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Das Bedürfnis nach Sicherheit

Ojai - 17 April 1982

Discussion with Scientists 3



0:05 Das Wesen des Bewusstseins
 
0:16 Dritter Teil
 
0:19 Das Bedürfnis nach Sicherheit
 
0:29 Dies ist eine Reihe von Dialogen zwischen
J. Krishnamurti,
  
0:33 David Bohm, Rupert Sheldrake und
John Hidley.
  
0:37 Die Absicht dieser Gespräche ist
es essentielle Fragen
  
0:40 des Bewusstseins zu ergründen,
was psychologische Unordnung ist,
  
0:44 und was notwendig ist für einen
fundamentalen psychologischen Wandel.
  
0:49 J. Krishnamurti ist ein religiöser
Philosoph, Autor und Lehrer
  
0:53 der über diese Themen geschrieben
und Vorträge gehalten hat.
  
0:57 Er hat Grund- und weiterführende Schulen
gegründet,
  
0:59 in den USA, England und Indien.
 
1:02 David Bohm ist Professor für
theoretische Physik
  
1:06 am Birkbeck College, an der
London University in England.
  
1:10 Er hat einige Bücher veröffentlicht
zur theoretischen Physik
  
1:13 und dem Wesen des Bewusstseins.
 
1:15 Professor Bohm und Mr. Krishnamurti
 
1:17 hielten bereits mehrere Dialoge über
verschiedene Themen.
  
1:20 Rupert Sheldrake ist ein Biologe,
dessen kürzlich publiziertes Buch
  
1:24 aufzeigt, dass Lernen im Kreis einiger
Mitglieder einer Spezies,
  
1:27 einen Effekt auf die Spezies als
Ganzes hat.
  
1:30 Dr. Sheldrake ist derzeit beratender
Pflanzenphysiologe
  
1:34 für das internationale
Ernteforschungsinstitut
  
1:36 in Hyderabad, Indien.
 
1:38 John Hidley ist ein selbstständiger
Psychater,
  
1:41 der seit sechs Jahren in Verbindung
steht
  
1:44 mit der Krishnamurti Schule in
Ojai, Kalifornien.
  
1:47 In den ersten beiden Dialogen
ging es hauptsächlich um
  
1:50 den Prozess der eigenen Identifikation.
 
1:53 Eine Reihe von Themen wurde
zu diesem Prozess in Beziehung gestellt
  
1:57 einschließlich des Problems des
Leidens,
  
1:59 die Rolle des Denkens
und der Erinnerung,
  
2:01 Bilder, und die Einzigartigkeit
oder Generalität des Bewusstseins.
  
2:06 Können diese Prozesse beobachtet werden,
und was ist die Beziehung zwischen
  
2:09 Beobachtung und Ordnung,
Verantwortung und Veränderung?
  
2:14 Das heutige Gespräch richtet
sich auf die Frage:
  
2:17 gibt es so etwas wie absolute
psychologische Sicherheit?
  
2:21 H: Wir würden gerne über die Frage
reden, ob es da eine
  
2:26 tiefe Sicherheit gibt; ob das
'Ich' aufgelöst werden kann.
  
2:32 Sie schlugen vor, dass,
 
2:36 wenn dies möglich ist,
dass dann die Probleme
  
2:38 die der Einzelne mit ins Büro
schleppt, die Probleme...
  
2:41 K: Sir, abgesehen von physischer Sicher-
heit, warum suchen wir nach Sicherheit?
  
2:48 Abgesehen von irdischer Sicherheit,
 
2:53 warum wollen wir Sicherheit?
 
2:55 H: Nun, wir kennen Momente von
Frieden und Glück,
  
2:57 und wir wollen das aufrecht erhalten
und es bewahren.
  
3:02 K: Dann wird es zu einer
Erinnerung...
  
3:05 H: Ja.
K:...nicht zu wahrhaftiger Sicherheit.
  
3:09 Eine Erinnerung daran das man eines
Tages glücklich war,
  
3:14 und man wünscht sich dahin
zurück zu kehren.
  
3:18 Oder sie projezieren eine idee und eine
Hoffnung, es eines Tages zu erreichen.
  
3:23 Aber warum ist es, dass Menschen,
wahrscheinlich in der ganzen Welt,
  
3:28 nach Sicherheit suchen? Was ist die
Daseinsberechtigung,
  
3:33 wenn ich es so formulieren darf,
für dieses Verlangen nach Sicherheit?
  
3:37 Was bringt Leute dazu nach Sicherheit
zu fragen, psychologisch?
  
3:44 H: Sie sind beschäftigt,
sie sind ausgefüllt mit ihren Problemen.
  
3:52 Es gibt da eine Ahnung,
dass wenn ich das Problem löse,
  
3:55 wenn ich entdecke, was die richtige
Antwort ist, wenn...
  
3:58 K: Das ist nicht Sicherheit, bestimmt
nicht.
  
4:04 Das ist eine große
Unsicherheit,
  
4:10 ein tiefes Empfinden von Leere in
einem selbst, Einsamkeit.
  
4:17 Wirklich, Einsamkeit -
nehmen wir das als Beispiel.
  
4:21 H: Ok.
 
4:23 K: Ich mag verheiratet sein, Kinder haben,
und alles was dazu gehört,
  
4:27 aber ich fühle mich immernoch
isoliert, einsam.
  
4:33 Und das ist beängstigend,
bedrückend,
  
4:37 und ich merke, das ist isolierend.
 
4:43 Nach wie vor ist Einsamkeit die
Essenz von Isolation,
  
4:47 wo ich keinerlei Beziehung habe
mit irgendjemandem.
  
4:51 Ist das ein Grund dafür das Menschen
nach Sicherheit suchen,
  
4:55 dieses Verlangen nach Sicherheit?
H: Ja, um das auszufüllen.
  
5:01 K: Oder noch viel tiefer als das.
 
5:07 Sicher zu sein in meiner
Erfüllung,
  
5:15 frei zu sein von Angst,
frei von meinen Qualen.
  
5:22 Ich will von all dem frei sein,
so dass ich gänzlich sicher sein kann,
  
5:27 in Frieden und Glück. Ist es
das was wir wollen?
  
5:30 H: Ja.
K: Ist das der Grund warum wir suchen?
  
5:33 H: Und wir wollen das um langfristig
Stabilität zu finden.
  
5:37 K: Stabilität, dauerhaft - wenn es
überhaupt irgendetwas dauerhaftes gibt.
  
5:43 Ist das der Grund weswegen wir uns sehnen,
verlangen, sehnen nach Sichereit?
  
5:50 H: Ja.
 
5:56 K: Das heißt, frei sein von Angst,
und dann bin ich voll und ganz sicher.
  
6:04 H: Es fühlt sich so an als müsste ich so
sein, um richtig zu funktionieren.
  
6:11 K: Richtig funktionieren kommt später.
 
6:14 H: Was meinen Sie?
 
6:16 K: Wenn ich sicher bin, funktioniere ich.
H: Ja.
  
6:20 K: Wenn ich stark verankert bin in etwas,
von dem ich denke es ist falsch oder wahr,
  
6:27 werde ich gemäß dieser beiden
Prinzipien handeln.
  
6:31 Aber ist es so, dass Menschen unfähig
sind
  
6:35 diese tief verwurzelte Angst aufzulösen -
als Beispiel nehme ich Angst -
  
6:42 und sie waren nicht in der Lage
es aufzulösen.
  
6:46 H: Ja, das stimmt.
K: Psychologische Ängste.
  
6:50 K: Und davon frei zu sein
bedeutet so wundervoll sicher zu sein.
  
6:59 H: Das sagen sie, wenn wir diese
Probleme lösen können
  
7:02 auf einer fundamentalen Ebene.
 
7:04 K: Andernfalls, was soll das Ganze,
wie kann ich sonst vollkommen sicher sein?
  
7:07 H: Ja.
 
7:12 K: Ist es also die physische Sicherheit,
von Brot oder Unterkunft,
  
7:22 Nahrung und Kleidung, die hinüber schwappt
in den psychologischen Bereich?
  
7:28 Verstehen Sie was ich meine?
 
7:30 H: Meinen sie, dass dies der Ursprung ist
des Verlangens nach
  
7:34 psychologischer Sicherheit?
K: Ja, teilweise.
  
7:40 Man braucht Nahrung und Kleidung, sowie
eine Unterkunft.
  
7:43 Das ist absolut essentiell, ansonsten
würden
  
7:46 sie vier hier nicht sitzen.
H: Ja.
  
7:48 K: In der Suche danach,
will ich ebenso
  
7:55 psychologisch sicher sein.
 
8:00 H: Sie scheinen gleichgestellt
zu sein.
  
8:02 K: Ja, ich stelle in Frage ob
es so ist.
  
8:06 H: Ja.
K: Oder,
  
8:07 ist es das psychologische Verlangen sicher
zu sein, das physische Sicherheit hindert?
  
8:24 H: Es scheint, dass das psychologische
Verlangen sicher zu sein
  
8:27 aus der Notwendigkeit erwächst in der
Realität zu funktionieren.
  
8:32 K: Ich will psychologisch sicher sein.
 
8:37 H: Ja.
 
8:39 K: Also hafte ich an einer Gruppe an,
einer Gemeinschaft, einer Nation.
  
8:43 H: Ja.
 
8:44 K: Was mich dann davon abhält
sicher zu sein.
  
8:49 Sicherheit heißt, lang anhaltende
Sicherheit.
  
8:56 Aber wenn ich mich identifiziere, in der
Suche nach psychologischer Sicherheit,
  
9:02 und mich zu einer Nation zuordne,
dann wird mich diese Isolierung
  
9:06 zerstören.
H: Ja.
  
9:13 K: Warum streben wir also danach?
 
9:18 H: Ok, dann sagen sie, dass es da einen
Fehler gibt,
  
9:21 der darin liegt, dass wir uns
identifizieren,
  
9:23 uns zuordnen zu etwas, und darin
Sicherheit suchen,
  
9:27 und das dies fundamental falsch ist.
 
9:30 K: Ja. Nein, nicht fundamental.
Ich will nicht richtig oder falsch sagen.
  
9:34 H: Na gut.
K: Ich frage, warum?
  
9:37 Warum tun Menschen das?
 
9:39 Das ist eine Tatsache, die auf der ganzen
Welt gilt,
  
9:44 nicht bloß für bestimmte Gemeinschaften
 
9:46 - alle Menschen wollen so...
 
9:54 unerschütterlich sicher sein.
 
9:56 H: Ja.
K: Warum?
  
10:03 B: Ich denke das die Leute
ein paar Antworten haben.
  
10:05 Sehen sie, sagen wir, da
ist ein kleines Kind, oder ein Baby,
  
10:09 nun empfindet es das Bedürfnis geliebt zu
werden, von seinen Eltern, und es scheint
  
10:14 das in einer gewissen Phase das Kind
das Bedürfnis nach einer Art
  
10:17 psychologischen Sicherheit hat, aus dem
es vielleicht herauswachsen sollte,
  
10:21 aber da es oft von seinen Eltern
vernachlässigt wird,
  
10:27 fühlt es sich verloren, wie Sie sagen,
einsam, isoliert,
  
10:33 und da steigt das Verlangen auf innerlich
sicher zu sein.
  
10:39 K: Ein Baby muss sicher sein.
 
10:42 B: Ja, psychologisch sowohl als auch
physisch würden sie sagen?
  
10:46 K: Ja, es muss so sein.
 
10:48 B: Ab einer gewissen Phase würden sie
sagen, das es sich ändert.
  
10:51 K: Ja.
B: In welchem Alter?
  
10:53 K: Warum... Nein, ein gewisses Alter,
ein kleines Baby,
  
10:56 oder ein junges Kind, muss behütet werden.
 
11:01 B: Auf jede Art, psychologisch.
K: Ja, psychologisch.
  
11:03 B: Es darf keinen psychologischen
Schock erfahren.
  
11:05 K: Sie schützen es in Zuneigung,
nehmen es auf den Schoß,
  
11:08 schmusen und halten seine Hand,
 
11:11 sie geben ihm das Gefühl, dass es geliebt
ist, das man es behütet.
  
11:16 Das gibt ihm eine Gefühl -
hier ist jemand,
  
11:19 der nach mir schaut,
und hier gibt es Sicherheit.
  
11:22 B: Ja, und dann nehme ich an, wird es auf-
wachsen ohne diese Sicherheit zu bedürfen.
  
11:26 K: So ist es. Ich stelle in Frage, dass,
wenn es aufwächst und
  
11:31 sich der Welt stellt, warum
es sich nach Sicherheit sehnt?
  
11:36 B: Nur wenige Kinder hatten jemals diese
Liebe, um nur einen Grund zu nennen.
  
11:40 K: Ja, verstehe. Ist das also das Problem?
 
11:46 B: Ich bin nicht sicher, aber es ist
ein Aspekt davon.
  
11:49 K: Das wir in Wirklichkeit nicht lieben?
 
11:59 Und wenn man liebt,
 
12:02 ist da kein Bedürfnis nach Sicherheit.
 
12:08 Sie denken nicht einmal an
Sicherheit.
  
12:11 Wenn ich Sie liebe,
nicht intellektuell, nicht
  
12:18 weil sie mir Annehmlichkeit geben,
Sex, oder dies, oder jenes,
  
12:23 wenn ich wirklich dieses tiefe Empfinden
von Liebe für jemanden habe,
  
12:29 warum dann das Bedürfnis nach
Sicherheit?
  
12:33 Es ist meine Verantwortung danach zu
schauen, dass Sie sicher sind.
  
12:38 Aber sie verlangen es nicht.
H: Ja.
  
12:42 K: Aber Menschen tun es.
Und bedeutet das, dass
  
12:48 wir uns nicht lieben?
 
12:53 H: Ja, es bedeutet, dass das was wir
lieben...
  
13:00 K: Ich liebe sie weil sie mir etwas geben.
 
13:02 H: Ja.
 
13:04 Sie geben mir das Gefühl diese Sicherheit
zu bekommen nach der ich verlange.
  
13:07 K: Ja. Also, nein, wir Reden um den
heißen Brei herum. Warum?
  
13:18 Warum will ich Sicherheit,
so dass ich vollends zufrieden bin,
  
13:27 ohne Angst, ohne Sorge,
ohne Qual, und so weiter?
  
13:33 Ist Angst die Wurzel des Ganzen?
 
13:37 H: Oh, wir haben schon einige Dinge
benannt,
  
13:40 die die Wurzel sind. Wenn das Baby
aufwächst und keine Liebe erfährt,
  
13:44 verspürt es das Bedürfnis danach,
es erinnert sich,
  
13:48 will dahin zurückkehren,
oder es als Erwachsener finden,
  
13:51 es ist dann ängstlich weil
es sich nicht behütet fühlt,
  
13:54 und als Erwachsener versucht es
diesen Schutz zu bekommen.
  
13:56 K: Oder, Sir, ist es, dass wir unbewusst...
 
14:02 ...wissen, dass das Selbst, das Ich,
das Ego,
  
14:08 wirklich vollkommen unbeständig ist.
 
14:14 H: Sagen sie es ist in seinem Wesen
ganz und gar unbeständig?
  
14:16 K: In seinem Wesen, unbeständig.
 
14:20 Und daher gibt es da die Sorge um
Sicherheit, im Außen und im Innern.
  
14:28 H: Warum sagen, es sei ganz und gar
unbeständig?
  
14:30 K: Ist es nicht?
 
14:33 Ist unser Bewusstsein nicht unbeständig,
instabil?
  
14:38 H: Es scheint zwei Seiten zu geben.
Eine sagt, dass
  
14:43 wenn ich bloß dieses oder jenes bekäme,
dann hätte ich Beständigkeit.
  
14:46 K: Ja. Und das beinhaltet einen
Gegensatz.
  
14:50 Denn ich könnte es auch nicht sein.
 
14:52 H: Vielleicht bin ich es nicht.
K: Ja, genau.
  
14:54 H: Noch nicht, aber ich werde es sein.
K: Werde sein.
  
14:56 H: Ja.
 
14:58 K: Nein, noch viel fundamentaler,
ist nicht...
  
15:02 das Selbst an sich, in einem Zustand der
Bewegung inbegriffen; Unsicherheit,
  
15:14 anhaftend, Agnst in der Anhaftung -
all das?
  
15:19 Das ist ein Zustand des Fehlens von
Beständigkeit.
  
15:25 Daher frage ich, ist das der Grund,
 
15:29 dass Menschen unbewusst,
 
15:32 wissend um diese Unbeständigkeit
des Selbstes,
  
15:37 Sicherheit verlangen?
- Gott, den Erlöser?
  
15:43 H: Etwas Absolutes verlangend.
 
15:45 K: Ja, vollkommen... was also
vollkommene Zufriedenheit geben wird.
  
16:00 Weil unser Bewusstsein, sein Inhalt ist.
 
16:08 Richtig?
H: Ja.
  
16:09 K: Und der Inhalt ist immer
im Widerspruch.
  
16:13 Ich glaube...
H: Das stimmt.
  
16:14 K: ...und doch habe ich Angst
nicht zu glauben.
  
16:19 H: Darum sagen Sie, dass es im Wesenskern
unbeständig ist.
  
16:21 K: Offensichtlich, es ist unbeständig.
Ganz klar unbeständig.
  
16:27 Ich will diese Sache, und ein anderes
Verlangen steigt auf und sagt,
  
16:31 'Um Gottes Willen, will das nicht'.
Da ist dieser Widerspruch,
  
16:34 da ist Dualität. All das exitiert in
unserem Bewusstsein:
  
16:40 Angst, Vergnügen, Todesangst,
 
16:46 sie kennen den ganzen Inhalt unseres
Bewusstseins - alles das.
  
16:51 Es ist also unbeständig.
 
16:54 H: Nun, all das wahrnehmend,
sagen Leute für gewöhnlich,
  
16:59 'Dieses Problem ist zu tief, oder
zu komplex,
  
17:02 es gibt keinen Weg es zu lösen,
 
17:03 wir können uns vielleicht nur
etwas anpassen'.
  
17:06 K: Ja, ja. Und in dieser Anpassung fehlt
ebenfalls Beständigkeit.
  
17:13 Also, unbewusst muss da ein
Bestreben nach Sicherheit sein.
  
17:18 Also denken wir uns Gott aus.
 
17:22 H: Wir denken uns fortwährend
verschiedene Dinge aus
  
17:24 und hoffen, dass
sie uns Sicherheit geben.
  
17:26 K: Wir erschaffen Gott, er ist
unsere Schöpfung.
  
17:32 Wir sind nicht die Schöpfung Gottes,
ich wünschte wir wären es.
  
17:36 Wir wären vollkommen anders.
 
17:39 Da ist also das illusionäre
Verlangen nach Sicherheit.
  
17:46 H: Warten Sie, warum sagen Sie es
sei illusionär?
  
17:48 K: Weil sie etwas erfinden, von dem sie
hoffen, dass sie darin sicher sind.
  
17:51 H: Oh, verstehe. Ja.
 
17:57 K: Wenn also der Inhalt unseres
Bewusstseins verändert werden kann
  
18:05 - 'verändert' in Anführungszeichen - gäbe
es dann das Bedürfnis nach Sicherheit?
  
18:11 H: Wenn wir all diese Widersprüche
auflösen könnten?
  
18:13 K: Ja, Widersprüche.
 
18:15 H: Dann hätten wir vielleicht die
Sicherheit,
  
18:17 weil unser Bewusstsein beständig
wäre.
  
18:18 K: So dass... Wir würden es vielleicht
nicht Sicherheit nennen.
  
18:26 Sicher zu sein, ist wirklich ein
abscheuliches Verlangen, Entschuldigung.
  
18:36 Sicher zu sein in was?
Über was?
  
18:43 Persönlich habe ich nie über Sicherheit
nachgedacht. Sie mögen sagen, nun,
  
18:48 'Nach Ihnen wird geschaut, andere
kümmern sich um Sie',
  
18:51 und all der Rest, daher besteht für Sie
keine Notwendigkeit
  
18:54 über Sicherheit nachzudenken, aber ich war
nie - ich will keine Sicherheit.
  
19:01 Natürlich brauche ich Nahrung,
Kleidung und Unterkunft,
  
19:03 das ist ganz klar, jemanden um....
 
19:07 H: Aber wir sprechen von psychologischer
Sicherheit.
  
19:09 K: Ja, ich spreche von einer viel
tieferen Angelegenheit.
  
19:13 H: Und sie sagen, dass dies geschieht
weil
  
19:15 der Inhalt des Bewusstseins nicht
länger widersprüchlich ist.
  
19:19 K: Ist da ein Bewusstsein...
 
19:20 es mag nicht dass sein, was wir unter
Bewusstsein verstehen,
  
19:23 es mag etwas vollkommen anderes
sein.
  
19:28 Alles was wir kennen ist Angst,
Belohnung und Bestrafung,
  
19:38 und Tod,
 
19:40 und fortwährender Konflikt in Beziehung
- ich liebe dich, aber...
  
19:46 H: Innerhalb von Grenzen.
K: Innerhalb von Grenzen.
  
19:49 Ich weiß nicht ob das
Liebe genannt wird.
  
19:52 Der Inhalt des Bewusstseins ist also
alles das;
  
19:57 was ich bin.
Mein Bewusstsein bin ich.
  
20:05 In dieser komplexen, widersprüchlichen,
dualistischen Existenz,
  
20:12 erschafft diese Tatsache das Verlangen
nach Sicherheit.
  
20:19 H: Ja.
 
20:22 K: Kann das Ich also ausgemerzt werden?
 
20:28 H: Aber wir - sind wir auf
das Ich eingegangen?
  
20:31 Es scheint so, dass da jemand sei, hier
drin, der
  
20:34 all diese Dinge aus sich nimmt
und die Widersprüche los wird.
  
20:37 K: Aber das hieße, dass sie verschieden
davon sind, von ihrem Bewusstsein.
  
20:44 H: Richtig.
 
20:46 K: Aber sie sind es!
Sie sind Vergnügen, sie sind Angst,
  
20:51 sie sind aller Glaube
- all das sind sie.
  
21:02 Ich denke wir...
 
21:03 bitte stimmen sie nicht all dem zu
was wir sagen, was ich sage.
  
21:07 Es mag alles Quatsch sein.
 
21:09 H: Ich denke eine Menge Leute würde
dem nicht zustimmen.
  
21:11 Ich denke, dass sie sagen
würden...
  
21:13 K: Ich weiß, viele würden nicht zustimmen,
 
21:15 weil sie nicht eingedrungen sind.
 
21:16 Sie wollen es einfach abtun.
 
21:18 H: Lassen sie es uns betrachten.
Gibt es getrenntes Selbst,
  
21:21 dass irgendwie in der Lage sein
wird diese Widersprüche auszubügeln?
  
21:24 K: Nein!
 
21:26 S: Aber wie wissen sie das? Es scheint
mir, dass da zumindest...
  
21:33 es mag illusorisch sein; aber es ist
einfach zu denken
  
21:36 das man getrennt ist von einigen
dieser Probleme,
  
21:39 und dass es da etwas in einem gibt,
dass Entscheidungen treffen kann.
  
21:42 K: Doctor, bin ich getrennt von meiner
Angst?
  
21:48 Bin ich getrennt von den Qualen die
ich durchleide? Die Depression?
  
21:53 S: Ich denke es gibt etwas in einem,
 
21:55 dass diese Dinge untersuchen kann,
und daher deutet es darauf hin,
  
21:58 dass es eine Art Trennung gibt.
 
22:00 K: Weil da der Beobachter getrennt vom
Beobachteten ist.
  
22:07 S: Ja.
K: Ist das so?
  
22:10 S: Es scheint so zu sein.
K: Es scheint so zu sein!
  
22:12 S: Das scheint das Problem zu sein,
dass es so erscheint.
  
22:16 Ich meine, aus eigener Erfahrung natürlich
und der vieler Anderer,
  
22:20 scheint es tatsächlich so zu sein, dass
da ein Beobachter ist der Dinge betrachtet
  
22:24 so wie Angst und die eigenen Reaktionen.
Am deutlichsten wird es, wie ich finde,
  
22:28 bei Schlafstörungen, wenn man
versucht zu schlafen,
  
22:31 ist da ein Teil von einem, der, sagen wir,
einfach weiter geht
  
22:34 mit bescheuerten Sorgen und lächerlichen
Gedanken, im Kreise auf und ab,
  
22:38 da ist ein anderer Teil der
sagt, 'Ich will echt schlafen,
  
22:40 ich wünschte ich könnte
die dummen Gedanken stoppen'.
  
22:43 Und da hat man die konkrete
Erfahrung
  
22:45 einer augenscheinlichen Trennung.
K: Ja. Klar, klar.
  
22:48 S: Das ist also nicht bloß eine Theorie,
es ist eine erfahrbare Tatsache,
  
22:52 dass da diese Art der Trennung ist.
 
22:54 K: Einverstanden, einverstanden.
 
23:01 Aber warum existiert diese Trennung?
 
23:05 S: Das ist eine gute...
K: Wer erschuf die Trennung?
  
23:11 S: Es mag einfach eine
Tatsache sein.
  
23:14 K: Was mag es?
 
23:16 S: Es mag einfach eine Tatsache sein.
K: Ist es so? Ich will es ergründen.
  
23:19 S: Ja, ich ebenfalls. Ist es in der Tat
ein Fakt, dass Bewusstsein,
  
23:24 Ebenen hat, von denen
einige andere untersuchen können,
  
23:27 eine nach der anderen.
 
23:29 K: Nein. Würden Sie netter Weise
betrachten; ist Angst verschieden von mir?
  
23:34 Ich mag etwas mit Angst machen, ich mag
sagen 'ich muss es unterdrücken,
  
23:38 ich mag es rationalisieren, ich könnte es
transzendieren', aber die Angst bin ich.
  
23:46 S: Nun, oft...
K: Ich denke mir die Trennung nur aus
  
23:50 wo ich damit etwas tun will.
 
23:55 Aber andernfalls bin ich Angst.
 
24:01 S: Die gängige und gewöhnliche Art
das zu analysieren wäre
  
24:04 zu sagen 'Ich bin ängstlich', als wäre
Angst getrennt vom Ich.
  
24:09 Ich will aus diesem Zustand der
Ängstlichkeit rauskommen,
  
24:11 also will ich davor fliehen,
Angst zurück lassen,
  
24:14 und das Ich wird darüber hinaus gehen
oder irgendwie davor fliehen.
  
24:17 So denken wir normalerweise.
K: Ich weiß.
  
24:20 S: Was ist also falsch daran?
 
24:23 K: So halten sie diesen Konflikt aufrecht.
 
24:26 B: Aber ich denke er meint, dass es
vielleicht unvermeidbar ist.
  
24:29 S: Es mag unvermeidbar sein.
K: Das bezweifle ich.
  
24:32 B: Nun... Was schlagen sie vor um zu
zeigen, dass es nicht unvermeidbar ist?
  
24:38 K: Zunächst mal, wenn da Wut ist,
ist da im Moment der Wut
  
24:44 keine Trennunng.
 
24:47 Richtig?
 
24:50 S: Wenn sie sehr wütend sind...
K: Sicher doch.
  
24:53 S: ...was wir 'die Kontrolle
über sich verlieren' nennen
  
24:55 und die Trennung fällt dann weg,
sie werden Wut, ja.
  
24:59 K: In dem Moment wo sie richtig wütend
sind, ist da keine Trennung.
  
25:04 Die Trennung vollzieht sich erst
danach.
  
25:09 'Ich war wütend'. Richtig?
 
25:14 Nun, warum?
Warum tritt diese Trennung ein?
  
25:19 S: Durch Erinnerung.
 
25:21 K: Durch Erinnerung, richtig.
Weil ich zuvor bereits wütend war.
  
25:25 Die Vergangenheit bewertet also,
 
25:31 die Vergangenheit erkennt es wieder.
 
25:34 Die Vergangenheit ist also der Beobachter.
 
25:40 B: Es mag sein, dass das nicht
direkt ersichtlich ist.
  
25:42 Zum Beispiel mag ich physische Reaktionen
haben, die außer Kontrolle geraten,
  
25:46 wie manchmal die Hand oder der
Körper,
  
25:49 und ich sage, 'Ich beobachte
die physischen Reaktionen, die
  
25:52 außer Kontrolle geraten und würde
sie gerne wieder beherrschen'.
  
25:55 Ich denke ebenso kann es
geschehen das man empfindet,
  
25:58 dass die mentalen Reaktionen
außer Kontrolle geraten,
  
26:01 dass sie sich zeitweise dem Einfluss
der Kontrolle entziehen,
  
26:04 und dass er versucht sie wieder
zu beherrschen.
  
26:07 Das mag die Weise sein, wie es sich
für viele Leute darstellt oder anfühlt.
  
26:14 K: Und nun?
 
26:17 B: Naja, dann ist es nicht klar.
 
26:21 Haben wir herausgestellt, dass dies nicht
der Fall ist?
  
26:23 K: Sir, ich versuche etwas anzudeuten,
 
26:26 und ich weiß nicht ob ich mich
klar ausgedrückt habe:
  
26:30 wenn man ängstlich ist,
tatsächlich,
  
26:35 ist das kein Ich getrennt von Angst.
 
26:43 K: Wenn da ein Zeitintervall aufkommt,
ist da die Trennung.
  
26:54 Und das Zeitintervall, Zeit, ist Denken.
 
27:00 Und wenn das Denken auf den Plan
tritt,
  
27:03 dann beginnt die Trennung.
 
27:06 Weil Denken Erinnerung ist,
 
27:11 die Vergangenheit.
 
27:13 S: Denken beinhaltet Erinnerung - ja.
 
27:15 K: Ja, beinhaltet Erinnerung, usw.
 
27:17 Also ist Denken, Erinnerung, Wissen, die
Vergangenheit.
  
27:24 Die Vergangenheit ist also der
Beobachter,
  
27:32 der sagt, 'Ich bin verschieden von Angst,
ich muss sie kontrollieren'.
  
27:39 H: Lassen sie uns das ganz langsam
erörtern, weil mir scheint,
  
27:42 dass die Erfahrung ist dass der Beobachter
die Gegenwart ist.
  
27:46 Es scheint als würde er sagen,
'Ich bin hier, jetzt,
  
27:49 und was werde ich tun, wenn es das
nächste Mal aufkommt'.
  
27:52 K: Ja. Aber das 'was werde ich damit tun'
ist die Reaktion
  
27:59 der Vergangenheit, weil sie diese Art von
Erfahrung bereits hatten.
  
28:05 Sir, hatten sie nicht schon Angst?
H: Ganz gewiss.
  
28:12 K: Ganz tief, wissen sie, etwas,
eine Angst, die wirklich erschüttert hat...
  
28:17 H: Ja.
K: ... eine Verheerende.
  
28:20 H: Ja.
 
28:21 K: Und in dieser Sekunde gibt
es keine Trennung,
  
28:27 sie sind vollkommen davon eingenommen.
 
28:30 H: Ja.
 
28:33 K: Richtig?
H: Richtig.
  
28:35 K: Jetzt kommt das Denken daher und
sagt, 'Ich war ängstlich
  
28:42 wegen diesem oder jenem, daher muss
ich mich verteidigen,
  
28:46 Angst rationalisieren' und so weiter und
so fort. Das ist so offensichtlich.
  
28:50 Worüber sprechen wir?
H: Ok.
  
28:54 B: Um nochmal auf die
physische Reaktion zurück zu kommen,
  
28:57 die sie auch einnehmen kann; sie werden
dann im nächsten Moment sagen,
  
29:02 'Ich habe es in dem Moment nicht bemerkt'.
Das Denken kommt dazu
  
29:04 und sagt 'Das ist eine physische
Reaktion'.
  
29:06 K: Ja.
B: Jetzt weiß ich,
  
29:08 was der Unterschied zwischen diesen
beiden Fällen ist,
  
29:10 denn im zweiten Fall würde es Sinn machen
zu sagen,
  
29:13 'Ich weiß, dass ich schon mal
auf diese Art reagierte', richtig?
  
29:16 Ich kann so oder so handeln.
 
29:22 K: Dem kann ich nicht ganz folgen.
 
29:24 B: Jemand mag empfinden: Es wahr ist,
ich werde von einer Reakton übermannt,
  
29:30 und das Denken kommt dazu.
Aber in vielen Bereichen
  
29:33 ist das die Normalität,
dass das Denken dazu kommt.
  
29:35 Wenn etwas erschütterndes geschieht,
und dann, einen Augenblick später
  
29:40 denkt man, was war das? Richtig?
K: Ja.
  
29:43 In einigen Fällen
mag das richtig sein, oder?
  
29:45 K: Gewiss.
 
29:47 B: Nun, warum ist es das in diesem Fall
nicht?
  
29:49 K: Ah, ich verstehe was Sie meinen.
 
29:52 Beantworten Sie es, Sir, sie sind...
Sagen Sie es.
  
30:02 Sie treffen eine Klapperschlange am Weg.
B: Ja.
  
30:08 K: Was mir oft widerfuhr.
Sie treffen eine Klapperschlange,
  
30:14 sie rasselt, und sie springen.
 
30:18 Das ist eine physische,
selbst-beschützende,
  
30:22 intelligente Reaktion.
 
30:30 Das ist nicht Angst.
 
30:35 B: Richtig. Nicht psychologische Angst.
K: Was?
  
30:39 B: Es wurde eine Art Angst genannt.
 
30:41 K: Ich weiß, ich nenne das nicht
psychologische Angst.
  
30:43 B: Es ist nicht psychologische Angst,
es ist eine einfache physische Reaktion.
  
30:47 K: Physische Reaktion...
B: ...aus Gefahr.
  
30:49 K: ...welche eine intelligente Reaktion
ist, um nicht gebissen zu werden.
  
30:55 B: Ja, aber einen Moment später kann ich
sagen, 'Ich weiß, dass ist eine Schlange'
  
30:59 oder es ist keine, ich mag entdecken,
dass es keine ist,
  
31:01 es ist etwas anderes, was nicht so
gefährlich ist.
  
31:03 K: Nein, nicht so gefährlich, dann
gehe ich weiter.
  
31:07 B: Aber dann kommt das Denken dazu und
das ist vollkommen okay.
  
31:10 K: Ja.
B: Richtig?
  
31:12 K: Ja.
 
31:14 B: Aber hier, wenn ich wütend bin
oder ängstlich...
  
31:17 K: Dann setzt das Denken ein.
B: Und es ist nicht okay.
  
31:20 K: Es ist nicht okay.
B: Ja.
  
31:22 K: Oh, ich verstehe worauf sie
hinaus wollen.
  
31:25 Warum sagen ich es sei nicht
in Ordnung?
  
31:31 Weil Angst verheerend ist,
 
31:37 es blockiert den Geist, das Denken,
und all den Rest,
  
31:42 man schrumpft in dieser Angst.
 
31:44 B: Ja, ich denke das verstehe ich.
Sie meinen wahrscheinlich,
  
31:47 dass wenn das Denken einsetzt,
kann es auf keinen Fall rational sein
  
31:50 inmitten von Angst, richtig?
K: Ja.
  
31:53 B: Ist es das was Sie meinen?
K: Genau so.
  
31:55 B: Im Fall von physischer Gefahr also,
könnte es noch rational einsetzen.
  
31:58 K: Ja. Und hier wird es irrational.
B: Ja.
  
32:01 K: Warum, frage ich, warum?
 
32:09 Warum räumt man nicht auf mit
diesem schrecklichen Durcheinander?
  
32:17 H: Nun, es ist nicht klar.
 
32:19 K: Sehen Sie Sir, es ist ein
unordentliches Bewusstsein.
  
32:24 H: Ja, ein unordentliches
Bewusstsein.
  
32:25 K: Unaufgeräumtes Bewusstsein,
widersrpüchlich...
  
32:28 H: Ja.
 
32:29 K: ...ängstlich, so viele Ängste, usw.,
ein unordentliches Bewusstsein.
  
32:35 Nun, warum können wir es nicht
bereinigen?
  
32:39 H: Es scheint als würden wir es immer
nach der Tatsache aufräumen wollen.
  
32:42 K: Nein, ich denke die Schwierigkeit liegt
darin, dass wir nicht tief einsehen,
  
32:50 dass Ich selbst das unordentliche
Bewusstsein bin.
  
32:57 Und wenn ich es selbst bin, dann kann
ich gar nichts tun!
  
33:02 Ich weiß nicht ob sie diesen Punkt
verstehen.
  
33:05 S: Sie meinen, dass wir denken
das da ein Ich sei
  
33:08 getrennt von dem unordentlichen
Bewusstsein.
  
33:10 K: Wir denken wir seien getrennt.
Und daher sind wir gewöhnt,
  
33:14 das ist unsere Konditionierung,
darauf einzuwirken.
  
33:18 Aber das kann ich nicht wirklich gut
machen
  
33:21 mit diesem ganzen unordentlichen
Bewusstsein, welches ich bin.
  
33:27 Dann taucht also die Frage auf; was ist
Handeln?
  
33:35 Wir sind gewohnt auf das
 
33:39 unordentliche Bewusstsein einzuwirken.
 
33:42 Wenn da die Einsicht der Tatsache
ist;
  
33:46 ich kann nicht handeln, weil ich
das bin.
  
33:53 H: Was ist dann Handeln?
K: Das ist Nicht-Tun.
  
33:58 H: Ok.
 
34:00 K: Ah, das ist nicht okay, das ist
der ganze Unterschied.
  
34:04 H: Ja, ich denke ich verstehe. Auf
der einen Seite ist da
  
34:07 das Einwirken des Bewusstseins auf sich
selbst, was die Dinge nur aufrechterhält.
  
34:11 Und wenn es das erkennt,
hört es auf zu tun.
  
34:19 K: Es ist nicht Gewaltlosigkeit.
Entschuldigung.
  
34:22 S: Sir, Sie sagen, dass wir normalerweise
die Idee haben, dass da ein Selbst ist
  
34:27 welches irgendwie
getrennt ist von einigen
  
34:29 der Inhalte des
unordentlichen Bewusstseins.
  
34:31 K: Richtig, richtig, Sir.
 
34:32 S: Wenn man uns sagt, wir seien
toll, wollen wir nicht
  
34:34 getrennt davon sein, aber wenn
 
34:36 wir Angst haben und jemand sagt
wir
  
34:38 seien entsetzlich, wollen wir
getrennt sein.
  
34:40 K: Ganz recht.
 
34:41 S: Es ist also eher selektiv.
Nichtsdestotrotz, fühlen wir
  
34:44 das es etwas in uns gibt, das getrennt
ist von den Inhalten
  
34:47 des unordentlichen Bewusstseins.
Wir handeln für gewöhnlich auf eine Art
  
34:51 um entweder den Inhalt des
Bewusstseins zu verändern,
  
34:56 oder unsere Beziehung zu ihm, oder
unsere Beziehung zur Welt, usw.
  
35:00 Aber wir untersuchen normalerweise nicht
diese augenscheinliche Trennung
  
35:03 zwischen dem Selbst, dem Ich, und den
Inhalten des unordentlichen Bewusstseins.
  
35:08 Das ist etwas was wir nicht in Frage
stellen. Nun schlagen Sie vor
  
35:12 das im Eigentlichen diese Trennung,
die wir tatsächlich erfahren
  
35:16 und leben - die meisten erfahren
sie -
  
35:20 ist eigentlich etwas was wir hinterfragen
und betrachten sollten,
  
35:24 und wir sollten uns der Idee stellen,
 
35:26 dass wir tatsächlich dieses unordentliche
Bewusstsein sind und nichts
  
35:30 anderes.
K: Absolut. Es ist so klar.
  
35:32 S: Es ist nicht klar, es ist sehr
unklar,
  
35:34 und es ist sehr schwierig das zu umfassen,
weil
  
35:36 wir so sehr gewohnt sind zu denken
das man getrennt ist.
  
35:39 K: Das ist also unsere Konditionierung,
 
35:41 können wir unsere Konditionierung
zurück lassen?
  
35:45 Die Konditionierung bin ich.
 
35:51 Und dann wirke ich auf die Konditionierung
ein, mich selbst abspaltend.
  
35:56 Aber wenn ich das bin...
 
36:01 Nicht-Tun; was die aller positivste
Handlung ist.
  
36:07 H: Ich befürchte, dass dies so aufgefasst
wird, dass wenn ich nicht handle,
  
36:11 dass dann alles
beim Alten bleibt.
  
36:13 K: Ah!
 
36:16 S: Sie schlagen vor, dass beim
Wiedererkennen dessen, dass da eine Art
  
36:19 Erkenntnisprozess stattfindet, ein
sich stellen...
  
36:23 K: Es ist nicht sich stellen. Wer ist es
der sich stellt? Nicht Wiedererkennen.
  
36:28 Wer erkennt wieder? Sehen sie, wir denken
immer in diesen Begriffen.
  
36:34 Ich bin das. Punkt.
 
36:41 Wir kommen nie zu dieser Einsicht,
 
36:47 vollkommen.
 
36:49 Es gibt einen Teil von mir der ist klar,
und diese Klarheit wird
  
36:55 auf das einwirken, was nicht klar ist.
 
37:00 Immerzu läuft das ab.
 
37:02 S: Ja.
K: Ich sage,
  
37:05 der gesamte Inhalt unseres Bewusstseins
ist trüb, durcheinander.
  
37:10 Es gibt keinen Teil der klar ist.
 
37:15 Wir denken das da ein Teil ist,
 
37:18 welcher der Beobachter ist, der sich
trennt vom Durcheinander.
  
37:27 Aber der Beobachter ist das
Beobachtete.
  
37:34 Gurus, und all das.
 
37:38 B: Sie stellten die Frage der Handlung.
 
37:40 Wenn das der Fall ist,
wie soll sich Handlung dann vollziehen?
  
37:53 K: Dort wo Wahrnehmung von etwas
Wahrem ist, da
  
37:56 ist diese Wahrheit in sich selbst
ausreichend; es ist vorbei.
  
38:00 B: Ja. Sie haben zum Beispiel auch
gesagt, dass
  
38:03 das Durcheinander sein eigenes
Durcheinander erkennt,
  
38:07 richtig?
K: Ja. Durcheinander; und das wars.
  
38:13 S: Sagen sie, dass die Erkenntnis
des Durcheinanders
  
38:17 in sich selbst das Durcheinander
auflöst?
  
38:19 K: Ja. Keine getrennte Einsicht, dass ich
durcheinander bin.
  
38:29 Die Tatsache ist, dass das Bewusstsein
durcheinander ist. Punkt.
  
38:34 Und ich kann damit nichts tun.
 
38:39 Denn, vorher, war das Einwirken darauf
eine Verschwendung von Energie.
  
38:46 Denn, ich habe es nie aufgelöst.
 
38:50 Ich habe mich rumgeschlagen,
Schwüre abgelegt,
  
38:53 ich habe alles möglich getan um
das Durcheinander aufzulösen.
  
38:59 Und nichts hat es je
bereinigt.
  
39:02 Vielleicht teilweise, gelegentlich...
 
39:04 H: Nun, ich denke das ist ein anderer
Aspekt dessen. In der Therapy, oder
  
39:09 in unserem Leben, scheinen wir Einsichten
zu haben die bruchstückhaft sind,
  
39:15 die ein bestimmtes Problem erhellen,
und etwas Klarheit verschaffen,
  
39:19 und Ordnung, für eine gewisse Zeit.
 
39:22 Und dann kehrt die Sache zurück.
 
39:24 In dieser oder jener Form.
K: Ja, ja.
  
39:26 H: ...oder gar auf gleiche Weise.
 
39:30 Sie bringen ein, dass die Sache
irgendwie in Gänze
  
39:32 vollzogen werden muss.
K: Sehen Sie,
  
39:35 bevor der Beobachter etwas
damit tut,
  
39:41 mit dem verwirrten Bewusstsein.
 
39:43 Richtig?
H: Ja.
  
39:44 K: Man sagt, 'Ich werde es bereinigen,
geben sie mir Zeit', und die ganze Leier.
  
39:51 Und das ist eine Energieverschwendung.
H: Richtig.
  
39:55 K: Wobei in der Tatsache, dass sie das
sind - ist keine Energieverschwendung.
  
40:05 Das ist Aufmerksamkeit. Ich weiß nicht ob
sie das tiefer betrachten möchten?
  
40:09 S: Doch, das ist sehr interessant.
Bitte tun sie es.
  
40:16 K: Würden wir zustimmen, dass das 'damit
etwas tun' Energieverschwendung ist?
  
40:25 H: Ja. Das erschafft mehr Unordnung.
 
40:29 K: Es erschafft mehr Unordnung,
 
40:31 und da ist dieser ewige Konflikt zwischen
dem Ich und dem Nicht-Ich.
  
40:39 Das Ich, welches der Beobachter ist,
 
40:42 und ich kämpfe damit, kontrolliere
es, unterdrücke es, bemüht, besorgt,
  
40:49 verstehen sie? Was alles im Wesen eine
Verschwendung von Energie ist.
  
40:56 Wobei ich das unordentliche
Bewusstsein bin.
  
41:04 Das habe ich eingesehen
durch Aufmerksamkeit.
  
41:11 Nicht 'ich habe es eingesehen', sorry.
B: Würden Sie sagen, dass
  
41:14 das Bewusstsein selbst es eingesehen hat?
 
41:17 K: Ja.
B: Also nicht ich, richtig?
  
41:19 K: Ja.
 
41:21 Das heißt, ich richte meine ganze
Aufmerksamkeit auf dieses Bewusstsein,
  
41:25 nicht 'ich richte' - da ist Aufmerksamkeit
und Unaufmerksamkeit.
  
41:32 Unaufmerksamkeit ist eine Verschwendung
von Energie.
  
41:36 Aufmerksamkeit ist Energie.
 
41:42 Wo da die Beobachtung ist, dass dieses
Bewusstsein durcheinander ist,
  
41:48 kann diese Tatsache nur in totaler
Aufmerksamkeit existieren.
  
41:57 Und wo totale Aufmerksamkeit ist,
ist Durcheinander nicht mehr existent.
  
42:05 Es ist nur die Unaufmerksamkeit,
die die Probleme erschafft.
  
42:12 Fechten sie es an!
 
42:15 S: Also ich habe nicht ganz verstanden...
 
42:18 Diese totale Aufmerksamkeit über die
sie sprachen,
  
42:20 kann nur diesen Effekt haben,
 
42:23 wenn sie so beschaffen ist, dass sie
 
42:25 vollkommen im Jetzt geschieht und frei
von Erinnerung.
  
42:27 K: Ganz klar, Aufmerksamkeit
ist das.
  
42:33 Wenn ich achtsam bin gegenüber dem
was sie gerade gesagt haben,
  
42:37 - frei von Erinnerung, was also
Aufmerksamkeit ist -
  
42:42 höre ich ihnen nicht bloß mit dem
Sinnesorgan Ohr zu,
  
42:47 aber zugleich mit dem anderen Ohr,
das heißt:
  
42:53 Ich gebe meine gesamte Aufmerksamkeit um
herauszufinden, was sie sagen,
  
42:59 was wirklich im Jetzt geschieht.
 
43:06 In Aufmerksamkeit gibt es
keinen Mittelpunkt.
  
43:14 S: Weil Aufmerksamkeit und das Objekt der
 
43:16 Aufmerksamkeit, eins werden, meinen Sie.
 
43:19 Sie meinen es gibt keinen Mittelpunkt in
der Aufmerksamkeit, weil
  
43:22 die Aufmerksamkeit das Einzige ist
was da ist; der Gegenstand der
  
43:25 Aufmerksamkeit und Aufmerksamkeit,
ist das Einzige was ist.
  
43:27 K: Ah, nein, nein. Da ist Durcheinander,
weil ich unaufmerksam war.
  
43:35 Richtig?
S: Ja.
  
43:38 K: Wenn da die Beobachtung der Tatsache
ist, dass
  
43:44 der Beobachter das Beobachtete ist,
 
43:49 und der Zustand der Beobachtung,
 
43:51 indem es keinen Beobachter gibt, in Form
von Vergangenheit; das ist Aufmerksamkeit.
  
44:01 Sir, ich weiß nicht ob wir hier in die Frage
der
  
44:03 Meditation eindringen? Das ist ein
anderes Thema.
  
44:08 H: Das mag ein wichtiges Thema sein.
 
44:10 Es scheint, dass das worüber sie sprechen
teilweise geschieht.
  
44:16 K: Ah! Es kann nicht teilweise sein; dann
bleiben sie halb durcheinander, halb klar.
  
44:24 Wir fallen zurück in den selben Zustand.
 
44:26 H: Ja.
 
44:28 S: Aber denken Sie, dass diese Art der
Aufmerksamkeit von der Sie sprechen,
  
44:31 etwas sei, dass viele Menschen
gelegentlich erfahren
  
44:34 in Momenten großer Schönheit, oder
 
44:38 bei einem Musikstück, dass sie genießen,
wo sie sich verlieren?
  
44:41 Denken Sie, dass viele von uns
einen Eindruck davon hatten
  
44:44 während dieser Art von Erfahrungen?
 
44:46 K: So ist es. So ist es.
Wenn ich einen Berg sehe,
  
44:52 seine Majestät, seine Würde und Tiefe,
lässt das mich selbst verschwinden.
  
45:00 Ein Kind mit einem Spielzeug wird
vom Spielzeug absorbiert.
  
45:05 Der Berg hat mich absorbiert,
 
45:08 das Spielzeug hat das Kind absorbiert.
 
45:12 Ich sage, es bedeutet dass es etwas
außerhalb von mir gibt,
  
45:17 das mich ganz einnehmen wird,
 
45:20 was mich friedlich werden lässt.
 
45:22 Das bedeutet eine äußerliche
Instanz, die mich ruhig stellt
  
45:28 - Gott, Gebet, zu der einen oder
anderen Sache aufschauen.
  
45:34 Wenn ich die äußere Instanz ablehne,
ganz und gar,
  
45:41 kann mich nichts einnehmen.
Sagen wir
  
45:44 sie füllen mich ganz aus; wenn sie gehen,
werde ich auf mich selbst zurück geworfen.
  
45:50 H: Ja.
 
45:52 K: Ich lasse also jede äußerliche Instanz
zurück,
  
45:57 die mich absorbieren könnte.
 
45:59 Ich bin also auf mich selbst zurück
geworfen, das ist mein Punkt.
  
46:02 H: Ich verstehe. Sie sagen also, dass wenn
dies teilweise geschieht,
  
46:06 liegt es daran, dass wir von etwas
abhängen.
  
46:08 K: Ja, gewiss.
H: Ich verstehe.
  
46:11 K: Wie wenn ich von meiner Frau abhänge.
H: Oder meinem Therapeuten, oder Problem.
  
46:16 K: Etwas Größerem.
H: Ja.
  
46:17 K: Wie ein Hindu, Katholik, oder sonstwer,
sie sind von etwas abhängig.
  
46:24 Abhängigkeit setzt daher
Anhaftung voraus.
  
46:29 H: Nun ist es möglich sich das anzuhören
was Sie sagen und sich eine Idee darüber
  
46:33 zu machen, und zu versuchen es
umzusetzen.
  
46:36 K: Ah, Sie können es nicht tun!
Das hieße, dass sie erneut tätig sind.
  
46:41 Sie wollen etwas dafür erhalten.
Als Tauschgeschäft;
  
46:46 ich werde dir dies geben, du gibst mir
jenes. Das ist nur Handel.
  
46:51 Hier ist es nicht so,
sie ergründen etwas
  
46:55 was eine Menge Nachsinnen
bedarf,
  
46:58 eine Menge Intelligenz,
 
47:01 und Aufmerksamkeit die sagt,
'Schau, warum ist da
  
47:04 diese Trennung, dieses Durcheinander
in der Welt?'
  
47:08 Weil unser Bewusstsein ein Durcheinander
ist, ist auch die Welt ein Durcheinander.
  
47:20 Daraus ergibt sich also; Ist es möglich
frei zu sein vom Ich?
  
47:28 Bewusstsein, das unordentliche
Bewusstsein, ist dieses Ich.
  
47:38 S: Es ist nicht möglich vom Inhalt
des Bewusstseins frei zu sein,
  
47:41 von den verschiedenen Erfahrungen,
solange meine Augen offen sind.
  
47:44 Ich schaue und sehe alle möglichen Dinge.
 
47:47 Nun, was sie über die Aufmerksamkeit
sagen,
  
47:51 wenn jemand beispielsweise einen
Berg betrachtet; schlagen sie vor,
  
47:56 dass wenn ich die gleiche Art der
Aufmerksamkeit
  
47:59 allem entgegen bringe was ich erfahre,
dass dies dann...
  
48:03 K: Sehen Sie, schon wieder; Sie
erfahren.
  
48:06 S: Ja, nun, in Ordnung, aber...
K: Aber Sie sind die Erfahrung.
  
48:11 S: Ja.
 
48:13 K: Richtig? Das heißt, da ist keine
Erfahrung.
  
48:21 S: Da ist nur Aufmerksamkeit, meinen Sie.
 
48:28 K: Erfahrung setzt Erinnerung voraus,
 
48:34 Zeit, welche die Vergangenheit ist.
 
48:40 Daher ist der Erfahrer das Erfahrene.
 
48:46 Wenn ich Illumination suche,
 
48:49 Erleuchtung, oder wie auch immer
sie es gerne nennen,
  
48:55 werde ich alle möglichen Dinge versuchen
um es zu erreichen.
  
49:01 Aber ich weiß nicht was Erleuchtung ist.
Ich weiß es nicht.
  
49:06 Nicht weil Sie es gesagt haben, oder der
Buddha es sagte, oder sonstwer es sagte,
  
49:10 Ich weiß nicht.
Aber ich werde es herausfinden.
  
49:15 Das bedeutet, dass das Bewusstsein
vollkommen frei sein muss - von Vorurteil,
  
49:21 von Angst, und all der Rest dieses
Durcheinanders.
  
49:24 Mein Anliegen ist also nicht Erleuchtung,
sondern ob
  
49:29 der Inhalt meines Bewusstseins
 
49:32 bereinigt werden kann
- welches Wort auch immer Sie bevorzugen.
  
49:35 Das ist mein Anliegen - nicht Anliegen -
das ist was ich ergründe.
  
49:43 Und solange ich getrennt bin von meinem
Bewusstsein
  
49:47 kann ich es erfahren, kann ich es
analysieren,
  
49:49 kann ich es in Stücke zerlegen,
darauf einwirken,
  
49:53 was alles fortwährender Konflikt bedeutet,
zwischen mir und meinem Bewusstsein.
  
50:08 Ich frage mich warum wir das alles
akzeptieren.
  
50:16 Warum akzeptiere ich, dass ich ein
Hindu bin?
  
50:20 Warum akzeptiere ich, dass ich ein
Katholik bin?
  
50:24 Verstehen Sie?
S: Ja.
  
50:26 K: Warum akzeptieren wir, was andere
Leute sagen?
  
50:30 H: Wir sagen es ja selbst.
 
50:33 K: Ja. Nein, nicht nur wir
selbst sagen es,
  
50:36 aber wir werden ermutigt,
dazu angehalten,
  
50:39 es wird gepfelgt von
Menschen im Außen.
  
50:41 Warum? Warum akzeptieren wir?
 
50:44 Er ist ein Lehrer, und er unterrichtet
mich, ich akzeptiere das.
  
50:51 Weil er über Biologie mehr weiß als ich,
darum gehe ich zu seinem Untericht,
  
50:55 und ich werde informiert durch
das was er sagt.
  
50:58 Aber er ist nicht mein Guru,
er bestimmt nicht über mein Verhalten.
  
51:05 Er gibt mir Informationen über Biologie,
und das interessiert mich.
  
51:10 Ich will das lernen,
ich möchte raus gehen
  
51:12 und alles mögliche ausprobieren.
 
51:15 Aber warum akzeptieren wir Authorität,
 
51:17 psychologische Authorität,
 
51:20 spirituelle - in Anführungszeichen
spirituelle - Authorität?
  
51:25 Erneut stoßen wie auf Sicherheit.
 
51:28 Ich weiß nicht was zu tun ist,
und Sie wissen es besser als ich;
  
51:31 sie sind mein Guru.
 
51:36 Ich lehne diese Position ab.
 
51:44 S: Aber kommen wir nicht auf die
gleichen Probleme zurück,
  
51:46 wenn wir nicht bei Authorität beginnen,
sondern bei Verantwortung?
  
51:53 Sagen wir, ich bin Vater,
ich habe dieses Kind,
  
51:56 wir haben vereinbart vor
einiger Zeit...
  
51:57 K: Sie müssen es anleiten, sicher.
 
51:59 S: Sie müssen sich um das Baby kümmern.
K: Klar.
  
52:01 S: Gut. Aber nun, um das Baby zum ernähren
müssen sie sich um Sicherheit
  
52:05 kümmern, Job, Anstellung, sie wissen
schon, Haus...
  
52:08 K: Gewiss, gewiss.
S: ... das Haus
  
52:10 gegen Diebe schützen, usw.
K: Sicher doch.
  
52:12 S: Dann gelangen Sie in den selben Sog
der Sorge um Sicherheit.
  
52:15 Nur fangen Sie nicht bei Authorität,
sondern bei Verantwortung an,
  
52:18 für Andere oder für Kinder zum Beispiel.
 
52:21 K: Natürlich.
 
52:23 S: Was ist also die Antwort darauf?
 
52:26 Es ist einfach zu sagen, sie sollten
Verantwortung ablehnen.
  
52:28 K: Natürlich, wenn ich Geld habe, wenn ich
Geld verdiene, Job, usw.,
  
52:32 muss ich nach mir selbst schauen,
wenn ich Bedienstete habe
  
52:34 muss ich nach denen schauen,
meinen Kindern,
  
52:37 vielleicht auch deren Kinder.
 
52:41 Ich bin für all das verantwortlich.
S: Ja.
  
52:44 K: Physisch bin ich verantwortlich.
Ihnen Nahrung zu geben,
  
52:48 ihnen den richtigen Geldbetrag zu geben,
 
52:50 ihren Kindern ermöglichen auf eine gute
Schule zu gehen, wie meine eigenen
  
52:55 - ich bin verantwortlich für all das.
 
52:59 S: Aber führt Sie das nicht wieder in die
gleiche Position
  
53:03 der Unsicherheit, usw., die sie versuchten
durch
  
53:08 diese Ablehnung der Authorität aufzulösen?
 
53:14 K: Ich sehe nicht ein warum ich spirituel-
le oder psychologische Authorität brauche.
  
53:22 Weil wenn ich weiß, wie ich mich
selbst zu lesen habe,
  
53:24 brauche ich niemanden um es mir
zu sagen.
  
53:29 Aber wir haben nie in voller Tiefe
versucht das Buch unserer Selbst zu lesen.
  
53:36 Ich komme zu Ihnen und sage,
'Bitte helfen sie mir zu beim lesen.'
  
53:40 Und dann ist die ganze Angelegenheit
verloren.
  
53:43 H: Aber ich denke was Rupert fragt,
ist dass
  
53:46 wenn wir damit beginnen Anzunehmen das wir
eine Verantwortung für Andere haben,
  
53:54 dass dies zu...
K: Was? Meine Arbeitsfähigkeit?
  
53:59 H: Welche sichergestellt sein muss.
K: Ja, so sicher wie eben geht.
  
54:05 Nicht in Ländern wo eine enorme
Arbeitslosigkeit herrscht.
  
54:08 H: Sie sagen also, dass dies keine psycho-
logische Unsicherheit mit sich bringt?
  
54:11 K: Bestimmt nicht. Aber wenn ich sage,
'Er ist mein Bediensteter,
  
54:15 ich werde ihn in dieser Position
festhalten,' verstehen Sie?
  
54:19 H: Nein. Führen Sie das aus.
K: Ich behandle ihn wie einen Diener.
  
54:23 H: Ja.
 
54:25 K: Was unverantwortlich wird
- ich weiß nicht... natürlich.
  
54:31 H: Aber wenn es ein Diener ist, kann
er kommen und gehen. Aber wenn es ein
  
54:36 Kind ist, kann es nicht kommen und gehen.
K: Ah! Er ist Teil meiner Familie.
  
54:39 B: Ich denke die Frage ist eher
diese; nehmen wir an,
  
54:41 Sie sind verantwortlich für eine Familie
und die Umstände sind schwierig,
  
54:45 Sie haben vielleicht keinen Job und
machen sich Sorgen,
  
54:47 und werden psychologisch unsicher.
 
54:49 K: Ja.
B: Richtig?
  
54:51 K: Ich sorge mich nicht darum; es ist da.
Ich habe kein Geld mehr.
  
54:54 Also, mein Freund, ich habe kein Geld
mehr, wenn du bleiben willst,
  
54:57 teilen wir das bisschen Essen das ich
habe. Wir werden es teilen.
  
55:02 B: Sie sagen, dass selbst wenn Sie
arbeitslos sind und Verantwortung tragen
  
55:05 für eine Familie, wird es die Ordnung des
Bewusstseins nicht stören, richtig?
  
55:09 K: Natürlich nicht.
 
55:10 B: Sie finden einen intelligenten
Weg es zu lösen.
  
55:12 K: Damit umzugehen.
B: Ja.
  
55:15 S: Aber diese Art der Sorge, als Folge
von Verantwortung, ist relativ.
  
55:18 K: Ich nenne es nicht Sorge.
Ich bin verantwortlich.
  
55:22 S: Ja.
 
55:24 K: Und daher kümmere ich mich
so gut ich kann.
  
55:27 S: Und wenn sie nicht können?
K: Entschuldigung?
  
55:31 S: Wenn sie nicht können?
K: Dann kann ich nicht.
  
55:34 Warum sollte ich mich darum sorgen - ich kann nicht, es ist eine Tatsache.
 
55:40 B: Sie sagen, es sei möglich vollkommen
frei zu sein von Sorge,
  
55:43 zum Beispiel im Angesicht
großer Schwierigkeiten.
  
55:46 K: Ja. Da ist keine...
Sehen Sie, das ist was ich sage.
  
55:51 Wo da Aufmerksamkeit ist, ist keine
Notwendigkeit... da ist keine Sorge,
  
55:57 weil da kein Mittelpunkt ist, von dem aus
Sie aufmerksam sind.
  
56:02 S: Es gibt immernoch Probleme,
und es mag immernoch
  
56:05 Verantwortlichkeiten geben.
 
56:06 K: Natürlich, ich habe Probleme,
also löse ich sie.
  
56:09 S: Aber wenn Sie sie nicht
lösen können.
  
56:11 K: Dann kann ich nicht.
S: Wenn ihre Familie hungert.
  
56:13 K: Warum sollte ich mich darum sorgen? Ich
kann nicht die Königin von England sein.
  
56:17 S: Nein.
 
56:18 K: Nein. Warum also
darum sorgen?
  
56:20 S: Aber wenn Sie ein armer Inder sind,
arbeitslos,
  
56:22 Ihre Familie hungert,
da ist nichts...
  
56:24 Sie haben alles versucht, sie sind
gescheitert.
  
56:27 Sie sorgen sich nicht.
In der Tat, verwunderlich genug,
  
56:29 eine Menge von Indern in der Situation
sorgen sich nicht -
  
56:32 das ist das Erstaunlichste an Indien.
 
56:35 Aber dann schauen Leute von
Außen darauf und sagen,
  
56:38 'Nun, das ist Fatalismus'.
K: Ja, das ist wahr.
  
56:40 S: Und es wird oft als die Krankheit
Indiens angesehen, die Tatsache,
  
56:43 dass so Viele es schaffen sich
nicht zu sorgen unter diesen Umständen,
  
56:46 wie wir es erwarten
würden.
  
56:48 K: Ich würde Sie gerne etwas fragen.
Sie haben sich all das angehört
  
56:52 - unordentliches Bewusstsein -
 
56:58 erkennen wir das? Und entleeren
den Inhalt,
  
57:04 Angst, Sie wissen schon,
die gesamte Angelegenheit?
  
57:08 Interessiert es Sie?
H: Ja.
  
57:11 K: Vollkommen?
H: Ja.
  
57:13 K: Was heißt das?
 
57:16 H: Es bedeutet man hört
einfach zu.
  
57:18 K: Nein, es bedeutet eine Unterhaltung,
Dialog zwischen uns.
  
57:25 Immer tiefer eindringend, tiefer und
tiefer.
  
57:30 Was heißt, dass Sie frei sein müssen
um zu ergründen.
  
57:37 Frei von Ihrem Vorurteil,
von Ihrer vorherigen Erfahrung.
  
57:45 Gewiss, andernsfalls können Sie nicht
ergründen. Sie können nicht untersuchen.
  
57:49 Untersuchen bedeutet entdecken,
 
57:51 verstehen Sie, es weiter und
weiter führen.
  
57:58 Nun, sind Sie, sind wir, gewillt
das zu tun,
  
58:02 so dass tatsächlich das
Ich nicht ist?
  
58:14 Aber wenn das Ich nicht ist, bedeutet
das nicht, dass sie Ihre Frau missachten,
  
58:19 ihre Kinder - verstehen Sie?
 
58:21 Das wäre so dumm,
wie wenn Sie ein Sannyasi werden,
  
58:26 sich in die Berge zurückziehen,
 
58:29 ein Mönch, der sich ins Kloster
zurückzieht.
  
58:33 Das ist eine außerordentliche
Form der Flucht.
  
58:38 Die Tatsache ist, ich muss auf meine
Frau und Kinder eingehen,
  
58:41 und wenn ich einen habe, auf
meinen Bediensteten.
  
58:45 Kann ich so vollkommen ohne
Ich sein,
  
58:51 dass ich intelligent auf diese
Probleme eingehen kann?