenne ich 'Liebe'.
  
48:32 Ich bin nicht zynisch, ich bitte Sie.
 
48:39 Und das ist unser Konflikt:
Diese Tatsache tief im Innern wissen
  
48:46 und sich an der Nicht-Tatsache festhalten.
Nicht wahr?
  
48:53 Das ist unser Problem.
 
48:56 Etwas als Wahrheit sehen
 
48:59 und an etwas,
das nicht wahr ist festhalten.
  
49:06 Nun, wie beenden Sie diese Aufteilung,
 
49:15 in dies und jenes? Verstehen Sie jetzt?
 
49:20 Das heißt, ich beobachte sehr deutlich,
dass ich Sicherheit brauche
  
49:27 denn ich bin so tiefgehend
unsicher mit mir selbst,
  
49:32 ich bin so einsam, so verloren, verwirrt,
und ich hänge an Dir.
  
49:47 Das ist ein Fakt.
Das ist auch eine Tatsache.
  
49:50 Der andere Fakt ist,
sie haben jemanden sagen hören,
  
49:54 'Es gibt keine Sicherheit, mein Lieber',
 
49:58 und Sie sagen auch,
'Um Himmels willen, es ist so',
  
50:01 tief im Innern wissen Sie,
dass es so ist.
  
50:04 Da sind also diese zwei Tatsachen.
 
50:07 Also, was werden Sie tun?
Wie werden Sie diese beiden überbrücken?
  
50:15 F: Ich muss mir meine Angst ansehen.
 
50:19 K: So ist es.
Sie müssen sich Ihre Angst ansehen.
  
50:22 Wie sehen Sie sich Ihre Angst an?
 
50:27 Wir sind jetzt zu diesem Punkt gekommen.
Sehen Sie?
  
50:30 Also, Menschen haben Angst.
 
50:39 Wie beobachten Sie diesen Fakt?
 
50:48 F: Sie lachen darüber.
Sie lachen, um ihre Angst zu verstecken.
  
50:56 K: Natürlich, das ist Lachen.
Wir lachen, um unsere Angst zu verstecken.
  
51:02 Bitte, ich frage Sie,
ohne auszuweichen, wenn Sie können,
  
51:08 wie beobachten Sie Angst?
 
51:12 F: Durch Beziehung.
K: Durch Beziehung.
  
51:18 Wir haben entdeckt,
durch Beziehung,
  
51:22 dass ich Angst habe zu verlieren,
Angst habe.
  
51:27 Also, wie sehen Sie sich diese Angst an,
beobachten sie oder sind sich ihr bewusst?
  
51:34 F: Kann ich die Angst beobachten,
wenn ich die Angst bin?
  
51:37 K: Sind Sie sich dessen sicher?
Oder ist es nur eine Idee?
  
51:42 F: Ich bin mir dessen sicher.
 
51:46 K: Das ist so.
Sie sind sich dessen sicher.
  
51:49 Das bedeutet, sie sind sich etwas sicher,
es ist kein Fakt.
  
51:56 F: Sir, wenn ich versuche Angst zu
beobachten, kann ich sie nicht beobachten.
  
52:01 K: Ich werde... Sir, folgen Sie dem
einfach. Ich werde darauf eingehen, Sir.
  
52:05 Wie beobachten Sie... ?
Sir, wie betrachten Sie Ihre Frau?
  
52:12 Haben Sie Ihre Frau je betrachtet,
 
52:15 oder Ihren Mann, Jungen oder Mädchen?
 
52:20 Was sagen Sie, haben Sie?
 
52:24 Betrachtet. Wie betrachten Sie sie?
 
52:34 Da ist visuelle Wahrnehmung,
das Gesicht, die Haarfarbe,
  
52:39 Augenfarbe, Augenbrauen und so weiter,
 
52:42 und das ist eine physische Betrachtung.
Sie sehen das.
  
52:49 Wie betrachten Sie sie dann,
nicht-physisch?
  
52:58 F: Durch das Bild von ihr?
K: Fragen sie nicht mich.
  
53:03 Sind sie sich dessen sicher?
 
53:07 Mein Güte!
Sie ergehen sich nur in Theorien.
  
53:13 Haben Sie nicht ein Bild von Ihrer Frau?
 
53:17 F: Man macht es durch Erfahrung
von der Person.
  
53:26 K: Ja, das haben wir festgestellt,
durch Interaktion, durch Gewohnheit,
  
53:31 durch Nörgelei, durch Beherrschung,
Besitztümer, Verletzungen,
  
53:37 haben Sie, durch Interaktion
zwischen Mann und Frau,
  
53:41 ein Bild über sie erschaffen und
sie hat ein Bild über Sie erschaffen.
  
53:46 Das ist eine einfache Tatsache, oder?
Würden Sie das so sehen?
  
53:52 F: Sicher gibt es auch freundliche
Arten des Miteinanders?
  
54:05 K: Das Miteinander ist sehr kompliziert,
das wissen wir.
  
54:09 Also, jede Person macht sich
ein Bild über ihn oder sie,
  
54:14 und sie betrachten sich gegenseitig
durch diese Bilder, oder nicht?
  
54:21 Sie haben mich verletzt,
ich habe ein Bild davon,
  
54:27 ich wurde von Ihnen verletzt.
 
54:31 Sie haben mein Bild von mir selbst
verletzt, nicht wahr?
  
54:38 Und dieses Bild erhalte ich aufrecht.
 
54:42 Wir beziehen uns also über unsere Bilder
aufeinander. Wie schrecklich all das ist!
  
54:52 Nun fragen wir,
wie beobachtet man all das?
  
54:58 Beobachten Sie es als etwas außerhalb
von Ihnen oder als Teil von Ihnen?
  
55:06 Verstehen Sie den Unterschied?
 
55:10 Wenn es außerhalb von Ihnen ist, dann
müssen Sie etwas dagegen tun. Nicht wahr?
  
55:16 Es überwinden, es unterdrücken,
davor weglaufen, es erklären,
  
55:21 es analysieren und so weiter,
was alles Konflikte sind, oder?
  
55:26 Aber wenn es keine Trennung gibt,
dann sind Sie es, nicht wahr?
  
55:35 Das ist eine Tatsache, oder?
 
55:39 Sie tun es nicht,
deshalb machen Sie nur ...
  
55:45 F: Man fühlt den Schmerz in sich,
aber man sucht im Außen nach dem Grund.
  
55:49 K: Woanders. Genau, Sir.
 
55:51 Ich frage Sie,
wie betrachten Sie sich selbst?
  
55:55 Wir haben beschrieben, was Sie sind
- Wut, Hass,
  
56:00 Eifersucht, Neurotizismus, sonderbare
Gewohnheiten, Eigenarten,
  
56:06 Eitelkeit, Arroganz,
ein Bündel von weiß Gott was.
  
56:11 Und Sie sagen, 'Nun, wie sieht
man sich dieses Bündel an?'
  
56:23 F: Man fühlt es, Sir.
K: Man fühlt es.
  
56:26 Also, Sie sind das Bündel, oder?
 
56:31 Sie sind nicht von dem Bündel
verschieden, oder?
  
56:36 Das ist unsere Konditionierung,
unsere Schulung, unsere Ausbildung,
  
56:41 die besagt, 'Ich bin davon verschieden',
 
56:46 und das ist eine unserer
größten Schwierigkeiten.
  
56:50 Wir sehen nicht, dass 'ich' das bin,
Wut bin 'ich', nicht wahr, Sir?
  
56:59 Arroganz bin 'ich', Eitelkeit bin 'ich',
 
57:06 aber ich möchte gerne denken, dass es
etwas außerhalb von mir ist.
  
57:10 Also, die Frage,
die der Herr gestellt hat, war,
  
57:15 wenn Sie sehen, dass das ganze Bündel
eigentlich Sie sind,
  
57:25 nicht als eine Vorstellung, Realität,
dass Sie das sind.
  
57:30 Das heißt, der Beobachter
ist das Beobachtete,
  
57:35 der Denker ist der Gedanke, was wir
analysiert haben ist der Analysierende.
  
57:42 Nicht wahr?
 
57:44 Also, die Frage war, was passiert,
wenn diese Gegebenheit stattfindet?
  
57:52 Verstehen Sie, Sir?
 
57:55 F: Sie lachen darüber.
K: Lachen darüber?
  
57:59 Gut, Sie haben gelacht, okay,
und dann was?
  
58:03 Oh Sir, lassen Sie uns wirklich ernsthaft
sein, das ist kein Witz.
  
58:07 F: Ich empfinde keine Anspannung mehr.
K: Nein.
  
58:12 Ist das eine Tatsache für Sie,
 
58:16 dass es keine Trennung gibt zwischen
Ihnen und den verschiedenen Qualitäten
  
58:22 oder Dingen, die Sie angesammelt haben,
 
58:25 Sie sind all das
- ist das eine Tatsache?
  
58:33 Dann sagt der Fragensteller,
nehmen wir an, es ist eine Tatsache,
  
58:39 was ist dann der Stand, nicht wahr?
Was passiert?
  
58:45 Sehen Sie sich seine Frage an.
 
58:47 Nehmen wir an das ist so,
was passiert dann?
  
58:53 Sie wollen eine Beschreibung davon,
was passiert,
  
58:58 also sind Sie schon wieder in einer
Beschreibung gefangen.
  
59:03 Sie sagen nicht,
'Jetzt werde ich es herausfinden,
  
59:06 ich werde mich da reinhängen,
ich werde herausfinden,
  
59:10 warum diese Trennung in mir besteht,
dieser Selbst-Widerspruch,
  
59:15 warum ich nicht sehen kann,
dass ich erkenne die Wut bin 'ich',
  
59:19 warum ich nicht sehen kann,
dass die ganzen Charaktereigenschaften,
  
59:24 die Eigenarten, die Eitelkeiten, die Ver-
letzungen sind Teil von mir, sind 'ich''?
  
59:30 Warum erkennen Sie das nicht?
 
59:33 Wenn Sie das erkennen,
was ist dann die Handlung?
  
59:41 Da ist keine Handlung,
da ist kein Handeln.
  
59:46 Verstehen Sie? Wir sind es gewohnt zu
handeln, etwas gegen uns zu unternehmen,
  
59:54 deshalb sagen wir,
das Ding, das wir beobachten,
  
1:00:02 wir trennen uns vom Beobachteten,
 
1:00:05 denn wir denken, dass wir etwas dagegen
tun können - nicht wahr? -
  
1:00:09 es unterdrücken, überwinden, analysieren,
auseinandernehmen können, Dutzend Dinge.
  
1:00:17 Das ist Teil unserer Ausbildung,
Teil unserer Tradition, unserer Kultur,
  
1:00:23 aber die Realität ist, das was Sie in sich
selbst beobachten sind Sie. Nicht wahr?
  
1:00:31 Wenn das wirklich stattfindet, hört jede
Handlung in Bezug auf Sie selbst auf,
  
1:00:39 was wir nicht akzeptieren können, denn
es ist entgegen unserer Konditionierung.
  
1:00:49 Was passiert also, wenn Sie
Ihre Energie nicht auf Überwindung,
  
1:01:00 Disziplinierung, Unterdrückung
verschwenden,
  
1:01:04 was passiert mit all der Energie?
 
1:01:07 Sie ist jetzt frei verfügbar, nicht wahr?
Anstatt sie zu verschwenden haben Sie sie.
  
1:01:17 F: Entschuldigung, darf ich
vorschlagen, dass wir auf
  
1:01:19 Ihre Definition von Aktivität und
Handlung zurückkommen?
  
1:01:22 K: Ja, Sir, warten Sie.
Gehen Sie nicht auf meine Definition ein.
  
1:01:28 Sehen Sie sich einfach an, was geschieht.
Ich habe damit begonnen zu erkennen,
  
1:01:35 dass der innere Konflikt
sich im Außen ausdrückt.
  
1:01:40 Das ist ein Fakt.
Damit habe ich begonnen.
  
1:01:44 Das habe ich erkannt. Das ist keine
Vorstellung, sondern eine Tatsache,
  
1:01:47 für mich ist das eine brennende Realität,
 
1:01:50 dass dieser Fakt, dass solange es
Konflikte in mir gibt,
  
1:01:54 werde ich Konflikte mit meiner Frau haben,
mit meinen Freunden,
  
1:01:57 mit allem im Leben.
 
1:02:02 Ich erkenne das, es ist ein Fakt.
Das können Sie mir nicht nehmen.
  
1:02:06 Dann sage ich,
warum existiert dieser Konflikt?
  
1:02:11 Weil es einen Widerspruch gibt,
 
1:02:15 der Widerspruch will Sicherheit,
aber findet keine Sicherheit.
  
1:02:20 Das ist ein Faktor.
 
1:02:21 Und ein anderer Faktor ist,
dass ich Angst habe allein zu sein,
  
1:02:28 Angst habe einsam zu sein,
 
1:02:31 deshalb flüchte ich durch Dich,
 
1:02:34 durch Worte, durch Bilder,
durch Verehrung,
  
1:02:38 durch jedwede Art von Unterhaltung,
ob religiös oder anderes.
  
1:02:42 Ich flüchte. Also, ich flüchte nicht,
 
1:02:46 ich will das herausfinden, ich werde
nicht flüchten, also sehe ich hin.
  
1:02:51 Und so erkenne ich, warum diese
Trennung besteht - Angst.
  
1:02:58 Angst ganz allein zu sein.
 
1:03:05 Was ist Angst?
Und wie beobachte ich diese Angst?
  
1:03:10 Ist die Angst da draußen
und ich sehe sie mir an,
  
1:03:14 oder bin 'ich' die Angst?
 
1:03:19 Ist sie da draußen, kann ich sie fällen
wie einen Baum, kann auf sie einwirken.
  
1:03:28 Aber wenn sie hier ist, wenn sie
Teil von mir ist, Teil meines Denkens,
  
1:03:33 was kann ich tun?
 
1:03:37 Verstehen Sie meine Frage?
 
1:03:39 Also, unsere Konditionierung ist es,
auf etwas zu reagieren, das wir
  
1:03:46 im Außen sehen, was die Angst ist.
 
1:03:49 Wenn dieses Handeln aufhört,
bin ich verloren.
  
1:03:55 Ich habe also Angst. Nun sage ich
'Jetzt werde ich mir die Angst ansehen'.
  
1:03:59 Wie sehe ich sie mir an?
 
1:04:02 Ich betrachte sie als Teil von mir,
ich bin es, der Angst hat
  
1:04:06 - 'ich', die Psyche, im Innern.
 
1:04:12 Kann ich sie betrachten?
Kann ich sie beobachten?
  
1:04:21 Ich kann sie nur betrachten,
wenn ich einen Spiegel habe.
  
1:04:25 Verstehen Sie? So wie ich mein Gesicht
im Spiegel beobachten kann,
  
1:04:31 so kann ich mich selbst in meiner
Beziehung beobachten - verstehen Sie?
  
1:04:38 Die Beziehung zu jemandem ist der Spiegel,
in dem ich meine Angst sehe.
  
1:04:43 Verstehen sie das?
 
1:04:47 Also in dieser Beziehung
sehe ich meine Angst.
  
1:04:53 Dann sage ich mir,
'Ich bin Teil dieser Angst,
  
1:04:58 deshalb werde ich sie nur beobachten,
nicht auf sie einwirken'.
  
1:05:04 Verstehen Sie? Sie beobachten.
 
1:05:10 Dann gibt es nur einen Faktor,
der wirklich wichtig ist,
  
1:05:15 das ist die Klarheit der Beobachtung.
 
1:05:22 Diese Klarheit wird verhindert,
wenn die Vergangenheit, die 'ich' bin,
  
1:05:28 mein Wissen, die ganze Vergangenheit,
mich vom Betrachten abhält.
  
1:05:35 Verstehen Sie?
 
1:05:36 Der Beobachter ist die Vergangenheit
- seine Erinnerungen, Hoffnungen, Ängste.
  
1:05:43 Also, solange der Beobachter
Angst beobachtet,
  
1:05:50 wird er nicht über
die Angst hinaus kommen,
  
1:05:55 aber wenn der Beobachter
das Beobachtete ist,
  
1:06:00 dann haben Sie all die Energie gesammelt,
die Sie verschwendet haben
  
1:06:05 in Kampf, in Unterdrückung,
in Sorge und all das,
  
1:06:09 Sie haben jetzt enorm viel Energie,
die nicht verschwendet wurde.
  
1:06:14 Wenn da enorm viel Energie ist,
gibt es dann Angst?
  
1:06:23 Nur, wenn Energie vergeudet wird,
besteht Angst.
  
1:06:29 Dann, was folgt daraus als Nächstes?
 
1:06:34 Sie wollen unbedingt wissen,
was als Nächstes kommt,
  
1:06:36 denn als Erstes tun Sie es gar nicht.
 
1:06:45 Da ist viel mehr,
 
1:06:50 denn dann besteht die vollkommene
Freiheit zu beobachten,
  
1:06:57 und Stille.
 
1:06:59 Beobachtung bedeutet Stille, nicht wahr?
 
1:07:03 Wenn mein Geist plappert,
kann ich Sie nicht beobachten.
  
1:07:09 Nicht wahr?
 
1:07:12 Wenn mein Geist sagt, 'Ich mag diese
Farbe nicht, ich mag dieses Gesicht nicht,
  
1:07:17 ich mag lieber schwarz oder braun oder
violett', kann ich Sie nicht beobachten.
  
1:07:23 Also muss ich zuerst
meiner Vorurteile bewusst werden,
  
1:07:27 sie beiseite legen und dann
frei von ihnen sein und hinsehen.
  
1:07:32 Aber all das wollen Sie nicht tun,
Sie wollen sofort in den Himmel kommen!
  
1:07:44 Was tranzendente Meditation ist.
 
1:07:54 F: Ich sehe da ein Problem, wenn ich ver-
suche mir ein Gefühl wie Wut anzusehen,
  
1:08:01 kann ich deren Gedanken nicht erkennen,
ich kann die Wut nicht sehen.
  
1:08:05 K: Nein, warten Sie, Sir. Sehen Sie.
 
1:08:07 Wenn Sie wütend sind, in dem Moment sind
Sie sich des 'Wütend-Seins' nicht bewusst.
  
1:08:15 Sehen Sie es sich an, Sir.
Im Moment der Wut
  
1:08:20 ist ihr gesamtes Adrenalin, alles ist
in Betrieb und sie sind wütend,
  
1:08:26 in diesem Moment, sind Sie sich nicht
bewusst, dass sie wütend sind.
  
1:08:30 Dann hinterher kommt der Gedanke,
'Ich war wütend'.
  
1:08:37 Nicht wahr?
 
1:08:38 F: Man war weiterhin wütend
vor dieser Empfindung.
  
1:08:43 K: Warten Sie, geben Sie mir zwei Minuten.
Ich werde darauf eingehen.
  
1:08:52 Ich werde es Ihnen zeigen, Sir, bitte.
 
1:08:57 Sie kennen Wut, oder?
Oder die meisten von Ihnen, leider.
  
1:09:03 Also, im Moment dieses Gefühls,
dieser Empfindung,
  
1:09:11 da ist kein Erkennen,
dass es Wut ist, nicht wahr?
  
1:09:19 Dann kommt das Erkennen, dass ich
wütend bin, dass ich wütend war.
  
1:09:25 So, wie erfolgt dieses Erkennen?
 
1:09:33 Weil Sie früher bereits wütend waren.
 
1:09:36 Wenn Sie also sagen, 'Ich war wütend',
 
1:09:42 haben Sie es erkannt,
weil Sie früher schon einmal wütend waren.
  
1:09:47 Also bestimmt die Vergangenheit,
was Sie tun sollten.
  
1:09:54 Nicht wahr? Vorsicht. Hören Sie zu.
Beobachten Sie es in sich selbst.
  
1:09:58 Wenn Sie wütend sind, im tatsächlichen
Moment, besteht kein Gefühl der Wut,
  
1:10:05 dann kommen die Gedanken und sagen,
'Ich war wütend'.
  
1:10:09 Gedanken sind also im Wesentlichen die
Bewegung der Vergangenheit. Nicht wahr?
  
1:10:18 Nun, können Sie die Bewegung
dieser Vergangenheit stoppen
  
1:10:30 und sie nicht benennen?
 
1:10:39 Sie wissen, was Eifersucht ist,
 
1:10:42 und wenn Sie eifersüchtig waren,
in dem Moment ist da dieses Gefühl.
  
1:10:52 Warum übernehmen es Gedanken?
Verstehen Sie meine Frage?
  
1:10:56 Warum kommen Gedanken daher
und sagen,
  
1:10:58 'Okay, ich war eifersüchtig',
oder 'Ich bin eifersüchtig',
  
1:11:02 Warum?
 
1:11:09 F: Man ist nicht anwesend,
wenn man eifersüchtig ist.
  
1:11:14 Wenn man sagt 'Ich bin eifersüchtig',
dann tritt man dazu.
  
1:11:17 K: Ja, warum geschieht das?
 
1:11:22 Warum sagen Sie nicht, "Ja, da ist
dieses Gefühl', und lassen es in Ruhe?
  
1:11:26 Warum sagen Sie, 'Ich war eifersüchtig'?
 
1:11:29 Und handeln aus dieser Eifersucht heraus,
diesem Hass und dem ganzen Rest, Wut.
  
1:11:34 F: Weil man sich damit
identifizieren muss.
  
1:11:40 K: Warum identifizieren Sie sich?
F: Man hat das Gefühl.
  
1:11:48 K: Warum geschieht diese
Identifizierung mit einem Gefühl?
  
1:11:53 F: Weil man etwas dagegen tun mag.
Es lässt einen unsicher fühlen.
  
1:11:56 K: Ja. Und auch weil es mein Haus ist,
meine Frau, mein Name, meine Gestalt,
  
1:12:02 mein Land, mein Gott, mein Glaube
- verstehen Sie? -
  
1:12:07 es ist Teil unserer Tradition, Kultur,
die besagt, 'ich', mein.
  
1:12:16 Also kommt all die Vergangenheit
über uns und übernimmt das Steuer.
  
1:12:22 Nun fragen wir, sind Sie sich dieser
Bewegung der Vergangenheit bewusst,
  
1:12:26 die das Steuer über die Sachen übernimmt?
 
1:12:30 Sind Sie sich dessen bewusst, tatsächlich,
nicht als eine Theorie, als eine Tatsache?
  
1:12:39 Das bedeutet, dass Sie in der
Vergangenheit leben.
  
1:12:45 Folglich sind Sie tot.
 
1:12:47 F: Man kann sich nicht bewusst sein bis...
denn das würde nicht passieren.
  
1:12:51 Es würde erst gar nicht aufkommen.
 
1:12:52 K: Das genau ist es, Sir.
Das ist genau, was ich sage.
  
1:12:55 F: Aber dann, wenn man
eine Empfindung hatte
  
1:13:00 und man dann merkt, dass man wütend ist,
 
1:13:03 und man dann versucht das Wesen
dieser Wut zu beobachten,
  
1:13:09 scheint es nichts zu beobachten zu geben.
 
1:13:11 K: Das ist alles, es ist weg.
 
1:13:16 Seien Sie nicht besorgt darüber,
es ist weg!
  
1:13:21 F: Aber Sie sagen,
man soll die Gesamtheit sehen.
  
1:13:27 K: Das habe ich gesagt. Die Gesamtheit -
 
1:13:31 sagen wir zum Beispiel, Sir, die Ge-
samtheit von Verletzungen. Verstehen Sie?
  
1:13:36 Menschen sind verletzt,
aus der Kindheit, Schule, Hochschule,
  
1:13:41 Sie wissen ja,
die ganze Sache des Daseins.
  
1:13:45 Sie sind verletzt, das heißt, Sie haben
ein Bild von sich, das verletzt ist.
  
1:13:52 Sehen Sie das als eine Tatsache?
 
1:13:55 Wenn Sie es als eine Tatsache sehen,
dass Ihr ganzes Wesen verletzt ist,
  
1:14:03 was werden Sie dann dagegen tun?
 
1:14:13 Da sind vergangene Verletzungen und Sie
wollen zukünftige Verletzungen verhindern.
  
1:14:21 Können die vergangenen
Verletzungen weggewischt werden,
  
1:14:29 so dass Sie nie verletzt werden können,
 
1:14:34 was nicht bedeutet, dass Sie wie ein
Stein werden. Nie verletzt sein.
  
1:14:42 Sehen Sie, Sie stellen sich nie
diese Fragen. Stellen Sie sie!
  
1:14:58 F: Wenn man Sicherheit verliert,
dann ist man verletzt.
  
1:15:02 K: Sir, warum sind Sie verletzt?
 
1:15:06 Sie, der verletzt ist, was ist das 'Sie'?
 
1:15:11 Das Bild, das Sie von
sich selbst haben, oder?
  
1:15:15 Ich bin Christ,
ich bin Buddhist, ich bin Hindu,
  
1:15:17 ich bin stolz, ich bin eitel - verstehen Sie?
- all das sind 'Sie'.
  
1:15:21 Oder Sie denken, dass Sie Gott sind,
 
1:15:24 oder ein höherwertiges spirituelles Etwas
in Ihnen, das über all dem ist,
  
1:15:30 was wieder ein Gedankenprozess ist,
nicht wahr?
  
1:15:36 Also ist der Gedankenprozess verletzt.
 
1:15:44 Und wie verhindern Sie
zukünftige Verletzungen?
  
1:15:48 Nicht durch Widerstand,
nicht durch Rückzug,
  
1:15:52 nicht, indem Sie
immer härter und härter werden.
  
1:16:02 Wollen Sie Ihre Verletzungen beseitigen,
oder lieben Sie Ihre Verletzungen?
  
1:16:10 Nein, bitte tun Sie's.
 
1:16:17 Wollen Sie Ihre Verletzungen behalten?
 
1:16:21 Es besteht viel Vergnügen darin,
sie zu behalten,
  
1:16:27 denn es gibt Ihnen Kraft, Energie
jemand anderen zu verletzen.
  
1:16:38 Wenn Sie von allen Verletzungen befreit
sein wollen, was werden Sie tun?
  
1:16:43 So dass Sie nie,
unter jeglichen Umständen,
  
1:16:47 in Ihrer Beziehung mit der Welt,
oder mit Ihren Freunden,
  
1:16:51 nie verletzt sind.
Wissen Sie, was das bedeutet?
  
1:16:56 Einen Geist zu haben,
der nicht verletzt werden kann.
  
1:17:04 Verletzt - genauso,
die andere Seite ist Schmeichelei.
  
1:17:09 Beide sind dasselbe.
 
1:17:11 Also, ist es möglich dieses
Verletztwerden zu beenden?
  
1:17:29 Wollen Sie es herausfinden?
 
1:17:40 Ich höre besser auf.
F: Bitte machen Sie weiter.
  
1:17:44 K: Okay, okay.
 
1:17:46 Wollen Sie wirklich darauf eingehen?
F: Ja.
  
1:17:49 K: Gut, Sir, ich werde es für Sie machen.
Aber tun Sie es. Verstehen Sie?
  
1:17:54 Nicht bloß mit Worten und Vor-
stellungen leben, sondern tun Sie es,
  
1:17:57 denn dann sind Sie frei.
 
1:18:01 Dann erblühen Sie in Güte,
dann blühen Sie in Gütigkeit.
  
1:18:11 Was sind Verletzungen?
Ich werde darauf eingehen.
  
1:18:14 Gehen Sie nicht verbal vor,
sondern tatsächlich,
  
1:18:19 betrachten Sie sich und gehen Sie in sich.
Sie sind verletzt.
  
1:18:21 Ihre Eltern haben Sie verletzt,
als Sie Kind waren,
  
1:18:25 Ihre Freunde, wenn Sie Kind waren,
oder ein Junge, verletzte Sie psychisch,
  
1:18:30 dann wurden Sie in der Schule verletzt,
 
1:18:32 weil gesagt wurde Sie müssen
so schlau wie Ihr Bruder sein,
  
1:18:35 oder Ihr Onkel, oder Ihr Schuldirektor,
oder was auch immer,
  
1:18:39 und dann in der Hochschule, sie bestehen
Prüfungen, und wenn Sie durchfallen,
  
1:18:44 sind sie verletzt. Und wenn Sie
keinen Job bekommen, sind Sie verletzt.
  
1:18:46 Alles in der Welt ist so gestaltet,
dass es Sie verletzt.
  
1:18:55 Unsere Bildung, die so verdorben ist,
verletzt Sie.
  
1:19:01 Also, Sie sind verletzt.
 
1:19:07 Erkennen Sie eigentlich,
dass Sie verletzt sind?
  
1:19:13 Und sehen Sie das Resultat des Verletzt-
seins - Sie wollen anderen weh tun.
  
1:19:21 Daraus entsteht Wut, Widerstand,
Sie ziehen sich zurück,
  
1:19:28 werden innerlich
immer mehr abgetrennt.
  
1:19:36 Und je mehr Sie innerlich
abgetrennt sind, sich zurückziehen,
  
1:19:39 desto mehr sind Sie verletzt.
 
1:19:42 Also bauen Sie eine Mauer um sich
und tun so als wären Sie sehr...
  
1:19:47 Sie wissen schon, aber immer
innerhalb der Mauer.
  
1:19:50 Das sind all die Symptome.
 
1:19:53 Also, Sie sind verletzt.
 
1:19:56 Und wenn Sie wirklich, tiefgehend
erkennen, dass Sie verletzt sind,
  
1:20:01 nicht nur auf bewusster Ebene,
sondern tief im Innern,
  
1:20:06 was werden Sie dann tun?
 
1:20:15 Wie geschieht nun diese Verletzung?
 
1:20:20 Weil Sie ein Bild von sich selbst haben.
 
1:20:23 Nehmen wir an ich hätte
ein Bild von mir selbst,
  
1:20:27 dass ich immer auf einer Bühne sitze,
zu einem Publikum spreche
  
1:20:30 - Gottseidank habe ich keins -
 
1:20:33 und wenn das Publikum mich kritisiert
oder nicht erscheint, bin ich verletzt,
  
1:20:39 denn ich habe ein Bild von mir selbst.
 
1:20:43 Also, Tatsache ist, solange ich
ein Bild von mir habe,
  
1:20:48 wird dieses Bild verletzt werden.
 
1:20:53 Nicht wahr? Das ist klar, oder?
 
1:20:58 Nun, ist es möglich
ohne ein einziges Bild zu leben?
  
1:21:05 Das bedeutet keine Schlussfolgerungen,
was eine Art Bild ist, keine Vorurteile.
  
1:21:12 Verstehen Sie? All das sind Bilder.
 
1:21:19 Und in dem Moment,
in dem Sie mich beleidigen,
  
1:21:26 das heißt, in dem Moment, wo Sie
etwas entgegen dem Bild sagen,
  
1:21:31 das ich von mir habe,
 
1:21:33 dann haben Sie mich verletzt.
 
1:21:36 Nun, in dem Moment,
wenn Sie etwas sagen,
  
1:21:39 das verletzend ist, weh tut,
 
1:21:42 wenn ich mir dem bewusst bin,
was Sie sagen,
  
1:21:45 dem was Sie sagen,
meine ganze Aufmerksamkeit schenke.
  
1:21:49 Verstehen Sie?
 
1:21:52 In der Sekunde, wenn Sie mich verletzen
wollen, indem Sie etwas sagen,
  
1:21:56 richte ich meine Aufmerksamkeit darauf,
dann findet keine Registrierung statt.
  
1:22:01 Verstehen Sie das?
 
1:22:03 Nur wenn da Unaufmerksamkeit ist,
 
1:22:07 findet die Registrierung von Verletzung
oder Schmeichelei statt.
  
1:22:13 Nun, können Sie,
wenn jemand sagt, Sie sind ein Trottel,
  
1:22:19 können Sie in dem Moment Ihre
ganze Aufmerksamkeit aufbringen?
  
1:22:29 Wenn Sie das tun,
gibt es keine Verletzung.
  
1:22:34 Die vergangenen Verletzungen sind
in die Aufmerksamkeit geflossen.
  
1:22:38 Aufmerksamkeit ist wie eine Flamme,
die vergangene und bestehende
  
1:22:47 Verletzungen ausbrennt.
Haben Sie das verstanden?
  
1:22:52 Das ist genug für heute.