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Ist psychologische Zeit eine Erfindung der Gedanken?

Brockwood Park - 4 September 1976

Public Talk 3



0:08 Ist psychologische Zeit
eine Erfindung der Gedanken?
  
0:23 Sollen wir mit dem weitermachen, was wir
vor ein paar Tagen besprochen haben,
  
0:29 als wir uns das letzte Mal
hier getroffen haben.
  
0:35 Wir haben über Beziehung gesprochen,
was so wichtig ist,
  
0:43 denn wahrscheinlich ist das
die Basis der ganzen Gesellschaft.
  
0:50 Wenn die Beziehung
in ständigem Konflikt ist, so wie jetzt,
  
0:59 dann muss unsere ganze
soziale und moralische Struktur
  
1:04 unweigerlich verderbt sein.
 
1:09 Und wir haben gesagt
- wenn wir uns richtig erinnern -
  
1:14 dass Beziehung,
die von außerordentlicher Wichtigkeit ist,
  
1:27 Konflikt verursacht,
 
1:29 weil unsere Beziehung
auf der Bewegung von Gedanken basiert,
  
1:37 - die Bewegung von Gedanken als
Erinnerung, Bemessen, Wissen.
  
1:45 Und wenn Wissen
in Beziehung eingreift,
  
1:49 dann muss es Konflikt geben
 
1:52 - Wissen als alles, das man während
der Vergangenheit angesammelt hat,
  
2:00 Vorfälle, Nörgelei und all der Rest in
menschlichen Beziehungen, was so passiert.
  
2:10 Und heute morgen,
wenn wir weitermachen wollen,
  
2:19 sollten wir über
Zeit, Leid, Liebe reden
  
2:32 und auch über diese außerordentlich
wichtige Sache in unserem Leben,
  
2:36 den Tod.
 
2:39 Wir haben einen recht gefüllten Morgen
 
2:43 mit so vielen Dingen
zusammen zu besprechen,
  
2:47 - und ich hoffe, dass wir
die Sache gemeinsam teilen,
  
2:56 nicht nur einer Reihe von
Ideen, Worten zuhören,
  
3:03 und das Gesagte durch falsches Zuhören
zu einer Schlussfolgerung bringen
  
3:13 und solchen Schlussfolgerungen
zustimmen oder sie ablehnen.
  
3:18 Sondern was
wir versuchen ist Dinge
  
3:23 als zwei Freunde zu besprechen,
bekümmert um menschliche Probleme
  
3:30 und die Wichtigkeit
 
3:33 einen radikalen Wandel in
unserem Bewusstsein herbeizuführen.
  
3:38 Darüber haben wir geredet
 
3:41 und wir sollten damit heute
und morgen weitermachen.
  
3:51 Was ist Zeit?
 
3:55 Ich denke es ist wichtig
das zu verstehen,
  
3:58 denn das könnte einer der Faktoren
unserer Angst vor dem Tod sein.
  
4:09 Also, wir müssen das Wesen
der Zeit verstehen:
  
4:16 Nicht die wissenschaftliche Annahme
von Zeit und Zeitlosigkeit,
  
4:22 sondern die tatsächliche, psychologische
Zeit, die Gedanken erschaffen haben.
  
4:30 Es gibt also zwei Arten von Zeit:
 
4:33 Die chronologische, die täglichen
Ereignisse - gestern, heute und morgen -
  
4:42 und da ist die psychologische Zeit
 
4:46 - die Hoffnung, was sein wird
und das Erreichen von dem, was sein soll.
  
4:57 All das beinhaltet Zeit.
Zeit ist eine Bewegung.
  
5:03 Bitte folgen Sie all dem in Ihnen selbst,
nicht als eine Vorstellung.
  
5:09 Zeit ist eine Bewegung,
so wie Gedanken Bewegung sind.
  
5:15 Also, Gedanken und Zeit
sind sehr eng miteinander verwandt.
  
5:24 Es gibt chronologische Zeit
- gestern, heute und morgen -
  
5:30 den Bus, Zug bekommen,
in's Büro gehen und der ganze Rest
  
5:36 - Zeit nach einer Uhr,
Tageslicht, Nacht.
  
5:41 Und es gibt
das gesamte Wesen der Zeit,
  
5:46 wie Gedanken sie in der Psyche,
in uns selbst, geschaffen hat,
  
5:52 das heißt, 'was ist'
und 'was sein soll',
  
6:00 eine Bewegung von hier nach dort.
 
6:10 Gibt es überhaupt psychologische Zeit,
 
6:14 oder ist es in Wirklichkeit
eine Erfindung der Gedanken?
  
6:24 Das heißt, Eifersucht, Wut,
Grausamkeit, Gewalt
  
6:33 - das ist 'was ist'.
 
6:36 Und um das zu überwinden,
brauchen wir Zeit.
  
6:41 Das ist das traditionelle, erzogene,
konditionierte Denken,
  
6:48 um das 'was ist' zu dem 'was sein soll'
zu ändern, von hier nach dort -
  
6:56 müssen Sie diese Strecke zurücklegen,
Zeit, die Anstrengung ist. Nicht wahr?
  
7:05 Treffen wir hier überein?
 
7:07 Anstrengung, um von hier, psychisch,
zu einem Ende zu gelangen
  
7:12 - dieses von Gedanken entworfene Ende,
eine Absicht, ein Ziel,
  
7:18 eine Errungenschaft, Erleuchtung
und der ganze Rest.
  
7:22 Heißt, sich von hier, dem 'was ist' zu dem
'was sein soll', dem Ideal, zu bewegen.
  
7:32 Das ist es, was wir akzeptiert haben,
das ist unser normales Denken,
  
7:37 oder vielmehr, erzogenes Denken.
 
7:41 Es könnte vielleicht ein
neurotisches Denken sein.
  
7:48 Denn wir wissen nicht, wie wir unmittelbar
mit dem 'was ist' umgehen sollen,
  
7:56 und so denken wir, dass wir Zeit brauchen
um das zu erreichen, 'was sein soll'.
  
8:05 Weil wir nicht wissen
oder wir nicht in der Lage sind,
  
8:08 verstehen wir nicht, wie wir
mit dem 'was ist' umgehen sollen
  
8:13 - Wut, Eifersucht, Hass, Leid
 
8:16 und all die ungeheure Verwirrung,
die Gedanken,
  
8:20 die der Mensch in sich selbst kreiert
hat, und so auch im Außen.
  
8:26 Wir brauchen also Zeit.
Zumindest denken wir das.
  
8:35 Das heißt, wenn alle Hoffnung abgezogen
ist - dann ist Hoffnung Zeit.
  
8:42 Nicht wahr? Bitte, verstehen Sie all das.
 
8:46 Man ist verzweifelt,
unruhig, verängstigt,
  
8:55 all die Dinge,
die Menschen durchgehen,
  
8:59 um all das in etwas zu transformieren,
das vielleicht völlig anders ist,
  
9:08 denken wir, dass wir
einen Zeitprozess benötigen.
  
9:14 Nicht wahr?
Bitte verstehen Sie das eindeutig.
  
9:23 Das heißt, die psychologische Zeit
 
9:26 - die chronologische Zeit
und die psychologische Zeit.
  
9:31 Wir sprechen über
die psychologische Zeit.
  
9:35 Wir sagten Zeit ist eine Bewegung, so wie
Gedanken eine Bewegung in der Zeit sind.
  
9:44 Also, gibt es ein Ideal,
das 'was sein soll',
  
9:55 etwas anderes als das, 'was ist'?
 
9:59 Verstehen Sie meine Frage?
 
10:04 Ich bin neidisch, man ist neidisch.
 
10:10 Wir kennen all die Auswirkungen
dieses Neids,
  
10:14 dessen Folgen in der Gesellschaft,
in unseren Beziehungen miteinander,
  
10:20 und um diesen Neid zu überwinden,
um über ihn hinauszugehen,
  
10:24 brauche ich einige Tage,
Wochen, Monate, Jahre.
  
10:34 Ist das so
oder ist das eine völlige Täuschung?
  
10:46 Kann das 'was ist' gleich geändert
werden, augenblicklich?
  
10:51 Wenn dem so ist, dann besteht
das Ideal, das 'was sein soll' nicht.
  
11:04 Verstehen wir uns? Bitte,
 
11:10 Vielleicht sind einige von Ihnen
zum ersten Mal hier
  
11:17 und haben nicht all die anderen
Vorträge gehört
  
11:21 und daher mag das alles
eher eigenartig,
  
11:23 ausschweifend und
ziemlich verrückt klingen.
  
11:30 Tatsächlich aber, wenn Sie sehr tief
darauf eingehen, in sich selbst,
  
11:36 was wichtig ist,
denn wie wir gesagt haben,
  
11:39 Sie sind die Welt
und die Welt sind Sie,
  
11:43 und wohin auch immer Sie gehen,
jeder Mensch
  
11:46 welche Farbe, welche Nationalität,
welche Religion er auch immer sein mag,
  
11:52 hat diese menschlichen Probleme
großen Leids,
  
11:56 Tränen, Lachen, Angst, Schmerz,
 
12:03 das ist der gemeinsame Umstand
aller Menschen.
  
12:08 Also, die Welt, wo auch immer Sie sind,
wo Menschen sind,
  
12:14 sie gehen durch die gleichen
psychischen Phänomene wie Sie selbst,
  
12:20 so sind Sie tatsächlich die Welt
und die Welt sind Sie.
  
12:25 Wenn Sie das erkennen können,
das tief spüren,
  
12:31 dann wird es außerordentlich wichtig,
 
12:34 dass Sie sich selbst vollständig
transformieren sollten, psychisch,
  
12:40 denn dann beeinflussen Sie
das gesamte Bewusstsein der Welt.
  
12:47 Das gibt Ihnen enorme
Vitalität, Energie, Stärke,
  
12:54 wenn Sie sehen, dass Sie
wie der Rest der Menschheit sind
  
12:59 und es daher keinen getrennten,
individualistischen Kampf gibt,
  
13:04 um unseren eigenen speziellen
Kummer zu überwinden.
  
13:10 Also, wir sagen es ist sehr wichtig
Zeit zu verstehen.
  
13:16 Zeit ist ein Teil unseres Bewusstseins.
 
13:20 Zeit ist die Trennung zwischen dem,
'was ist' und dem, 'was sein soll',
  
13:25 und die Anstrengung, die unternommen wurde
'was ist' zu 'was sein soll' zu ändern,
  
13:31 das bedarf viel Zeit,
von hier nach dort.
  
13:38 Ich denke wir müssen diesen
gesamten Prozess in Frage stellen.
  
13:43 Obwohl es üblich geworden ist, müssen
wir es in Frage stellen, es anzweifeln.
  
13:49 Und Zweifel ist
eine sehr wichtige Sache im Leben.
  
13:57 Zu zweifeln.
 
14:02 Vielleicht ein oder zwei Religionen
- wie der Buddhismus -
  
14:06 beginnen damit alles in Frage zu stellen.
 
14:17 Wie wir letztens sagten, wenn Sie mit
Gewissheiten beginnen, wie die meisten,
  
14:23 dann haben sie am Ende gar nichts.
 
14:27 Aber wenn Sie mit zweifeln beginnen,
in Frage stellen,
  
14:32 skeptisch sein,
versuchen zu erkunden,
  
14:38 dann werden Sie am Ende
Klarheit haben.
  
14:42 Also, wir stellen die Vorstellung
in Frage,
  
14:47 dass wir Zeit benötigen, um das 'was ist'
in das 'was sein soll' zu ändern,
  
14:52 was ein psychologischer Prozess ist.
 
14:57 Warum ist es nicht möglich 'was ist'
sofort zu ändern, ohne die Vorstellung?
  
15:07 Verstehen Sie meine Frage?
 
15:13 Die Vorstellung ist eine Projektion von
'was ist', weg von dem 'was ist'.
  
15:27 Die Vorstellung existiert nicht.
Sie ist Fiktion, das Ideal.
  
15:35 Was tatsächlich ist, ist das,
was existiert, 'was ist'.
  
15:42 Also, wir beschäftigen uns mit dem,
'was ist', was tatsächlich ist,
  
15:47 und versuchen 'was ist' in 'was sein soll'
zu ändern, was illusorisch ist.
  
15:54 Also sind wir immer zwischen dem Fakt
und dem, was Illusion ist gefangen.
  
16:03 Wenn man also in der Lage ist sehr klar,
objektiv, nicht personenbezogen zu denken,
  
16:12 ist es dann möglich 'was ist' zu ändern,
 
16:18 ohne es in 'was sein soll' umzuwandeln?
 
16:28 Ist es möglich zum Beispiel, sagen wir,
Neid zu ändern
  
16:35 - mit all den Auswirkungen, die
mit Neid verbunden sind -
  
16:43 ohne ein Gegenteil zu haben,
was Nicht-Habgier, Nicht-Neid ist,
  
16:51 das 'was ist' zu ändern.
 
16:54 Und Du kannst 'was ist' nur ändern,
wenn Du die Energie hast,
  
16:59 die nicht dabei verschwendet wird,
das 'was ist' zu überwinden.
  
17:06 Ich frage mich, ob ich ...
 
17:13 Verstehen Sie, wieder
sind wir durch Tradition gebunden,
  
17:21 auf ein 'Gegenteil' konditioniert
 
17:27 - Liebe/Hass, Gewalt/Gewaltfreiheit.
 
17:32 Nehmen wir Gewalt.
 
17:35 Gewalt liegt, wie es scheint,
in der menschlichen Natur
  
17:43 - Wut, Wettbewerb, Rücksichtslosigkeit,
 
17:51 versuchen sich um jeden Preis
gegen alle anderen auszudrücken,
  
17:57 die Verehrung von Erfolg,
entweder in der Geschäftswelt
  
18:01 oder in der spirituellen Welt,
was das Gleiche ist.
  
18:08 Menschen sind gewalttätig.
 
18:11 Gewalt beinhaltet nicht nur
physische Gewalt,
  
18:15 es gibt psychische Gewalt,
 
18:21 was Vergleichen ist.
 
18:29 Wo Vergleichen ist,
da ist Gewalt.
  
18:34 Wo Nachahmung ist,
da ist Gewalt.
  
18:39 Wo die Annahme
von Autorität ist, psychisch,
  
18:43 da ist Gewalt.
 
18:48 Nachahmung, Anpassung, Wettbewerb,
 
18:52 all diese und andere Faktoren
sind der Hinweis auf Gewalt.
  
19:03 Das ist eine Tatsache. Das ist 'was ist'.
 
19:06 Und Menschen haben
das Gegenteil davon geschaffen,
  
19:11 nicht gewalttätig zu sein
- es nennt sich 'Gewaltfreiheit'.
  
19:16 Sie haben viel darüber geredet,
in Indien,
  
19:18 aber sie sind genauso gewalttätig.
 
19:25 Ist es möglich Gewalt zu ändern
ohne sein Gegenteil zu haben?
  
19:33 Verstehen Sie meine Frage?
 
19:38 Das bedeutet nicht nachzuahmen, sich
nicht anzupassen, nicht zu vergleichen,
  
19:50 nicht nach Erfolg zu streben.
 
19:57 Wenn das möglich ist,
dann ist Gewaltfreiheit unnötig.
  
20:05 Also, weil wir Gewalt nicht umwandeln
können oder nicht wollen,
  
20:12 erfinden wir Gewaltfreiheit
 
20:14 und wir sagen, 'Irgendwann werde ich
gewaltfrei sein.'
  
20:18 Das ist eine nette, bequeme,
träge, illusorische Vorstellung.
  
20:25 Der geben wir uns hin,
 
20:27 aber wenn Sie es wirklich ernst meinen,
 
20:30 zutiefst darum bekümmert sind
gänzlich gewaltfrei zu sein,
  
20:38 einschließlich Wut, Hass
und dem ganzen Rest,
  
20:42 wenn es Sie zutiefst angeht das zu
wandeln, haben Sie dazu die Energie,
  
20:48 denn diese Energie haben Sie im Konflikt
mit Gewaltfreiheit verschwendet.
  
20:56 Also, es ist möglich 'was ist' zu wandeln,
ohne die Vorstellung von Zeit.
  
21:08 Ist das deutlich?
Ich bitte Sie, das ist sehr wichtig,
  
21:11 denn wir werden gleich
auf etwas eingehen, nämlich,
  
21:17 wenn Sie über Tod reden,
ist darin Zeit mit einbezogen.
  
21:25 Also, wir müssen wirklich das Wesen
und die Natur von Zeit verstehen,
  
21:31 wie Zeit funktioniert.
 
21:35 Wenn Sie sagen, 'Ich werde sein' oder
'Ich muss etwas in der Zukunft sein',
  
21:44 dann bezieht das Zeit ein, denn
Sie sind unzufrieden, mit dem 'was ist',
  
21:53 Sie verurteilen 'was ist',
Sie unterdrücken 'was ist'
  
21:59 oder versuchen es weg zu argumentieren,
 
22:03 und so benutzen Sie all die Energie
 
22:09 oder Sie verschwenden all die Energie
in diesem Prozess,
  
22:13 wohingegen wenn Sie sich
diese Gewalt ansehen,
  
22:18 mit all ihren Auswirkungen und
keine Vorstellung ihres Gegenteils haben,
  
22:23 was illusorisch ist,
 
22:26 dann findet Wandel statt.
 
22:29 Verstehen Sie das?
Tun Sie es!
  
22:37 Also, Zeit in der Meditation
 
22:47 - Sie müssen herausfinden
ob Zeit eine 'Ende' hat.
  
22:52 Deshalb ist es sehr wichtig das Wesen
 
22:56 und die Bewegung von Zeit zu verstehen,
wie unsere Gehirne darin verfangen sind,
  
23:04 unser gesamtes Bewusstsein
ist mit Zeit gefüllt
  
23:13 - Zeit als angehäuftes
Wissen aus Erfahrung,
  
23:19 das zur Erinnerung wird,
 
23:21 und diese Erinnerung wird zum Speicher,
von wo aus all unsere Gedanken beginnen.
  
23:30 Vom ersten Augenblick an, seit ganz zu
Beginn des Menschen, ist das der Vorgang.
  
23:37 Also, man muss nicht nur das Wesen
der Zeit untersuchen,
  
23:44 sondern man muss auch herausfinden,
ob Zeit aufgehört hat,
  
23:50 ob es eine Ende der Zeit gibt.
 
23:54 Das war ein gewaltiges Problem -
verstehen Sie?
  
24:01 Also, dann können wir zum Nächsten
kommen, nämlich, was ist unser Leben?
  
24:12 Leben und sterben.
Was ist unser Leben?
  
24:21 Wenn Sie sich unsere Leben ansehen,
was ist es?
  
24:27 Falsche Beschäftigung,
miteinander kämpfen,
  
24:37 Kriege, Angst,
 
24:42 großer Schmerz, Mangel an Beziehungen
im wahren Sinne dieses Wortes
  
24:50 - es bestehen Beziehungen
zwischen zwei Bildern,
  
24:53 die Sie über einen anderen haben
und ein anderer über Sie hat.
  
24:58 Die Beziehung besteht
zwischen diesen zwei 'Bildern',
  
25:02 zwischen diesen beiden Gedanken.
 
25:07 Also, was ist unser Leben?
 
25:12 Wenn Sie es sich ansehen,
sehr sorgfältig und sehr ernsthaft,
  
25:17 nicht so tun als ob, nicht versuchen
es mit Worten und kleveren,
  
25:22 raffinierten Gedanken zu überspielen
 
25:25 - was ist es wirklich?
 
25:32 Wir verschwenden unser Leben, oder nicht?
 
25:42 Und von Geburt an bis zum Tod
ist es ein andauernder Kampf,
  
25:52 andauernde Anstrengung, Bemühung
zu sein oder nicht zu sein,
  
25:59 etwas zu werden
oder etwas nicht zu werden,
  
26:03 eine richtige Beziehung aufzubauen
und immer versuchen zu scheitern.
  
26:11 Kriege, Hass, tiefe Verletzungen
 
26:18 - das ist der Inhalt unseres gesamten
Bewusstseins, ist unser Leben,
  
26:25 abgesehen vom biologischen
Wachstum und Verfall.
  
26:34 Wenn sie untersuchen,
so wie wir es jetzt machen
  
26:37 - bitte tun Sie es, gemeinsam,
wenn Sie es irgend ernst meinen,
  
26:43 wenn Sie es nicht ernst meinen,
machen Sie sich keine Mühe.
  
26:47 Es ist ein schöner Tag,
gehen Sie raus und genießen Sie ihn.
  
26:51 Aber wenn Sie es ernst meinen,
schauen Sie sich ihr Leben an
  
27:03 - Vergnügung, sexuell, andere Arten
von Vergnügung, Angst und Leid.
  
27:15 Das ist der Inhalt unseres Bewusstseins,
mit all dessen Spielarten,
  
27:24 komplexe Bewegungen
in diesem beschränkten Bewusstsein
  
27:33 und das nennen wir 'leben'.
 
27:40 Mit Glauben, mit Zweifel, mit Angst
- können Sie folgen? -
  
27:45 eine vollkommene Verwirrung
- Durcheinander!
  
27:53 Und was ist sterben?
 
27:57 Verstehen Sie meine Frage?
 
27:59 Leben, von dem wir meinen,
dass es wunderbar ist
  
28:04 und sterben, was das Schlimmste ist,
was passieren kann.
  
28:12 Und zwischen diesen beiden Sachen
ist Liebe und Leiden.
  
28:24 Wir haben ziemlich ausführlich
über Angst geredet
  
28:34 und die Notwendigkeit
gänzlich, vollkommen,
  
28:39 psychisch frei von Angst zu sein.
Wir sind darauf eingegangen.
  
28:45 Und wir haben auch darüber gesprochen
- gemeinsam,
  
28:48 wir haben gemeinsam besprochen, nicht
ich habe gesprochen und Sie zugehört,
  
28:51 wir haben gemeinsam
Vergnügung besprochen,
  
28:58 und die Bewegung von Vergnügung,
und das Streben nach Vergnügung.
  
29:03 Vergnügung ist gänzlich
verschieden von Freude,
  
29:06 Vergnügung kann herbeigeführt,
kultiviert werden,
  
29:10 Freude kann nie herbeigeführt werden
- sie kommt.
  
29:14 Aber wenn sie kommt, übernimmt das
Gedächtnis und macht sie zur Vergnügung.
  
29:19 Wir haben auch über Ekstase gesprochen,
 
29:22 die nicht Hysterie ist,
die nicht neurotisch ist,
  
29:27 aber diese Ekstase kann nur kommen,
 
29:31 wenn wir die Bedeutung
von Vergnügung verstehen.
  
29:35 Und wir fragen, was ist Liebe?
 
29:44 Denn scheinbar spielt das
eine große Rolle in unserem Leben.
  
29:52 Das Wort 'Liebe' ist aufgeladen,
wie 'Gott'.
  
29:59 Also müssen wir auch untersuchen,
was es bedeutet zu lieben
  
30:05 und was der Unterschied zwischen
Vergnügung, Liebe und Mitgefühl ist.
  
30:14 Das war eines der Probleme der Menschen,
 
30:17 in jedem Zeitalter, überall auf der Welt,
wo immer Menschen existieren.
  
30:19  
 
30:23 Sie verlangen, sie wollen lieben
- oder geliebt werden.
  
30:32 Und wenn jemand nicht geliebt wird,
ist da all die Sorge,
  
30:36 die Angst, Wut, Eifersucht - verstehen
Sie? - all das schleicht sich ein.
  
30:43 Also, man muss, wenn Sie es irgend
ernst meinen, und ich hoffes das tun Sie,
  
30:48 denn wir versuchen,
wir sind bekümmert
  
30:51 mit der vollständigen Tranformation
des menschlichen Bewusstseins.
  
30:59 Also muss man auf die Frage eingehen
was Liebe ist.
  
31:09 Es scheint als hätten die Menschen
Liebe zur Vergnügung reduziert.
  
31:18 Nicht wahr? Was sagen Sie? Ja?
 
31:28 Vergnügen, sexuell
- Liebe ist mit einbezogen -
  
31:36 Liebe zu seinem Land,
Liebe zu einem Buch, zu einem Bild ...
  
31:40 Verstehen Sie?
 
31:42 Wir nutzen das Wort in höchst
außergewöhnlicher Weise.
  
31:47 Und genauso, ich liebe meine Frau
oder ich liebe meinen Mann.
  
31:53 Also, wir müssen auf diese Frage eingehen,
 
31:56 nicht nur was das Wort 'Liebe' bedeutet,
das Wort selbst,
  
32:05 sowohl in Sanskrit - wenn Sie darauf
eingehen - ist Teil von Begierde
  
32:20 - die Bedeutung des Wortes.
 
32:23 Wir betrachten die ursprüngliche Bedeutung
des Wortes, 'Begierde'.
  
32:33 Ich werde nicht auf Sanskrit eingehen,
was es bedeutet.
  
32:41 Also, wir müssen verstehen,
was Begierde und was Liebe ist.
  
32:49 Ist Begierde Liebe?
 
32:52 Bitte, wir untersuchen, wir erforschen,
wir sagen nicht es ist, es ist nicht,
  
32:55  
 
32:58 wir erarbeiten das gemeinsam.
 
33:03 Also, wir müssen darauf eingehen
was Begierde ist,
  
33:13 denn scheinbar spielt es in den meisten
unserer Leben eine immense Rolle.
  
33:17  
 
33:24 Also müssen wir es verstehen.
Was ist Begierde?
  
33:34 Wenn Sie sich ein Kleid wünschen,
wenn Sie etwas begehren,
  
33:38 was ist das, die Bewegung dessen?
 
33:48 Sicher ist da zuerst das Sehen,
das visuelle Sehen, das sensorisch ist
  
34:03 dann ist Kontakt, das Berühren,
das Riechen, das Sehen
  
34:11 - dann Empfindung.
 
34:15 Folgen Sie all dem?
 
34:20 Sehen, Kontakt, Empfindung.
Nicht wahr?
  
34:27 Dann kommen Gedanken,
 
34:34 und Gedanken sagen, 'Ich werde
wunderschön in dem Kleid aussehen',
  
34:39 was die Struktur eines Bildes ist.
 
34:43 Also, Empfindung plus Gedanken
ergibt Begierde und das Bild.
  
34:54 Folgen Sie dem?
 
34:55 Sie können das ganz einfach verstehen,
wenn Sie sich selbst betrachten.
  
34:59 Das ist der Prozess, den wir durchlaufen.
 
35:01 Sie sehen eine schöne Frau
oder ein schickes Auto,
  
35:04 - oder schönen Mann - was auch immer -
 
35:07 Sehen, Kontakt, Empfindung
 
35:11 dann kommen Gedanken und Begierde
und das Bild.
  
35:18 Nicht wahr?
 
35:19 Also, wir fragen, ist Liebe Begierde?
 
35:28 Das heißt, Empfindung, Kontakt, Gedanken
 
35:39 oder Begierde plus Gedanken
und die Vorstellung, das Bild
  
35:45 - ist das Liebe?
 
35:54 Oder hat Liebe mit Begierde nichts zu tun,
 
36:01 das heißt kein Bild,
keine imaginären Projektionen,
  
36:18 nicht auf Empfindung beruhend.
Folgen Sie all dem?
  
36:23 Also müssen Sie herausfinden,
wo Empfindung plus Gedanken
  
36:34 Begierde mit ihrem Bild ergibt.
 
36:39 Da ist Empfindung.
 
36:42 Es ist natürlich seine Sinne
gut ausgebildet zu haben, das ist gesund.
  
36:53 Etwas Schönes zu sehen,
das ist Teil von Empfindung.
  
36:59 Wenn Gedanken es übernehmen,
wird es zu Begierde.
  
37:05 Jetzt, bitte folgen Sie dem.
 
37:08 Können Sie eine schöne Person,
Sache sehen,
  
37:15 einen anmutigen Baum - was auch immer -
Empfindung,
  
37:21 und es nicht zulassen, dass Begierde dazu
kommt, das heißt Gedanken beenden?
  
37:28 Ich frage mich, ob Sie all das verstehen.
 
37:35 Das ist die höchste Art von Disziplin.
Verstehen Sie?
  
37:41 Empfindung wahrzunehmen
und es kommen gar keine Gedanken dazu
  
37:49 und damit keine Begierde, kein Bild.
 
37:52 Haben Sie verstanden, was ich sage?
 
38:00 Das bedarf ein hohes Maßes
an Achtsamkeit.
  
38:08 Wir werden das gleich besprechen, später.
 
38:10 Achtsamkeit, Konzentration
und Aufmerksamkeit.
  
38:16 Wir werden später darüber reden.
 
38:19 Also, ist die Bewegung der Gedanken Liebe?
 
38:37 Oder hat Liebe rein gar nichts
mit Begierde zu tun?
  
38:50 Nun, das muss man herausfinden,
 
38:54 das heißt, Sie müssen aufmerksam sein,
 
38:59 der Bewegung von Begierde bewusst sein,
der Bewegung der Gedanken,
  
39:12 und der natürlichen Empfindung -
 
39:18 der gesamten Bewegung bewusst sein.
 
39:26 Dann werden Sie fragen, müssen Sie fragen,
ist Vergnügung Liebe?
  
39:37 Und wenn es nicht Vergnügung ist,
 
39:39 was ist dann Liebe oder Begierde?
 
39:48 Ich bitte Sie, intellektuell, logisch
ist das alles so,
  
39:53 logisch, so genannt intellektuell
 
39:58 - aber der Intellekt ist ein Instrument,
ein Bruchstück des Ganzen,
  
40:08 und indem Sie lediglich intellektuell
die Beschreibung betrachten,
  
40:15 dann sehen Sie es sich nur teilweise an
 
40:17 und deswegen sehen Sie
nicht das Ganze dessen.
  
40:20 Also, der Intellekt muss nicht nur den
Grund, die Struktur dieser Sache sehen,
  
40:26 sondern auch seine
eigene Beschränkung kennen.
  
40:32 Wir fragen also, ist Vergnügung Liebe?
 
40:37 Vergnügung als Begierde,
die Bewegung der Gedanken,
  
40:41 Empfindung und das Streben danach.
 
40:48 Und wenn es nicht Liebe ist,
was ist es dann?
  
40:54 Kann es Eifersucht geben,
wenn Liebe ist?
  
40:59 Gehen Sie weiter, Sirs.
 
41:03 Diejenigen von Ihnen, die Jungen und
Mädchen haben und Ehemann und Ehefrau,
  
41:06 und der ganze Rest.
 
41:08 Kann es Liebe geben,
wenn da Anhaftung ist,
  
41:19 wenn Sie hassen, wütend sind, wenn Sie
von jemandem verletzt sind, ist da Liebe?
  
41:33 Und also, wenn nichts von dem Liebe ist,
 
41:44 dann ist das Wort nicht die Sache.
Verstehen Sie?
  
41:52 Dann ist das Wort 'Liebe'
nicht der tatsächliche Zustand,
  
41:56 dessen Realität, dessen Wahrheit.
 
42:05 Was ist dann das Verhältnis zwischen
Liebe und Mitgefühl?
  
42:12 Verstehen Sie?
 
42:16 Das Wort 'Mitgefühl' bedeutet
Gefühl für alle,
  
42:23 Gefühl für alles Lebende.
 
42:30 Das ist die Bedeutung dieses Wortes.
 
42:34 Aber dieses Gefühl kann nicht bestehen,
wenn Sie in sich selbst
  
42:40 zersplittert, aufgeteilt sind,
 
42:45 wenn da Hass und wenn da Leiden ist.
 
42:51 Also müssen wir untersuchen
was Leiden ist.
  
42:58 Warum leiden wir psychisch,
 
43:02 nicht biologisch, physisch
 
43:05 - wir können das verstehen,
wenn wir auf die Frage eingehen
  
43:09 warum Menschen überall auf der Welt
diese Qual des Leidens mit sich tragen?
  
43:20 Sind Sie an all dem interessiert?
 
43:26 Nicht interessiert,
das ist das falsche Wort,
  
43:29 bekümmert Sie all das?
 
43:36 Wieviel Zeit sind Sie bereit
sich damit zu befassen?
  
43:40 Zeit im Sinne von ... verstehen Sie?
 
43:45 Oder geht es Sie nur heute morgen
für eine Stunde an,
  
43:52 und rutschen dann zurück
in Ihre alten Traditionen,
  
43:56 Ihre alten Lebensweisen,
die keinerlei Bedeutung haben,
  
44:04 und erinnern sich gelegentlich daran,
 
44:06 was in diesem Zelt, diesem Festzelt
gesagt wurde,
  
44:10 und Sie sagen, 'Bei Gott, es stimmt,
 
44:11 ich muss zurück und etwas dagegen tun.'
 
44:14 und vergessen es eine Minute später.
 
44:19 Oder sind Sie dem voll und ganz,
komplett verpflichtet?
  
44:30 Erst dann werden Sie sehr tiefgehend
verstehen, was all das bedeutet,
  
44:37 wie Sie eine gänzlich andere Art von Leben
leben können.
  
44:44 Also, wir fragen jetzt,
warum Menschen psychisch leiden,
  
44:53 was eine große Bedeutung
für das physische Leiden hat.
  
45:01 Wenn es kein psychisches Leiden gibt,
 
45:07 dann könnte das Ihren Körper
Ihren Körper vollständig beeinflussen.
  
45:12 dann gibt es keine
psychosomatischen Krankheiten.
  
45:17 Also müssen wir sehr tief
auf die Frage eingehen,
  
45:21 warum Menschen leiden.
 
45:24 Alle Religionen - die östlichen
und die westlichen Religionen -
  
45:34 die östlichen Religionen
haben eine sehr klare Festlegung
  
45:41 warum Menschen leiden:
 
45:44 Ihnen zufolge, sie sagen,
 
45:48 'Was Sie in der Vergangenheit getan haben,
dafür zahlen Sie jetzt den Preis.'
  
45:53 Das nennt sich 'Karma' in Sanskrit.
 
45:56 Das Wort 'kar' in Sanskrit
bedeutet zu tun, zu handeln.
  
46:03 Wenn Sie nicht richtig, ordentlich
gehandelt haben
  
46:09 - nicht im Einklang mit einem Muster,
einer Tradition,
  
46:17 wenn Sie richtig in sich selbst
gehandelt haben, wahrhaft
  
46:24 dann gibt es keine Reue
in der Handlung,
  
46:31 dann ist diese Handlung ganz.
 
46:33 Das ist, was wir sagen,
nicht was die Hindus sagen.
  
46:38 Die alten Hindus sagen,
'Sie haben viele Leben.
  
46:46 In jedem Leben, wenn Sie
nicht richtig handeln,
  
46:51 werden Sie dafür
im nächsten Leben bezahlen,
  
46:55 deshalb leiden Sie im nächsten Leben
und deshalb lernen Sie durch das Leiden,
  
47:01 wie Sie für das nächste Leben
angemessen, ordentlich handeln.'
  
47:06 Verstehen Sie?
 
47:11 Hier in der christlichen Welt
haben Sie das Leiden abgegeben,
  
47:18 haben das Leiden auf die Schultern
eines Mannes geladen
  
47:25 und das Problem sehr bequem gelöst.
 
47:32 Aber in Wirklichkeit leiden Sie.
 
47:37 Sie haben das Symbol
 
47:42 - was ein eher bedauerliches Symbol ist -
 
47:44 Sie haben das Symbol
 
47:47 und obwohl Sie sagen,
dass er für uns leidet,
  
47:54 leiden wir immer weiter.
 
47:57 Also, lassen Sie uns das Symbol vergessen,
lassen Sie uns all das vergessen,
  
48:00 und schauen wir uns an, warum die
Menschen auf dieser Welt - Sie - leiden,
  
48:06 solche Qualen durchleben,
Tränen, Einsamkeit.
  
48:11 Verstehen Sie all das?
 
48:17 Was ist Leiden? Was ist Trauer?
 
48:29 Und warum sollten wir leiden?
 
48:34 Wird es unseren Geist reinigen
- können wir dieses Wort kurz nutzen? -
  
48:40 wird es unser Herz läutern,
weil wir leiden?
  
48:46 Im Gegenteil, das hat es nicht getan.
 
48:51 Also müssen wir sehr tief
auf diese Frage eingehen.
  
48:57 Was ist Leiden?
Es hat viele Formen.
  
49:02 Eine davon ist Einsamkeit. Nicht wahr?
 
49:09 Ein großes Gefühl von Einsamkeit
 
49:11 - Einsamkeit als das Gefühl, die Realität,
 
49:16 dass sie von allen Beziehungen
komplett abgeschnitten sind,
  
49:20 von allem komplett isoliert.
Nicht wahr?
  
49:26 Kennen Sie all das nicht?
 
49:32 Isoliert, einsam und nicht wissen,
was mit dieser Einsamkeit anzufangen,
  
49:40 das heißt, Sie laufen vor ihr weg,
flüchten und ängstlich
  
49:44 Sie verschleiern es und tun alles
Mögliche ... - haften an und all das.
  
49:48 Also, ohne ein Verständnis für diese
Einsamkeit, ist Leiden unausweichlich.
  
49:59 Können Sie dem folgen?
 
50:01 Bitte, treffen wir hier zusammen oder
rede ich zu mir selbst in meinem Zimmer?
  
50:11 Also, das ist einer der Faktoren.
 
50:14 Dann der Faktor, dass sie jemanden mögen
oder jemanden 'lieben',
  
50:24 - um das Wort in Anführungszeichen zu
nutzen - Sie 'lieben' jemanden,
  
50:28 und dieser jemand weist sie zurück
und Sie bleiben zurück
  
50:34 - wieder isoliert, eifersüchtig,
Hass, ein Gefühl des Verlusts,
  
50:44 Frustration, Schuld,
all das ist Teil von Leiden.
  
50:54 Dann ist da das Leiden
um jemanden, den Sie verloren haben,
  
50:58 den Sie innig 'geliebt' haben
- wieder 'Liebe' in Anführungszeichen -
  
51:06 und er ist tot - Sohn, Frau, Mann
oder was auch immer es ist,
  
51:15 ein anderer Mensch ist gestorben,
 
51:20 und Sie leiden,
 
51:22 nicht nur durch Selbstmitleid
 
51:27 sondern auch, weil Sie der Person anhaften
und sich plötzlich verloren fühlen
  
51:37 und in diesem Moment des Todes
ist ein großer Schock,
  
51:43 biologisch, genauso wie psychisch.
 
51:49 Nicht wahr?
Und viele andere Arten des Leidens.
  
51:59 Menschen leiden und finden viele,
viele Erklärungen für dieses Leiden
  
52:10 - 'Gott ist gerecht,
er weiß warum ich leide,
  
52:13 am Ende wird er mein Leiden lösen.'
 
52:18 Leiden und Bequemlichkeit in
irgendeiner Theorie suchen,
  
52:25 in einem Gesetz, in einem Glauben.
 
52:27 Oder die christliche Welt sagt,
'Glaube!', und so weiter.
  
52:39 Also, was ist es, das leidet?
'Ich.'
  
52:46 Verstehen Sie? 'Ich leide.'
 
52:50 Was ist das 'ich', was ist 'Sie'?
 
52:59 Die Gestalt, der Name - richtig?
 
53:02 Der Name, die Gestalt,
die verschiedenen Charakterzüge
  
53:08 - Gier, Neid, Schmerzen, Ängstlichkeit,
Hoffnung, Verzweiflung, Depression
  
53:19 - viele angesammelte Vorstellungen,
all das sind 'Sie'. Nicht wahr?
  
53:28 Was alles Erinnerungen, Worte sind.
 
53:35 Also, diese Vorstellung von Ihnen
leidet,
  
53:40 oder dieses 'Sie' leidet.
 
53:46 Hören Sie dem jetzt bitte gut zu.
 
53:50 Menschen leiden.
 
53:57 Und wir sind davor geflüchtet
mit Hilfe des Verstandes, mit Logik,
  
54:04 mit Hilfe von Erklärungen, mit
verschiedenen Arten von Bequemlichkeit,
  
54:09 Unterhaltung, religiöse sowie
gewöhnliche Unterhaltung,
  
54:13 jede Art von Flucht vor diesem Leiden.
 
54:19 Wenn Sie nicht fliehen
 
54:22 und tatsächlich ohne jedwede
Bewegung ins Außen,
  
54:28 vollständig mit dem Leiden bleiben.
 
54:33 Bleiben
 
54:38 - verstehen Sie, was ich sagen möchte?
 
54:41 Das bedeutet, sich nicht von dem
zentralen Fakt des Leidens wegbewegen
  
54:54 - das gibt Ihnen enorme Stabilität.
 
54:58 Verstehen Sie das alles?
Nein, tun Sie nicht!
  
55:05 Schauen Sie, Sie leiden.
 
55:10 Verstehen Sie, dass Leiden
nicht durch Flucht gelöst ist,
  
55:19 durch Unterdrückung, durch
irgendeine Form von Rationalisierung.
  
55:25 Das Leiden ist da.
 
55:30 Seien Sie damit, ganz und gar,
ohne irgendeine Bewegung.
  
55:39 Jetzt haben Sie es sicher verstanden?
Die Erklärung haben Sie verstanden,
  
55:46 intellektuell oder verbal,
die Erklärung
  
55:51 - aber es zu tun
ist eine ganz andere Sache.
  
55:56 Nun, wenn Sie es tun, das heißt
ohne jedwede Bewegung der Gedanken,
  
56:04 jedwede Bewegung von Flucht,
von Unterdrückung oder Rationalisierung,
  
56:11 wenn Sie dabei sind, ganz und gar,
 
56:19 dann entsteht daraus Leidenschaft.
 
56:23 Ich frage mich,
ob Sie das alles verstehen.
  
56:31 Und das ist Mitgefühl.
 
56:37 Haben Sie etwas verstanden?
Nein. Es ist egal.
  
56:40 Schauen Sie hin, betrachten Sie
sich selbst und sehen Sie, wie Sie leiden,
  
56:46 der Drang davor zu fliehen,
sehen Sie die Sinnlosigkeit der Flucht,
  
56:54 Rationalisierung, Streben nach Bequemlich-
keit, all das ist Energieverschwendung,
  
57:00 wegbewegen von dem zentralen
Fakt des Leidens.
  
57:05 Verstehen Sie? Bleiben Sie dabei.
 
57:11 Dann erfährt das Leiden
eine enorme Veränderung,
  
57:15 die zu Leidenschaft wird.
 
57:19 Ich habe keine Zeit auf mehr als das
einzugehen, aber das kommt auf Sie an.
  
57:24 Und außerdem müssen wir
auf die Frage des Todes eingehen,
  
57:42 Wollen Sie darauf eingehen?
Fragender: Ja.
  
57:46 K: Warum?
 
57:56 Nun, ich bitte Sie,
 
57:58 all die Dinge, die wir besprechen
sind sehr, sehr ernst
  
58:05 und nur die sehr Ernsthaften leben,
 
58:10 nicht die Leichtsinnigen, nicht die
Beiläufigen - Sie wissen, der ganze Rest.
  
58:16 Nur ein Mensch, den das alles zutiefst,
tiefgehend angeht,
  
58:22 so ein Mensch lebt.
 
58:26 Also müssen wir auf die Frage des Todes
eingehen, die sehr komplex ist.
  
58:37 Wir haben gesagt wir müssen
die Frage der Zeit verstehen,
  
58:45 von der chronologischen Zeit von
gestern, heute und morgen abgesehen
  
58:53 - Sonnenaufgänge, Sonnenuntergänge -
unterteilt in 24 Stunden,
  
58:58 Darüber sprechen wir nicht.
Sie ist notwendig, sie existiert,
  
59:02 und wenn sie in ihrem Leben
keine Rolle spielt,
  
59:06 dann werden Sie Ihren Bus verpassen.
 
59:10 Aber wir sprechen über etwas anderes,
psychisch.
  
59:17 Denn wir sind verzweifelt, ängstlich,
 
59:25 dann gibt es immer Hoffnung - Hoffnung,
dass etwas passieren wird, morgen.
  
59:35 Also, das ist die Bewegung der Zeit.
 
59:39 Was ist das Verhältnis
von Zeit und Tod?
  
59:45 Verstehen Sie?
 
59:48 Man hat 10 Jahre, 50 Jahre
oder 80 Jahre oder 100 Jahre gelebt
  
59:56 - ein Leben, das schmerzvoll,
ängstlich war und all der Rest,
  
1:00:03 ein leeres Leben,
ein verschwendetes Leben,
  
1:00:11 und dieses Leben geht zu Ende,
sowohl biologisch, als auch psychisch.
  
1:00:24 Ich werde auf all das eingehen.
 
1:00:30 Und man hängt am Bekannten
und vermeidet das Unbekannte
  
1:00:38 - das bekannte Leiden, der Schmerz,
das bekannte Vergnügen, die Ängste
  
1:00:44 - man hängt an all dem, was
Sie 'leben' nennen.
  
1:00:49 Und man hat Angst
all das loszulassen,
  
1:00:56 was wir tun werden müssen,
wenn der Tod kommt.
  
1:01:00 Also, da ist der Zeitraum
zwischen dem Leben und dem Sterben,
  
1:01:08 der Zeitprozess.
 
1:01:14 Was ist es dann, das stirbt?
 
1:01:20 Biologisch gesehen haben wir
so unintelligent gelebt,
  
1:01:29 denn biologisch, physisch hat der
Körper seine eigene Intelligenz.
  
1:01:35 Ich weiß nicht, ob Sie darüber etwas
wissen, ob Sie daran gearbeitet haben.
  
1:01:38 Er hat seine eigene Intelligenz,
 
1:01:39 wenn Sie es sein lassen, wenn Sie
es nicht durch Geschmack verderben,
  
1:01:43 durch Maßlosigkeit,
durch Rauchen, Trinken, Drogen
  
1:01:46 und all dem Rest dieses Geschäfts,
das man durchlebt.
  
1:01:50 Wenn Sie das nicht durchleben,
 
1:01:52 das heißt durch Geschmack,
Gewohnheit, Sitte, Tradition,
  
1:01:57 dann hat der Körper
seine eigene Intelligenz.
  
1:02:03 Dieser Körper stirbt organisch,
das Organ stirbt.
  
1:02:09 Das wissen wir.
 
1:02:11 Aber wir sagen auch
'Da ist etwas, das ich bin,
  
1:02:19 das weiterleben muss,
 
1:02:22 denn schließlich hab ich doch
so viel Erfahrung gesammelt.
  
1:02:28 Ich möchte dieses Buch zu Ende lesen
bevor ich sterbe.
  
1:02:33 Ich muss erfolgreich sein,
gib mir ein paar mehr Jahre',
  
1:02:40 und so weiter, und so weiter.
 
1:02:43 Also, was ist das, dieses 'Ich'
- das sagt 'Ich möchte nicht sterben,
  
1:02:49 ich muss eine Art von Fortdauer haben'?
Verstehen Sie?
  
1:02:55 Das ist unser Verlangen,
das ganze Leben lang.
  
1:03:00 Von den antiken Zeiten, von den
Ägyptern bis zum heutigen Tag,
  
1:03:05 und vor den Ägyptern - die antiken
Ägypter, nicht das moderne Ägypten -
  
1:03:11 war dies das Problem.
 
1:03:15 Eine Fortdauer und ein Ende.
 
1:03:21 Der Wunsch,
der ungeheure Drang weiterzuleben.
  
1:03:30 'Ich möchte mein Vergnügen
morgen erfüllt haben'.
  
1:03:35 Wenn Sie sagen, 'Es gibt kein morgen',
dann führt das zu enormer Verzweiflung.
  
1:03:39 Verstehen Sie?
 
1:03:44 Also, da ist der Tod.
 
1:03:48 Wir müssen also gemeinsam untersuchen,
nicht Autorität akzeptieren,
  
1:03:54 denn ich bin nicht
Ihre Autorität oder Ihr Guru.
  
1:03:57 Für mich sind Gurus
im spirituellen Leben gefährlich.
  
1:04:06 Sie müssen für sich selbst herausfinden,
was es ist, das 'Ich',
  
1:04:12 wie es entstanden ist,
 
1:04:14 warum es so eine enorme Bedeutung
in unserem Leben hat,
  
1:04:19 und warum es
so viel Angst vor dem Tod hat.
  
1:04:26 Das 'Ich' ist durch Worte entstanden,
 
1:04:32 durch Erfahrung, durch Wissen
 
1:04:38 - das 'Ich', was die Gestalt ist,
der Name,
  
1:04:45 das ganze Bündel von Erinnerungen,
Wissen, Erfahrung,
  
1:04:53 die Vergangenheit, Vergnügen, Schmerz
 
1:04:56 - all das Bewusstsein
mit seinem Inhalt bin 'Ich'. Nicht wahr?
  
1:05:04 Bitte sehen Sie es für sich selbst.
 
1:05:07 Sie sagen, 'Das bin ich nicht nur,
das ist nur größtenteils Erinnerung,
  
1:05:11 deshalb ist es nur
ein materieller Prozess,
  
1:05:16 aber es gibt ein 'Ich',
das spirituell ist.
  
1:05:22 Die Hindus und andere behaupten und
wahrscheinlich behaupten einige von Ihnen,
  
1:05:26 das es etwas Spirituelles im 'Ich' gibt.
 
1:05:29 'Ich' ist die Essenz dieses Geistes.
 
1:05:37 Wenn Sie sagen das 'Ich'
ist die Essenz dieses Geistes,
  
1:05:43 überdeckt von aller Art Dunkelheit, wie
eine Zwiebel mit vielen, vielen Schichten,
  
1:05:51 die Essenz dieses Höchsten bin 'Ich'
 
1:05:57 - das ist immer noch Teil des Denkens.
Nicht wahr?
  
1:06:01 Wenn Sie fühlen,
dass die Essenz 'Ich' bin,
  
1:06:04 das ist Teil Ihres Gedankenprozesses.
 
1:06:08 Jemand hat es in Ihren Kopf gesetzt
oder Sie haben es sich selbst ausgedacht.
  
1:06:14 Ich frage mich, ob Sie all dem folgen?
 
1:06:16 Sie mögen es nicht glauben,
aber es ist von Gedanken geschaffen.
  
1:06:21 Aber Gedanken sind ein materieller
Prozess, denn Gedanken sind Wissen,
  
1:06:32 Erfahrung, im Gehirn
als Erinnerung gespeichert
  
1:06:38 und diese Reaktion auf die Erinnerung
ist Denken.
  
1:06:42 Wir sind all das vor ein paar Tagen durch-
gegangen, wir gehen nicht darauf ein.
  
1:06:45 Also, Gedanken sind
ein materieller Prozess.
  
1:06:49 Obwohl Gedanken sagen können
'Da ist Geistiges in mir',
  
1:06:52 ist es dennoch ein materieller Prozess.
 
1:06:56 Wenn Sie sagen, 'Ich glaube an Gott',
ist das ein materieller Prozess.
  
1:07:02 Der Glaube an Gott, Gott als
 
1:07:06 Ihre Projektion von dem, was Sie als
das Schönste halten,
  
1:07:09 allmächtig, und der ganze Rest,
es ist immer noch ein Gedankenprozess.
  
1:07:18 Also, es gibt nichts
 
1:07:23 - bitte, haben Sie Geduld mit mir,
gehen Sie sehr tief darauf ein -
  
1:07:28 es gibt nichts als
die Bewegung der Gedanken,
  
1:07:33 die das 'Ich' oder
die Essenz des Geistes erschaffen haben.
  
1:07:38 Es sind immer noch Gedanken, also
ist es immer noch ein materieller Prozess.
  
1:07:50 Man hängt also an dem Bekannten
 
1:07:54 und man hat Angst vor dem Unbekannten,
dem Tod.
  
1:07:57 Nicht wahr? Verstehen Sie das?
 
1:08:04 Zeit ist also Leben,
eine lange Zeitspanne, und Tod.
  
1:08:18 Wir haben gesagt Zeit ist eine Bewegung,
Bewegung von Gedanken als Bemessen,
  
1:08:27 so viele Leben, so viele Jahre
- was alles Bewertung ist.
  
1:08:33 Nun, kann Zeit anhalten?
 
1:08:39 Das heißt das Leben und das Sterben
rücken eng zusammen.
  
1:08:45 Verstehen Sie?
 
1:08:49 All das braucht so viel Erklärung.
 
1:08:54 Das heißt,
 
1:09:04 Tod bedeutet das Ende dessen,
was fortgelebt hat. Nicht wahr?
  
1:09:13 Sehen Sie wie wichtig es ist, dass
das was fortlebt mechanisch ist?
  
1:09:24 Nicht wahr? Und deshalb
ist da nichts Neues,
  
1:09:28 Gedanken mögen etwas Neues erfinden,
wie den Düsenjet, das ist etwas Neues
  
1:09:36 oder die Theorien von Einstein
- ich werde auf all das nicht eingehen.
  
1:09:38 Also, Gedanken können
etwas Neues erfinden,
  
1:09:42 aber wird reden nicht
über dieses Erfinden,
  
1:09:45 wir reden darüber: Gedanken können etwas
über den Tod hinaus erfinden,
  
1:09:52 aber das ist immer noch
die Bewegung von Gedanken.
  
1:09:56 Also, wir sagen Tod bedeutet
das Ende eines Fortlebens, was Zeit ist.
  
1:10:07 Das was fortlebt bedeutet Zeit
 
1:10:11 - Tradition, in ihrem Glauben,
in Ihren Vorstellungen, in Ihre Göttern,
  
1:10:16 ist die Bewegung der Zeit.
 
1:10:21 Also, wir sagen, die bekannten Dinge
jetzt sterben lassen.
  
1:10:30 Verstehen Sie meine Frage?
 
1:10:33 Ihre Anhaftungen jetzt sterben lassen,
 
1:10:37 das wird geschehen, wenn Sie sterben.
 
1:10:43 Verstehen Sie?
 
1:10:47 Ah, das ist wirklich sehr ernst
 
1:10:53 denn was passiert, wenn wir sterben?
 
1:10:59 Der Organismus stirbt mit seinem Gehirn,
kommt an sein Ende,
  
1:11:04 das Gehirn baut ab.
 
1:11:08 Das Gehirn, das Erinnerungen als Erfahrung
und Wissen in seinen Zellen enthalten hat,
  
1:11:16 dieses Gehirn verkümmert.
 
1:11:19 Da ist also das Ende der Gedanken.
 
1:11:25 Und kann es ein Ende der Gedanken
während des Lebens geben?
  
1:11:32 Verstehen Sie meine Frage?
 
1:11:38 Das heißt jetzt sterben,
nicht 50 Jahre später,
  
1:11:45 was nicht heißt, dass Sie Selbstmord be-
gehen, springen Sie nicht von der Brücke.
  
1:11:53 Es bedeutet Ihre Vergnügung
sterben lassen.
  
1:11:59 Natürlich werden Sie Ihre Schmerzen
sterben lassen, das ist sehr einfach,
  
1:12:02 das möchte man tun, aber man möchte
an der Vergnügung festhalten,
  
1:12:07 an der Vorstellung von Vergnügung, das Sie
geschaffen haben und dem Streben danach.
  
1:12:15 Wenn das Gehirn verfällt, das wird enden.
 
1:12:18 Verstehen Sie worüber ich ...?
 
1:12:20 Also, sofort Anhaftung sterben lassen,
 
1:12:31 Eifersucht, Angst sterben lassen
- sterben.
  
1:12:38 Das ist ein Problem.
 
1:12:41 Daher, wenn es so einen Tod gibt,
 
1:12:46 dann ist da ein Nicht-Fortleben,
das bedeutet das Ende der Zeit,
  
1:12:52 und deshalb eine gänzlich andere
Dimension des Bewusstseins.
  
1:13:00 Ich habe keine Zeit
auf all das einzugehen.
  
1:13:02 Eine gänzlich andere Art von Bewusstsein,
 
1:13:07 was nicht das Bewusstsein
mit all seinem Inhalt ist, das 'Ich',
  
1:13:12 sondern eine ganz andere Art,
eine Dimension.
  
1:13:18 Nun, ich sterbe jetzt nicht.
 
1:13:23 Man stirbt nicht, denn man sagt
'Ich muss noch etwas mehr Zeit haben.
  
1:13:26 Bitte, geb mir ein bißchen mehr Zeit,
ich möchte mein Leben genießen.
  
1:13:30 Ich habe ein neues Auto, eine neue Frau,
eine neue Vergnügung, einen neuen Job,
  
1:13:36 bitte, lass mich nicht sofort sterben'.
 
1:13:41 Also, was passiert mit diesem Mann
oder dieser Frau
  
1:13:44 - bitte, es ist wichtig für Sie
all das zu verstehen -
  
1:13:47 was passiert mit diesem Mann
oder dieser Frau, die sagt,
  
1:13:52 'Ich bin zufrieden mit den Dingen,
wie sie sind.
  
1:13:55 Ich habe mein Grundstück,
ich habe eine gute Frau, einen Mann,
  
1:14:01 Geld auf der Bank
und zum Teufel mit allem anderen'.
  
1:14:08 Was passiert mit diesem Menschen,
wenn er stirbt? Verstehen Sie meine Frage?
  
1:14:13 Es gibt zwei Arten von Wesen
auf dieser Welt:
  
1:14:20 Dasjenige,
das alles Bekannte sterben lässt
  
1:14:27 - das Bekannte ist das Gedankengebilde,
das als 'Ich' zusammengesetzt ist -
  
1:14:35 die Anhaftungen, die Ängste,
die Einsamkeit, die Verzweiflung
  
1:14:39 und daher aus Verzweiflung Hoffnung
 
1:14:43 - all das lässt es sterben -
all das endet sofort.
  
1:14:51 Das Ende von Leid ist der Anfang von
Mitgefühl. Denken Sie darüber nach.
  
1:15:00 Denken Sie nicht darüber nach,
tun Sie es!
  
1:15:02 Nun, was passiert mit dem Menschen,
der all das nicht macht,
  
1:15:07 der träge ist, gleichgültig,
 
1:15:11 der etwas Triviales sehr ernst nimmt,
 
1:15:15 oder der meint es ist sehr wichtig einem
Guru zu folgen - das ganze alberne Zeugs -
  
1:15:20 was passiert mit diesem Mann oder
dieser Frau? Verstehen Sie meine Frage?
  
1:15:31 Haben Sie meine Frage verstanden?
 
1:15:35 Es gibt zwei Arten von Menschen:
 
1:15:38 Derjenige, der jede Minute
des Tages stirbt,
  
1:15:43 der alles was er gesammelt hat
sterben lässt,
  
1:15:46 er sammelt daher nie etwas.
Verstehen Sie?
  
1:15:51 Psychisch sammelt er nie etwas,
 
1:15:55 deshalb gibt es überhaupt kein 'Ich',
zu keiner Zeit.
  
1:16:00 Und da ist der andere Mensch,
was passiert mit ihm?
  
1:16:12 Also, was ist der andere Mensch?
 
1:16:15 Der andere ist der Mann oder die Frau,
 
1:16:22 der Mensch wie jeder andere Mensch
auf der Welt.
  
1:16:32 Er hat in Leid, Verzweiflung, Qual,
Tränen gelebt,
  
1:16:39 wie der Rest der Menschen.
 
1:16:42 Da ist also dieser Strom des Leids
 
1:16:48 - verstehen Sie? -
der Strom, der Fluss der Qual,
  
1:16:53 der Fluss der Vergnügung,
der Fluss der Gewalt, all das,
  
1:17:02 er ist in diesem Strom,
er war schon immer in diesem Strom.
  
1:17:07 Nicht wahr?
 
1:17:11 Nur der Mensch, der aus diesem Strom
heraustritt ist anders.
  
1:17:15 Sonst ist er wie der Rest.
 
1:17:19 Ich weiß, dass das ein trauriges Bild ist
- verstehen Sie? -
  
1:17:24 das ist wirklich ein großes Leid,
das vor sich gehen zu sehen.
  
1:17:32 Deshalb ist der Mensch, der das vor sich
gehen sieht mitfühlend, barmherzig.
  
1:17:38 Deshalb ist es seine Aufgabe,
all das zu übermitteln.
  
1:17:45 Verstehen Sie, was ich sage?
 
1:17:49 Also, Unsterblichkeit ist nicht
das ewig überlebende 'Ich'
  
1:17:57 - bis der Engel Gabriel
das Horn bläst -
  
1:18:02 aber es gibt Unsterblichkeit
über den Tod hinaus,
  
1:18:09 wenn Zeit zu Ende gegangen ist.
Verstehen Sie?
  
1:18:15 Zeit ist eine Bewegung von Gedanken
und Bemessen, was unser Bewusstsein ist.
  
1:18:25 Wenn sich dieses Bewusstsein
komplett leert,
  
1:18:30 dann ist da ein ganz anderer Zustand.
 
1:18:34 Das Entleeren des Bewusstseins
mit dessen Inhalt
  
1:18:38 ist Teil von Meditation,
 
1:18:43 was wir morgen besprechen werden.