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Freiheit ist der erste und letzte Schritt

Brockwood Park - 5 September 1976

Public Talk 4



0:09 Freiheit ist der erste und letzte Schritt
 
0:22 Wir haben während
dieser vier Diskussionen, Dialoge
  
0:32 über viele Dinge geredet,
 
0:34 Dinge, die sich mit unserem täglichen,
menschlichen Leben beschäftigen
  
0:48 - die Probleme von Angst, Vergnügung
 
0:55 und von der großen Last
des Leidens der Menschen.
  
1:03 Und gestern haben wir geredet über,
sind gemeinsam eingegangen auf,
  
1:12 Zeit, das Wesen der Zeit,
das Wesen von Liebe und Tod.
  
1:25 Ich denke heute morgen
sollten wir gemeinsam etwas besprechen,
  
1:32 das von fundamentaler Bedeutung ist,
 
1:43 mit dem sich jeder Mensch
beschäftigen sollte,
  
1:49 denn es betrifft unser Leben,
unser tägliches Handeln,
  
1:59 wie wir unsere Tage und Jahre verschwenden
 
2:05 und worum es bei all dem geht,
wofür all das gut ist?
  
2:15 Wir werden geboren und wir sterben
 
2:21 und während dieser Jahre der Angst,
Freude und Vergnügung und Leids,
  
2:30 des ewigen Kampfes und der Anstrengung,
 
2:33 worum geht es bei all dem,
wofür ist das alles?
  
2:40 Ich denke das ist eine sehr wichtige
Frage, die man sich stellen sollte.
  
2:48 Sie ist sehr einfach zu beantworten,
 
2:54 mit einer rationalen Erklärung
oder einer neurotischen
  
3:01 oder mit einer sehr intellektuellen,
emotionalen, romantischen Erklärung.
  
3:07 Aber wenn Sie all all dies
beiseite schieben, was natürlich
  
3:12 und offensichtlich
eher oberflächlich ist,
  
3:16 - wie klug es auch immer sein mag,
 
3:19 denke ich, dass es sehr wichtig ist
diese Frage zu stellen
  
3:25 und für sich selbst
eine Antwort zu finden,
  
3:30 ohne von irgendeinem Priester
oder Guru abhängig zu sein,
  
3:36 von einem philosophischen Konzept
oder Schema,
  
3:42 welche die wirkliche Frage
nicht beantworten.
  
3:49 Sie bieten sehr offensichtliche,
oberflächliche, unrealistische Theorien.
  
4:02 Und so scheint es mir, dass es sehr
wichtig ist auf diese Frage einzugehen.
  
4:13 Was bedeutet das alles - unsere Existenz?
 
4:21 Hat sie überhaupt irgendeine Bedeutung,
so wie wir sie leben
  
4:28 - in's Büro oder in die Fabrik gehen
 
4:30 für die nächsten 40 oder 50 Jahre,
 
4:37 versuchen die Erfolgsleiter
hinaufzusteigen, Geld anzuhäufen,
  
4:44 Vergnügung, Erfahrung, Wissen
 
4:50 - und so am Ende sterben?
 
4:57 Und einige Wissenschaftler sagen,
'Wir steigen durch Wissen auf'
  
5:06 - der Aufstieg der Menschen durch Wissen.
 
5:10 Ist das so?
 
5:14 Wir haben eine unendliche Menge
an Wissen über viele Dinge
  
5:23 - biologisch, archäologisch,
historisch, und so weiter, und so weiter -
  
5:30 doch scheinbar hat Wissen den Menschen
nicht radikal, tiefgehend verändert.
  
5:40 Wir sind mehr oder weniger so, wie wir
seit einer Millionen Jahre und mehr sind
  
5:47 - Kampf, Konflikt, Schmerz, Vergnügung,
 
5:53 und der ewige Kampf des Seins.
 
6:01 Wenn man das alles in jedem Land
und in jedem Klima sieht,
  
6:08 worum geht es bei all dem?
 
6:18 Das herauszufinden,
ohne etwas zur Geltung zu bringen,
  
6:26 ohne an etwas zu glauben,
ohne irgendwelche Vorstellungen zu haben,
  
6:32 sondern nur sehr tiefgehend zu beobachten,
 
6:37 es wird sehr wichtig das herauszufinden,
 
6:40 ansonsten führen wir
ein sehr mechanistisches Leben.
  
6:46 Unsere Gehirne haben sich
an eine mechanische Lebensweise gewöhnt.
  
6:55 Ein Teil dieses Gehirns muss
mechanisch sein, notwendigerweise,
  
7:03 bei der Aneignung von Wissen
und dem Ausdruck dieses Wissens,
  
7:07 geschickt, bei jeder Lebensart,
bei jeder Handlung,
  
7:12 nach außen, technologisch.
 
7:19 Aber dieses Wissen, das man sich
angeeignet hat
  
7:27 - und wir können immer mehr und mehr
Wissen anhäufen,
  
7:33 aber das beantwortet nicht
die grundlegende Frage:
  
7:43 Was ist der Sinn,
die Tiefe unseres Lebens?
  
7:55 Man erkennt, man beobachtet, dass es
Einigkeit bei den Menschen geben muss,
  
8:05 denn das ist der einzige Weg, wie wir
physisch, biologisch überleben werden,
  
8:11 keine Trennungen -
die Europäer, die Amerikaner,
  
8:15 die Russen, die Hindus, und so weiter,
 
8:18 keine Trennungen, die vollständige,
totale Einheit der Menschen.
  
8:24 Und Politik und Politiker
werden dieses Problem nie lösen.
  
8:30 Im Gegenteil, sie werden die Trennung
aufrechterhalten, es ist sehr vorteilhaft.
  
8:38 Nun, da es eine wichtige und essentielle
Notwendigkeit des Daseins ist,
  
8:47 dass es Einheit der gesamten Menschheit
geben muss,
  
8:52 die nicht durch Gesetzgebung
herbeigeführt werden kann,
  
8:57 durch bürokratische Dogmen
oder Regeln und den ganzen Rest.
  
9:06 Also, wenn Sie all das als ein im Chaos
lebender Mensch beobachten,
  
9:14 in einer Welt,
die fast verrückt geworden ist
  
9:19 - die Aufrüstung,
der Waffenverkauf für Profit,
  
9:28 Menschen töten
im Namen von Idealen und Ländern,
  
9:34 für Gott und all dem Rest.
 
9:39 All das sehend und beobachtend,
überall auf der Welt,
  
9:45 was soll ein Mensch tun
und wofür?
  
9:58 Es wird also sehr wichtig
das herauszufinden,
  
10:07 für sich selbst zu entdecken,
wenn man es überhaupt ernst meint
  
10:14 - und man muss im Leben ernsthaft sein,
 
10:18 sonst lebt man überhaupt nicht wirklich,
 
10:24 nur der sehr, sehr ernsthafte Mensch
 
10:27 - was nicht bedeutet, dass er kein Lachen,
kein Lächeln hat -
  
10:32 aber diese Ernsthaftigkeit,
die vollständige Hingabe
  
10:41 für die ganze Sache des Lebens verlangt.
 
10:49 Und Religionen haben versucht
den Sinn des Lebens zu bieten
  
11:01 - das heisst organisierte, propa-
gandistische, ritualisierte Religionen.
  
11:10 Aber trotz 2000 Jahren oder
10000 Jahren wie in Asien,
  
11:18 hat der Mensch lediglich
gewisse Prinzipien durchgesetzt,
  
11:25 gewisse Ideale,
gewisse Schlussfolgerungen,
  
11:30 aber sie sind alle verbal,
oberflächlich, unrealistisch.
  
11:41 Also wenn wir uns all das ansehen,
stehen wir dem gegenüber,
  
11:47 und bemerken, dass unser Gehirn
beinah mechanisch ist,
  
11:53 in einer Furche gefangen, gefangen in
Gewohnheit, gefangen in Tradition,
  
11:59 in der Konditionierung, die uns
Bildung beschert hat,
  
12:05 die nur Wissen
und Informationen kultiviert
  
12:12 und so das Gehirn immer
mechanistischer macht,
  
12:20 fragt man sich zwangsläufig
- nochmal, wenn man es ernst meint -
  
12:29 was bedeutet das Leben?
Worum geht es bei all dem?
  
12:43 Wenn wir das sehr tiefgehend
untersuchen wollen,
  
12:48 müssen wir grossen Zweifel hegen.
 
12:53 Zweifel, Skepsis sind essentiell,
 
12:59 denn das bringt einen gewisse Qualität
von Freiheit des Geistes mit sich,
  
13:05 durch die Verneinung von allem,
was der Mensch zusammengestellt hat.
  
13:12 Seine Religionen, seine Rituale,
seine Dogmen, Überzeugungen, sein Glaube
  
13:17 sind alles Bewegungen von Gedanken,
 
13:22 und Gedanken sind ein materieller Prozess,
wie wir besprochen haben,
  
13:28 was sogar Wissenschaftler anerkennen.
 
13:34 Und Gedanken haben die Probleme
nicht gelöst,
  
13:41 Gedanken waren nicht in der Lage
tief in sich hinein zu forschen.
  
13:50 Selbst ein Bruchstück,
haben Gedanken nur
  
13:57 alles Dasein in Bruchstücke zerlegt.
 
14:06 Also, es gibt die Qualität dieses Gehirns,
das mechanistisch ist
  
14:11 - und das notwendigerweise
in gewissen Gebieten,
  
14:16 und psychisch, innerlich,
 
14:21 in der wirklichen psychischen Struktur des
menschlichen Geistes ist keine Freiheit.
  
14:32 Es ist konditioniert,
es ist durch Überzeugungen gebunden,
  
14:38 durch sogenannte Ideale,
durch Glauben.
  
14:45 Also, wenn man all das anzweifelt,
all das beiseite schiebt,
  
14:53 wirklich - nicht theoretisch -
sachlich, genau, sorgfältig,
  
15:00 all das beseite schiebt,
was bleibt Ihnen dann übrig?
  
15:16 Viele Menschen sind so weit gegangen
- völlige Verneinung -
  
15:26 und das gibt Ihnen
eine gewisse Qualität von Freiheit
  
15:35 - völlige Verneinung von allem,
was Gedanken konstruiert,
  
15:45 entworfen, geteilt haben -
religiös, wirtschaftlich, sozial,
  
15:55 und wenn sie all das verneinen,
weil sie keine Antworten gegeben haben,
  
16:03 sie haben keines unserer menschlichen,
tiefgehenden Probleme gelöst,
  
16:09 wie Leid, Angst und Tod.
 
16:19 Ist also der Geist in der Lage
- Ihr Geist - in der Lage,
  
16:26 wenn Sie es überhaupt ernst meinen, all
das beiseite zu schieben und zu beginnen?
  
16:37 Man hat Angst das zu tun,
 
16:42 denn man sagt sich,
"wenn ich alles, was Gedanken...",
  
16:52 das ein mechanischer Prozess
von Zeit, Bemessen ist,
  
16:57 was eine Reaktion des Gedächtnis ist,
und damit ein materieller Prozess,
  
17:02 und dieser materielle Prozess
bringt immer mehr Leiden,
  
17:08 mehr Qual, mehr Sorge,
Angst zu den Menschen,
  
17:19 wenn Sie das sehen,
 
17:22 und wenn Sie das Wesen der Gedanken er-
kennen und darüber hinausgehen, verneinen,
  
17:32 was ist dann da?
 
17:36 Und um herauszufinden, was da ist,
müssen wir mit Freiheit beginnen,
  
17:41 denn Freiheit ist der erste
und der letzte Schritt,
  
17:45 sowohl demokratisch als auch innerlich -
sonst ist der Mensch nur eine Maschine,
  
17:54 wenn es keine Freiheit gibt
- nicht zu entscheiden.
  
17:59 Wir haben gesagt, eher, wir denken,
dass wir durch Auswahl frei sind
  
18:06 - weil wir entscheiden können,
sind wir frei.
  
18:13 Aber eine Auswahl besteht nur,
wenn der Geist verwirrt ist.
  
18:21 Es gibt keine Auswahl,
wenn der Geist sehr klar ist.
  
18:31 Wenn Sie die Dinge sehr klar sehen,
ohne jegliche Verzerrung,
  
18:40 ohne jegliche Illusion,
 
18:42 dann gibt es keine Auswahl.
 
18:48 Ein Geist der keine Wahl hat,
ist ein freier Geist,
  
18:55 und ein Geist der auswählt
 
18:59 und deshalb eine Reihe von Konflikten
und Widersprüchen hervorruft,
  
19:06 solch ein Geist ist nie frei,
weil er in sich selbst verwirrt,
  
19:11 getrennt, aufgeteilt ist.
 
19:19 Wenn man also gewillt ist
so weit zu gehen,
  
19:25 dann können wir anfangen herauszufinden,
 
19:28 was die Bedeutung all dieses Daseins ist.
 
19:36 Ich bitte Sie, wie wir gesagt haben,
während dieser Gespräche und zuvor,
  
19:43 wir untersuchen gemeinsam,
 
19:50 wir teilen
unsere Untersuchungen gemeinsam,
  
19:57 denn es gibt keine Autoritätsperson.
 
20:01 Obwohl der Redner auf einer
Plattform sitzt, weil es zweckmäßig ist,
  
20:07 die Leute können sehen,
 
20:10 die Plattform verleiht ihm
keine Autorität,
  
20:17 und er nimmt keine Autorität an.
 
20:21 Also, gemeinsam,
und wir meinen zusammen,
  
20:30 untersuchen und finden wir
für uns selbst gemeinsam heraus,
  
20:39 ob das Leben überhaupt irgendeine
Bedeutung hat,
  
20:47 überhaupt irgendeine Tiefe hat,
 
20:50 oder lediglich
ein vorübergehendes Ereignis ist,
  
20:56 in einer langen Reihe
von historischen Prozessen.
  
21:08 Also, um in irgendeinem Gebiet
zu forschen, bedarf es Freiheit,
  
21:20 Freiheit zu untersuchen,
 
21:22 so dass es keine Verzerrung
in genau dieser Untersuchung gibt.
  
21:35 Wenn es Verzerrung gibt, gibt es
ein Motiv hinter dieser Verzerrung,
  
21:42 ein Motiv eine Antwort zu finden,
ein Motiv, das Sie gern haben möchten
  
21:49 oder von dem Sie meinen,
dass es unsere Probleme lösen wird,
  
21:52 ein Motiv, das auf vergangenen
Erfahrungen, vergangenem Wissen beruht
  
21:59 - und alles Wissen ist Vergangenheit -
 
22:02 und wenn es irgendein Motiv gibt,
muss es Verzerrung geben.
  
22:07 Also, kann der Geist, kann unser Geist,
der unser gemeinsamer Geist ist,
  
22:13 weil wir den gleichen Inhalt
in unserem Bewusstsein haben,
  
22:25 alle Menschen, ob sie im Fernen Osten,
Mittleren Osten oder Fernen Westen leben,
  
22:31 gehen durch diesen Prozess von Angst,
Qual, Folter, Sorge,
  
22:38 Angst und endloser Konflikt
- im Innern und im Außen.
  
22:45 Das ist das gemeinsame Bewusstsein
der Menschheit.
  
22:50 Also, wenn Sie Ihr eigenes
Bewusstsein untersuchen,
  
22:54 sehen Sie in das Bewusstsein
der Menschheit
  
23:01 und deswegen ist es keine persönliche,
individualistische Untersuchung.
  
23:07 Im Gegenteil, Sie sehen in das
Bewusstsein der Welt
  
23:14 - das Sie sind - was eine Tatsache ist,
wenn Sie sehr tief darauf eingehen.
  
23:24 Also, ein Geist, der frei ist,
was eine gewaltige Anforderung ist,
  
23:37 was verlangt, dass Sie
als Mensch vollkommen
  
23:47 der Transformation des Inhalts des
Bewusstseins verpflichtet sind
  
23:54 - denn der Inhalt bildet das Bewusstseins.
 
24:01 Und wir befassen uns
mit dem Wandel,
  
24:08 mit der vollständigen psychischen
Revolution dieses Bewusstseins,
  
24:18 und um es zu untersuchen,
brauchen Sie viel Energie.
  
24:27 Und diese Energie entsteht, wenn es
keine Verschwendung von Energie gibt.
  
24:38 Man verschwendet Energie, indem
man versucht 'was ist' zu überwinden,
  
24:47 'was ist' zu leugnen, vor dem 'was ist'
wegzulaufen oder 'was ist' zu analysieren.
  
25:01 Denn der Analysierende,
wie wir gesagt haben,
  
25:03 während all dieser vielen Gespräche
über viele Jahre,
  
25:07 der Analysierende ist das Analysierte.
 
25:12 Der Analysierende ist nicht verschieden
von dem, was er analysiert.
  
25:20 Wenn Sie eifersüchtig oder ärgerlich
oder geizig sind - was auch immer es ist -
  
25:27 wenn Sie den Prozess von Gier analysieren,
ist der Analysierende selbst 'Gier'
  
25:35 - das, was er analysiert
ist nicht von ihm verschieden.
  
25:41 Und das ist eine grundlegende Realität.
 
25:52 Also, wir fragen was der Sinn und
die Bedeutung des Lebens ist,
  
26:02 wenn es überhaupt einen gibt.
 
26:11 Wenn Sie sagen, dass es einen gibt,
haben sie sich schon auf etwas festgelegt,
  
26:17 und daher können Sie nicht untersuchen,
 
26:22 Sie haben schon
mit Verzerrung begonnen.
  
26:27 Oder wenn Sie sagen, da ist nichts,
das Leben hat keinen Sinn,
  
26:30 das ist genauso
eine andere Form von Verzerrung.
  
26:37 Man muss also komplett frei sein
von beiden
  
26:44 - sowohl den negativen als auch
den positivien Behauptungen.
  
26:52 Wie wir gesagt haben,
das ist Teil von Meditation.
  
27:01 Das ist der wirkliche
Anfang von Meditation.
  
27:14 Die Gurus, die aus Indien
in dieses Land herüberkommen,
  
27:18 und die überall auf der Welt
hervorsprießen, wie so viele Pilze,
  
27:26 sie haben diesem Wort sehr viele
Bedeutungen beigebracht.
  
27:35 Da gibt es transzendentale Meditation
 
27:39 - und ich wünschte sie hätten nicht
dieses herrliche Wort benutzt -
  
27:46 was die Wiederholung
gewisser Worte ist
  
27:50 und es gibt tatsächlich in Sanskrit
sehr, sehr wenige Mantras,
  
27:57 worauf wir jetzt nicht eingehen werden.
 
28:02 Und die Wiederholdung dieser Worte,
 
28:06 bereitgestellt zu einem
gewissen Preis am Markt,
  
28:12 geben Ihnen, wenn Sie sie jeden Morgen
für 20 Minuten wiederholen,
  
28:16 am Nachmittag 20 Minuten,
 
28:18 und nochmal 20 Minuten am Abend,
 
28:22 sie geben Ihnen eine gewisse Qualität
von Ruhe, konstante Wiederholung.
  
28:29 Und sie können genauso
'Ave Maria' oder 'Coca-Cola' wiederholen
  
28:35 oder jede andere mechnische Wiederholung.
 
28:41 Es wird Dir sicher eine gewisse
Qualität von Ruhe geben,
  
28:48 aber das ist mechnistische Ruhe,
 
28:53 denn Sie haben das Gehirn auf konstantes
Wiederholen, Wiederholen reduziert
  
28:59 - wenn Sie es probiert haben,
selbst für zwei Minuten,
  
29:01 wie mechanisch es wird,
so wird es ruhig.
  
29:06 Aber das ist nicht transzendentaler
als alles andere.
  
29:15 Und dadurch denken wir,
dass wir etwas erfahren,
  
29:22 das über den materiellen Prozess
von Gedanken hinausgeht.
  
29:30 Also, es ist so,
der Mensch sucht Erfahrungen,
  
29:43 er sucht andere Erfahrungen,
als die gewöhnliche, tägliche Erfahrung.
  
29:54 Wir sind gelangweilt oder müde oder haben
genug von all den Erfahrungen des Lebens,
  
30:02 und wir hoffen einige
Erfahrungen zu erlangen,
  
30:06 die nicht das Produkt von Gedanken sind.
 
30:15 Und um zu erfahren - das Wort
bedeutet etwas 'durchgehen',
  
30:23 etwas durchgehen und es beenden,
 
30:26 sich nicht daran zu erinnern
und es weiterzumachen.
  
30:30 Aber das machen wir nicht.
 
30:33 Um eine Erfahrung zu erkennen,
müssen Sie sie bereits gekannt haben,
  
30:41 sonst ist es keine neue Erfahrung.
 
30:45 Also, ein Geist, der Erfahrungen verlangt,
- bitte hören Sie zu -
  
30:51 die anders als bloße, physische, psycho-
logische, tagtägliche Erfahrungen sind
  
30:59 - der etwas weit größeres und
über dem stehendes verlangt,
  
31:09 was er erfahren wird ist
seine eigene Projektion
  
31:14 und damit ist es weiterhin mechanistisch,
immer noch materialistisch,
  
31:20 was das Produkt von Gedanken ist.
 
31:24 Wenn Sie also keine
Erfahrungen verlangen,
  
31:32 wenn es keine Verzerrungen
und damit keine Illusionen gibt,
  
31:38 und man die ganze Bedeutung
von Begierde verstanden hat,
  
31:43 worauf wir mehrfach während dieser
und anderer Gespräche eingegangen sind,
  
31:47 also Empfindung plus Gedanken
ist Begierde mit seiner Vorstellung.
  
31:52 Und so ist auch Begierde eine Verzerrung
im Prozess der Untersuchung.
  
32:01 Ich hoffe Sie folgen all dem.
 
32:09 Nur dann ist der Geist,
das ganze Wesen des Bewusstseins,
  
32:21 frei seiend, in der Lage
sich selbst zu betrachten,
  
32:30 sich selbst ohne Verzerrung zu betrachten,
 
32:33 wie Sie in einem klaren Spiegelbild
Ihr Gesicht sehen.
  
32:39 Der Spiegel spiegelt exakt wider,
was Ihr Gesicht ist.
  
32:44 Es gibt keine Verzerrung
- es sei denn der Spiegel ist verzogen.
  
32:52 Also, auf diese Weise ist der Geist,
 
32:55 der das Gehirn und
all die nervlichen Organismen beinhaltet,
  
32:58 die ganze Gesamtheit, die der Geist ist,
ist nun frei
  
33:05 - gänzlich ohne irgendeine
verzerrende Bewegung.
  
33:12 Verzerrung geschieht, wenn
Anstrengung besteht. Nicht wahr?
  
33:18  
 
33:19 Anstrengung bringt ein 'Ich' mit sich
und etwas, das ich erreichen werde
  
33:28 - Trennung zwischen mir und dem.
 
33:32 Diese Trennung bringt
stets Konflikt mit sich,
  
33:37 wie bei den Nationalitäten und so weiter.
 
33:42 Wo immer es Trennung gibt,
muss es Konflikt geben, demnach
  
33:47 Meditation kommt nur, wenn
Konflikt vollkommen endet.
  
34:00 Daher, jede andere Form von Meditation,
 
34:04 bei der es Anstrengung,
Übung, Kontrolle gibt
  
34:10 hat keinen Sinn.
 
34:15 Nicht wahr?! Bitte nehmen Sie nicht hin,
was der Redner sagt,
  
34:20 sondern untersuchen Sie, wir untersuchen
gemeinsam, teilen zusammen,
  
34:25 deshalb ist es sehr wichtig nichts
hinzunehmen, was gesagt wird,
  
34:30 sondern es zu untersuchen.
 
34:33 Fragender: (nicht hörbar)
 
34:35 K: Wenn Sie nichts dagegen haben,
wir stellen später Fragen, Sir.
  
34:40 Wir müssen also auf die Frage
von Kontrolle eingehen,
  
34:45 denn wir werden
auf die Frage von Kontrolle,
  
34:48 Achtsamkeit und Aufmerksamkeit eingehen.
 
34:54 All diese sind wichtig um herauszufinden,
ob das Leben einen Sinn hat,
  
34:59 oder überhaupt keinen Sinn.
 
35:10 Von Kind an sind wir dazu erzogen,
unsere Gefühle zu kontrollieren,
  
35:16 verstehen Sie,
der ganze Prozess der Kontrolle.
  
35:24 Bei Kontrolle,
gibt es den Kontrollierenden
  
35:29 und das, was kontrolliert wird.
 
35:34 Nicht wahr?
 
35:37 Der Kontrollierende denkt er ist von dem,
was er kontrollieren möchte verschieden.
  
35:47 So hat er sich bereits aufgeteilt als den
Kontrollierenden und das Kontrollierte.
  
35:54 Und daher gibt es immer Konflikt.
 
35:58 Das heißt, ein Teilstück der Gedanken
sagt zu sich selbst,
  
36:05 'Ich muss andere Teilstücke
von Gedanken kontrollieren.'
  
36:11 Aber Gedanken die sagen,
'Ich muss andere Teilstücke kontrollieren'
  
36:16 sind selbst ein Teil von Gedanken
- ein Teilstück von Gedanken.
  
36:23 Also, wenn Sie all das erkennen,
der Kontrollierende ist das Kontrollierte.
  
36:29 Nicht wahr? Ich hoffe Sie sehen das.
 
36:33 Das ist sehr wichtig, denn
 
36:37 wenn das vollständig erkannt ist,
tiefgehend,
  
36:43 nicht verbal, nicht theoretisch,
sondern tatsächlich,
  
36:50 dann hört Konflikt auf.
 
37:00 Das heißt, es gibt keine Trennung
in sich selbst.
  
37:10 Es gibt keinen Kontrollierenden
und das Kontrollierte,
  
37:14 die vom Kontrollierenden verschieden sind.
 
37:19 Der Erfahrende ist die Erfahrung.
 
37:24 Sie sind nicht zwei verschiedene Gebilde
oder Bewegungen.
  
37:31 Der Denker ist das Gedachte,
 
37:34 es gibt keinen Denker,
wenn es keine Gedanken gibt.
  
37:39 Also, wenn man das tiefgehend erkennt,
als eine Wahrheit, als ein Gesetz,
  
37:49 dann hört alle Anstrengung auf.
 
37:58 Und es ist sehr wichtig
in der Untersuchung,
  
38:07 mit der wir uns jetzt befassen,
 
38:12 dass diese Anstrengung aufhört.
 
38:16 Denn auch Anstrengung
ist ein verzerrender Faktor.
  
38:24 Also, Meditation kann nur entstehen,
 
38:31 wenn es keinerlei Anstrengung gibt,
 
38:36 und es ist nötig zu meditieren,
um herauszufinden,
  
38:40 ob es überhaupt irgendeinen
Sinn des Lebens gibt,
  
38:44 oder ob es einen Sinn gibt.
 
38:48 Und Meditation legt auch die Grundlage
für richtiges Verhalten,
  
39:02 richtig im Sinne von zutreffend,
nicht gemäß einem Ideal,
  
39:09 nicht gemäß eines Musters,
nicht gemäß irgendeines Schemas,
  
39:16 - sondern Handeln,
 
39:23 wenn vollständiges Beobachten von dem,
was in sich vorgeht stattfindet.
  
39:34 Daraus findet Handeln statt.
 
39:39 Man muss das also durch Meditation
und richtige Beziehungen erschaffen.
  
39:52 Beziehungen zwischen Menschen,
 
39:55 das bedeutet kein Konflikt
zwischen Menschen.
  
39:59 Der Konflikt besteht nur, wenn es
Trennung zwischen den zwei Bildern gibt,
  
40:04 worüber wir ausgiebig geredet haben.
 
40:06 Das Bild, das Sie haben und das sie über
Sie hat und das Sie über sie haben.
  
40:12 Die Bilder erschaffen die Trennung,
worauf wir eingegangen sind,
  
40:17 wir werden darauf jetzt nicht eingehen,
denn es würde zu lang dauern.
  
40:22 Und, wenn da Meditation sein soll,
 
40:27 darf es keine keinerlei
psychische Angst geben.
  
40:33 Darum, das Ende von Leid
und worüber wir gestern geredet haben,
  
40:40 Mitgefühl und Liebe.
 
40:42 Das ist die Basis,
die Grundlage von Meditation.
  
40:48 Ohne das können Sie unter
einem Baum sitzen,
  
40:51 im Schneidersitz,
für den Rest Ihres Lebens,
  
40:54 und Sie werden immer noch dort
unter dem Baum sitzen für immer und ewig.
  
41:02 Oder Sie werden ordentlich atmen - Sie
wissen, all die Tricks, die man spielt -
  
41:06 nichts von dem wird helfen.
 
41:11 Sie mögen sich an einen bestimmten Lehrer
erinnern und zu ihm kam ein Jünger.
  
41:25 Und der Jünger nahm eine Position ein -
 
41:27 - ordentlich im Schneidersitz sitzend,
die sogenannte indische Lotus Haltung,
  
41:33 und schloss sein Augen.
 
41:35 Und der Lehrer sagt,
'Was machst Du, mein Freund?'
  
41:41 Er sagte, 'Ich atme richtig,
ich sitze aufrecht,
  
41:46 und kontrolliere meine Gedanken, dass ich
das höchste Bewusstsein erlangen kann.'
  
41:56 Da hebt der Lehrer zwei Steine auf
und reibt immer weiter an ihnen.
  
42:04 Und der Jünger erwacht, sieht hin, sagt,
'Meister, was machen Sie?'
  
42:12 Er sagt, 'Ich reibe zwei Steine, um einen
von ihnen zu einem Spiegel zu machen.'
  
42:19 Und der Jünger sagt, 'Meister, wissen Sie
nicht, das man das niemals schaffen kann?'
  
42:24 Er sagt, 'Ich weiss, aber wissen Sie
 
42:27 Sie können die nächsten
10,000 Jahre so sitzen...?
  
42:31 - und der ganze Rest.
 
42:37 Also, wenn Sie wirklich, tiefgehend
eine Lebensweise geschaffen haben,
  
42:49 die in sich selbst kein Ziel ist.
 
42:54 Das ist nur der Anfang.
 
42:59 Dann können wir weitermachen,
um herauszufinden,
  
43:04 ob der Geist, der die Gesamtheit ist
 
43:08 - das Gehirn und der ganze Rest -
was das gesamte Bewusstsein ist,
  
43:15 ruhig, ohne jedwede Verzerrung ist,
 
43:22 denn es ist notwendig ruhig zu sein.
 
43:26 Denn nur, wenn der Geist ruhig, still ist,
 
43:30 kannst Du richtig hinhören.
 
43:40 Wir hören nie etwas vollständig.
 
43:44 Wir hören nie etwas ganz und gar zu.
 
43:48 Während wir zuhören,
findet bereits Verzerrung statt
  
43:55 - Sie stimmen dem zu was Sie hören
oder widersprechen,
  
43:58 oder Sie vergleichen das, was Sie hören
mit dem, was Sie bereits wissen,
  
44:02 oder Ihr Geist plappert vor sich her.
 
44:08 Er hört also nie wirklich zu,
 
44:12 ob Ihrer Frau oder Ihrem Mann, irgendwas,
 
44:18 denn es ist bereits überfüllt.
 
44:23 Also, es ist notwendig für den Geist
ruhig zu sein,
  
44:31 um irgendeinem Gespräch
zuzuhören, so wie jetzt.
  
44:38 Irgendeiner Person zuzuhören,
einem Vogel, dem Wind,
  
44:44 der Geist muss, selbstverständlich,
ruhig sein,
  
44:48 um der Schönheit eines
singenden Vogels zu lauschen.
  
44:53 Der Geist muss also ruhig sein,
um herauszufinden, zu untersuchen,
  
45:02 hinzusehen, wahrzunehmen,
ob das Leben überhaupt einen Sinn hat,
  
45:08 oder ob es etwas überaus Tiefgehendes gibt
 
45:16 - was wir hoffe ich
gerade zusammen tun.
  
45:21 Das heißt, Ihr Geist, nach dem Festlegen
der Grundlagen des Verhaltens,
  
45:34 der Handlungsweise, der Ordnung
 
45:37 in dieser Verwirrung des Daseins,
 
45:42 der Geist wird auf natürliche Weise ruhig.
 
45:50 Nun, in dieser Ruhe, ist da ein
Beobachter der sagt, 'Ich bin ruhig'?
  
45:55 Verstehen Sie meine Frage?
 
46:05 Wenn Sie glücklich sind, eine Straße
entlang oder im Wald laufend,
  
46:11 oder in der Sonne sitzend,
wenn Sie ruhig glücklich sind,
  
46:17 wenn Sie sagen, 'Bin ich glücklich?', dann
ist dieses Glücklichsein vergangen.
  
46:23 Nicht wahr? Haben Sie das nicht bemerkt?
Das ist eine sehr einfache Tatsache.
  
46:28 In dem Moment, in dem Sie sich etwas
bewusst sind, das Ihnen Glück beschert,
  
46:35 verschwindet dieses Glück.
 
46:39 Wenn Sie also sagen,
'Bin ich still, ist mein Geist still?',
  
46:45 ist er nicht mehr still. Nicht wahr?
 
46:52 Es gibt unterschiedliche Arten von Stille:
 
46:56 Die Stille zwischen zwei Worten,
 
47:01 die Stille zwischen
zwei Noten eines Klaviers,
  
47:06 die Stille zwischen zwei Geräuschen,
 
47:11 die Stille zwischen zwei Gedanken
- ein Zeitraum zwischen zwei Gedanken -
  
47:22 die Stille nach einem langen Kampf
mit sich selbst - die Ermüdung,
  
47:31 die Stille zwischen zwei Kriegen,
die wir 'Frieden' nennen.
  
47:38 Also, all das sind Stillemomente,
die das Resultat von Geräuschen sind
  
47:51 - zwischen zwei Geräuschen, zwischen
zwei Gedanken, zwischen zwei Noten,
  
47:55 zwischen zwei Streitereien.
 
48:02 Das ist keine Stille.
 
48:05 Es gibt Stille, die nicht
hergestellt oder kultiviert ist,
  
48:14 so dass es kein 'Ich' gibt,
um die Stille zu beobachten.
  
48:20 es gibt nur Stille, Ruhe.
 
48:26 Dann können wir diese Frage stellen,
in dieser Stille,
  
48:35 ob es irgendeinen Sinn gibt
oder überhaupt keinen.
  
48:42 Sie fragen diese Frage nicht wirklich
in dieser Stille,
  
48:45 aber wir haben mit dieser Frage begonnen.
 
48:49 Wir haben diese Frage nicht beantwortet.
 
48:52 Wir müssen eine Antwort auf
diese Frage finden.
  
48:57 Wir haben die nötige Vorarbeit geleistet
oder vielmehr den Geist vorbereitet,
  
49:02 der jetzt in der Lage ist herauszufinden.
 
49:11 Sind wir soweit gemeinsam gegangen?
Ein bißchen wenigstens?
  
49:29 Wo finden Sie die Antwort?
 
49:34 Verstehen Sie meine Frage?
 
49:36 Wir haben eine Frage gestellt,
die da ist, hat das Leben einen Sinn?
  
49:45 Wir haben gesagt verschiedene Religionen
haben einen Behelf geboten, ein Sinnbild.
  
49:54 Ein Sinnbild, ein Mythos ist nicht real,
es ist ein romantisches Ding.
  
50:04 Aber wenn wir mit dieser Frage
begonnen haben,
  
50:09 müssen wir herausfinden,
wer diese Frage beantworten wird.
  
50:15 Werde ich die Frage beantworten,
das heißt, als ein Mensch
  
50:20 - diese Frage beantworten -
 
50:22 oder in genau der Stille
liegt die Antwort?
  
50:30 Verstehen Sie meine Frage?
 
50:35 Mache ich mich einigermaßen
verständlich?
  
50:46 Das heißt, wenn es keine
Verzerrung gibt
  
50:53 - und es gibt nur Verzerrung,
wenn es ein Motiv gibt,
  
50:57 Verzerrung besteht,
wenn es Anstrengung gibt,
  
51:00 Verzerrung existiert, wo ein
Verlangen nach Erfahrung ist,
  
51:04 Verzerrung besteht,
wenn es Trennung gibt,
  
51:06 zwischen dem Beobachter
und dem Beobachteten,
  
51:11 dem Denker und dem Gedachten
und so weiter
  
51:13 - all das sind verzerrende Faktoren.
 
51:20 Wenn es keine Verzerrung gibt
und daher keine Verschwendung von Energie,
  
51:27 nun, in dieser Stille,
gibt es diese Energie,
  
51:33 die verschwendet wurde,
 
51:35 aber jetzt
hat die Verschwendung aufgehört.
  
51:39 Also, in der Stille,
gibt es viel Energie.
  
51:45 Nicht wahr?
Ist das bei jedem von uns gegenwärtig
  
51:49 - oder schweben wir
weiterhin haltlos in der Mitte?
  
51:55 Verstehen Sie meine Frage?
 
52:00 Denn es muss diese
Energie geben, diese Kraft,
  
52:07 diese Stärke, um zu sehen ... Worte!
 
52:21 Denn das Wort ist nicht die Sache, die
Beschreibung ist nicht das Beschriebene.
  
52:28 Also, gibt es irgendetwas
über diese Energie und Stille hinaus?
  
52:41 Ist diese Energie eine mechanische Sache
 
52:48 - denn mechanische Gedanken
haben gewaltige Energie -
  
53:00 um zum Mond zu reisen, die Vorrichtung
zu erschaffen, um zum Mond zu reisen.
  
53:06 Es muss viel Energie geben,
um all das zusammenzustellen,
  
53:10 Millionen Teile zusammen.
 
53:13 Es bedarf großartiger Zusammenarbeit
von 300 000 Leuten,
  
53:17 um das Gerät zusammenzustellen.
 
53:22 Das heißt, diese Energie
ergibt sich aus Wissen,
  
53:26 Erfahrung, Gedächtnis,
Reaktion auf Gedanken.
  
53:31 Und Gedanken in ihrer Aktivität haben ihre
eigene Energie, die mechanistisch ist,
  
53:39 die ein materieller Prozess ist.
 
53:42 Nun, diese Energie ist völlig anders
 
53:44 als die Energie über die wir reden.
 
53:48 Ich frage mich, ob Sie sich bewusst sind,
über was wir reden?
  
53:53 Hypnotisiere ich Sie alle?
 
54:04 Verstehen Sie, der Redner
meint es sehr ernst mit all dem.
  
54:10 Er hat sich mehr als fünfzig Jahre
damit beschäftigt
  
54:17 und während die meisten Gemüter
in Furchen gefangen sind, tief oder flach,
  
54:27 achtet man stets darauf,
dass das Gehirn ein Furche formt,
  
54:35 und sich in dieser Furche sicher fühlt
und in dieser Furche bleibt.
  
54:43 Wir verlangen das Gleiche
von jedem von uns.
  
54:52 Und wenn man in einer Furche bleibt
- Glaube, Dogmas, Religionen -
  
54:56 was immer die Furche auch ist,
so schön, so angenehm,
  
55:00 so beruhigend auch immer,
 
55:02 dann wird dieser Geist
mechanisch, sich wiederholend,
  
55:09 so verliert er seine Tiefe,
seine Schönheit.
  
55:17 Wir fragen also,
ist die Stille mechanistisch
  
55:23 - ein Resultat von Gedanken, die sagen,
'Es muss etwas über uns hinaus geben
  
55:32 und daher, um das herauszufinden,
muss ich still sein,
  
55:37 ich muss mich kontrollieren, ich muss
alles bezwingen, um herauszufinden.'
  
55:47 - was immer noch die Bewegung
von Gedanken ist. Nicht wahr?
  
55:50 Also müssen wir herausfinden, was
der Unterschied zwischen Konzentration,
  
56:00 Achtsamkeit und Aufmerksamkeit ist,
 
56:04 denn wir beschäftigen uns
mit diesen dreien.
  
56:07 Konzentration bedeutet, seine Energie
in eine bestimmte Richtung zu richten,
  
56:24 alle anderen Richtungen ausschließend.
Nicht wahr?
  
56:30 Ich konzentriere mich auf eine Seite,
auf ein Wort.
  
56:37 Das nahe Wort
oder das weit entfernte Wort,
  
56:40 sich darauf zu konzentrieren
verlangt, dass Sie Ihre Energie
  
56:45 auf eine bestimmte Sache anwenden,
 
56:49 deshalb schließen Sie
alle anderen Dinge aus,
  
56:54 Sie bauen eine Mauer - Widerstand.
 
57:01 Das ist Konzentration.
 
57:05 Dann gibt es Achtsamkeit,
die recht einfach ist,
  
57:10 wenn Sie da nicht viele
Kompliziertheiten einbringen.
  
57:14 Achtsam sein.
 
57:15 Sich des großen Zelts bewusst sein, seiner
Form, der Leute, die um Sie herum sitzen,
  
57:23 der Farbe ihrer Kleidung
- sich all dem bewusst sein.
  
57:31 Aber diese Achtsamkeit
fängt dann an auszuwählen.
  
57:37 Diese Farbe der anderen vorzuziehen,
 
57:42 auszusuchen, was es gern hätte,
und was es nicht gern hätte.
  
57:46 Also, achtsam sein, ohne Auswählen
- verstehen Sie? -
  
57:52 einfach die gesamte Sache beobachten,
ohne jegliches Auswählen.
  
58:03 Ich hoffe Sie machen das
während wir sprechen.
  
58:06 Und es gibt Aufmerksamkeit.
 
58:11 Aufmerksamkeit bedeudet, das es kein
Zentrum gibt von dem aus Sie teilhaben.
  
58:21 Wenn es ein Zentrum gibt,
von dem aus Sie teilhaben,
  
58:25 dann ist das lediglich eine Ausweitung
des Zentrums. Nicht wahr?
  
58:31 Das Zentrum bin ich oder Sie,
 
58:36 und wenn Sie vom Zentrum aus bewusst sind,
ist diese Aufmerksamkeit beschränkt. Oder?
  
58:45 Aber es gibt eine Aufmerksamkeit,
die kein Zentrum hat.
  
58:53 Das Zentrum besteht, wenn da
ein Auswählen ist, in der Achtsamkeit.
  
58:59 Folgen Sie all dem?
 
59:07 Verstehen Sie? Konzentration,
Achtsamkeit, Achtsamkeit mit Auswählen.
  
59:15 Wenn da ein Auswählen ist,
gibt es immer ein 'Ich'
  
59:20 - meine Erfahrung, mein Wissen -
'ich', von Ihnen verschieden.
  
59:26 Das 'Ich' wählt aus,
 
59:31 wenn da Auswählen ist, gibt es 'ich'
und deshalb ist es immer noch beschränkt.
  
59:37 Also, wir reden über Aufmerksamkeit,
in der es gar kein Zentrum gibt.
  
59:43 Daher, wenn Sie es jetzt tun,
wie Sie da sitzen,
  
59:49 werden Sie sehen, wenn es kein Zentrum
gibt, ist ihre Aufmerksamkeit enorm,
  
59:54 es gibt keine Grenze.
 
59:57 Und das ist notwendig, denn ...
es ist nötig,
  
1:00:03 so dass der Geist jetzt ohne
Auswählen ist, gänzlich aufmerksam.
  
1:00:15 Vollkommen.
Mit Ihren Nerven, mit allem
  
1:00:19 - er ist vollkommen aufmerksam
und daher kein Zentrum.
  
1:00:23 Es gibt kein 'Ich',
das sagt, 'Ich bin aufmerksam.'
  
1:00:31 Nun, in dieser Aufmerksamkeit,
da ist Stille,
  
1:00:39 Stille, in der diese Energie ist,
die nicht länger verschwendet wird.
  
1:00:45 Dann, lassen Sie uns
von da aus weitermachen.
  
1:00:48 Von hier weitermachen muss
entweder tatsächlich oder verbal erfolgen.
  
1:00:58 Verstehen Sie?
 
1:01:00 Entweder bewegt sich Ihr Geist, nicht in
Zeit - ich werde darauf nicht eingehen -
  
1:01:08 ist in der Lage eine andere Art von
Bewegung vorzunehmen,
  
1:01:12 und wenn Sie diese Bewegung beschreiben,
ist es entweder verbal oder tatsächlich.
  
1:01:20 Wenn Sie in der verbalen Beschreibung
gefangen sind, sind Sie verloren, oder?
  
1:01:26 Dann spielen Sie mit Worten,
Argumenten und dem ganzen Rest.
  
1:01:30 Aber wenn es tatsächlich, real ist,
das, was vor sich geht,
  
1:01:39 dann ist die Frage
weiterhin unbeantwortet:
  
1:01:45 Gibt es einen Sinn des Lebens,
oder überhaupt keinen?
  
1:02:07 Das heißt, um es anders auszudrücken,
gibt es etwas geistliches im Leben?
  
1:02:18 Geistlich im Sinne von - heilig, ganz.
 
1:02:25 Das Wort 'ganz' bedeudet Gesundheit, Ver-
nunft und eine Qualität von Geistlichkeit,
  
1:02:38 das ist das Wort 'ganz'.
 
1:02:40 Das ist, was das Wort 'ganz' bedeudet:
Gesundheit, Vernunft and heilig.
  
1:02:49 Also, ist der Geist, Ihr Geist, gesund?
 
1:03:01 Das heißt, sowohl Ihr Körper als auch
Ihr Geist vollkommen gesund,
  
1:03:06 so dass da keine neurotische Bewegung ist.
 
1:03:12 Nicht wahr?
 
1:03:14 Auch wenn Ihr Körper nicht gesund wäre,
wenn er dazwischenkommt,
  
1:03:18 dann verzerrt diese Krankheit den Geist,
die Aktivität des Geistes,
  
1:03:24 dann ist es unmöglich, nicht wahr?
 
1:03:26 Aber auch wenn sie nicht
ganz gesund sein können,
  
1:03:31 können Sie wissen, dass Sie nicht
gesund sind und sich dessen bewusst sein,
  
1:03:35 dessen Beschränkungen kennen und
es deshalb dabei belassen. Folgen Sie?
  
1:03:41 Also, wir fragen jetzt,
ob der gesamte Geist ganz ist
  
1:03:53 - gesund, vernünftig and heilig?
 
1:04:03 Ist Ihr Geist das?
 
1:04:07 Ich bitte Sie, das verlangt
ungeheure Nachforschung
  
1:04:11 - verstehen Sie? -
in sich selbst,
  
1:04:14 so dass da keine falsche Note
dabei ist, keine Scheinheiligkeit,
  
1:04:22 nie darüber hinauszugehen,
was 'tatsächlich ist'.
  
1:04:30 Das verlangt große Aufmerksamkeit,
viel Energie sich selbst zu betrachten.
  
1:04:38 Nicht sich zu analysieren,
sondern zu beobachten, was vor sich geht.
  
1:04:47 Also, es ist nur solch ein Geist,
der die Antwort finden kann.
  
1:04:59 Es ist nur solch ein Geist, der entdeckt
- Sie müssen, wenigstens ...
  
1:05:06 leider beschreibe ich es und deshalb
wird es zu etwas Unwirklichem
  
1:05:12 - es gibt etwas über all dieses Mühsal,
all dieses Leiden hinaus,
  
1:05:20 wenn Sie fähig sind, wenn Sie Ihre ganze
Energie, Zeit und Fähigkeit hineingeben.
  
1:05:27 Sonst führt man ein sehr oberflächliches,
bedeutungsloses Leben
  
1:05:34 - und der unvermeidliche Tod folgt darauf.
 
1:05:39 Also, die Gesamtheit davon ist Meditation,
vom Anfang bis zum Ende.
  
1:05:47 Der Anfang ist, sich selbst zu verstehen,
 
1:05:52 nicht nach irgendeinem Philosophen,
Psychologen oder Analytiker,
  
1:05:58 sondern für Sie selbst, Sie selbst sind
die Menschheit, der Rest der Welt.
  
1:06:05 Wenn Sie sich selbst betrachten
 
1:06:07 dann betrachten sie jeden Menschen
auf der Welt.
  
1:06:13 Und dann müssen sie sich ansehen,
was Ihr Bewusstsein ist
  
1:06:23 - Ihr Bewusstsein ist dessen Inhalt -
 
1:06:26 das Leid, die Verwirrung,
die Sorgen, die Ängste,
  
1:06:30 die Anhaftungen, das Eigentum,
die Frau - verstehen Sie? -
  
1:06:33 all das ist Ihr Bewusstsein,
 
1:06:37 das das Bewusstsein
jedes Menschen ist.
  
1:06:41 Es mag Schnickschnack drumherum haben,
aber in seinem Kern ist es das Gleiche.
  
1:06:49 Von dort aus können Sie
auf die Frage eingehen was Angst ist.
  
1:06:58 Psychische Angst muss ganz beendet werden.
 
1:07:03 Wir sind darauf eingegangen,
genauso wie auf Vergnügung.
  
1:07:07 Wir haben über Leid geredet
und das Ende von Leid.
  
1:07:13 Das Ende von Leid -
nur dann ist da Liebe, Mitgefühl.
  
1:07:19 Ansonsten gibt es kein Mitgefühl.
 
1:07:22 Das ist der stabile Boden,
 
1:07:28 auf dem Ihre Füße fest
etabliert, verwurzelt sind
  
1:07:33 - so dass es keine Täuschung gibt.
 
1:07:38 Dann Anstrengung.
 
1:07:41 Wo Anstrengung ist,
da muss es Verzerrung geben.
  
1:07:45 Kann man ein Leben, ein tägliches Leben,
ohne eine einzige Anstrengung führen?
  
1:07:58 Finden Sie heraus, was es bedeutet.
 
1:08:04 Es ist möglich ohne eine
einzige Anstrengung zu leben.
  
1:08:08 Das geschieht nur, wenn Sie
Widersprüche in Ihnen selbst verstehen.
  
1:08:15 Beobachten Sie den Widerspruch
in sich selbst,
  
1:08:20 versuchen Sie nicht ihn umzuwandeln, den
Widerspruch zu ändern, einfach beobachten.
  
1:08:25 Das reine Beobachten ist selbst
das Beenden des Widerspruchs.
  
1:08:32 Verstehen Sie?
 
1:08:34 Bei vollkommener Beobachtung,
in der vollkommene Aufmerksamkeit ist,
  
1:08:39 dann hört jeder Widerspruch in
Ihnen selbst auf.
  
1:08:45 Sie können es tatsächlich, täglich
selbst ausprobieren.
  
1:08:49 Man kann also ein Leben,
in dem kein Konflikt ist führen.
  
1:08:56 Dann erst beginnt die richtige,
tiefere Meditation,
  
1:09:06 und dann haben Sie
diese Energie der Stille,
  
1:09:12 in der keine Illusion ist,
 
1:09:18 und das heißt,
wie wir anfangs gesagt haben,
  
1:09:24 der erste Schritt ist der letzte Schritt,
und zwar Freiheit.