Krishnamurti Subtitles

Gibt es eine Evolution des Bewusstseins?

Brockwood Park - 20 June 1983

Conversation with David Bohm 2



0:18 Krishnamurti:
Letztes Mal sprachen wir
  
0:21 über die Zukunft der Menschheit.
 
0:32 All die Psychologen, soweit ich
das überblicke,
  
0:40 geht es denen wirklich um die
Zukunft der Menschheit?
  
0:44 Oder sind sie mit dem
Menschen beschäftigt,
  
0:50 der sich an die gegenwärtige Gesellschaft
anpassen,
  
0:55 oder darüber hinaus geht?
 
0:58 David Bohm:
Ich denke, dass die meisten Psychologen
  
1:00 offensichtlich wollen, dass der Mensch
sich an die Gesellschaft anpasst.
  
1:04 Aber ich denke einige
Psychologen
  
1:06 - einige von denen die uns
zuhören werden -
  
1:08 ziehen in Betracht darüber
hinauszugehen,
  
1:10 um das Bewusstsein der Menschheit
zu transformieren.
  
1:13 K: Kann das Bewusstsein des Menschen
durch die Zeit verändert werden?
  
1:19 Das ist eine der Fragen, die wir an diesem
Abend besprechen sollten.
  
1:22 DB: Ja. Wir haben darüber bereits
letztes Mal gesprochen,
  
1:27 und ich denke was dabei rauskam ist:
 
1:34 im Bereich des Bewusstseins ist Zeit
von keiner Bedeutung,
  
1:36 dort ist sie eine Art Illusion.
 
1:38 Wir haben die Illusion des
Werdens erörtert.
  
1:44 K: Wir sagen also, nicht wahr
- lassen Sie uns das klar stellen -
  
1:50 das die Evolution des
Bewusstseins
  
1:55 eine Täuschung ist.
 
1:57 DB: Im Rahmen der Zeit, richtig?
 
2:00 Obwohl das auf die physikalische Evolution
nicht zutrifft.
  
2:03 K: Ja.
 
2:05 Können wir es noch einfacher
ausdrücken:
  
2:08 Es gibt keine psychologische
Evolution,
  
2:13 oder eine Evolution der Psyche.
 
2:16 DB: Ja, und da die Zukunft der Menschheit
von der Psyche abhängig ist,
  
2:22 so scheint es, dass die Zukunft der
Menschheit
  
2:25 nicht durch zeitgebundene Handlungen
bestimmt wird.
  
2:29 Und das ließ uns mit der Frage
zurück: Was werden wir tun?
  
2:32 K: Nun,
lassen Sie uns von dort weiterschreiten.
  
2:37 K: Sollten wir nicht erst zwischen dem
Gehirn und dem Bewusstsein unterscheiden?
  
2:45 DB: Diese Unterscheidung wurde getroffen,
jedoch ist sie nicht klar.
  
2:50 Natürlich gibt es dazu
verschiedene Ansichten.
  
2:51 Eine Ansicht ist, dass das Bewusstsein nur
eine Funktion des Gehirns ist
  
2:55 - das ist die materialistische Sichtweise.
 
2:57 Eine andere Sichtweise besagt,
 
2:58 Bewusstsein und Gehirn sind zwei
unterschiedliche Dinge.
  
3:01 K: Ja, ich denke es sind zwei
verschiedene Dinge.
  
3:05 DB: Aber da muss...
 
3:07 K:...ein Kontakt zwischen beiden bestehen.
Eine Beziehung zwischen den beiden.
  
3:11 DB: Wir setzen nicht zwangsläufig eine
Trennung der beiden voraus.
  
3:16 K: Lassen Sie uns zunächst das Gehirn
betrachten.
  
3:21 Ich bin nun wirklich kein Experte
 
3:25 bezüglich der Struktur des Gehirns
und all diese Dinge.
  
3:32 Aber man kann die Aktivität
des eigenen Gehirns beobachten,
  
3:36 dass es wirklich wie ein Computer
funktioniert,
  
3:39 das es programmiert wurde und das
es abspeichert.
  
3:43 DB: Gewiss ist ein großer Teil seiner
Aktivität solcher Art,
  
3:46 aber ich bin mir nicht sicher, dass
das alles ist. K: Nein.
  
3:50 Und es ist konditioniert.
DB: Ja.
  
3:54 K: Konditioniert durch vergangene
Generationen,
  
3:57 durch die Gesellschaft, die Nachrichten,
die Zeitschriften,
  
4:01 durch all die äußeren Aktivitäten und
den äußeren Druck.
  
4:07 Es ist konditioniert.
 
4:10 DB: Was meinen Sie mit konditioniert?
 
4:12 K: Es ist programmiert, es gehorcht
einem bestimmten Muster,
  
4:20 es lebt gänzlich auf Basis der
Vergangenheit,
  
4:26 sich anpassend and die Gegenwart,
immer weiter.
  
4:32 DB: Wir kamen darüber ein, dass
ein Teil dieser
  
4:34 Konditionierung nützlich
und notwendig ist.
  
4:36 K: Natürlich.
Darüber haben wir letztes mal gesprochen.
  
4:38 DB: Aber die Konditionierung, die das
Selbst bestimmt,
  
4:43 welche widerrum...
 
4:45 K: ...die Psyche bestimmt.
DB: Sie nennen es die Psyche.
  
4:48 K: Lassen Sie es uns für den Augenblick
die Psyche nennen. Das Selbst.
  
4:51 DB: Das Selbst, die Psyche,
 
4:52 von dieser Konditionierung sprechen Sie.
 
4:56 Diese mag nicht nur unnötig sein,
sondern auch schädlich.
  
4:58 K: Ja, darüber haben wir ebenfalls
gesprochen.
  
5:05 Das Betonen der Psyche
 
5:09 - wie wir es im Moment betreiben -
 
5:10 und die Wichtigkeit die wir dem
Selbst zuordnen
  
5:13 erzeugt eine großen
Schaden in der Welt,
  
5:17 weil es trennend wirkt
 
5:22 und daher ist es unentwegt in Konflikt,
 
5:29 nicht nur in sich selbst
aber auch mit der Gesellschaft,
  
5:32 mit der Familie und so weiter.
 
5:34 DB: Ja. Und es ist auch in Konflikt
mit der Natur.
  
5:37 K: Mit dem gesamten Universum,
wenn Sie so wollen.
  
5:40 DB: Wir besprachen letztes Mal, dass
dieser Konflikt zustande kam, wegen...
  
5:44 K: ...der Trennung.
 
5:46 DB: Und die Trennung steigt auf,
weil das Denken begrentzt ist,
  
5:49 weil es auf seiner Konditionierung
basiert,
  
5:51 auf seinem Wissen und seiner Erinnerung.
Es ist begrentzt.
  
5:54 K: Und Erfahrung ist begrentzt,
daher ist Wissen begrentzt,
  
5:58 Erinnerung und Denken.
 
6:00 Denken ist begrentzt,
 
6:02 und die gesamte Struktur und
Natur der Psyche,
  
6:07 ist die Bewegung des Denkens
im Bereich der Zeit.
  
6:11 DB: Ich würde gerne etwas
fragen:
  
6:12 wenn sie über die Bewegung
des Denkens sprechen,
  
6:14 dann ist mir nicht klar
was sich bewegt.
  
6:16 Ich hatte angesprochen, dass die Bewegung
meiner Hand eine reale Bewegung ist.
  
6:20 Hier ist klar was gemeint ist.
 
6:22 Aber bei der Bewegung des Denkens,
scheint mir
  
6:25 wir besprechen etwas, dass eine Art
von Illusion ist,
  
6:28 weil Sie sagten,
dass Werden die Bewegung des Denkens sei.
  
6:35 K: Das ist was ich meine,
die Bewegung des Werdens.
  
6:38 DB: Aber Sie sagen, dass diese Bewegung
eine Art Täuschung ist, oder?
  
6:41 K: Ja, natürlich.
 
6:42 DB: Dann ist es eher eine
Bewegung auf einem Bildschirm,
  
6:45 die projiziert wird von einem
Projektor,
  
6:49 und wir sagen, da gibt es gar keine
Objekte, die sich auf dem Schirm bewegen,
  
6:52 aber die einzig wahre Bewegung, ist
das Ablaufen des Projektors.
  
6:55 Können wir nun sagen, dass da eine
reale Bewegung im Hirn abläuft,
  
6:58 welche im Projizieren all dessen liegt,
gemäß der Konditionierung?
  
7:02 K: Das will ich herausfinden.
Lassen Sie uns das ein wenig erörtern.
  
7:06 K: Wir stimmen darin überein, oder
erkennen, dass das Hirn konditioniert ist.
  
7:10 DB: Und damit meinen wir,
 
7:12 dass es tatsächlich einen physischen
und chemischen
  
7:15 Abdruck bekommen hat.
 
7:17 K: Genetisch,
sowie auch psychologisch.
  
7:20 DB: Nun, was ist der Unterschied zwischen
physisch und psychologisch?
  
7:24 K: Psychologisch,
 
7:32 ist es auf das Selbst als Zentrum
gerichtet,
  
7:41 und das stete zur Geltung bringen
des Selbstes
  
7:47 ist die Bewegung, ist die Konditionierung.
 
7:51 DB: Ja, aber so wie wir es
erfahren,
  
7:54 das ist eine Illusion, richtig?
 
7:56 K: Wir sagten das ist eine Illusion.
 
7:57 DB: Aber es gibt eine reale Bewegung
die innen stattfindet.
  
8:00 Das Gehirn, zum Beispiel, tut etwas.
 
8:04 Es wurde physisch und chemisch
konditioniert
  
8:08 und etwas geschieht physisch und
chemisch
  
8:10 wenn wir an das Selbst denken.
 
8:15 K: Sagen Sie, oder fragen Sie,
 
8:21 ob das Gehirn und das Selbst
zwei unterschiedliche Dinge sind?
  
8:25 DB: Nein, ich sage das Selbst ist das
Produkt der Konditionierung des Gehirns.
  
8:30 K: Ja.
Das Selbst konditioniert das Gehirn.
  
8:34 DB: Ja. Aber existiert das Selbst?
 
8:38 K: Nein, nein.
 
8:39 DB: Aber die Konditionierung des
Gehirn, so wie ich es sehe,
  
8:42 beinhaltet eine Illusion welche
wir das Selbst nennen.
  
8:45 K: So ist es.
 
8:47 Kann diese Konditionierung
aufgelöst werden?
  
8:52 DB: Ja.
K: Das ist die eigentliche Frage.
  
8:54 DB: Und es muss wahrhaftig
aufgelöst werden
  
8:55 in einem physikalischen und chemischen
und neuropsychologischen Sinn.
  
9:01 Nun wäre die erste Reaktion jeder
wissenschaftlichen Person:
  
9:04 es scheint unwahrscheinlich, dass wir
es auflösen könnten
  
9:06 durch die Dinge die wir tun.
 
9:08 Einige Wissenschaftler denken
vielleicht, wir werden Drogen
  
9:11 oder neue genetische Veränderungen
entdecken,
  
9:14 oder vertieftes Wissen über die Struktur
des Gehirns erlangen,
  
9:16 und das wir dadurch eventuell in der Lage
wären Einfluss zu nehmen.
  
9:19 Diese Idee könnte gängig sein unter
einigen Leuten.
  
9:23 K: Wird das das menschliche Verhalten
verändern?
  
9:26 DB: Nun, warum nicht? Einige Leute
könnten es glauben.
  
9:32 K: Warten Sie einen Moment,
das ist der wesentliche Punkt.
  
9:34 Es könnte -
und das bedeutet in der Zukunft.
  
9:38 DB: Ja. Es würde Zeit benötigen um all das
zu entdecken.
  
9:42 K: In der Zwischenzeit zerstört der
Mensch sich selbst.
  
9:45 DB: Sie könnten hoffen, dass sie es vorher
schaffen.
  
9:52 Denn sie könnten auch kritisieren was wir
tun,
  
9:54 und sagen, was kann schon gutes
dabei herauskommen?
  
9:57 Es scheint niemanden zu
verändern,
  
9:59 und gewiss nicht rechtzeitig
um einen wirklichen Unterschied zu machen.
  
10:06 Das könnte eine Frage sein, die aufsteigt.
 
10:09 K: Wir beide sind uns sehr klar darüber.
DB: Ja.
  
10:13 K: Wie hat es einen Effekt
auf die Menschheit?
  
10:15 DB: Wird es die Menschen rechtzeitig
beeinflussen, um wirklich zu retten...
  
10:19 K: Bestimmt nicht.
Offensichtlich nicht.
  
10:21 DB: Warum sollten wir es dann tun?
 
10:24 K: Weil es das Richtige zu tun ist.
 
10:26 DB: Ganz unabhängig.
 
10:28 K: Es hat nichts mit
Belohnung oder Bestrafung zu tun.
  
10:31 DB: Oder mit Zielen.
K: Ja.
  
10:35 DB: Sie tuen das Richtige,
obwohl wir nicht wissen,
  
10:37 was das Ergebnis sein wird.
K: So ist es.
  
10:39 DB: Sie sagen es gibt keinen anderen
Weg, richtig?
  
10:42 K: Wir sagen es gibt keinen anderen Weg,
richtig.
  
10:45 DB: Das sollten wir klarstellen.
 
10:48 Einige Psychologen beispielsweise würden
es so sehen, dass
  
10:52 wir durch das Ergründen dieser Sache,
 
10:54 eine evolutionäre Transformation
im Bewusstsein zustande bringen könnten.
  
10:59 K: Auf den Punkt kommen wir noch zurück,
 
11:01 dass wir hoffen durch die Zeit das
Bewusstsein zu ändern.
  
11:07 DB: Ja.
K: Das stellen wir in Frage.
  
11:10 DB: Wir haben es in Frage gestellt und
sagen, dass
  
11:16 wir alle gefangen sind im Werden
und in Illusion,
  
11:18 und dass wir nicht absehen können
was wir tun.
  
11:20 Könnten wir sagen, dass dasselbe
auch für die Wissenschaftler gilt,
  
11:23 die es auf physikalische oder chemische
Weise versuchen,
  
11:26 oder strukturell,
 
11:28 dass auch sie darin gefangen sind,
 
11:30 durch die Zeit zu
versuchen besser zu werden?
  
11:37 Sie wissen nicht wirklich was tun.
 
11:38 K: Sowohl die Experimentalisten wie auch
die Psychologen und Unsereins,
  
11:45 sie alle versuchen etwas zu werden.
 
11:47 DB: Ja, obgleich es auf den ersten
Blick nicht offensichtlich ist.
  
11:50 Es mag so erscheinen, dass sie
im Grunde unbeteiligte
  
11:53 oder unvoreingenommene Beobachter
sind, die an dem Problem arbeiten,
  
11:58 aber unterschwellig spüren sie, ist da
das Verlangen besser zu werden
  
12:02 bei der Person die diese Dinge tut,
 
12:04 sie ist also nicht frei davon.
 
12:06 K: Genau so ist es.
Sie sind nicht frei davon.
  
12:08 DB: Und dieses Verlangen
ist der Nährboden
  
12:10 für Selbsttäuschung und
Illusion und so weiter.
  
12:17 K: Wo stehen wir also jetzt?
 
12:20 Das jede Form des Werdens eine Illusion
ist,
  
12:23 und das Werden Zeit beansprucht,
 
12:27 Zeit in der die Psyche sich ändert
 
12:31 - wir sagen hingegen Zeit ist
nicht nötig.
  
12:36 DB: Ja, nun ist das verbunden mit
der anderen Frage
  
12:40 nach dem Bewusstsein und dem Gehirn.
 
12:43 Das Gehirn muss klar als eine Aktivität
in der Zeit aufgefasst werden,
  
12:46 als ein komplexer physikalischer,
chemischer Prozess.
  
12:52 K: Ich denke das Bewusstsein ist
getrennt vom Gehirn.
  
12:56 DB: Was meinen Sie mit getrennt,
das es in Kontakt steht?
  
12:59 K: Getrennt in dem Sinn, dass das Gehirn
konditioniert ist und Bewusstsein nicht.
  
13:04 DB: Angenommen das Bewusstsein hätte
eine gewisse Unabhängigkeit vom Gehirn,
  
13:07 sagen sie dann, dass selbst wenn das
Gehirn konditioniert ist...
  
13:10 K: ...so ist es das Andere nicht.
DB: Es muss nicht konditioniert sein.
  
13:13 DB: Nun, auf welcher Basis sagen Sie das?
 
13:21 K: Nein, lassen Sie uns nicht damit
beginnen.
  
13:25 DB: Oder was lässt Sie das sagen?
 
13:27 K: Solange jemandes Gehirn,
 
13:30 oder das Gehirn, konditioniert ist,
ist es nicht frei.
  
13:35 DB: Ja.
 
13:37 K: Und das Bewusstsein ist frei.
 
13:39 DB: Ja, das sagen Sie.
 
13:41 Nun, ein unfreies Gehirn,
 
13:43 ist nicht frei auf eine unvoreingenommene
Weise zu ergründen.
  
13:46 K: Lassen Sie uns
ergründen was Freiheit ist.
  
13:49 DB: Ja.
 
13:50 K: Freiheit um zu ergründen
wie sie sagen,
  
13:53 Freiheit zu untersuchen -
 
13:56 nur in Freiheit ist da
eine tiefe Einsicht.
  
14:00 DB: Ja, das ist klar, weil wenn sie nicht
frei sind im Ergründen,
  
14:04 wenn sie beeinflusst sind,
dann sind sie begrentzt.
  
14:08 Auf beliebige Weise.
 
14:10 K: Solange also das Gehirn
konditioniert ist,
  
14:15 ist seine Beziehung zum Bewusstsein
begrentzt.
  
14:20 DB: Wir haben zum einen die Beziehung des
Gehirns zum Bewusstsein
  
14:24 und ebenso des Bewusstseins zum Gehirn.
 
14:26 K: Das Bewusstsein, das frei ist, hat eine
Beziehung zum Gehirn.
  
14:31 DB: Ja.
 
14:32 Wir sagen, dass Bewusstsein ist frei
in gewisser Hinsicht,
  
14:35 nicht eingenommen durch die
Konditionierung des Gehirns.
  
14:38 Nun könnten wir fragen:
was ist das Wesen des Bewusstseins?
  
14:41 Beispielsweise könnte ich frage,
ist das Bewusstsein im Körper lokalisiert
  
14:44 oder im Gehirn?
 
14:46 K: Nein, es hat nichts mit dem Körper
oder dem Gehirn zu tun.
  
14:48 DB: Hat es mit Raum und Zeit zu tun?
 
14:52 K: Raum
- einen Moment -
  
15:00 es hat mit Raum und Stille zu tun.
 
15:07 DB: Aber nicht Zeit, richtig?
K: Nicht Zeit.
  
15:08 Zeit gehört zum Gehirn.
 
15:14 DB: Sie sagen Raum und Stille.
Was für ein Raum?
  
15:17 Es ist nicht der Raum in dem wir
das Licht sich bewegen sehen.
  
15:24 K: Lassen Sie es uns von der anderen
Seite betrachten.
  
15:30 Denken kann sich einen Raum
ausdenken.
  
15:34 DB: Zudem haben wir noch den Raum
den wir sehen,
  
15:37 und das Denken kann sich verschiedene
Räume ausdenken.
  
15:40 K: Und Raum von hier nach da.
 
15:42 DB: Ja, der Raum durch den wir uns
physisch bewegen.
  
15:45 K: Raum auch zwischen zwei Geräuschen.
 
15:48 DB: Zwischen zwei Klängen.
 
15:51 DB: Das ist das Intervall.
 
15:54 Das würde das Intervall zwischen zwei
Geräuschen genannt.
  
15:57 K: Ja, Intervall zwischen zwei Geräuschen.
 
16:01 Zwei Gedanken.
 
16:03 Zwei Noten.
 
16:07 K: Raum zwischen zwei Menschen.
 
16:09 DB: Ja,
Raum zwischen den Wänden.
  
16:12 K: Und so weiter.
 
16:14 Aber diese Art von Raum, ist nicht der
Raum des Bewusstseins.
  
16:18 DB: Sie sagen er sei nicht begrentzt.
 
16:20 K: Ich wollte nicht das Wort
begrentzt nutzen.
  
16:22 DB: Aber es ist impliziert.
 
16:23 Es ist nicht innerhalb der Natur
die gebunden ist durch etwas.
  
16:27 K: Nein, es nicht gebunden
durch die Psyche.
  
16:31 DB: Aber ist es durch irgendwas gebunden?
K: Nein.
  
16:36 DB: Die Psyche so sagen sie, ist gebunden
 
16:38 weil wir feststellten, dass sie
begrentzt ist, usw.
  
16:41 K: Kann also das Gehirn
 
16:44 - das ist das Eigentliche was ich heraus-
finden will, oder vielmehr besprechen -
  
16:47 kann das Gehirn, mit all seinen
konditionierten Zellen,
  
16:53 können diese Zellen sich radikal
verändern?
  
16:56 DB: Das haben wir oft besprochen.
 
16:58 Es ist nicht gewiss, dass alle Zellen
konditioniert sind.
  
17:00 Zum Beispiel, denken einige,
 
17:02 dass nur wenige Zellen überhaupt
genutzt werden
  
17:04 und der Rest ist inaktiv,
schlafend.
  
17:10 K: Oder nur selten aktiviert.
 
17:13 DB: Aber die konditionierten Zellen,
 
17:16 dominieren offensichtlich im Moment
das Bewusstsein.
  
17:19 K: Ja, können diese Zellen
sich verändern?
  
17:24 K: Wir sagen, dass sie das können
durch Erkenntnis.
  
17:29 Eine Erkenntnis frei von Zeit,
 
17:34 die nicht das Ergebnis der Erinnerung ist,
 
17:38 oder der Intuition,
 
17:44 oder des Verlangens, oder der
Hoffnung,
  
17:46 es hat nichts mit irgendeiner Form
der Zeit oder des Denkens zu tun.
  
17:54 DB: Sie sagen Erkenntnis
- entstammt sie dem Bewusstsein?
  
17:56 Entspringt sie dem Wesen des Bewusstseins,
der Aktivität des Bewusstseins?
  
18:00 K: Ja.
 
18:02 DB: Daher sagen Sie, dass das Bewusstsein
im Stoff des Gehirns handeln kann.
  
18:06 K: Ja, das sagten wir bereits.
 
18:08 DB: Ja, doch das ist ein schwieriger
Punkt
  
18:14 - wie Bewusstsein im Stoff
handeln kann.
  
18:18 K: Es kann sich im Gehirn
ausdrücken,
  
18:25 nehmen wir zum Beispiel
 
18:27 irgendeine Krise oder
ein Problem.
  
18:32 Problem -
 
18:34 die ursprüngliche Bedeutung dessen ist,
'etwas das ihnen entgegen geworfen wird'.
  
18:38 Und wir begegnen dem mit all der
Erinnerung des Vergangenheit,
  
18:42 mit unserer Eingenommenheit, usw.
 
18:45 Und darum vervielfacht sich
das Problem.
  
18:49 Ein Problem mögen sie lösen,
doch durch eben diese Lösung,
  
18:53 dieses bestimmten Problems,
steigen andere Probleme auf,
  
18:56 so wie es in der Politik geschieht,
und so weiter.
  
19:00 Nun, um dem Problem zu begegnen,
 
19:06 oder das Problem wahrzunehmen, dürfen
sich keine
  
19:09 vergangenen Erinnerungen und Gedanken
einmischen oder etwas
  
19:19 in die Wahrnehmung des
Problems projizieren.
  
19:22 DB: Ja.
 
19:23 Das setzt voraus, dass die Wahrnehmung
auch aus dem Bewusstsein geschieht.
  
19:27 K: So ist es.
 
19:28 DB: Sagen Sie also in etwa,
 
19:33 dass das Gehirn eine Art Instrument
des Bewusstseins ist?
  
19:37 K: Ein Instrument des Bewusstseins
 
19:39 wenn das Gehirn nicht
selbst-bezogen ist.
  
19:44 DB: Ja, wenn wir auf die
Konditionierung zurückkommen,
  
19:49 könnte die Konditionierung als eine
Funktion des Gehirns aufgefasst werden,
  
19:54 um sich selbst von einem Programm aus
zu stimmulieren und aufrecht zu erhalten,
  
19:57 und das nimmt all seine Kapazitäten ein.
 
20:00 K: Jeden Tag, richtig.
 
20:01 DB: Die gesamte Kapazität des Gehirns.
 
20:04 Es ist wie ein Radioempfänger, der sein
eigenes Störgeräusch produzieren kann,
  
20:08 er könnte kein Signal empfangen.
Wäre diese Analogie zutreffend...
  
20:12 K: Nicht ganz. Nicht wirklich.
DB: Sie ist nicht sehr gut.
  
20:20 K: Könnten Sie das ein wenig weiter
ausführen?
  
20:25 Erfahrung ist immer begrentzt.
 
20:30 Ich könnte diese Erfahrung zu einer
fantastischen Angelegenheit aufblasen
  
20:36 und dann einen Laden eröffnen um meine
Erfahrung zu verkaufen,
  
20:43 aber diese Erfahrung ist begrentzt.
 
20:46 Und somit ist Wissen immer begrentzt.
 
20:51 Und dieses Wissen arbeitet im Gehirn.
 
20:56 Dieses Wissen ist das Gehirn.
 
21:01 Und Denken ist auch Teil
des Gehirns,
  
21:05 und dieses Denken ist begrentzt.
 
21:07 Das Gehirn arbeitet also in einem
sehr, sehr kleinen Bereich.
  
21:13 DB: Ja. Was hält es davon ab, in einem
weiteren Bereich zu arbeiten?
  
21:19 Was hält es davon ab in einem
unbegrentzten Bereich zu arbeiten?
  
21:23 K: Denken.
 
21:25 DB: Das Gehirn, so scheint mir,
funktioniert auf Basis seines
  
21:29 eigenen Programmes.
 
21:30 K: Ja, wie ein Computer der auf
seinem eigenen Programm läuft.
  
21:34 DB: Was Sie nun im Grunde fragen, ist
 
21:37 ob das Gehirn sich nicht
für das Bewusstsein öffnen sollte.
  
21:43 K: Es kann sich nur öffnen
 
21:45 wenn es frei vom Denken ist,
welches begrentzt ist.
  
21:51 DB: Ja, so dass es nicht
vom Programm dominiert wird.
  
21:53 Wir werden das Programm
immernoch brauchen.
  
21:55 K: Gewiss, wir brauchen es für...
K: Allerlei Dinge, ja.
  
22:06 DB: Entstammt Intelligenz also
dem Bewusstsein?
  
22:09 K: Ja, Intelligenz ist das Bewusstsein.
 
22:12 K: Nun müssen wir etwas anderes
erörtern.
  
22:18 Weil Mitgefühl verbunden ist
mit Intelligenz.
  
22:24 Das ist keine Intelligenz ohne
Mitgefühl.
  
22:29 Und Mitgefühl kann nur da sein
wo Liebe ist,
  
22:34 welche vollkommen frei ist von
allen Erinnerungen,
  
22:40 persönliche Eifersucht und
all diese Dinge.
  
22:45 DB: Ist Mitgefühl, Liebe ebenfalls
aus dem Bewusstsein?
  
22:49 K: Aus dem Bewusstsein.
 
22:51 Und Sie können nicht mitfühlend sein,
 
22:53 wenn Sie an irgendeiner bestimmten
Erfahrung hängen
  
22:57 oder irgendein Ideal.
 
22:59 DB: Ja, das ist wieder die
Programmierung die uns abhält.
  
23:03 K: Ja.
 
23:05 Nehmen wir beispielsweise,
 
23:07 die Leute die in die von Armut geplagten
Länder gehen
  
23:15 und arbeiten, arbeiten, arbeiten
und das nennen sie Mitgefühl.
  
23:18 Aber sie hängen oder sind gebunden an
 
23:21 eine bestimmte Form des religiösen
Glaubens,
  
23:26 und daher ist das alles nur Bemitleidung,
Sympathie, aber es ist nicht Mitgefühl.
  
23:31 DB: Ja, das verstehe ich.
 
23:34 Wir haben hier zwei Dinge
welche unabhängig voneinander
  
23:38 sein können:
 
23:40 Da ist das Gehirn und das Bewusstsein,
auch wenn Kontakt zwischen beiden besteht.
  
23:46 Intelligenz und Mitgefühl, sagen wir,
entspringen Jenseits des Gehirns.
  
23:51 Ich würde gerne erörtern wie sie
den Kontakt herstellen.
  
23:59 K: Kontakt zwischen dem Bewusstsein und
dem Gehirn kann nur bestehen,
  
24:03 wenn das Gehirn still ist.
 
24:05 DB: Ja, das ist die Bedingung damit
es sein kann,
  
24:07 das ist die Vorraussetzung damit es
sein kann.
  
24:10 Das Gehirn muss still sein.
 
24:13 K: Still sein ist
keine antrainierte Stille.
  
24:19 Kein bewusstes, meditatives
Verlangen nach Stille.
  
24:28 Es ist eine selbstverständliche Folge
des Verstehens
  
24:32 der eigenen Konditionierung.
 
24:33 DB: Ja, und man kann erkennen, dass wenn
das Gehirn still ist,
  
24:38 dass man dann sagen könnte es kann
etwas Tieferes hören.
  
24:42 K: Wenn es dann still ist, steht
es in Beziehung zum Bewusstsein.
  
24:47 Dann kann das Bewusstsein sich durch
das Gehirn ausdrücken.
  
24:54 DB: Ich denke es würde helfen, wenn wir
aufzeigen könnten,
  
24:59 in Bezug auf das Gehirn,
 
25:00 ob es irgendeine Aktivität aufweist
die nicht im Denken liegt.
  
25:04 Man kann beispielsweise fragen,
 
25:06 ist Achtsamkeit Teil der
Funktion des Gehirns?
  
25:11 K: Solange da eine Achtsamkeit ist, in der
keine Wahl liegt.
  
25:21 Ich bin achtsam, und in dieser Achtsamkeit
wähle ich.
  
25:26 DB: Ja, nun, das könnte Schwierigkeiten
verursachen.
  
25:30 Was ist falsch an der Wahl?
 
25:32 K: Wahl bedeutet Verwirrung.
 
25:34 DB: Allein vom Wort her ist das
nicht klar.
  
25:37 K: Sicher, das Wählen zwischen
zwei Dingen.
  
25:39 DB: Ja, ich kann wählen ob ich das Eine
oder das Andere kaufe.
  
25:43 K: Ja, ich kann zwischen diesem und jenem
Tisch wählen.
  
25:44 DB: Ich wähle die Farben wenn ich
den Tisch kaufe.
  
25:46 K: Ja, das ist ein besserer Tisch.
 
25:49 DB: Das muss nicht grundsätzlich
verwirrt sein.
  
25:51 Wenn ich wähle welche Farbe ich will,
 
25:53 sehe ich nicht warum das Verwirrung
beinhaltet.
  
25:55 K: Darin ist nichts falsch.
Darin ist keine Verwirrung.
  
25:58 DB: Aber die Wahl im Bereich der
Psyche,
  
26:01 so scheint mir, ist wo die
Verwirrung beginnt.
  
26:04 Die Sprache tendiert dazu abzudriften.
 
26:08 K: Wir sprechen von der Psyche die wählt.
 
26:11 DB: Ja, die wirklich wählt
etwas zu werden.
  
26:14 K: Die wählt zu werden,
 
26:15 und Wahl besteht dort wo Verwirrung
herrscht.
  
26:19 DB: Sie sagen, dass die Psyche aus ihrer
Verwirrung eine Wahl trifft
  
26:22 um das Eine oder Andere zu werden.
 
26:25 In seiner Verwirrung versucht es etwas
besseres zu werden.
  
26:31 K: Und Wahl setzt eine Dualität voraus.
 
26:36 DB: Ja, aber zunächst einmal
scheint es,
  
26:38 dass wir eine andere Dualität eingeführt
haben
  
26:40 welche das Bewusstsein und
das Gehirn sind.
  
26:42 K: Nein, das ist keine Dualität.
DB: Das müssen wir klarstellen.
  
26:46 Was ist der Unterschied?
 
26:50 K: Okay, lassen Sie uns ein
sehr einfaches Beispiel nehmen.
  
26:55 Menschen sind gewalttätig,
 
27:01 und Gewaltlosigkeit wurde vom
Denken projiziert.
  
27:06 Und das ist die Dualität
- die Tatsache und die Nicht-Tatsache.
  
27:11 DB: Nun sagen Sie, es existiert eine
Dualität zwischen einer
  
27:14 Tatsache und einer bloßen
gedanklichen Projektion.
  
27:18 K: Das Ideal und die Tatsache.
 
27:19 DB: Ja. Das Ideal ist unwirklich, und
die Tatsache ist wirklich.
  
27:23 K: Das Ideal ist nicht wahrhaftig.
 
27:31 DB: Die Trennung dieser beiden nennen
Sie Dualität.
  
27:33 Aber warum nennen Sie es so?
 
27:35 K: Weil sie getrennt sind.
 
27:37 DB: Zumindest scheinen sie getrennt
zu sein.
  
27:42 K: Sagen wir, zum Beispiel,
 
27:44 die totalitären kommunistischen Ideale
und die demokratischen Ideale,
  
27:49 beide sind das Resultat des Denkens
welches begrentzt ist,
  
27:53 und das erzeugt Chaos in der Welt.
 
27:55 DB: Ja. Da ist also eine Trennung die
eingeführt wurde.
  
28:00 Nun denke ich aber wir versuchen
 
28:02 etwas zu trennen, dass nicht getrennt
werden kann.
  
28:05 Wir versuchen die Psyche aufzuteilen.
 
28:09 K: Gewalt kann nicht in Gewaltlosigkeit
aufgeteilt werden.
  
28:14 DB: Und die Psyche lässt sich nicht in
gewaltvoll und gewaltlos trennen.
  
28:18 K: Es ist was es ist.
DB: Wenn sie also gewaltvoll ist,
  
28:20 kann sie nicht in einen gewaltvollen und
einen gewlatlosen Teil geteilt werden.
  
28:24 K: Das ist sehr gut!
 
28:28 Können wir also bei dem 'was ist'
verbleiben,
  
28:33 nicht mit dem was sein sollte,
was sein muss,
  
28:36 und uns Ideale ausdenken, etc.
 
28:39 DB: Ja, aber könnten wir
 
28:41 auf die Frage nach dem Bewusstsein
und dem Gehirn zurückkommen?
  
28:44 Wir sagen das ist keine Trennung weil ein
Kontakt besteht.
  
28:51 K: Wir sagten da ist ein Kontakt zwischen
dem Bewusstsein und dem Gehirn
  
28:55 wenn das Gehirn still ist und
Raum hat.
  
28:58 DB: Ja, das heißt,
 
29:00 obwohl sie in Kontakt und nicht
getrennt sind,
  
29:07 dass das Bewusstsein nachwievor eine
gewisse Unabhängigkeit hat
  
29:10 von der Konditionierung und dem
Gehirn.
  
29:13 K: Vorsicht, lassen sie uns schauen.
 
29:18 Nehmen wir an mein Gehirn sei
konditioniert, programmiert als Hindu,
  
29:26 und ich funktioniere, handle. Mein ganzes
Leben ist durch die Idee konditioniert,
  
29:34 dass ich ein Hindu bin.
 
29:37 Das Bewusstsein hat offensichtlich keine
Beziehung zu dieser Konditionierung.
  
29:42 DB: Sie nutzen das Wort 'Bewusstsein',
das heißt also nicht mein Bewusstsein.
  
29:46 K: Bewusstsein - es ist nicht
mein Bewusstsein.
  
29:47 DB: Sprechen Sie vom allgmeinen
oder universellen Bewusstsein?
  
29:49 K: Ja. Es ist auch nicht mein Gehirn.
 
29:51 DB: Nein, aber es gibt ein bestimmtes
Gehirn,
  
29:54 dieses oder jenes Gehirn.
 
29:56 Würden Sie sagen es gibt ein
bestimmtes Gehirn?
  
29:59 K: Nein.
 
30:00 DB: Das ist eine wichtige
Unterscheidung.
  
30:02 Sie sagen Bewusstsein sei wirklich
universell.
  
30:04 K: Bewusstsein ist universell, wenn
wir dieses hässliche Wort nutzen können.
  
30:07 DB: Unbegrentzt oder ungeteilt.
K: Ja.
  
30:11 K: Es ist nicht durch das Denken
verunreinigt.
  
30:17 DB: Aber ich denke, dass es für die
Meisten Schwierigkeit geben wird;
  
30:21 wie können wir überhaupt etwas über dieses
Bewusstsein wissen?
  
30:23 Ich kenne nur mein Bewusstsein, das
ist der erste Eindruck.
  
30:27 K: Sie können es nicht ihr Bewusstsein
nennen.
  
30:28 Sie haben nur ihr Gehirn, dass
konditioniert ist.
  
30:35 Sie können nicht sagen, es ist mein
Bewusstsein.
  
30:37 DB: Was auch immer da drinnen vorgeht,
ich empfinde es sei mein,
  
30:40 und das ist verschieden von dem
was in jemand anderem vorgeht.
  
30:45 Zumindest erscheint es verschieden
auf den ersten Blick.
  
30:47 K: Ich bezweifle das es verschieden ist,
 
30:49 das was in mir als Mensch vor sich geht
 
30:53 und das was in einem anderen Menschen
vor sich geht.
  
30:56 Wir beide machen alle möglichen Probleme
durch, leiden,
  
31:00 Angst, Verzweiflung, Einsamkeit,
und so weiter.
  
31:05 Wir haben unsere Dogmas, Glauben,
Aberglauben,
  
31:08 und jeder hat das.
 
31:10 DB: Es ist alles sehr ähnlich,
aber dennoch scheint es,
  
31:12 dass jeder von uns isoliert ist
vom Anderen.
  
31:14 K: Durch das Denken.
 
31:16 Mein Denken hat bewirkt, dass ich
verschieden bin von Ihnen,
  
31:20 weil mein Körper verschieden ist
von Ihrem,
  
31:24 mein Gesicht ist verschieden von
Ihrem.
  
31:30 Wir dehnen dieselbe Herangehensweise
bis ins Psychologische aus.
  
31:34 DB: Ja, das haben wir besprochen.
 
31:38 Aber wenn wir nun sagen; okay,
 
31:39 diese Trennung ist vielleicht
eine Illusion, dann...
  
31:44 K: Nein, nicht vielleicht.
DB: Es ist eine Illusion, in Ordnung,
  
31:48 auch wenn es nicht offensichtlich ist
auf den ersten Blick.
  
31:51 K: Natürlich.
 
31:56 DB: In Wahrheit ist nicht mal das
Gehirn verschieden,
  
31:58 weil wir sagen, dass wir nicht nur
grundsätzlich ähnlich sind,
  
32:01 jedoch tatsächlich verbunden.
 
32:04 Und dann sagen wir, Jenseits all dessen
ist das Bewusstsein,
  
32:07 das gar keine Trennung aufweist.
 
32:09 K: Es ist ohne Konditionierung.
 
32:11 DB: Ja, das würde also fast schon
bedeuten,
  
32:13 sofern eine Person empfindet
dass sie ein getrenntes Wesen ist,
  
32:16 dass sie dann sehr wenig in Kontakt
mit dem Bewusstsein ist.
  
32:18 K: Absolut, genau richtig.
 
32:20 DB: Zu sagen er hat kein
Bewusstsein.
  
32:25 K: Darum ist es so wichtig, nicht
das Bewusstsein,
  
32:28 sondern die Konditionierung
zu verstehen.
  
32:32 Ob meine Konditionierung,
die menschliche Konditionierung,
  
32:36 sich jemals auflösen kann.
 
32:39 Das ist das Wesentliche.
 
32:42 DB: Ja.
 
32:47 Ich denke, dass das Bewusstsein
- nein, nicht das Bewusstsein -
  
32:49 aber dass ein Mensch sich immer fragt
was ist die Bedeutung dessen.
  
32:52 Ich denke wir wollen die Bedeutung
dessen was gesagt wird verstehen.
  
32:57 Wir haben ein Bewusstsein das
universell ist,
  
32:59 dass in einer Art weitem Raum ist,
so sagen Sie.
  
33:02 Oder ist es in sich sein eigener Raum?
 
33:05 K: Es ist nicht in mir noch
in meinem Gehirn.
  
33:07 DB: Aber es hat Raum.
 
33:11 K: Es lebt in Raum und Stille.
 
33:15 DB: Aber es ist der Raum des
Bewusstseins, richtig?
  
33:17 Es ist nicht wie dieser Raum.
K: Nein.
  
33:21 Darum sagten wir, Raum ist nicht
durch das Denken erdacht.
  
33:28 DB: Ist es dann möglich diesen
Raum wahrzunehmen
  
33:31 wenn das Bewusstsein still ist?
 
33:34 Oder damit in Kontakt zu sein?
 
33:36 K: Nicht wahrnehmen. Lassen Sie uns sehen.
 
33:41 Sie stellen eine Frage:
 
33:43 ob das Bewusstsein vom Gehirn
wahrgenommen werden kann.
  
33:48 DB: Oder zumindest auf irgendeine Weise
gewahr sein kann oder empfinden.
  
33:54 K: Wir sagen ja, durch Meditation.
 
33:59 Sie mögen vielleicht das Wort nicht nutzen.
DB: Nun, das macht mir nichts.
  
34:03 K: Ich denke, dass es möglich ist
 
34:10 - sehen Sie das ist die Schwierigkeit.
 
34:13 Wenn wir das Wort 'Meditation' nutzen,
dann wird es allgemein aufgefasst
  
34:17 als wäre da immer ein Meditierer
der meditiert.
  
34:21 Meditation ist wirklich ein
unbewusster Prozess,
  
34:25 es ist kein bewusster Prozess.
 
34:27 DB: Wie sind sie dann in der Lage
zu sagen, dass Meditation stattfindet
  
34:30 wenn es unbewusst ist?
 
34:32 K: Es findet statt wenn das Gehirn
still ist.
  
34:37 DB: Sie meinen mit dem bewussten Sein
all die Bewegung des Denkens
  
34:41 mit Gefühlen, Verlangen, Wollen,
und all das was das mit sich bringt.
  
34:45 Aber darüber hinaus gibt es
eine Art von Gewahrsein, oder nicht?
  
34:47 K: Oh ja.
 
34:49 Es hängt davon ab was Sie Gewahrsein
nennen.
  
34:52 Gewahrsein von was?
 
34:55 DB: Eventuell das Gewahrsein von etwas
Tieferem, ich weiß nicht.
  
35:06 K: Wenn wir das Wort 'tiefer' nutzen
so ist das ein Messen.
  
35:16 DB: Dann lassen Sie uns das nicht nutzen.
Aber lassen Sie uns sagen, dass
  
35:20 da eine Art von
Unbewusstheit ist,
  
35:22 derer sie einfach nicht gewahr sind.
 
35:25 Eine Person mag sich nicht bewusst über
einige ihrer Probleme oder Konflikte sein.
  
35:30 K: Lassen Sie uns da noch ein
bisschen weiter drauf eingehen.
  
35:35 Wenn ich etwas bewusst tue,
ist dies eine Aktivität des Denkens.
  
35:41 DB: Ja.
 
35:44 Ja, es ist das Denken, dass über sich
selbst nachdenkt.
  
35:47 K: Es ist die Aktivität des Denkens.
 
35:49 Wenn ich nun bewusst meditiere,
praktiziere,
  
35:55 tue was ich persönlich Unsinn nenne,
 
35:59 dann bringen Sie ihr Gehirn dazu sich
anzupassen
  
36:03 an eine Reihe von Mustern.
 
36:05 DB: Ja, es ist weiterhin Werden.
Sie versuchen besser zu werden.
  
36:12 K: Es gibt keine Erleuchtung durch
das Werden.
  
36:16 Sie können nicht erleuchtet werden
- wenn ich das Wort nutzen darf -
  
36:20 dadurch das sie sagen, 'ich werde
die Erleuchtung erreichen'.
  
36:23 DB: Es scheint sehr schwierig zu sein
etwas mitzuteilen
  
36:26 was nicht bewusst ist.
 
36:30 K: Das ist die Schwierigkeit.
 
36:31 DB: Dennoch bedeutet es nicht
das man einfach bewusstlos ist.
  
36:35 Man ist auch unbewusst wenn man
k.o. geschlagen wird,
  
36:37 aber das meinen Sie nicht.
K: Herr Gott, nein!
  
36:39 DB: Oder unter Anästhesie.
 
36:46 K: Lassen Sie es uns so ausdrücken:
bewusste Meditation,
  
36:49 bewusste Aktivität um das Denken
zu kontrollieren,
  
36:55 um sich von der Konditionierung zu
befreien, ist nicht Freiheit.
  
37:01 DB: Ja, ich denke das ist klar,
 
37:02 doch nun wird es sehr unklar wie man
das Andere mitteilen kann.
  
37:07 K: Warten Sie einen Augenblick.
 
37:11 Sie wollen mir mitteilen,
 
37:16 was Jenseits
des Denkens liegt.
  
37:20 DB: Oder wenn das Denken still ist.
K: Ruhig, still.
  
37:24 Welche Worte würden Sie nutzen?
 
37:27 DB: Ich schlug das Wort
'Gewahrsein' vor.
  
37:30 Was ist mit dem Wort 'Aufmerksamkeit'?
 
37:32 K: Aufmerksamkeit passt mir besser.
DB: Ja.
  
37:39 K: Würden Sie sagen,
 
37:41 dass in Aufmerksamkeit kein Mittelpunkt
als das Ich exitiert?
  
37:46 DB: Nun ja, in der Art der Aufmerksamkeit
wie Sie sie meinen.
  
37:49 Es gibt eine Art, welche die
normale Art ist,
  
37:51 wo wir aufmerksam sind weil uns etwas
interessiert.
  
37:54 K: Aufmerksamkeit ist keine Konzentration.
DB: Ja, das wäre Konzentration.
  
38:00 Aber wir sprechen von einer Art der
Aufmerksamkeit
  
38:03 wo das Ich nicht präsent ist,
 
38:05 welche nicht die Aktivität der
Konditionierung ist.
  
38:07 K: Nicht die Aktivität des Denkens.
DB: Ja.
  
38:11 K: In Aufmerksamkeit hat das Denken
keinen Platz.
  
38:16 DB: Ja, aber könnten wir noch mehr sagen
- was meinen wir mit Aufmerksamkeit?
  
38:22 Wäre die Ableitung des Wortes
von irgendeiner Bedeutung?
  
38:24 Es bedeutet, das Bewusstsein zu etwas
hin dehnen - würde das helfen?
  
38:27 K: Nein.
 
38:31 Würde es helfen wenn wir sagen
 
38:37 Konzentration ist nicht Aufmerksamkeit.
 
38:42 Anstrengung ist nicht Aufmerksamkeit.
 
38:46 Wenn ich mich anstrenge aufmerksam zu sein
ist es nicht Aufmerksamkeit.
  
38:52 Aufmerksamkeit kann nur ins Sein treten,
wenn das Ich nicht ist.
  
38:59 DB: Ja, doch das führt uns in einen
Kreis,
  
39:02 denn wir starten da wo das Ich
ist.
  
39:04 Hier ist also Jemand der sagt,
Meditation ist notwendig,
  
39:08 er beginnt mit dem Ich,
und sagt, 'Hier bin ich'.
  
39:11 K: Nein, ich nutzte das Wort sehr sorgsam.
Meditation bedeutet Messen.
  
39:16 DB: Ja.
 
39:17 K: Solange da ein Messen ist,
welches Werden ist,
  
39:20 ist da keine Meditation.
Lassen sie es uns so ausdrücken.
  
39:23 DB: Wir können erörtern wann da
keine Meditation ist.
  
39:26 K: Das ist wahr.
Durch Negation ist da das Andere.
  
39:31 DB: Wenn es uns gelingt, die gesamte
Aktivität dessen
  
39:34 zu negieren was nicht Meditation ist, dann
wird Meditation da sein.
  
39:38 K: So ist es.
 
39:40 DB: All das was nicht Meditation ist,
doch von dem wir denken es sei Meditation.
  
39:43 K: Ja, das stimmt.
Das ist ganz klar.
  
39:46 Solange da ein Messen ist, welches
das Werden ist,
  
39:50 welches der Prozess des Denkens ist,
 
39:54 kann Meditation oder Stille nicht sein.
 
39:59 DB: Darin liegt diese ungerichtete
Aufmerksamkeit, entstammt
  
40:05 diese Aufmerksamkeit dem Bewusstsein?
K: Aufmerksamkeit ist vom Bewusstsein.
  
40:09 DB: Aber es berührt das Gehirn, nicht
wahr? K: Ja. Das sagten wir.
  
40:12 Solange das Gehirn still ist,
hat das Andere Zugang.
  
40:19 DB: Das heißt, diese wahre Aufmerksamkeit
steht in Kontakt mit dem Gehirn,
  
40:21 wenn das Gehirn still ist.
 
40:23 K: Und wenn es Raum hat.
 
40:26 DB: Was ist der Raum?
 
40:29 K: Das Gehirn hat im Augenblick
keinen Raum,
  
40:32 weil es um sich selbst kreist,
 
40:35 es ist prgrammiert,
es ist selbst-bezogen,
  
40:38 und es ist begrentzt.
 
40:42 DB: Das Bewusstsein hat seinen Raum;
hat das Gehirn auch seinen Raum?
  
40:47 K: Einen begrentzten Raum.
 
40:49 Natürlich.
Denken hat einen begrentzten Raum.
  
40:52 DB: Aber wenn das Denken abwesend ist,
hat das Gehirn dann Raum?
  
40:55 K: So ist es.
DB: Hat es?
  
40:56 K: Das Gehirn hat Raum, ja.
DB: Unbegrentzt?
  
41:01 K: Nein. Nur das Bewusstsein hat
unbegrentzten Raum.
  
41:09 K: Mein Gehirn kann ruhig sein
 
41:12 in Bezug auf ein Problem,
über das ich nachgedacht habe,
  
41:14 und plötzlich sage ich,
ich werde nicht mehr daran denken,
  
41:18 dann ist da ein gewisser Raum.
 
41:19 In diesem Raum,
lösen sie das Problem.
  
41:22 DB: Wenn das Bewusstsein still ist,
nicht über Probleme nachdenkt,
  
41:25 ist der Raum immernoch begrentzt,
aber es ist offen
  
41:28 gegenüber der Aufmerksamkeit.
K: Offen für das Andere, das Bewusstsein.
  
41:32 Würden Sie sagen, dass Bewusstsein durch
Aufmerksamkeit, oder in Aufmerksamkeit,
  
41:38 das Gehirn berührt?
 
41:41 K: Ja, wenn das Gehirn nicht
unaufmerksam ist.
  
41:46 DB: Was geschieht also mit dem Gehirn?
 
41:50 K: Was geschieht mit dem Gehirn;
es bedeutet zu handeln.
  
41:59 Warten Sie, lassen Sie uns das
klarstellen.
  
42:02 Wir sagten Intelligenz
 
42:08 geht hervor aus Mitgefühl
und Liebe.
  
42:11 Diese Intelligenz ist aktiv wenn das
Gehirn still ist.
  
42:17 DB: Ist es aktiv durch die Aufmerksamkeit
hindurch?
  
42:21 K: Gewiss.
 
42:24 DB: Also scheint Aufmerksamkeit der
Berührungspunkt zu sein.
  
42:28 K: Wir sagten auch, Aufmerksamkeit kann
nur da sein, wenn das Ich nicht ist.
  
42:32 DB: Ja.
 
42:36 Sie sagen das Liebe und Mitgefühl
der Wesensgrund sind,
  
42:40 und daraus entspringt Intelligenz,
 
42:45 durch Aufmerksamkeit. K: Ja,
es drückt sich aus durch das Gehirn.
  
42:52 DB: Es gibt hier zwei Fragen: eine richtet
sich auf das Wesen der Intelligenz,
  
42:54 und die Zweite ist,
was macht es mit dem Gehirn?
  
42:59 K: Ja, lassen Sie uns schauen.
 
43:04 Wir müssen uns erneut auf ausschließende
Weise nähern.
  
43:07 Liebe ist nicht Eifersucht,
und all das.
  
43:10 Liebe ist nicht persönlich,
 
43:14 aber es kann persönlich sein.
 
43:15 DB: Aber dann ist es nicht, das was Sie
meinen. K: Genau.
  
43:20 Liebe ist nicht für mein Land, ihr Land,
oder Ich liebe meinen Gott
  
43:24 - es ist nichts von all dem.
 
43:26 DB: Nun, wenn sie einem universellen
Bewusstsein entspringt...
  
43:30 K: Darum sage ich, dass Liebe keine
Beziehung zum Denken hat.
  
43:39 DB: Ja. Es beginnt nicht im
einzelnen Gehirn,
  
43:41 oder hat seinen Ursprung im
einzelnen Gehirn.
  
43:43 K: Ja, es ist nicht meine Liebe.
 
43:47 Wenn da diese Liebe ist, dann kommt
daraus das Mitgefühl
  
43:51 und Intelligenz.
 
43:56 DB: Das Wesen dieser Intelligenz
 
44:00 - diese Intelligenz ist in der Lage,
 
44:04 wenn ich dieses Wort gebrauchen darf,
sehr tief zu verstehen.
  
44:09 K: Nein, nicht verstehen.
Lassen Sie uns das betrachten.
  
44:12 DB: Was tut sie?
Nimmt sie wahr?
  
44:16 K: Durch Wahrnehmung handelt sie.
DB: Ja.
  
44:23 Wahrnehmung von was?
 
44:28 K: Lassen Sie uns Wahrnehmung
erörtern.
  
44:32 Da kann nur Wahrnehmung sein
 
44:38 wenn sie nicht durch das Denken
gefärbt ist.
  
44:44 Wenn die Bewegung des Denkens
nicht eingreift,
  
44:47 ist da Wahrnehmung,
 
44:50 welche eine direkte Einsicht in
ein Problem ist,
  
44:56 oder in das menschliche System.
 
45:02 DB: Diese Wahrnehmung entstammt
dem Bewusstsein?
  
45:08 K: Kommt Wahrnehmung vom
Bewusstsein?
  
45:12 Lassen Sie es uns betrachten.
 
45:19 Ja.
Wenn das Gehirn still ist.
  
45:21 DB: Ja, doch wir nutzten die Worte
Wahrnehmung und Intelligenz
  
45:27 - wie stehen die beiden in Beziehung
oder was ist ihr Unterschied?
  
45:29 K: Zwischen Wahrnehmung und
Intelligenz?
  
45:32 DB: Ja.
K: Gar keiner.
  
45:33 DB: Wir sagen also Intelligenz
ist Wahrnehmung.
  
45:36 Intelligenz ist Wahrnehmung
dessen was ist.
  
45:40 Und durch Aufmerksamkeit ist
da die Berührung.
  
45:45 K: Nehmen wir ein Problem,
 
45:46 das ist wahrscheinlich einfacher zu
verstehen.
  
45:57 Nehmen wir das Problem des Leidens.
 
46:03 Menschen haben endlos gelitten, durch
Kriege,
  
46:06 durch aller Arten von Krankheiten,
physische Krankheiten,
  
46:12 und durch eine falsche Art von Beziehung
miteinander.
  
46:17 Menschen haben enorm gelitten.
 
46:21 Nun, kann das enden?
DB: Ja.
  
46:26 Das Problem mit dem Enden des Leidens
ist, dass es Teil des Programms ist.
  
46:29 Wir sind zu der ganzen Sache
konditioniert,
  
46:31 und das ist physisch und chemisch
festgehalten.
  
46:34 K: Wir sind konditioniert.
 
46:36 Das geht schon seit
Jahrhunderten so.
  
46:38 DB: Ja, es ist also auf eine Art
sehr tief sitzend.
  
46:41 K: Sehr, sehr tief.
 
46:43 Nun, kann dieses Leiden enden?
 
46:48 DB: Ja, doch nicht durch ein Handeln
des Gehirns
  
46:51 weil das Gehirn in diesem Leiden
gefangen ist,
  
46:55 und es kann nichts in Bezug auf sein
eigenes Leiden unternehmen.
  
46:58 K: Natürlich kann es das nicht.
Darum kann Denken es nicht beenden.
  
47:02 Denken hat es erschaffen.
 
47:04 DB: In jedem Fall ist es unfähig
es einzudämmen.
  
47:07 K: Ja, Denken hat die Kriege, das Elend,
die Verwirrung erschaffen,
  
47:13 und Denken dominiert die menschlichen
Beziehungen.
  
47:18 DB: Ich denke einige würden dem zustimmen
doch nachwievor meinen,
  
47:23 dass das Denken zwar schlechtes aber
auch gutes vollbringen kann.
  
47:26 K: Nein, das Denken kann weder Gutes noch
Schlechtes tun. Es ist Denken, begrentzt.
  
47:31 DB: Denken kann dieses Leiden nicht
eindämmen.
  
47:33 Dieses Leiden, dass in der physischen
und chemischen Konditionierung
  
47:37 des Gehirns liegt, kann das Denken
nicht einmal erkennen.
  
47:44 Durch Denken, kann ich nicht
wissen was in mir vorgeht.
  
47:47 Ich kann das Leiden innerlich
nicht verändern,
  
47:48 weil Denken mir nicht offenbaren
wird, was es ist.
  
47:51 Nun sagen Sie, es mag da eine
Intelligenz geben.
  
47:54 K: Doch nachwievor,
 
47:56 fragen wir kann Leiden enden,
das ist das Problem.
  
47:59 DB: Ja, und ist es klar, dass das Denken
es nicht vollbringen kann.
  
48:02 K: Denken kann es nicht.
DB: Nein.
  
48:05 K: Das ist der Punkt.
Wenn ich eine Einsicht darein habe...
  
48:09 DB: Ja, diese Einsicht wäre das Handeln
des Bewusstseins,
  
48:13 durch Intelligenz und Aufmerksamkeit.
 
48:16 K: Wenn da diese Einsicht ist,
löscht die Intelligenz das Leiden aus.
  
48:20 DB: Ja, Sie sagen, dass
 
48:21 es da eine Verbindung vom
Bewusstsein zur Materie gibt,
  
48:23 welche die gesamte physiche und
chemische Struktur beseitigt,
  
48:27 die uns fortwährend leiden lässt.
 
48:29 K: Das ist richtig.
 
48:31 In diesem Enden liegt eine Mutation
der Gehirnzellen.
  
48:35 Wir haben diese Frage vor einigen
Jahren besprochen.
  
48:39 DB: Ja, diese Mutation löscht einfach die
gesamte Struktur aus,
  
48:41 die einen leiden lässt.
 
48:43 K: Ja, es ist als wäre ich einer gewissen
Tradition gefolgt,
  
48:48 und plötzlich ändere ich
diese Tradition,
  
48:50 dann ist da eine Veränderung
im gesamten Gehirn
  
48:53 welches zuvor Richtung Norden lief
- und nun Richtung Osten läuft.
  
48:58 DB: Ja, das ist eine radikale
Auffassung vom
  
49:01 Standpunkt der traditionellen
wissenschaftlichen Ideen her.
  
49:09 Weil wenn wir akzeptieren, dass
Bewusstsein verschieden ist von Materie,
  
49:12 dann wäre es für Leute schwierig zu sagen,
dass das Bewusstsein tatsächlich...
  
49:16 K: Würden Sie sagen, das Bewusstsein
reine Energie ist?
  
49:19 DB: Nun, wir könnten es so ausdrücken,
 
49:21 aber sagen das Materie auch Energie ist.
 
49:24 K: Daher ist Materie begrentzt,
Denken ist begrentzt.
  
49:28 DB: Ja, doch wir sagen, dass die reine
Energie des Bewusstseins
  
49:30 in der Lage ist in die begrentzte
Energie der Materie vorzudringen.
  
49:33 K: Ja, das stimmt.
Und sie kann die Begrenzung ändern.
  
49:36 DB: Ja,
etwas von der Begrenzung entfernen.
  
49:38 K: Ja, wenn es da ein tiefes Problem gibt,
 
49:43 oder eine Herausforderung, der Sie
gegenüber gestellt sind.
  
49:52 DB: Und wir könnten auch hinzufügen, dass
 
49:54 all die traditionellen Arten dies
anzugehen nicht funktionieren können.
  
49:58 K: Es hat nicht funktioniert.
DB: Das ist nicht genug,
  
50:00 weil Leute immernoch hoffen mögen,
dass es das könnte, aber es kann es nicht.
  
50:04 Weil das Denken nicht die Basis seiner
eigenen physischen und
  
50:09 chemischen Grundlage in den Zellen
erreichen kann um etwas damit zu tun.
  
50:13 K: Ja, das haben wir sehr klar
herausgestellt.
  
50:16 Denken kann nicht durch sich selbst
eine Veränderung bewirken.
  
50:20 DB: Ja, und doch ist praktisch alles
was die Menschheit
  
50:22 versucht hat zu tun, auf dem
Denken aufgebaut.
  
50:25 Es gibt einen begrentzten Bereich indem
das in Ordnung ist,
  
50:28 aber wir können daher nichts
 
50:30 - wie wir bereits voher besprachen -
 
50:33 in Bezug auf die Zukunft der Menschheit
tun, durch die übliche Herangehensweise.
  
50:39 K: Wenn Sie den Politikern zuhören,
 
50:41 die so sehr aktiv sind in der Welt
 
50:44 - sie kreieren ein Problem nach dem
anderen.
  
50:48 Und denen ist das Denken, die
allerwichtigste Sache der Welt; Ideale.
  
50:54 DB: Allgemein gesagt, niemand kann
irgendetwas anderes kennen.
  
50:58 K: Genau.
 
51:00 Wir sagen, dass das alte Instrument,
welches das Denken ist, abgetragen ist,
  
51:06 ausgenommen von bestimmten Bereichen.
 
51:08 DB: Nun, es war nie angebracht, abgesehen
von diesen ausgenommenen Bereichen.
  
51:11 K: Natürlich.
 
51:13 DB: Und Menschen waren immer
in Schwierigkeiten,
  
51:16 solange wir uns erinnern können,
soweit die Geschichte reicht.
  
51:18 K: Ja, Menschen waren immer in
Schwierigkeiten, Aufruhr, Angst.
  
51:26 Wir sollten das Ganze nicht zu einem
intellektuellen Austausch reduzieren.
  
51:31 Aber als menschliche Wesen,
 
51:35 die all dieser Verwirrung der Welt
gegenüber gestellt sind,
  
51:40 ist da eine Lösung für das Ganze?
 
51:44 DB: Ja, und das führt zur Frage zurück,
die ich nochmal gerne wiederholen würde.
  
51:48 Es scheint mir als seien da ein paar
Leute, die darüber sprechen,
  
51:53 und vielleicht meditieren usw.,
 
51:57 aber wie wird das diesen enormen Strom
der Menschheit beeinflussen?
  
52:02 K: Wahrscheinlich sehr wenig.
 
52:05 Aber warum stellen sie die Frage
- wird es beeinflussen? -
  
52:08 vielleicht tut es das, vielleicht nicht.
 
52:13 Aber dann stellt man die Frage:
wofür ist es dann gut?
  
52:17 DB: Ja, das ist der Punkt. Ich denke es
gibt ein instinktives Gefühl,
  
52:21 dass einen diese Frage stellen lässt.
 
52:23 K: Ja.
Ich denke es ist eine falsche Frage.
  
52:25 DB: Das heißt, dass der erste
Instinkt ist zu sagen,
  
52:28 was können wir tun um diese enorme
Katastrophe zu stoppen?
  
52:31 K: Aber wenn jeder von uns, wer auch
immer zuhören mag,
  
52:36 die Wahrheit dessen erkennt,
dass das Denken in seiner Aktivität,
  
52:40 sowohl äußerlich als auch innerlich,
 
52:43 dieses schreckliche Durcheinander
erschaffen hat, das außerordentliche Leid,
  
52:48 dann muss man unausweichlich fragen:
gibt es da ein Enden von all dem?
  
52:54 Wenn es das Denken nicht vermag, was dann?
DB: Ja.
  
52:59 K: Was ist das neue Instrument, dass diese
Misere beenden wird?
  
53:04 Da ist ein neues Instrument,
welches das Bewusstsein ist, usw.
  
53:08 Das heißt Intelligenz.
 
53:11 Aber, sehen Sie, die Schwierigkeit
ist auch,
  
53:15 dass die Leute all dem
kein Gehör schenken.
  
53:18 Sie haben bereits ihre festen
Schlussfolgerungen gezogen,
  
53:21 sowohl die Wissenschaftler als
auch die gewöhnlichen Laien, wie wir,
  
53:26 sie werden nicht zuhören.
 
53:28 DB: Ja, das geht in die Richtung
dessen was ich dachte,
  
53:30 als ich sagte, dass einige Wenige
scheinbar keinen Einfluss haben.
  
53:35 K: Ich denke, trotz allem, einige Wenige
haben die Welt verändert.
  
53:39 Hitler - ob nun gut oder schlecht,
darum geht es nicht.
  
53:43 DB: Nun, er hat sie nicht fundamental
verändert.
  
53:46 K: Nein, die Welt oberflächlich verändert
wenn Sie so wollen.
  
53:49 Die Revolution der Bolschewisten, der
Kommunisten, hat etwas verändert,
  
53:53 aber sie sind wieder zum selben Muster
zurückgekehrt.
  
53:56 Physische Revolution hat niemals
psychologisch
  
53:59 den menschlichen Zustand verändert.
 
54:03 DB: Denken Sie das es möglich ist,
dass wenn eine
  
54:09 gewisse Anzahl von Gehirnen in Beziehung
tritt zu dem Bewusstsein auf diese Weise,
  
54:14 dass sie dann in Lage wären einen Effekt
auf die Menschheit zu haben,
  
54:17 welcher Jenseits des unmittelbaren
Effektes ihrer Mitteilungen liegt?
  
54:20 K: Ja, so ist es.
 
54:22 DB: Offensichtlich,
 
54:25 wer auch immer das täte, würde sich auf
die herkömmliche Art mitteilen
  
54:27 und das hätte einen kleinen Effekt,
 
54:32 aber hier ist eine Möglichkeit von
etwas vollkommen Anderem.
  
54:40 K: Da habe ich oft drüber
nachgedacht -
  
54:42 wie vermitteln sie in all dem,
 
54:44 dieser sehr subtilen und
komplexen Angelegenheit,
  
54:47 wie vermitteln sie das einer Person,
 
54:50 die durchdrungen ist von Tradition,
die konditioniert ist,
  
54:55 und sich nicht einmal die Zeit nimmt
sich das alles anzuhören, nachzusinnen?
  
55:01 DB: Ja, das ist ein Frage.
 
55:03 Etwas das man sagen könnte ist, dass diese
Konditionierung nicht absolut sein kann,
  
55:07 eine absolute Größe, denn sonst gäbe es
da keinen Weg hinaus. Aber,
  
55:11 Konditionierung kann betrachtet werden,
als hätte sie eine Art Durchlässigkeit.
  
55:17 K: Letzten Endes würde der Papst uns
nicht zuhören,
  
55:20 aber der Papst hat einen außerordentlichen
Einfluss.
  
55:23 DB: Kann es sein, dass jede Person etwas
hat auf das sie hören kann,
  
55:27 wenn sie es nur fände?
 
55:29 K: Wenn sie ein wenig Geduld mitbringt.
 
55:32 Wer wird zuhören?
 
55:34 Die Politiker hören nicht zu.
Die Idealisten hören nicht zu.
  
55:39 Die Totalitären hören nicht zu.
 
55:42 Die tief verankerten religiösen
Menschen hören nicht zu.
  
55:48 Und daher, vielleicht ist das der
ganze Punkt:
  
55:51 hören die sogenannten Ignoranten
Personen zu,
  
55:55 nicht jene mit hoher Bildung und
ihrer Konditionierung,
  
55:58 mit ihrem Beruf, Karriere und Geld,
 
56:01 sondern der arme Mann, der sagt,
ich leide,
  
56:04 bitte lassen sie das uns beenden.
 
56:06 DB: Nun, auch der hört nicht zu.
 
56:10 Er will einen Beruf ergattern.
 
56:11 K: Ja natürlich. Er sagt - gib mir erst
Nahrung.
  
56:16 Wir haben all das während der letzten
60 Jahre durchgemacht.
  
56:21 Der arme Mann hört nicht zu,
der reiche Mann hört nicht zu,
  
56:23 die gGebildeten hören nicht zu,
 
56:25 und auch die zutiefst dogmatischen
religiösen Gläubigen hören nicht zu.
  
56:32 Daher ist es vielleicht wie eine
Welle die durch die Welt geht,
  
56:37 irgendjemanden erwischt sie vielleicht.
 
56:40 Ich denke es ist eine falsche Frage
zu sagen; hat es einen Effekt?
  
56:45 DB: In Ordnung, wir sagen das ruft die
Zeit auf den Plan mit ihrem Werden.
  
56:49 Es erzeugt in der Psyche erneut den
Prozess des Werdens.
  
56:54 K: Aber wenn Sie sagen - es muss
einen Effekt auf die Menschheit haben.
  
57:00 DB: Sagen Sie, dass es einen
Effekt auf die Menschheit hat
  
57:03 direkt durch das Bewusstsein,
mehr noch als... K: Ja.
  
57:10 Es mag sich nicht unmittelbar durch eine
Handlung zeigen.
  
57:13 DB: Sie nehmen das sehr ernst was Sie
sagten, dass
  
57:15 Bewusstsein universell ist und nicht in
unserem gewöhnlichen Raum zu finden ist,
  
57:21 das es nicht getrennt ist.
 
57:23 K: Sehen Sie,
darin liegt eine Gefahr das zu sagen
  
57:25 - Bewusstsein ist universell -
 
57:26 das ist was einige Menschen sagen
- Bewusstsein -
  
57:30 und es wurde zu einer Tradition.
 
57:31 DB: Sie können es natürlich zu einer
Idee machen.
  
57:35 K: Natürlich, das ist gerade die
Gefahr dessen
  
57:36 was ich meine.
 
57:41 DB: Doch letztendlich ist die Frage:
 
57:43 wir müssen damit direkt in Kontakt
kommen, damit es eine Realität wird.
  
57:46 K: Natürlich, so ist es.
 
57:51 Man kann nur in direkten Kontakt damit
kommen,
  
57:54 wenn das Ich nicht ist.
 
57:56 Um es ganz, ganz einfach auszudrücken.
 
58:00 Und darum, wenn das Ich nicht ist,
ist das Schönheit,
  
58:04 ist da Stille, Raum,
 
58:07 dann arbeitet diese Intelligenz,
welche aus Mitgefühl geboren wird,
  
58:11 durch das Gehirn.
Es ist sehr einfach.
  
58:13 DB: Ja, doch würde es sich lohnen
das Ich zu erörtern,
  
58:19 da das Ich so aktiv ist...
 
58:24 K: Das ist unsere lange Tradition,
von vielen, vielen, vielen Jahrhunderten.
  
58:29 DB: Nun, gibt es da einen Aspekt
der Meditation
  
58:33 der hier hilfreich sein kann, wenn
das Ich aktiv ist?
  
58:36 Nehmen wir an jemand sagt sich,
okay, ich bin gefangen im Ich,
  
58:41 aber ich will ausbrechen.
 
58:43 Dann will ich wissen, was
ich tun muss.
  
58:46 Ich werde nicht die Worte
'was ich tun muss'
  
58:48 benutzen, aber was sagen
Sie dazu?
  
58:52 K: Das ist ganz einfach.
 
58:56 Ist der Beobachter verschieden von
dem Beobachteten?
  
58:59 DB: Nehmen wir an, ja, es scheint
verschieden zu sein, was dann?
  
59:02 K: Ist das eine Idee oder eine
Tatsache?
  
59:06 DB: Was meinen Sie damit?
 
59:08 K: Tatsache ist wenn da keine
Trennung ist
  
59:10 zwischen dem Denker und
dem Gedanken.
  
59:12 DB: Ja, aber nehmen wir an ich sage
für gewöhnlich empfindet man,
  
59:15 dass der Beobachter verschieden ist vom
Beobachteten. Ich sage, beginnen wir da.
  
59:19 K: Ich zeige es Ihnen. Betrachten Sie es.
 
59:21 Sind Sie verschieden von Ihrem
Ärger,
  
59:24 von Ihrem Neid, oder Ihrem
Leiden?
  
59:28 Das sind Sie nicht.
 
59:29 DB: Auf den ersten Blick
scheint es so,
  
59:31 dass ich versuchen könnte es zu
kontrollieren.
  
59:33 K: Nicht kontrollieren, Sie sind das.
 
59:36 DB: Wie werde ich erkennen, dass ich
das bin?
  
59:39 K: Sie sind Ihr Name.
 
59:42 Sie sind Ihre Form, Körper.
 
59:45 Sie sind all die Reaktionen und
Handlungen.
  
59:48 Sie sind der Glaube,
die Angst,
  
59:50 Sie sind das Leiden und das
Vergnügen.
  
59:53 Sie sind all das.
 
59:55 DB: Ja, aber der erste Eindruck ist, dass
ich erstmal hier bin,
  
59:57 und der Rest sind meine Eigenschaften,
 
1:00:01 meine Eigenschaften, die ich entweder
haben kann oder nicht.
  
1:00:04 Ich kann verärgert sein, oder
eben nicht.
  
1:00:05 Ich mag diesen Glauben haben oder
jenen.
  
1:00:07 K: Widersrpüchlich
- Sie sind all das.
  
1:00:08 DB: Doch wenn Sie sagen, ich bin das,
 
1:00:11 meinen Sie ich sei das und kann
gar nichts anderes sein?
  
1:00:15 K: Nein. Im Augenblick sind Sie das.
Es kann total anders sein.
  
1:00:19 DB: Ja, also bin ich all das,
 
1:00:22 eher als zu sagen, wie ich für
gewöhnlich tue,
  
1:00:26 dass ich diese Eigenschaften anschaue.
 
1:00:29 Ich, der Beobachter, gebe zu, dass
ich Ärger bin,
  
1:00:32 aber ich empfinde, dass ich als Beobachter
nicht Ärger bin
  
1:00:35 sondern ein unvoreingenommener Beobachter
der sich Ärger anschaut.
  
1:00:39 Nun sagen Sie mir, dass dieser
'unvoreingenommene Beobachter'
  
1:00:42 das Gleiche ist wie der Ärger, den er
betrachtet.
  
1:00:44 K: Natürlich.
So wie ich mich selbst analysiere,
  
1:00:48 und der Analyst ist das
Analysierte.
  
1:00:51 DB: Ja. Er ist beeinflusst durch das was
er analysiert. K: Gewiss.
  
1:00:54 DB: Wenn ich also Ärger für eine Weile
betrachte,
  
1:00:56 erkenne ich, dass ich sehr wohl
voreingenommen bin durch den Ärger.
  
1:01:02 Irgendwann sage ich dann,
ich bin eins mit diesem Ärger.
  
1:01:07 K: Nicht, ich bin eins damit,
sie sind es.
  
1:01:09 DB: Dieser Ärger und Ich sind das Gleiche.
 
1:01:11 K: Ja. Der Beobachter ist das
Beobachtete.
  
1:01:14 Und wenn das eine Tatsache geworden ist,
 
1:01:17 haben Sie wahrhaftig jeden Konflikt
ausgelöscht.
  
1:01:26 Konflikt existiert wenn ich verschieden
bin von meiner Eigenschaft.
  
1:01:32 DB: Ja, das liegt daran, dass ich mich
selbst als getrennt glaube,
  
1:01:35 dann kann ich versuchen es zu ändern,
doch da ich es bin,
  
1:01:37 ist es so als ob die Sache selbst
versuchte sich zu ändern
  
1:01:40 und doch das Gleiche zu bleiben.
 
1:01:42 K: Aber wenn die Eigenschaft ich bin,
 
1:01:46 hat die Trennung aufgehört.
 
1:01:51 DB: Wenn ich erkenne das ich die
Eigenschaft bin,
  
1:01:53 dann hat der gesamte Versuch
keinen Sinn.
  
1:01:56 K: Nein. Was geschieht davor:
 
1:01:59 die Eigenschaft bin nicht ich, dann
liegt darin Konflikt,
  
1:02:06 entweder Unterdrückung, Flucht, etc.,
was eine Verschwendung von Energie ist.
  
1:02:13 Wenn ich die Eigenschaft bin,
 
1:02:18 ist all die Energie welche verloren ging,
die verschwendet wurde,
  
1:02:22 da zum Betrachten, Beobachten.
 
1:02:25 DB: Aber warum macht es so
einen Unterschied,
  
1:02:27 dass ich die Eigenschaft bin?
 
1:02:29 K: Ich zeige es Ihnen.
Es macht einen Unterschied
  
1:02:32 wenn da keine Trennung zwischen
der Eigenschaft und mir gibt.
  
1:02:37 DB: Ja, wenn da kein Empfinden einer
Trennung ist
  
1:02:41 dann versucht das Bewusstsein sich
nicht selbst zu bekämpfen.
  
1:02:48 Wenn da die Illusion eines
Unterschieds ist,
  
1:02:49 ist das Bewusstsein genötigt gegen
sich selbst zu kämpfen.
  
1:02:53 Das Gehirn kämpft gegen sich selbst.
K: Das stimmt.
  
1:02:55 DB: Und auf der anderen Seite, wenn
da keine Illusion eines Unterschieds ist
  
1:02:58 hört das Gehirn einfach auf zu kämpfen.
 
1:03:00 K: Und daher haben Sie außerordentliche
Energie.
  
1:03:03 DB: Die ursprüngliche Energie des
Gehirns wird freigesetzt.
  
1:03:07 K: Energie bedeutet Aufmerksamkeit.
 
1:03:10 DB: Ja. Die Energie des Gehirns erlaubt
Aufmerksamkeit...
  
1:03:15 K: Um diese Sache aufzulösen.
 
1:03:17 DB: Ja. Warten Sie kurz,
weil wir sagten zuvor,
  
1:03:18 dass Aufmerksamkeit eine Verbindung
zwischen Bewusstsein und Gehirn ist.
  
1:03:21 Aber das Gehirn muss in einem Zustand
hoher Energie sein
  
1:03:24 um diese Verbindung zu ermöglichen.
 
1:03:26 K: Das ist das Gleiche.
 
1:03:28 DB: Ein Gehirn mit geringer Energie
kann diese Verbindung nicht ermöglichen.
  
1:03:30 K: Gewiss nicht.
 
1:03:32 Aber die Meisten von uns sind
in geringer Energie
  
1:03:35 weil wir so konditioniert sind.
 
1:03:56 DB: Im Grunde sagen Sie also, dass hier
also der Ausgangspunkt ist.
  
1:04:01 K: Ja, Sir. Fangen sie einfach an.
DB: Ja.
  
1:04:04 K: Beginnen sie bei dem was ist,
was ich bin.
  
1:04:07 Darum ist Selbsterkenntnis so
wichtig.
  
1:04:14 Selbsterkenntnis ist nicht ein
Prozess der Anhäufung von Wissen,
  
1:04:19 welches dann auf sich schaut,
 
1:04:22 es ist ein stetes Lernen
über sich selbst.
  
1:04:25 DB: Ja, wenn Sie es
Selbsterkenntnis nennen,
  
1:04:27 dann ist es nicht ein Wissen von der Art
wie Sie es zuvor besprachen,
  
1:04:30 was Konditionierung ist.
 
1:04:31 K: Das ist richtig.
Wissen konditioniert.
  
1:04:33 DB: Aber Sie sagen, dass
Selbsterkenntnis
  
1:04:35 dieser Art keine
Konditionierung ist.
  
1:04:37 Warum nennen Sie es dann Erkenntnis?
Ist es eine andere Art Erkenntnis?
  
1:04:40 K: Ja.
 
1:04:41 Wissen konditioniert.
 
1:04:43 DB: Ja, aber nun haben Sie diese
Selbsterkenntnis.
  
1:04:45 K: Selbsterkenntis, was bedeutet sich
selbst zu kennen und verstehen;
  
1:04:51 sich selbst verstehen ist so eine subtile,
komplexe Sache,
  
1:04:56 es ist lebendig.
 
1:04:57 DB: Im Wesentlichen sich selbst kennen
in dem Moment
  
1:05:00 in dem Dinge geschehen.
 
1:05:02 K: Ja, zu erkennen was geschieht.
 
1:05:04 DB: Vielmehr als es im Gedächtnis
zu speichern.
  
1:05:06 K: Natürlich,
 
1:05:09 durch Reaktionen beginne ich
zu entdecken was ich bin,
  
1:05:15 und so weiter.
 
1:05:19 Ich denke wir hören lieber auf.
 
1:05:22 Oder?