Krishnamurti Subtitles

Angst zerstört die Liebe

Madras (Chennai) - 1 January 1986

Public Talk 2



1:54 In Ordnung, Sir.
 
2:12 Entschuldigen Sie all die Mühe.
 
2:34 An einem Wochentag
so viele Menschen zu sehen
  
2:37 erscheint ziemlich absurd, nicht wahr?
 
2:43 Ich hoffe,
man hofft, dass Sie sich alle
  
2:48 die Mühe machen werden
einander zuzuhören.
  
2:58 Bei unserem letzten Treffen hier
 
3:03 - es war am Samstag -
sprachen wir darüber, was Liebe ist.
  
3:12 Sie erinnern sich vielleicht,
falls Sie hier waren.
  
3:17 Und wir werden gemeinsam,
ich meine gemeinsam,
  
3:25 dieses gesamte, ungemein vielschichtige Problem ergründen.
 
3:31 Und wenn es Ihnen nichts ausmacht,
müssen Sie mitdenken,
  
3:39 nicht nur zustimmen,
 
3:42 Sagen Sie nicht:
"Ja, Sie haben so recht",
  
3:46 um danach Ihrer Wege zu gehen.
 
3:51 Also werden wir gemeinsam
 
3:56 das Problem untersuchen,
was Liebe ist.
  
4:01 Gemeinsam.
 
4:04 Nicht, dass der Sprecher der
alleinige Redner ist,
  
4:09 sondern gemeinsam werden wir
es untersuchen.
  
4:21 Dies ist kein Vortrag,
 
4:24 keine Belehrung, keine
Anleitung oder Hilfestellung.
  
4:29 Das wäre zu dumm,
 
4:33 denn wir haben diese Art von Hilfe
seit Generationen gehabt,
  
4:37 und wir sind das, was wir jetzt sind.
 
4:42 Wir müssen bei dem beginnen,
was wir jetzt sind,
  
4:45 nicht was wir in der Vergangenheit
gewesen sind,
  
4:49 oder was wir in der Zukunft sein werden.
 
4:53 Was wir in der Zukunft sein werden,
ist was wir jetzt sind.
  
4:59 Nicht wahr?
 
5:01 Was wir jetzt sind, unsere Gier,
unser Neid, unsere Eifersucht,
  
5:07 unser großer Aberglaube,
unser Verlangen jemanden anzubeten,
  
5:16 zu sagen, "Sie sind ein Heiliger",
und all dieser Blödsinn.
  
5:23 Also ist dies kein Vortrag,
kein Zeitvertreib,
  
5:29 nicht etwas, das Sie einfach
akzeptieren oder ablehnen,
  
5:33 sondern wir sprechen miteinander
wie zwei Freunde,
  
5:38 wenn Sie mögen, wie zwei Feinde,
über eine Grenze hinweg.
  
5:44 Aber wir sprechen miteinander.
 
5:49 Also müssen Sie Ihr Gehirn betätigen,
 
5:54 es antreiben, drängen,
eine Lösung suchen.
  
5:59 Also werden wir diese Frage untersuchen:
Was ist Liebe?
  
6:05 Und um diese Frage sehr tiefgründig
zu untersuchen,
  
6:11 müssen wir uns erst die Frage stellen:
Was ist Energie?
  
6:16 Energie.
 
6:20 Jede Geste, die Sie machen,
setzt Energie voraus.
  
6:25 Während wir dem Sprecher zuhören,
 
6:29 ist Ihre Energie im Spiel.
 
6:33 Um von weiterher zu kommen,
von Benares,
  
6:37 oder von noch weiter her,
müssen Sie viel Energie aufwenden.
  
6:43 Nicht wahr?
 
6:44 Um ein Haus zu bauen,
 
6:46 einen Baum zu pflanzen,
zu gestikulieren, zu sprechen.
  
6:52 Von Kindheit an, als Säugling,
der erste Schrei
  
6:57 eines Säuglings setzt Energie voraus,
 
7:00 die zuerst noch von der Mutter kommt, und so weiter.
 
7:04 Ich werde darauf nicht eingehen.
 
7:05 Also müssen wir uns fragen,
was ist Energie?
  
7:11 Ist mit Ihnen alles in Ordnung,
können wir fortfahren?
  
7:21 Ich kann fortfahren, der Sprecher
kann auf unbestimmte Zeit fortfahren,
  
7:25 denn er hat das 60, 70 Jahre
lang getan,
  
7:31 ein und dasselbe in
verschiedene Worte gekleidet,
  
7:35 also wenn Sie freundlicherweise
ernsthaft zuhören würden,
  
7:41 denn das Hören ist eine große Kunst,
 
7:46 vielleicht eine der größten.
 
7:50 Zuzuhören, was der Andere zu sagen hat,
 
7:54 nicht zu unterbrechen, nicht zu sagen,
'Ja, ich stimme Ihnen zu,
  
7:59 lassen Sie uns über
etwas anderes sprechen'.
  
8:05 Wir müssen uns erst fragen, ob Sie
überhaupt zuhören können.
  
8:11 Dies ist kein Vortrag,
keine Belehrung und all das,
  
8:16 gemeinsam untersuchen wir,
hinterfragen, zweifeln,
  
8:25 und akzeptieren niemals,
was der Sprecher sagt. Niemals.
  
8:33 Sagen Sie nicht, "Ja, wir stimmen zu",
um dann weiterhin zu akzeptieren.
  
8:37 Er besitzt keine Autorität.
 
8:40 Also fangen wir an.
Was ist Energie?
  
8:45 Dies ist eine der Fragen der
Wissenschaftler gewesen.
  
8:52 Und sie sagten, Energie sei Materie.
 
8:59 Richtig?
 
9:01 Aber davor: Was ist Energie?
Verstehen Sie?
  
9:07 Es könnte Materie sein,
es könnte alles Mögliche sein.
  
9:12 Aber was ist Energie?
Die ursprüngliche Energie?
  
9:18 Wer erschuf diese Energie?
 
9:22 Verstehen Sie, wovon ich spreche?
 
9:28 Ich bin mir nicht sicher.
 
9:33 Denn dies ist eine sehr, sehr
ernste Frage gewesen.
  
9:40 Wir unternehmen gemeinsam eine lange
Reise in diese Frage.
  
9:48 Gemeinsam - Sie und ich
gehen denselben Bach hinauf.
  
9:52 Folgen Sie nicht nur dem Sprecher.
 
9:56 SagenSie nicht einfach,
"Ja, das klingt sehr gut,
  
9:59 die Upanishaden und die Gita
 
10:01 haben das auch alles gesagt,
daher verstehen wir es".
  
10:06 So ist es ganz und gar nicht.
 
10:09 Zu allererst, muss man
große Zweifel hegen.
  
10:18 Richtig?
 
10:19 Voller Skepsis sein.
 
10:23 Nicht wahr, Sirs?
 
10:26 Nein, stimmen Sie nicht zu,
stimmen Sie nicht zu.
  
10:29 Sie bezweifeln nichts,
Sie akzeptieren alles.
  
10:38 Also Zweifel, Skepsis
gegenüber Ihrer eigenen Erfahrung,
  
10:43 Ihrer eigenen Gedanken,
Ihrer eigenen Schlussfolgerungen.
  
10:47 Anzweifeln, in Frage stellen.
 
10:53 Nichts aus irgendeinem Buch akzeptieren,
meines eingeschlossen.
  
11:01 Ich bin nur ein Passant,
es ist nicht wichtig.
  
11:06 Und wir werden gemeinsam erforschen.
 
11:10 Das ist sehr wichtig, bitte, gemeinsam.
 
11:14 Sie wissen, was das heißt.
 
11:16 zusammenarbeiten, um etwas zu erschaffen,
 
11:20 etwas zu erforschen, um zu sehen,
was klar ist,
  
11:24 was fraglich ist,
was nicht offensichtlich ist.
  
11:28 Sie tun es.
 
11:30 Der Sprecher hat es getan,
aber Sie müssen es tun.
  
11:34 Also gehen wir gemeinsam
einen sehr langen Fluss entlang.
  
11:42 Sie können den Fluss in eine ungemein
starke Strömung verwandeln,
  
11:45 die Sie davonträgt,
 
11:49 Sie ans Ufer wirft,
oder Sie können damit umgehen.
  
11:55 Das erfordert also Ihre Energie.
 
12:04 Es bedarf Ihrer Energie.
 
12:07 Daher fragen wir: Was ist Energie?
 
12:13 Die Krähe, die ruft,
ist ein Teil der Energie.
  
12:18 Nicht wahr?
 
12:19 Die Bäume, die Vögel,
die Sterne, der Mond,
  
12:25 der Sonnenauf- und -untergang, das
ist alles Energie.
  
12:31 Nicht wahr?
 
12:32 Möglicherweise bezweifeln Sie es,
aber das macht nichts.
  
12:40 Und was immer Sie sagen, setzt
Energie voraus.
  
12:44 Der erste Schrei des Säuglings, wenn es
aus dem Mutterleib kommt,
  
12:49 dieser Schrei ist ein Teil jener Energie.
 
12:54 Nicht wahr?
 
12:55 Um Geige zu spielen, zu sprechen,
zu heiraten, Sex,
  
13:01 alles auf der Erde erfordert Energie.
 
13:07 Nicht wahr?
 
13:09 Also erforschen wir gemeinsam, was
ist diese Energie,
  
13:16 was ist der Ursprung,
was ist die Quelle,
  
13:20 wie hat sie angefangen,
wer hat diese Energie erschaffen?
  
13:26 Bitte, vorsichtig, sagen Sie nicht
 
13:27 "Gott" und belassen es dabei.
 
13:31 Ich akzeptiere Gott nicht.
 
13:34 Der Sprecher hat keine Götter.
 
13:37 Ist das in Ordnung?
Akzeptieren Sie das?
  
13:44 Sie werden alles akzeptieren,
 
13:46 also ist es egal, ich werde fortfahren.
 
13:53 Bitte gestatten Sie sich niemals,
das zu akzeptieren,
  
13:57 was der Sprecher sagt,
in keinem Moment,
  
14:01 weder in seinen Büchern, seinen Reden,
noch seinen Videos.
  
14:07 Also was ist diese Energie?
 
14:11 Wir können ohne diese Energie
unmöglich existieren.
  
14:16 Es gibt kein Leben auf der Erde
ohne diese Energie:
  
14:21 Die Bäume benötigen
eine gewaltige Energie,
  
14:25 um das Wasser ganz bis nach oben
zu ziehen, tonnenweise.
  
14:31 Das bedarf enormer Energie.
 
14:34 Um ein Flugzeug zu bauen,
 
14:40 sind hunderte von Menschen erforderlich.
 
14:44 Um zum Mond zu fliegen, usw.
 
14:47 Also was immer wir tun, oder nicht tun,
ist Energie.
  
14:54 Der Tänzer, der Geiger, der Maler,
 
14:58 die Hausfrau, der Armeegeneral,
 
15:04 alle benötigen Energie.
 
15:08 Das ist eine Tatsache. Ob Sie es akzeptieren
oder nicht, spielt keine Rolle.
  
15:14 Und wir fragen:
Was ist diese Energie?
  
15:17 Ihr Ursprung, nicht nur: Energie.
 
15:21 Oder zu akzeptieren, was die
Wissenschaftler sagen, das heißt
  
15:27 Energie ist Materie, und so weiter.
 
15:31 Ich werde nicht darauf eingehen,
denn der Sprecher
  
15:33 hat mit vielen über diese
Angelegenheit gesprochen.
  
15:38 Die religiösen Leute sagen, 'Gott',
und damit ist es beendet.
  
15:43 Oder irgendein Guru sagt es,
womit es ebenfalls beendet ist.
  
15:48 Sie forschen nicht,
sie zweifeln nicht,
  
15:50 sie hinterfragen nicht,
sie sind nicht skeptisch.
  
15:56 Nicht wahr?
 
15:58 Also sagen wir, wenn Sie können,
geben Sie all das auf,
  
16:04 Ihre Bücher, was die Sanskritgelehrten
der Antike gesagt haben,
  
16:09 geben Sie all das auf und lassen
Sie es beiseite.
  
16:14 Wir werden gemeinsam
eine Reise unternehmen.
  
16:18 Wenn Sie all das nicht aufgeben
 
16:21 oder beiseite lassen,
können Sie dem Sprecher nicht folgen,
  
16:25 können Sie ihn nicht verstehen.
Nicht wahr?
  
16:29 Bemühen Sie sich nicht, ihn zu verstehen,
es ist nicht von Bedeutung.
  
16:34 Aber unglücklicherweise
hören Sie viele Worte.
  
16:41 Und Sie sagen, "Ja, das klingt vernünftig", usw.
 
16:46 Wir beschäftigen uns nicht mit Worten.
 
16:48 Worte sind nicht der Berg.
 
16:52 Das Wort 'Berg'
ist nicht der Berg.
  
16:55 Nicht wahr?
 
16:57 Das Wort 'K' ist nicht K.
 
17:02 Verstehen Sie all das?
 
17:06 Also ist Ihr Name nicht das, was Sie sind.
 
17:11 Lediglich um Sie zu erkennen,
aber Ihr Name sind nicht Sie.
  
17:19 Ich glaube es ist wichtig,
das zu verstehen.
  
17:23 Das Wort ist nicht das Tatsächliche.
Nicht wahr?
  
17:28 Ist das klar?
 
17:29 Das Wort ist nicht der Baum.
Das Wort 'Baum' ist nicht das da.
  
17:38 Richtig?
 
17:40 Also müssen wir jetzt
sehr vorsichtig sein,
  
17:44 uns nicht in Worte zu verstricken.
 
17:48 Ich frage mich, ob Sie folgen können.
Richtig.
  
17:53 Ich kann fortfahren, denn mein Freund
hat mir ein Zeichen gegeben,
  
17:58 mein alter Freund.
 
18:07 Und wir werden etwas untersuchen,
 
18:10 das all Ihre Energie voraussetzt,
 
18:16 und Ihr Gehirn,
 
18:20 das Materie ist,
 
18:22 das die angesammelte Erfahrung
von Millionen von Jahren ist.
  
18:32 Und diese gesamte Evolution
bedeutet Energie. Richtig?
  
18:40 Also frage ich mich,
 
18:43 Sie fragen sich,
also fange ich an mich zu fragen,
  
18:50 ob es eine Energie gibt,
die sich weder im Wissensbereichs befindet,
  
18:56 noch festgehalten oder stimuliert wird?
 
19:02 Verstehen Sie?
Innerhalb des Wissensbereichs.
  
19:08 Das heißt,
innerhalb des Denkbereichs.
  
19:14 Bitte stimmen Sie nicht zu.
 
19:18 Ich ,wäre am liebsten blind,
 
19:22 weil Sie allem
und jedem zustimmen.
  
19:27 Also frage ich mich:
 
19:34 Gibt es eine Energie, die vom
Denken weder erschaffen, stimuliert,
  
19:41 noch arrangiert wurde?
 
19:44 Verstehen Sie?
 
19:46 Denken gibt Ihnen eine Menge Energie,
 
19:51 um jeden Morgen um 9:00 oder 8:30
ins Büro zu gehen.
  
19:59 Das Denken gibt Ihnen
diese Energie.
  
20:05 Ich muss mehr Geld verdienen,
für ein schöneres Haus.
  
20:11 Gedanke, das Denken,
gibt Ihnen diese Energie.
  
20:18 Ich glaube, zwei- oder dreihundert
Menschen waren nötig,
  
20:20 oder 3000, um eine Rakete zu bauen,
die zum Mond flog.
  
20:27 Nicht wahr?
 
20:30 All das erfordert Energie.
 
20:36 Um Ihnen die Hände zu schütteln,
um zu sagen: "Wie geht es Ihnen?",
  
20:41 um alte Freunde zu erkennen, die
da drüben sitzen.
  
20:45 Ich bin froh, dass sie einen
Platz gefunden haben,
  
20:49 wir können einander sehen.
 
20:53 Also frage ich mich,
ich kenne die Gedanken, das Denken,
  
21:00 an die Vergangenheit zu denken,
an die Zukunft,
  
21:06 die Gegenwart zu planen,
das erfordert eine gewaltige Energie.
  
21:10 Richtig?
 
21:15 Ich denke, ich muss ein Haus bauen,
also gehe ich zu einem Architekten,
  
21:21 ich stimme ihm zu, usw.
 
21:25 Und Sie benötigen viel Energie
für Ihre Ausbildung.
  
21:31 Richtig?
 
21:33 Aus Unwissenheit heraus,
wie an es nennt.
  
21:36 Ich sage nicht, dass es Unwissenheit ist -
 
21:38 ohne Mathematik zu kennen,
lernen Sie allmählich,
  
21:43 haben Sie die Energie, zur Schule
und zur Universität zu gehen,
  
21:47 und dann wird aus Ihnen irgend etwas.
 
21:53 Sie haben eine Arbeit, zu der Sie
jeden Tag Ihres Lebens gehen.
  
22:00 Oder Sie gehen früh in den Ruhestand
und sterben.
  
22:06 Also erzeugt das Denken
- bitte verstehen Sie das,
  
22:09 es ist sehr wichtig, wenn Sie es möchten,
 
22:12 das Denken erzeugt diese Energie.
 
22:15 Ein Flugzeug zu bauen.
 
22:20 Überlegen Sie, was das erfordert hat.
 
22:24 Hunderte von Menschen haben
daran gearbeitet,
  
22:28 es schrittweise konstruiert,
 
22:34 und sie haben die 747 produziert,
oder was immer es ist,
  
22:38 die wundervollste Maschine, die
niemals verunglücken kann,
  
22:43 - der Mensch kann ein Unglück verursachen,
usw.
  
22:47 Also ist das Denken ein außergewöhnliches
Instrument, um Energie zu erzeugen.
  
22:56 Richtig?
 
23:00 Darf ich weiter fortfahren? Ja.
 
23:08 Wenn Sie nicht erkennen, dass
das eine wirklicheTatsache ist,
  
23:13 dann liegen Sie daneben.
Richtig?
  
23:18 Wenn Sie das nicht
als wirkliche Tatsache erkennen,
  
23:21 dass das Denken eine gewaltige
Energie erzeugt.
  
23:25 Sie möchten reich werden,
 
23:27 dann arbeiten Sie wie verrückt,
um reich zu werden. Richtig?
  
23:33 Sie möchten eine Art verrückte
Propaganda machen,
  
23:37 und Sie arbeiten sehr hart,
 
23:40 Sie schließen sich Gruppen, Sekten,
Gurus usw. an.
  
23:46 Also ist das Denken ein außergewöhnliches
Instrument,
  
23:53 um Gedanken zu erzeugen.
Richtig?
  
23:58 Das Denken, das Energie erzeugt.
 
24:01 Richtig?
Stimmen Sie nicht zu.
  
24:07 Deshalb müssen wir die
 
24:09 exakte Natur des Denkens erforschen.
 
24:13 Nicht sagen, nun ja - all diese Ausreden.
 
24:19 Kümmern Sie sich nicht um das hier.
 
24:22 Ich bin gestern hingefallen und
habe mich verletzt, das ist alles,
  
24:26 es ist vorbei.
 
24:27 Sie können Ihre Aufmerksamkeit
etwas anderem zuwenden.
  
24:34 Also das Denken,
das diese Gesellschaft geplant hat,
  
24:41 das die Welt aufgeteilt hat
in Asien und Europa,
  
24:47 in Kommunisten, Sozialisten,
Kapitalisten
  
24:51 und Republikaner - all das
wurde durch das Denken erschaffen.
  
24:56 Es ist einfach.
 
24:58 Die Armee, die Marine,
die Luftwaffe, um zu töten,
  
25:04 nicht nur zum Transport,
sondern auch zum Töten.
  
25:09 Das ist offensichtlich, nicht wahr?
 
25:11 Also ist das Denken sehr wichtig
in unserem Leben,
  
25:16 denn ohne das Denken
können wir nichts tun.
  
25:21 Richtig?
 
25:23 Damit Sie von weit
hierher kommen konnten,
  
25:29 mussten Sie Vorkehrungen treffen,
 
25:31 um einen Zug, ein Flugzeug,
einen Bus zu nehmen,
  
25:35 all das ist Teil unseres Denkens.
 
25:40 Richtig?
Also was ist das Denken?
  
25:45 Finden Sie es heraus, hören Sie nicht
auf mich. Was ist das Denken?
  
25:52 Sie können ohne eine gewisse Art
des Denkens nicht leben. Richtig?
  
25:58 Planen, nach Hause fahren,
 
26:00 zurück zu Ihrer Arbeitsstelle,
und so weiter, verheiratet sein,
  
26:03 Sex und ... Alles ist im Prozess des
Denkens enthalten.
  
26:12 Also was ist das Denken?
 
26:17 Der Sprecher hat viel darüber gesprochen,
 
26:22 konsultieren Sie also nicht seine Bücher.
 
26:26 Sagen Sie nicht:
"Ja, das habe ich schon einmal gehört".
  
26:30 Hier müssen Sie all die Bücher,
 
26:33 alles, was Sie gelesen haben, vergessen,
 
26:36 denn wir müssen uns
jedes Mal von Neuem damit befassen.
  
26:42 Also beruht das Denken auf Wissen.
Richtig?
  
26:48 Wenn Sie nicht wüssten,
wie man hierher kommt,
  
26:51 mit dem Bus oder so, wären Sie nicht hier.
 
26:55 Also Wissen, Erinnerung, Denken.
Richtig?
  
27:13 Und wir haben gewaltiges Wissen
angehäuft:
  
27:19 Wie wir uns gegenseitig verkaufen,
 
27:21 uns gegenseitig ausnutzen,
 
27:25 wie Brücken gebaut werden,
 
27:28 wie man Götter und Tempel erschafft
- wir haben all das getan.
  
27:35 Die verschiedenen Ashrams,
 
27:38 - Sie kennen das alles,
 
27:40 Konzentrationslager,
von einer gewissen Art.
  
27:43 Das Denken hat all das vollbracht.
 
27:47 Die Armee, die Marine,
das Flugzeug erschaffen.
  
27:53 Das Denken hat auch,
durch das Wissen,
  
27:58 Tempel und all das erschaffen.
 
28:02 Also gibt es ohne Erfahrung
kein Wissen.
  
28:08 Richtig?
 
28:11 Seien Sie logisch, Sirs.
 
28:14 Die Logik ist bis zu einem
gewissen Punkt notwendig.
  
28:18 Denn wenn Sie ohne Logik,
ohne Klarheit, beginnen,
  
28:21 ist es möglich,
dass Sie abergläubisch werden,
  
28:25 erfinderisch,
Schlüsse ziehen,
  
28:30 Tempel erbauen und all
diesen Unsinn.
  
28:33 Also gibt es ohne Erfahrung
kein Wissen.
  
28:40 Die Wissenschaftler fügen jeden Tag
etwas Neues hinzu.
  
28:44 Bitte folgen Sie meinen Ausführungen
sorgfältig.
  
28:50 Die Erfahrung ist begrenzt.
Richtig?
  
28:54 Denn wir fügen ihr durch unser Wissen
 
28:57 immer mehr hinzu.
 
28:58 Erfahrung, Wissen, das im Gehirn
als Erinnerung gespeichert wird,
  
29:05 und das ist dann der Anfang des Denkens.
 
29:10 Richtig?
 
29:11 Habe ich recht?
Oder haben Sie recht?
  
29:16 Was sagen Sie?
 
29:20 Gott, fühlen Sie nichts?
 
29:26 Also ist die Erfahrung immer begrenzt.
Richtig?
  
29:34 Denn Sie fügen jeden Tag immer mehr hinzu,
 
29:38 in der Wissenschaft,
 
29:40 in Ihrem eigenen Leben
lernen Sie täglich hinzu.
  
29:44 Also ist die Erfahrung begrenzt,
deshalb ist das Wissen begrenzt,
  
29:50 die Erinnerung ist begrenzt, und
deshalb ist das Denken begrenzt.
  
29:56 Richtig?
 
29:58 Bin ich vernünftig oder verrückt?
 
30:04 Und wir leben durch das Denken.
 
30:08 Wir erkennen nie,
obwohl sich das Denken
  
30:12 in außergewöhnlichster Weise
Himmel und Hölle vorstellen kann,
  
30:16 die olympischen Götter der Griechen,
die ägyptischen Götter.
  
30:23 Wissen Sie etwas darüber?
 
30:25 Nein, es macht nichts.
 
30:28 Also ist Ihr Denken immer begrenzt,
 
30:35 und Ihre Götter,
die das Denken erschaffen hat,
  
30:39 werden immer begrenzt sein.
 
30:42 Richtig?
 
30:43 Ich weiß, Sie mögen das nicht, dann
überhören Sie es.
  
30:49 Also sind Ihre Götter, Ihr Denken,
wie weitreiched es sein mag,
  
30:56 oder auch wie eng, es ist immer begrenzt.
 
31:04 Und aus dieser Begrenztheit heraus
versuchen wir, die Energie zu finden.
  
31:10 Verstehen Sie, was ich sage?
 
31:13 Wir versuchen den Ursprung, den Beginn
der Schöpfung zu finden.
  
31:29 Das Denken hat die Angst erschaffen.
 
31:33 Richtig?
 
31:38 Nein? Stimmt das nicht?
 
31:42 Haben Sie nicht Angst davor,
was in zwei Jahren geschehen könnte?
  
31:48 Nein?
 
31:51 Haben Sie keine Angst davor, Ihre
Arbeit zu verlieren,
  
31:57 Ihre Prüfungen nicht zu bestehen,
nicht aufzusteigen
  
32:03 - Sie wissen, was ich mit
aufsteigen meine:
  
32:06 immer erfogreicher zu werden.
 
32:10 Und Sie haben Angst davor,
nicht zu genügen.
  
32:16 Sie haben Angst davor,
nicht alleine dastehen zu können,
  
32:19 aus sich selbst heraus stark zu sein.
Richtig?
  
32:23 Sie hängen immer von jemandem ab.
 
32:27 All das erzeugt überwältigende Angst.
 
32:31 Richtig?
 
32:37 Werden Sie mir nicht zublinzeln?
 
32:45 Also ist es eine Tatsache,
dass wir ängstliche Menschen sind.
  
32:52 Richtig?
 
32:54 Würden Sie der sehr simplen
Tatsache zustimmen,
  
32:57 dass wir ängstliche Menschen sind?
 
33:02 Und die Angst entsteht, wenn wir
nach Sicherheit streben.
  
33:07 Richtig?
 
33:09 Hören Sie einfach zu.
Gut, ich werde fortfahren.
  
33:14 Keine Sorge,
ich werde fortfahren.
  
33:18 Die Angst zerstört die Liebe.
 
33:24 Sie können keine Liebe haben ...
 
33:30 Es kann keine Liebe geben, wo Angst ist.
 
33:37 Die Angst selbst ist eine
gewaltige Energie.
  
33:45 Und Liebe steht in
keiner Beziehung zur Angst.
  
33:50 Sie sind vollkommen getrennt.
 
33:58 Was ist also der Ursprung der Angst?
 
34:06 All das muss verstanden werden,
 
34:09 um sich des Wesens der Liebe
bewusst zu sein.
  
34:13 Wenn Sie all das nicht verstehen,
 
34:16 dann machen Sie weiter mit dem,
was Sie immer machen.
  
34:20 Seien Sie glücklich damit,
haben Sie Spaß,
  
34:23 beim Geld verdienen,
einen Rang haben, und all dem Blablah.
  
34:27 Doch wenn Sie das sehr genau
untersuchen wollen,
  
34:31 müssen Sie nicht nur untersuchen,
was das Denken ist.
  
34:37 Die Maschinen, die Computer
machen das hervorragend,
  
34:41 Sie wissen das nicht.
 
34:46 Ich habe mit einigen Professoren in
England gesprochen,
  
34:48 kurz bevor der Sprecher nach Indien kam.
 
34:54 Es gibt Computer, die vorwärts und
rückwärts denken können.
  
34:58 Verstehen Sie, was das heißt?
 
35:00 Sie können denken, was ich...
 
35:05 man muss um 6:00 Uhr aufstehen,
 
35:08 daher muss er planen,
um 6:00 aufzustehen. Richtig?
  
35:12 Und was nach 6:00 zu tun ist.
 
35:17 Und ich glaube, man nennt das ...
 
35:21 Vergessen, es wird wiederkommen.
 
35:26 Also die Maschinen
- bitte verstehen Sie das -
  
35:31 die Maschinen, d.h. der Computer...
Kennen Sie diesen Witz?
  
35:38 Jemand betet zu Gott,
 
35:41 und nebenan ist ein Computer,
zu seinen Knien,
  
35:49 und der Coumputer sagt:
"Zu wem beten Sie? Gott ist hier".
  
35:57 Nein Sir, Sie wissen nicht,
wie ernst das ist.
  
36:02 Also...
Architektur, das ist das Wort.
  
36:07 Wenn
- das habe ich erst kürzlich erfahren,
  
36:11 und es kann falsch sein,
oder vielleicht richtig -
  
36:16 ein Computer kann denken,
was geschehen ist,
  
36:21 und planen, was geschehen wird,
in der Zukunft.
  
36:27 Das ist das, was das Gehirn macht.
Verstehen Sie?
  
36:31 Sie planen hierherzukommen,
 
36:35 Sie wenden viel Geld,
viel Zeit auf,
  
36:38 und fahren hin und her.
 
36:42 Also können die Computer
vorwärts und rückwärts denken,
  
36:46 ich glaube, das heißt Architektur,
 
36:48 vielleicht haben sie mitllerweile
den Namen geändert.
  
36:52 Ich werde einen der Spezialisten
hier fragen.
  
37:01 Also hat das Denken die Angst erschaffen.
 
37:06 Richtig?
 
37:09 Über die Zukunft und die
Vergangenheit nachzudenken,
  
37:13 und nicht in der Lage zu sein,
sich schnell
  
37:17 an die Umgebung anzupassen, usw.
 
37:21 Also Denken und Zeit.
Richtig?
  
37:27 Nein, Sie verstehen nicht.
Ich werde fortfahren.
  
37:30 Das Denken an die Zukunft,
was passieren könnte,
  
37:36 meine Frau könnte mich verlassen,
oder sterben.
  
37:41 Ich werde ein einsamer Mann sein,
was soll ich dann tun?
  
37:45 Ich habe mehrere Kinder,
also sollte ich besser heiraten,
  
37:50 mich mit jemandem wiederverheiraten,
 
37:52 dann wären wenigstens meine
Kinder versorgt.
  
37:57 Und so weiter.
Das ist das Denken an die Zukunft,
  
38:02 basierend auf der Vergangenheit, richtig?
 
38:05 Also sind Denken und Zeit
daran beteiligt.
  
38:11 Richtig?
 
38:13 An die Zukunft zu denken,
 
38:15 die Zukunft, das heißt übermorgen,
oder morgen,
  
38:22 und das Denken daran
erzeugt Angst. Richtig?
  
38:28 Also sind Zeit und Denken
die Ursachen der Angst.
  
38:36 Und wir wissen,
wir haben das Denken
  
38:40 und die Zeit untersucht.
 
38:42 Die Zeit ist die Vergangenheit,
die Gegenwart und die Zukunft,
  
38:46 der Sonnenaufgang
und der Sonnenuntergang,
  
38:49 das Pflanzen eines Samens,
der zu einem großen Baum heranwächst.
  
38:54 Das ist die Zeit.
 
38:56 Und wir haben auch die
innere Zeit:
  
38:58 Ich bin dies, doch ich werde
ein reicher Millionär werden.
  
39:03 Ich bin gierig, doch geben Sie mir Zeit,
dann werde ich es nicht mehr sein.
  
39:08 - im nächsten Leben vielleicht.
 
39:12 Und so weiter und so weiter,
 
39:15 Also sind Zeit und Denken
die zentralen Faktoren der Angst.
  
39:22 Ich suche eine Uhr.
 
39:27 Publikum: Zehn nach sechs.
 
39:44 K: Danke.
 
39:50 Also habe ich ein einviertel Stunden
gesprochen?
  
40:02 Publikum: Vierzig Minuten.
 
40:11 K: Ist das alles, zu schade!
 
40:17 Also, lassen Sie mich dies beenden.
 
40:23 Geben Sie mir weitere zwanzig Minuten,
wenn es Ihnen nichts ausmacht.
  
40:26 Macht es Ihnen etwas aus?
 
40:31 Ich werde Sie nicht lange aufhalten.
 
40:37 Es wird keinen Unterschied machen,
ob Sie mir zuhören oder nicht.
  
40:40 Sie werden ganz genau so weiter machen,
 
40:44 wie Sie bisher gelebt haben.
 
40:47 Sie werden sich nicht ändern,
Sie werden nichts machen,
  
40:52 denn Sie sind in Ihren Gewohnheiten,
Ihren Mustern, gefangen.
  
40:58 Und Sie werden weitermachen,
bis der Tod kommt.
  
41:04 Richtig?
 
41:07 Also untersuchen wir etwas,
 
41:10 das Sie vielleicht nicht verstehen,
aber das macht nichts.
  
41:14 Zeit und Denken sind also ausschlaggebend
in unserem Leben.
  
41:23 Und die innere Zeit
- ich bin dies, doch ich werde das sein,
  
41:28 oder ich bin gewesen,
ich werde sein, ich bin, ich werde sein -
  
41:32 all das beinhaltet Zeit.
 
41:35 Und Zeit ist Denken, es sind nicht
zwei voneinander getrennte Dinge.
  
41:40 Beides sind Bewegungen.
 
41:48 Welchen Platz hat dann der Tod?
 
41:56 Verstehen Sie, Sirs?
 
41:59 Welchen Platz haben der Tod,
das Leiden in meinem Leben,
  
42:06 der Schmerz, die Sorge, die Einsamkeit,
 
42:09 all diese schrecklichen Dinge, die
ich durchlebt habe?
  
42:13 Merci beaucoup.
 
42:15 Sir, ich sollte besser
Ihre Uhr nehmen,
  
42:17 wer immer sie mir geben wird.
 
42:19 Ich könnte sie verlieren,
oder Sie könnten sie verlieren.
  
42:26 Sie verstehen, bitte
verstehen Sie dies genau.
  
42:31 Die Zeit, das Denken,
sind zentrale Faktoren des Lebens.
  
42:38 Und wir sagen,
 
42:40 Denken und Zeit
sind die Ursachen der Angst.
  
42:45 Das ist eine Tatsache,
ob es Ihnen gefällt oder nicht.
  
42:49 Also was hat das Leiden
mit Zeit zu tun?
  
42:56 Folgen Sie all dem?
 
42:58 Was haben das Leiden, der Schmerz,
die Sorge, die Einsamkeit, die Verzweiflung,
  
43:05 und all die Pein, die der Mensch
durchmacht,
  
43:09 ist das alles unser Leben?
 
43:15 Verstehen Sie meine Frage?
Wir sind gemeinsam unterwegs.
  
43:19 Sie sitzen nicht nur da
 
43:21 und hören einem
unsinnigen Sprecher zu.
  
43:27 Ich frage Sie.
 
43:30 Dies ist Ihr Leben, nicht wahr?
Tatsachen, keine Einbildung.
  
43:37 Sie werden geboren, ausgebildet und
Sie werden BAs, MAs,
  
43:42 und all das, PhDs, um eine
Anstellung zu bekommen,
  
43:48 oder Sie werden ein
großer Premierminister,
  
43:52 oder Minister, um Himmels willen,
verstehen Sie?
  
43:55 Dies ist Ihr Leben.
 
43:58 Dies ist Ihr Bewusstsein,
 
44:02 Ihr Bewusstsein besteht
aus Ihren Ängsten,
  
44:06 Ihrem Wissen, Ihrer Zeit,
Sie wissen, Bewusstsein.
  
44:12 Ihr Wissen, alles
ist in Ihrem Bewusstsein.
  
44:18 Und in diesem Bewusstsein,
das Sie ausmacht,
  
44:27 dieses Bewusstsein, von dem Sie immer
dachten, es sei Ihrs, meins,
  
44:33 'Mein Bewusstsein'.
 
44:36 Verstehen Sie meine Frage?
 
44:41 Kreuzen Sie nicht Ihre Beine,
sitzen Sie gemütlich,
  
44:44 ich sehe Sie an
- bleiben Sie einfach so.
  
44:51 Ihr Bewusstsein, wenn Sie es
sehr genau untersuchen,
  
44:57 nicht, dass Sie es
beurteilen, bewerten,
  
45:00 wie gewohnt, sondern wenn Sie es
sehr genau untersuchen,
  
45:05 setzt sich Ihr Bewusstsein
aus seinem Inhalt zusammen.
  
45:11 Richtig?
Verstehen Sie, was ich sage?
  
45:16 Was Sie denken, Ihre Tradition,
Ihre Bildung,
  
45:22 Ihre Ängste, ob Sie Ihre Frau
gegen eine Neue austauschen möchten,
  
45:26 ob Sie einen bestimmten Tempel besuchen,
 
45:32 all das, Einsamkeit, Angst
- das ist was Sie sind!
  
45:39 Sie denken vielleicht,
Ihr Inneres sei heilig,
  
45:43 doch das sind immer noch Gedanken.
 
45:46 Wenn Sie sagen,
"Ja, Gott ist in mir",
  
45:49 ist es immer noch ein Produkt des Denkens.
 
45:55 Also Ihr Bewusstsein, das, was Sie sind,
 
46:00 nicht äußerlich,
 
46:03 sondern psychisch, im Innern,
Ihr Bewusstsein
  
46:08 ist das Bewusstsein der Menschheit.
 
46:12 Hören Sie genau zu.
Akzeptieren Sie nichts, was er sagt.
  
46:17 Jeder Mensch auf dieser Erde macht
das durch:
  
46:22 Leid, Schmerz, Sorge,
Ungewissheit, Unsicherheit,
  
46:27 Streitereien, Schmeicheleien,
dies haben oder nicht haben wollen.
  
46:33 All das ist was Sie sind.
 
46:37 Wenn Sie glauben,
Sie seien ein fleisch gewordener Gott,
  
46:42 ist das Teil des Denkens.
Richtig?
  
46:46 Das Denken, das begrenzt ist,
wie wir sagten.
  
46:50 Also ist Ihr Bewusstsein,
das Sie ausmacht,
  
46:55 der Rest der Menschheit.
 
46:58 Jeder Mann macht das durch.
 
47:02 Oder jede Frau. Jeder Mensch
macht das durch.
  
47:10 Jeder Mensch:
 
47:11 Ihr Nachbar, Ihr Vater,
Ihr Großvater
  
47:15 und die früheren Generationen
auf der ganzen Welt.
  
47:19 Also sind Sie keine Individuen.
 
47:24 Das ist ein Schlag.
Akzeptieren Sie es nicht.
  
47:30 Untersuchen Sie es, sagen Sie nicht,
"Es ist Unsinn",
  
47:34 oder "Es ist keine Tatsache,
denn die Gita sagt etwas",
  
47:38 oder die Upanishaden,
oder die Bibel.
  
47:42 Es ist eine Tatsache, dass
Ihr Leid, Ihr Schmerz,
  
47:49 Ihre Sorge, Ihre Einsamkeit, Ihr Wissen
 
47:55 von allen Menschen
 
47:58 geteilt wird.
 
48:03 Richtig?
 
48:09 Also sind Sie keine getrennte Seele,
kein getrenntes Atman.
  
48:18 Ich weiß, dass Sie das nicht mögen,
denn Sie wurden erzogen,
  
48:23 alles und jedes zu schlucken.
 
48:32 Also muss es Freiheit geben
von der Angst,
  
48:41 von Verletzungen,
 
48:46 von allem, das die Menschheit
erschaffen hat.
  
48:56 Es muss Freiheit da sein, Sie verstehen,
nicht nur Worte.
  
49:01 "Indien muss frei sein
vom Rest der Welt".
  
49:03 Das ist Unsinn.
 
49:05 Niemand kann allein leben,
 
49:09 sie brauchen einen Freund,
sie brauchen jemanden, der helfen kann.
  
49:14 Also versuchen wir herauszufinden,
was Liebe ist. Richtig?
  
49:23 Wir sagen, solange es irgend eine Form
von Angst gibt,
  
49:31 biologischer Art,
 
49:36 Bindungsangst,
Verlustangst,
  
49:40 Angst irgendwelcher Art,
kann das Andere nicht bestehen.
  
49:46 Wenn man an irgendetwas hängt
 
49:49 kann das Andere nicht sein,
das die Liebe ist.
  
49:53 Also werden wir nachforschen,
wenn es die Zeit zulässt.
  
50:00 Wenn wir diese Gesamtsicht haben,
von Anfang an,
  
50:05 vom Säugling bis ins Erwachsenenalter,
und wir verstehen, was die Welt ist,
  
50:13 untersuchen wir, was der Tod ist.
 
50:20 Weshalb haben wir alle solche Angst
vor dem Tod?
  
50:24 Sie verstehen?
Sie verstehen, was es bedeutet zu sterben?
  
50:28 Haben Sie nicht Dutzende von Menschen
gesehen, die getötet oder verletzt wurden?
  
50:38 Nein?
 
50:42 Sind Sie seltsame Menschen oder was?
 
50:46 Sind Sie von einem anderen Planeten?
Wir haben den Tod gesehen.
  
50:55 Wir sind dem, was der Tod ist,
nie auf den Grund gegangen.
  
51:02 Es ist eine sehr wichtige Frage,
wie die Frage, was Leben ist.
  
51:10 Wir sagten, all das ist Leben - Blödsinn.
 
51:15 Wir sagten, das Leben ist Wissen, Lernen,
 
51:20 Sie kennen all das:
 
51:22 jeden Tag regelmäßig um 9:00 Uhr
ins Büro gehen,
  
51:24 oder um 10:00 Uhr, sich streiten, kämpfen,
 
51:28 etwas wollen oder nicht wollen.
 
51:32 Wir wissen, was zu leben heißt.
Richtig?
  
51:38 Eine Reihe von Aktionen
verursachen eine Reihe von Reaktionen,
  
51:45 und Leid, Schmerz -
das ist unser Leben.
  
51:54 Wenn das leben ist,
 
51:58 und das ist es,
sagen Sie nicht:
  
51:59 "Ja, das Leben ist etwas
Außergewöhnliches".
  
52:05 Das Leben ist streiten,
sich scheiden lassen, kämpfen.
  
52:10 Aber wir haben noch nie ernsthaft
untersucht, was der Tod ist.
  
52:18 Verstehen Sie, wovon ich spreche?
 
52:22 Wir wissen, was es heißt zu leben,
wenn Sie ehrlich sind,
  
52:26 und Sie können sich vorstellen,
was Sie wollen, aber dies ist leben.
  
52:30 Sie können sich den Himmel vorstellen,
und dass Gott Ihnen zunickt,
  
52:34 jedes Gebet wird erhört,
und all dieser Unsinn.
  
52:39 Das ist es jedenfalls für mich,
für den Sprecher.
  
52:44 Doch wir haben nie ernsthaft untersucht,
was es ist zu sterben.
  
52:54 Alles klar, Sir?
 
52:58 Was bedeutet es zu sterben?
 
53:07 Es muss etwas Außergewöhnliches sein
zu sterben. Nicht?
  
53:14 Etwas Außergewöhnliches.
 
53:20 Alles wurde Ihnen weggenommen:
 
53:24 Alles, woran Sie hängen, Ihr Geld,
Ihre Ehefrau, Ihre Kinder,
  
53:29 Ihr Heimatland, Ihr Aberglaube,
Ihre Gurus, Ihre Götter,
  
53:35 alles ist weg. Richtig?
 
53:39 Vielleicht möchten Sie es
in die andere Welt mitnehmen,
  
53:44 doch Sie können Ihr Geld nicht mitnehmen,
Ihr Bankkonto,
  
53:49 das, woran Sie hängen,
Ihre Gurus, Ihre Tempel.
  
53:58 Sie können dort oben Tempel erfinden,
aber nicht nach Ihrem Tod,
  
54:03 doch während Sie leben, können Sie
alle möglichen Götter erfinden.
  
54:09 Doch wenn der Tod kommt, sagt er:
"Sieh,
  
54:13 du kannst nichts mitnehmen.
 
54:18 Alles, woran du hängst,
was du gern hast,
  
54:21 deine Verletzungen, alles,
was du im Leben angesammelt hast.
  
54:28 Du kannst nichts mitnehmen,
dafür ist kein Platz".
  
54:34 Richtig?
 
54:36 Also sagt der Tod,
 
54:40 "Lass vollkommen los".
Richtig?
  
54:46 Das geschieht, wenn der Tod kommt.
 
54:50 Sie haben niemanden,
an den Sie sich anlehnen können, nichts.
  
54:59 Sie haben das verstanden?
 
55:02 Sie können glauben, dass Sie
im nächsten Leben wiedergeboren werden.
  
55:06 Das ist ein sehr beruhigender Gedanke,
 
55:09 doch es ist vielleicht keine Tatsache,
es kann Ihre Einbildung sein,
  
55:13 Ihr Verlangen,
"Ich kann meine Frau nicht verlassen",
  
55:16 ich habe meinem Sohn so viel
hinterlassen, aber ich werde ihn
  
55:20 im nächsten Leben treffen
und ihm meine Meinung sagen, usw.
  
55:26 Wir versuchen also herauszufinden,
was es heißt zu sterben
  
55:35 - während wir leben,
kein Selbstmord,
  
55:37 ich rede nicht von diesem Unsinn.
 
55:41 Ich möchte herausfinden,
was es heißt zu sterben.
  
55:50 Nicht in den Fluss zu springen,
das meine ich nicht,
  
55:55 oder in den Himalaya zu gehen,
um dort zu sterben.
  
56:00 Sondern ich möchte selbst herausfinden,
was es heißt zu sterben.
  
56:12 Das heißt, kann ich vollkommen frei sein
von allem,
  
56:19 was der Mensch geschaffen hat,
mich einbezogen?
  
56:25 Es gibt einen italienischen Witz,
sorry, wenn ich ihn wiederhole:
  
56:31 "Die ganze Welt wird sterben,
vielleicht auch ich".
  
56:43 Also möchte ich herausfinden,
was wirklich geschieht,
  
56:49 wenn der Tod sagt, genug.
 
56:55 Möchten Sie das herausfinden?
Nein.
  
56:58 Möchten Sie das wirklich herausfinden?
 
57:07 Was heißt es zu sterben?
 
57:13 Alles aufgeben.
Richtig?
  
57:16 Kein Opfer,
gebrauchen Sie nicht diese dummen Wörter.
  
57:26 Das Sterben trennt Sie,
mit einer sehr scharfen Rasierklinge,
  
57:33 von Ihren Abhängigkeiten,
Ihren Göttern,
  
57:36 Ihrem Aberglauben,
Ihrem Verlangen nach Trost,
  
57:41 einem Leben danach, usw.
 
57:46 Also werde ich herausfinden,
was der Tod bedeutet,
  
57:51 denn er ist ebenso wichtig wie das Leben.
 
57:57 Wie kann ich das also tatsächlich,
nicht theoretisch, herausfinden,
  
58:04 ohne Bewertungen anzustellen,
und Gesellschaften zu gründen,
  
58:09 Sie kennen den ganzen Zirkus.
 
58:12 Ich aber möchte das wirklich herausfinden,
genauso wie Sie,
  
58:17 ich spreche für Sie,
schlafen Sie nicht ein.
  
58:24 Also was heißt es zu sterben?
 
58:29 Man ist sehr gesund,
der Körper funktioniert,
  
58:34 es gibt keine Krankheit, wie bei K,
 
58:39 der mit 91 nicht krank ist,
keine Schmerzen hat,
  
58:44 denn ich war bei Experten, bei Ärzten.
 
58:48 Also was bedeutet es zu sterben?
 
58:52 Stellen Sie sich selbst die Frage,
hören Sie mir nicht zu.
  
58:58 Wenn Sie jung sind, oder sehr alt,
 
59:03 diese Frage ist immer da.
 
59:07 Richtig?
 
59:08 Sie fragt beständig, was es heißt zu sterben.
 
59:18 Sind Sie an all dem interessiert?
Wirklich?
  
59:25 Schütteln Sie nicht mit dem Kopf.
Wissen Sie, was das heißt,
  
59:34 vollkommen frei zu sein,
vollkommen unabhängig
  
59:42 von allem, was der Mensch erschaffen hat,
 
59:46 oder was Sie erschaffen haben -
vollkommen frei.
  
59:53 Keine Abhängigkeiten, keine Götter,
keine Zukunft, keine Vergangenheit.
  
1:00:01 Sie wissen nicht mal, was das bedeutet.
 
1:00:04 Sie sehen nicht die Schönheit,
 
1:00:06 die Größe, die außergewöhnliche Kraft,
die darin liegt.
  
1:00:16 Also während Sie leben zu sterben.
 
1:00:23 Verstehen Sie, was das bedeutet?
 
1:00:27 Während Sie leben,
sterben Sie in jedem Augenblick.
  
1:00:36 Also hängen Sie Ihr Leben lang
an nichts,
  
1:00:43 nicht an Ihrer Frau, Ihrem Vater,
Ihrer Mutter, Ihrer Großmutter,
  
1:00:47 an Ihrem Heimatland,
an nichts.
  
1:00:52 Denn das ist die Bedeutung des Todes.
 
1:00:55 Richtig?
 
1:00:57 Sie mögen sich ein anderes Leben wünschen.
 
1:00:59 Das ist viel zu einfach, zu simpel,
zu idiotisch.
  
1:01:06 Also bedeutet leben zu sterben.
 
1:01:14 Verstehen Sie?
 
1:01:17 Leben bedeutet,
dass Sie jeden Tag alles aufgeben,
  
1:01:22 an dem Sie gebunden hängen:
 
1:01:29 Was Sie anbeten, was Sie denken,
und was nicht,
  
1:01:33 Ihre Götter, Ihre Heimat -
nichts!
  
1:01:38 Können Sie das?
 
1:01:46 Können Sie das?
 
1:01:47 Eine ganz einfache Tatsache,
 
1:01:51 aber von gewaltiger Tragweite.
 
1:01:58 So dass jeder Tag ein neuer Tag ist.
 
1:02:05 Verstehen Sie?
 
1:02:07 Jeden Tag sterben Sie
und werden wiedergeboren.
  
1:02:13 Sie verstehen es nicht.
 
1:02:18 Darin liegt eine gewaltige
Lebendigkeit und Energie.
  
1:02:24 Verstehen Sie?
 
1:02:25 Denn es gibt nichts,
wovor Sie Angst haben.
  
1:02:30 Nichts, das verletzen kann -
verletzt werden gibt es nicht.
  
1:02:36 Das Denken ist begrenzt,
deshalb hat es keine Bedeutung.
  
1:02:40 Es hat eine Bedeutung,
ich aufstehen muss
  
1:02:42 und in fünf Minuten weggehen muss.
 
1:02:47 Aber die Zeit, das Denken,
die Angst, die Abhängigkeiten,
  
1:02:51 und all die Dinge,
die der Mensch geschaffen hat,
  
1:02:55 müssen vollkommen aufgegeben werden.
 
1:02:59 Das bedeutet zu sterben.
 
1:03:05 Gott mag auf Sie warten,
um Sie im Himmel zu erretten,
  
1:03:10 das klingt alles so unsinnig.
 
1:03:16 Also können Sie das tun?
 
1:03:21 Werden Sie es versuchen?
Werden Sie damit experimentieren?
  
1:03:25 Nicht nur für einen Tag.
Jeden Tag.
  
1:03:34 Nein, Sie können es nicht.
 
1:03:36 Ihre Gehirne sind darauf
nicht vorbereitet.
  
1:03:40 Ihre Gehirne
wurden so stark konditioniert,
  
1:03:44 durch Ihre Ausbildung, Ihre Tradition,
Ihre Bücher,
  
1:03:49 durch Ihre Professoren,
durch alles Mögliche.
  
1:03:54 Daher muss herausgefunden werden,
 
1:03:59 was Liebe ist.
Liebe und Tod gehören zusammen.
  
1:04:08 Denn der Tod sagt:
 
1:04:13 "Sei frei, hänge an nichts,
es gibt nichts, was du mitnehmen kannst."
  
1:04:23 Und die Liebe sagt -
 
1:04:29 Es gibt dafür kein Wort.
 
1:04:34 Also kann Liebe nur da sein,
wenn Freiheit vorhanden ist.
  
1:04:41 Nicht von Ihrer Frau, für eine
neue Freundin, einen neuen Ehemann.
  
1:04:49 Es geht um das Gefühl,
die gewaltige Kraft,
  
1:04:55 die Vitalität und die Energie
der vollkommenen Freiheit.
  
1:05:09 Wenn wir uns das nächste Mal treffen,
 
1:05:12 werden wir über Religion
und Meditation sprechen.
  
1:05:20 Ich hoffe, das ist in Ordnung.
 
1:05:25 Ich bedauere,
dass es nur drei Reden sind,
  
1:05:29 aber der Sprecher kann nicht weitermachen.
Verstehen Sie?
  
1:05:35 Er ist einundneunzig, und es reicht.
 
1:06:11 Es ist vorbei.