Krishnamurti Subtitles

Ojai - 22 May 1984

Public Question & Answer 1



0:50 Es wurden sehr viele
Fragen eingereicht.
  
0:55 Und wir haben…
 
0:56 …einige davon ausgewählt.
 
1:12 Wir werden die Fragen untersuchen,…
 
1:15 …nicht die Antworten.
 
1:20 Es ist ein Dialog.
 
1:25 Sie stellen eine Frage…
 
1:28 …und der Sprecher antwortet
auf diese Frage.
  
1:33 Und dann beantworten Sie diese Frage.
 
1:39 Sie stellen eine Frage,
der Sprecher antwortet darauf…
  
1:44 …dann…
 
1:46 …antworten Sie
auf die Antwort des Sprechers…
  
1:50 …und so weiter…
 
1:53 …bis nur noch die Frage übrig bleibt,…
 
1:57 …nicht die Personen.
 
2:00 Haben Sie das verstanden?
 
2:04 Wahrscheinlich haben Sie noch nie…
 
2:13 …über diese Form des Dialogs nachgedacht.
 
2:15 Es ist wichtig das zu verstehen,
weil wir gemeinsam…
  
2:19 …diesen Fragen
auf den Grund gehen werden.
  
2:25 Und…
 
2:27 …während wir so Forschen…
 
2:31 …stellen Sie eine Frage,…
 
2:36 …auf die der Sprecher dann antwortet,…
 
2:41 …und Sie erwidern etwas
auf die Antwort.
  
2:45 Dann nehme ich das auf
und antworte darauf.
  
2:50 Wir machen so weiter, bis nur
die Frage übrig bleibt. Verstehen Sie?
  
2:54  
 
2:56 Dann hat die Frage enorme Kraft,
sie ist frei von persönlichen Vorurteilen.
  
3:00  
 
3:06 Haben Sie das verstanden?
 
3:09 Wir tun es einfach,
und werden es selbst herausfinden.
  
3:15 Ich frage mich, warum wir Fragen stellen,
und von wem Sie eine Antwort erwarten.
  
3:18  
 
3:26 Es ist gut, Fragen zu stellen,…
 
3:30 …je mehr wir fragen
und forschen, umso besser.
  
3:36 Aber wir erwarten die Antwort
von jemand anderem.
  
3:43 Die Frage ist wirklich ein Problem.
 
3:48 Ein Problem bedeutet ursprünglich,
dass einem etwas hingeworfen wird.
  
3:53  
 
3:58 Etymologisch bedeutet
das Wort 'Problem',…
  
4:04 …dass Ihnen etwas vor die Füße
geworfen wird, eine Herausforderung.
  
4:11 Und…
 
4:14 …wir erwarten, dass andere
unsere Probleme lösen.
  
4:19 Religiöse, wirtschaftliche, soziale.
 
4:21 Alle möglichen Probleme,
die wir Menschen haben.
  
4:27 Und…
 
4:30 …deshalb wird es einseitig.
 
4:35 Sie fragen etwas,…
 
4:37 …und der Sprecher antwortet,
wenn er dumm genug ist.
  
4:41 Wenn wir aber die Frage
gemeinsam untersuchen,…
  
4:47 …die Bedeutung der Frage,…
 
4:51 …und uns nicht davon entfernen,…
 
4:54 …dann steckt die Antwort
in der Frage.
  
5:00 Nicht wahr?
 
5:02 Verstehen Sie das?
 
5:04 Die meisten von uns stellen Fragen,…
 
5:09 …und warten dann darauf,
dass sie jemand beantwortet.
  
5:14 Wir sind also
an der Antwort interessiert…
  
5:19 …und nicht an der Frage als solcher.
 
5:24 Wobei das Wesentliche die Frage ist,
nicht die Antwort.
  
5:29 Sie werden das gleich entdecken.
 
5:32 Dem Sprecher wird also
eine Frage gestellt.
  
5:37 Er gibt auf diese Frage
eine Antwort,…
  
5:42 …auf die Sie wiederum etwas erwidern,…
 
5:44  
 
5:49 …und so fahren wir fort,
bis nur die Frage übrig bleibt,…
  
5:53 …und sonst nichts.
 
5:57 Und wenn die Frage
außerordentlich wichtig wird,…
  
6:02 …wird sie, hat sie ihre eigene Kraft…
 
6:06 …und daher ihre eigene Antwort.
Wir werden das gleich sehen.
  
6:14 Ich verstehe, dass alle Menschen
ein ähnliches Bewusstsein haben.
  
6:19  
 
6:23 Aber geht es nicht zu weit, zu sagen,
alle Menschen teilen dasselbe Bewusstsein?
  
6:28 Können wir uns zusammen langsam
diesen beiden Aussagen nähern?
  
6:35 Das ist eine Frage,
die gestellt wurde.
  
6:40 Was ist der tiefere Sinn
dieser Frage?
  
6:46  
 
6:50 Sie lautet: Ich verstehe, dass alle Menschen
ein ähnliches Bewusstsein haben.
  
6:53 Was meinen wir mit 'verstehen'?
 
6:57 Das ist keine Haarspalterei,…
 
7:02 …aber ich würde gerne wissen,
was Sie mit 'verstehen' meinen.
  
7:08 Ich verstehe,…
 
7:14 …dass die Atombombe…
 
7:17 …10 Millionen Leute auf einen Schlag tötet.
Ich verstehe das.
  
7:19 Ich sah das Experiment,
nicht die 10 Millionen zerfetzten Toten.
  
7:24 Aber ich sah den Atompilz
und all das.
  
7:31 Ist das Verstehen rein intellektuell,…
 
7:35 …verbal?
 
7:37 Oder…
 
7:46 …hat das Verstehen eine gewaltige
Bedeutung und Tiefe…
  
7:50 …und ist nicht nur
ein Verstehen der Worte? Klar?
  
7:52 Ich habe diese Frage gestellt.
 
7:56 Dann antworten Sie darauf.
 
8:01 Sie sagen: "Nein. Wenn ich das Wort
'verstehen' benutze, meine ich das nicht…
  
8:03 …logisch,…
 
8:09 …oder nur verbal,…
 
8:11 …sondern ich verstehe die Bedeutung,
die Tragweite,…
  
8:14 …dass die Menschen
ein ähnliches Bewusstsein haben."
  
8:24 Nicht wahr?
 
8:27 Aber geht es nicht zu weit, zu sagen,
alle Menschen teilen dasselbe Bewusstsein?
  
8:31  
 
8:35 Können wir uns zusammen langsam
diesen beiden Aussagen nähern?
  
8:46 Was meinen wir mit 'Bewusstsein'?
 
8:52 Sie antworten mir,…
 
8:54 …nein, es sind zu viele Leute hier,
also antworte ich für Sie.
  
9:03 Mit 'Bewusstsein' meinen wir,…
 
9:06 …sich der Dinge bewusst zu sein.
 
9:11 Der Bäume hier ringsum,…
 
9:18 …der Menschen um uns herum,
mit verschiedenen Kleidern, Frisuren usw.
  
9:22 Ich nehme das bewusst wahr.
 
9:47 Es ist in Ordnung, wenn sie ruhig ist.
Werden Sie ruhig sein?
  
9:50 Was meinen wir mit 'bewusst' sein?
 
10:02 Gewahr sein.
 
10:09 In diesem Gewahrsein sehen wir,
was um uns herum geschieht,…
  
10:16 …das Geschehen oder nur die Dinge,
wie sie sind.
  
10:23 Und in diesem Gewahrsein,
gibt es ein gewisses Auswählen.
  
10:26  
 
10:29 Das mag ich, das nicht.
Ich mag Eichen, aber keine Palmen,…
  
10:31  
 
10:35 …oder ich möchte, es wäre etwas anderes.
In diesem Gewahrsein,…
  
10:38 …gibt es also ein Auswählen.
 
10:46 Gibt es aber ein Gewahrsein,…
 
10:49 …das ja Teil des Bewusstseins ist,…
 
10:52 …in dem es gar kein Auswählen gibt?
 
10:59 Der Sprecher stellt also diese Frage,…
 
11:02 …und der Sprecher, Sie vertretend,
beantwortet die Frage.
  
11:05  
 
11:08 Das heißt, in unserem Gewahrsein
gibt es immer ein Auswählen,…
  
11:14 …wie "dies mag ich, jenes nicht,
ich wünschte, es wäre anders usw."
  
11:19 Aber wo ausgewählt wird,…
 
11:24 …gibt es einen Konflikt.
 
11:27 Nicht wahr?
 
11:29 Erkennen wir das?
 
11:31 Wo es eine Auswahl gibt,
zwischen diesem und jenem wählen…
  
11:36 …führt diese Trennung zum Konflikt.
 
11:41 Gibt es aber auch ein Gewahrsein
ohne Auswählen?
  
11:47 Verstehen Sie meine Frage?
 
11:51 Da Sie nicht antworten können,
übernehme ich es für Sie.
  
11:57 Es scheint uns sehr schwer zu fallen,
gewahr zu sein, ohne auszuwählen.
  
12:06 Und die Erwiderung darauf ist:
"Warum?"
  
12:10 Warum ist es so schwierig?
 
12:14 Wird das Wort 'schwierig' zum Hindernis?
Das Wort 'schwierig'.
  
12:19  
 
12:22 Verstehen Sie?
 
12:30 Wenn ich das Wort 'unmöglich'
verwende,…
  
12:33 …'schwierig',…
 
12:37 …'ich bin ein Versager',
dann werden diese Wörter zum Hindernis.
  
12:42 Im Benutzen des Wortes 'schwierig',
machen Sie es damit bereits schwierig.
  
12:52 Ist es also möglich,
gewahr zu sein, bewusst zu sein,…
  
12:59 …ganz ohne Auswählen,
einfach nur zu beobachten?
  
13:03 Ja?
 
13:07 Und Sie erwidern:
"Ich werde es versuchen."
  
13:12 Und darauf sagt der Sprecher:
"Versuchen Sie es nicht."
  
13:19 In dem Moment, in dem Sie es versuchen,
bemühen Sie sich.
  
13:27 Und wenn Sie sich bemühen,
verstehen Sie überhaupt nichts.
  
13:32 Wenn Sie aber ohne Bemühen
einfach nur schauen,…
  
13:34 …nehmen Sie wahr, was ist.
 
13:40 Nicht wahr?
 
13:42 Wenn Sie sagen, ich verstehe das nicht.
Sage ich, schauen wir es uns genauer an.
  
13:45  
 
13:51 Mir macht das Spaß!
 
13:59 Ich habe diese Fragen
vorher nicht gelesen.
  
14:03 Ich schaue sie mir gerne zum
ersten Mal an, wenn ich spreche.
  
14:09 Aber es ist ein riesiger Sprung
zu sagen, dass wir,…
  
14:14 …dass alle Menschen dasselbe
Bewusstsein miteinander teilen.
  
14:21 Ist das so, oder nicht?
 
14:27 Dass alle Menschen auf der ganzen Welt
ein und dasselbe Bewusstsein teilen.
  
14:30 Ist das so?
 
14:38 Und Sie sagen, nein,…
 
14:43 …es ist nicht dasselbe,
jeder von uns ist anders.
  
14:47 Jeder hat seine Eigenarten,…
 
14:51 …seine persönlichen Neigungen,…
 
14:56 …sein unterschiedliches Umfeld,
seine unterschiedliche…
  
14:59 …religiöse Erziehung
oder atheistische Erziehung.
  
15:03 Wir wurden unterschiedlich erzogen,
also…
  
15:06 …das ganze…
 
15:14 …Bewusstsein,…
 
15:19 …wir teilen nicht alle dasselbe
Bewusstsein, erwidern Sie.
  
15:22 Und er Sprecher sagt, es ist nicht so,
schauen wir es an. Behaupten Sie nichts.
  
15:25 Nehmen Sie keine Haltung ein,…
 
15:27 …sonst können Sie nicht,
es wird zum Kampf.
  
15:35 Aber wenn Sie flexibel sind,
beweglich, untersuchen,…
  
15:40 …dann haben wir
eine gemeinsame Basis.
  
15:44 Ich sage also, untersuchen wir es,…
 
15:48 …sehr gründlich…
 
15:50 …unvoreingenommen.
 
15:52 Wenn Sie die Haltung einnehmen,
ich glaube daran,…
  
15:59 …dann können Sie nicht diskutieren,
nicht forschen.
  
16:04 Also lassen Sie es uns untersuchen.
 
16:09 Darauf sagen Sie,
was meinen Sie mit untersuchen,…
  
16:14 …erforschen? Wer erforscht?
 
16:19 Ihre eigene Aufmerksamkeit.
Ich benutze nicht das Wort 'Interesse'.
  
16:26 Nun müssen wir den Unterschied zwischen
Interesse und Aufmerksamkeit klären.
  
16:32 Ich hoffe, Sie spielen mit.
 
16:41 Den meisten Lehrern
geht es um Interesse,…
  
16:45 …sie wollen das Interesse
der Kinder, der Schüler wecken.
  
16:52 Interesse an Mathematik.
 
16:54 Wenn dich Mathematik nicht interessiert,
dann Geschichte.
  
16:58 Der Lehrer will das Interesse
im Schüler wecken.
  
17:00 Nicht wahr?
 
17:04 Stimmt das nicht?
 
17:10 Ich will Geige spielen. Spiele nicht Geige?
Das bringt doch nichts ein.
  
17:12  
 
17:14  
 
17:16 Interessiere dich für etwas anderes, etc.
 
17:20 Wo es um Interesse geht, kommt es immer
zu einem inneren Widerspruch.
  
17:26 Ist das klar?
 
17:30 Oh nein.
 
17:36 Gut, ich erkläre es noch einmal.
Ich möchte gerne einen Berg besteigen.
  
17:39  
 
17:44 Mein Lehrer sagt, interessiere dich doch
lieber für etwas Ernsthafteres.
  
17:49  
 
17:52 Sofort ist ein Konflikt da.
Ich bin am Bergsteigen interessiert,…
  
17:54  
 
17:57 …und der Lehrer sagt, lass das sein,
interessiere dich für das, was ich sage.
  
18:01  
 
18:04 Also hat in mir bereits ein Konflikt
stattgefunden. Ich will etwas tun…
  
18:09  
 
18:11 …werde aber zu etwas anderem
gezwungen.
  
18:14 Nicht wahr? Benutzen Sie daher
das Wort 'Interesse' überhaupt nicht.
  
18:24 Welches Wort würden Sie denn verwenden,
fragen Sie nun.
  
18:29 Und ich sage, finden Sie heraus,…
 
18:34 ….was das Wesen der Aufmerksamkeit ist.
 
18:37 Ja?
 
18:41 Bringt Sie das alles ganz durcheinander?
 
18:47 Was ist das Wesen der Aufmerksamkeit?
 
18:51 Der Schüler ist daran interessiert,
etwas ganz genau zu beobachten.
  
18:57 Und ich will, dass er sich
für Geschichte interessiert,…
  
19:04 …aber er beobachtet den Frosch,
die Eidechse oder den Vogel durchs Fenster.
  
19:09 Er verwendet viel mehr Aufmerksamkeit
darauf, als auf…
  
19:12 …meine Aufforderung,
Geschichte zu lernen.
  
19:17 Also würde ich ihn ermutigen oder helfen,
noch viel genauer zu beobachten.
  
19:25 Verstehen Sie?
Noch viel genauer, so dass…
  
19:26  
 
19:28 …seine ganze Aufmerksamkeit
ins Beobachten fließt.
  
19:35 Wenn er das tut, dann kann ich…
 
19:41 …ihn auffordern, alles sehr sorgfältig
zu beobachten, langsam…
  
19:44 …zu lernen, aufmerksam zu sein, nicht
interessiert. Haben Sie es verstanden?
  
19:52 Also…
 
19:56 …lassen Sie uns untersuchen…
 
20:00 …oder erforschen,…
 
20:02 …ob wir alle dasselbe Bewusstsein
miteinander teilen.
  
20:11 Wo wir auch leben,…
 
20:14 …ob im Fernen Osten,
im Mittleren Osten oder hier,…
  
20:19 …müssen Menschen…
 
20:22 …Schreckliches durchmachen.
 
20:27 Es herrscht große Armut…
 
20:32 …in Afrika und Indien…
 
20:35 …und Teilen Asiens.
 
20:39 Es gibt sehr viel Leid.
 
20:42 Die Menschen haben Sorgen,
überall auf der Welt.
  
20:48 Die Menschen haben Angst,
überall auf der Welt.
  
20:53 Und sie wünschen sich alle Sicherheit,…
 
20:57 …im Äußeren wie auch im Inneren.
 
21:01 Nicht wahr?
 
21:04 Das ist eine Tatsache.
 
21:08 Die Tatsache haben wir also
mit allen gemein.
  
21:13 Nicht wahr?
 
21:15 Sie leiden,…
 
21:18 …der Inder in Indien leidet,…
 
21:21 …der Russe leidet.
 
21:24 Die Menschen,…
 
21:29 …betrachtet man alle Bewohner
dieser Welt,…
  
21:32 …erleiden dieses außergewöhnliche
Phänomen.
  
21:36 Alle Menschen…
 
21:42 …haben ihre persönlichen Eigenheiten,
ihre eigenen Verhaltensweisen,…
  
21:44 …ihre seltsamen Gewohnheiten,
ihre Ängste, Götter und Glaubenssysteme.
  
21:47  
 
21:50 Überall in der Welt ist das der gemeinsame
Nenner. Das ist so, nicht wahr?
  
21:54  
 
22:00  
 
22:03 Der Sprecher sagt das.
Und Sie sagen, nein, so ist es nicht.
  
22:07 Ich bin anders als mein Nachbar.
 
22:14 Der Sprecher sagt dann,
sind Sie das wirklich?
  
22:19 Vielleicht haben Sie ein größeres Auto,…
 
22:22 …einen größeren Garten,
gut gepflegt,…
  
22:26 …Sie gestalten diesen Garten.
 
22:29 Vielleicht haben Sie ein größeres Haus
oder ein kleineres.
  
22:33 Nicht wahr?
 
22:36 Aber dieser oberflächliche Unterschied,…
 
22:41 …sowohl biologisch…
 
22:48 …als auch physisch,…
 
22:52 …ist natürlich da, ist eine Tatsache:
Sie sind groß, jemand anderes ist klein,…
  
22:55 …einer ist sehr gescheit,
der andere nicht usw.
  
22:57 Aber…
 
23:01 …gehen Sie…
 
23:07 …darüber hinaus oder etwas tiefer,
das heißt, in die innere, psychische Welt.
  
23:12 In der inneren, psychischen Welt,
teilen wir alle dasselbe…
  
23:14  
 
23:21 …Leid. Das Leid ist uns allen gemein.
 
23:25 Sie haben vielleicht eine Art Vergnügen,
aber es bleibt Vergnügen.
  
23:30  
 
23:32 Es bleibt Angst. Sie haben Angst
vor der Dunkelheit, ein anderer vor…
  
23:34  
 
23:39 …irgendetwas anderem.
Aber wir alle haben Angst.
  
23:43 Wir teilen also alle dasselbe
Bewusstsein.
  
23:52 Und darauf sagen Sie,
das klingt sehr logisch,…
  
23:57 …aber ist es wahr?
 
24:01 Ist es eine Tatsache oder
machen Sie daraus eine Tatsache,…
  
24:09 …weil Sie eine nicht-individuelle Existenz
herbeiführen wollen,…
  
24:12 …die es gar nicht gibt.
 
24:19 Ich sage also, hören Sie zu was ich sage.
Sind Sie überhaupt ein Individuum?
  
24:22  
 
24:29 Sind Sie es tatsächlich?
 
24:31 Weil Sie eine andere Hautfarbe haben,
anders erzogen wurden,…
  
24:38 …Sie sind Katholik, ich Protestant.
Sie sind Buddhist, ich Hindu usw.
  
24:40  
 
24:45 Äußerlich unterscheiden Sie sich,…
 
24:49 …offensichtlich.
Das ist eine Tatsache.
  
24:52 Aber im Inneren,
unterscheiden Sie sich da?
  
24:58 Bitte.
 
25:00 Sie sagen ja, ich bin ganz anders.
 
25:11 Wie kommen Sie darauf, zu sagen,
dass Sie anders sind?
  
25:18 Ist es weil Sie denken,
Sie seien anders?
  
25:24 Oder ist das eine Tatsache?
Verstehen Sie?
  
25:28 Denken ist das eine,
eine Tatsache etwas anderes.
  
25:32 Über eine Tatsache nachzudenken ist etwas
völlig anderes, als die Tatsache selbst.
  
25:41 Tatsache ist, sind Sie anders?
 
25:45 Nicht, dass Sie das nur denken.
 
25:50 Psychisch,…
 
25:52 …innerlich?
 
25:54 Wir betrügen, wir lügen, wir…
 
25:58 …wir wollen Erfolg, wir wollen Geld.
 
26:01 Das ist allen Menschen gemeinsam.
Nicht wahr?
  
26:06 Wir sagen also,…
 
26:13 …es gibt kein individuelles Bewusstsein,
es ist nicht Ihr Bewusstsein.
  
26:18 Und Sie sagen, das glaube ich nicht.
 
26:27 Das haben Sie erfunden.
 
26:33 Ich sage, schauen Sie,…
 
26:37 …wenn Sie sich
als Individuum bezeichnen,…
  
26:42 …was bedeutet dann dieses Wort
'Individuum'?
  
26:50 Die Grundbedeutung des Wortes
ist 'unteilbar'.
  
26:56 Richtig?
 
26:59 Sind Sie unteilbar oder fragmentiert?
 
27:02 Verstehen Sie?
 
27:05 Wenn Sie fragmentiert sind, was so ist,
sind Sie kein Individuum.
  
27:09 Verwenden Sie dieses Wort nicht.
 
27:13 Sie sind ein fragmentierter Mensch…
 
27:20 …wie alle anderen fragmentierten
Menschen.
  
27:29 Individuell bedeutet einzigartig.
 
27:34 Das sind Sie nicht.
 
27:38 Wir wollen einzigartig sein, denken, wir sind
es, weil wir schlau sind, dies oder jenes,…
  
27:42  
 
27:45 …was eine Form der Eitelkeit ist.
 
27:51 Wenn Sie das also sehr genau untersuchen,
unvoreingenommen,…
  
27:56 …frei von jeglicher Selbstgefälligkeit,…
 
28:01 …stellen Sie fest,
dass wir die Menschheit sind.
  
28:08 Wir teilen nicht dasselbe Bewusstsein,
wir sind die Menschheit.
  
28:13 Ich frage mich, ob Sie das verstehen.
 
28:20 Wenn Sie diese Aussage hören,…
 
28:25 …entweder…
 
28:28 …akzeptieren Sie sie als Vorstellung…
 
28:32 …oder Sie hören diese Aussage,…
 
28:38 …machen etwas Abstraktes daraus
und sagen, das ist ein schönes Ideal.
  
28:41 Nicht wahr?
 
28:44 Und Sie sagen,…
 
28:48 …Sie weichen der Tatsache aus,
wenn Sie ein Ideal daraus machen.
  
28:54 Nicht wahr?
 
28:55 Also bitte,…
 
28:59 …schauen Sie sich die Tatsache an,…
 
29:04 …dass alle,…
 
29:09 …jeder Mensch auf dieser Welt
alle möglichen Probleme hat,…
  
29:15 …Not, Unglück.
 
29:18 Ist er clever und will Geld verdienen,
macht er krumme Dinge, Sie kennen das.
  
29:23 Wir alle tun das,
auf unterschiedliche Weise, aber…
  
29:26 …der Antrieb, der Wunsch
ist derselbe.
  
29:33 Und auf all das erwidern Sie,…
 
29:38 …ja, intellektuell verstehe ich es,
aber ich empfinde nicht…
  
29:44 …die Tiefe Ihrer Aussage,
dass wir die Menschheit sind.
  
29:49 Das Gespür dafür.
 
29:58 Dann fragt der Sprecher, warum?
 
30:04 Warum spüren wir nicht,
dass die Menschheit etwas Ganzes ist?
  
30:09 Verstehen Sie?
 
30:13  
 
30:17 Nicht, dass wir dieselbe Erde teilen,,…
 
30:20 …die Erde unsere Mutter ist,…
 
30:23 …wir alle geboren werden, etc., die neueste
Mode, ein weiterer Trend hierzulande.
  
30:26  
 
30:29 Merken Sie, dass wir uns von einem Trend
zum nächsten bewegen,…
  
30:35 …in die neueste Falle tappen.
 
30:41 Also…,
 
30:47 …wenn man die Tatsache sehen kann,
ohne sie…
  
30:53 …zur Idee zu machen,…
 
30:56 …oder zum abstrakten Ideal,
sondern bei der Tatsache bleiben kann,…
  
31:00 …dass wir wirklich
die gesamte Menschheit sind,…
  
31:06 …psychisch, innerlich,…
 
31:09 …dann wird dieses Gefühl,
wenn Sie bei der Tatsache bleiben, Ihnen…
  
31:13 …eine ungeheure…
 
31:19 …Energie geben und…
 
31:20 …darin gibt es keine Trennung.
 
31:25 Gehen wir weiter zur nächsten Frage.
 
31:34 Meine Güte! – Haben Sie einen
bestimmten Nachfolger vorgesehen,…
  
31:38 … der Ihre Lehre fortführen soll,
wenn Sie gegangen sind?
  
31:43 Jemand erhebt Anspruch
auf diese Position.
  
31:48 Haben Sie einen bestimmten Nachfolger
vorgesehen,…
  
31:53 …der Ihre Lehre fortführen soll,
wenn Sie gegangen sind?
  
31:58 Wohin?!
 
32:04 Jemand erhebt Anspruch
auf diese Position.
  
32:13 Ich frage mich,
warum er diese Position beansprucht?
  
32:19 Ich weiß, dass dies geschieht. Ich kenne
einige Leute, die so einen Blödsinn machen.
  
32:21  
 
32:28 Aber was beanspruchen sie?
 
32:33 Warum wollen sie jemandes
Nachfolger werden?
  
32:38 Angenommen, nein nicht angenommen,
K stirbt.
  
32:43 Der Sprecher wird sterben.
Soviel ist sicher.
  
32:45 So wie jeder von uns.
 
32:50 Das ist eine absolute,
unumstößliche Tatsache,…
  
32:55 …ob Ihnen das gefällt oder nicht.
 
33:02 Glücklicherweise oder leider,…
 
33:07 …hat er vieles gesagt, einige Bücher
geschrieben, und wurde eine Art,…
  
33:11 …sagen wir, 'Berühmtheit',…
 
33:16 …berüchtigt,…
 
33:18 …nicht als Krimineller,…
 
33:23 …sondern als eine Art Freak oder
religiöser Lehrer. Noch so ein Freak.
  
33:29 Oder eine biologische Ausnahme.
 
33:35 Und deshalb hat man
eine gewisse Reputation in der Welt.
  
33:43 Das ist so widerwärtig,…
 
33:47 …und das hat keinerlei Bedeutung,
Reputation.
  
33:53 Jemand möchte gerne
oder fühlt sich berufen,…
  
34:02 …K's Arbeit fortzusetzen.
 
34:06 Warum?
 
34:11 Wahrscheinlich ist es sehr lukrativ,…
 
34:17 …auch finanziell,…
 
34:20 …und Sie können sagen, gut,
so kann ich viele Dummköpfe anlocken.
  
34:29 Das geschieht in der Welt.
 
34:33 In der Kirche gibt es
die apostolische Nachfolge.
  
34:38 Sie wissen schon, eine Art Erbfolge.
 
34:44 In Indien gibt es das auch,
in anderer Form.
  
34:50 Wir alle lieben also die Autorität.
 
34:59 Wir alle wollen jemandem folgen,
der sagt, ich weiß es.
  
35:05 Und wir sind so leichtgläubig.
 
35:10 Wir sagen nie, ich will einfach leben, ich will
herausfinden, was Sie sagen, was Sie sind,…
  
35:14  
 
35:18  
 
35:24 …nicht, was Sie darstellen oder was
Ihr Merkmal ist. Was Sie sind.
  
35:29 Und Sie beginnen zu zweifeln,
stellen in Frage, was Sie sind.
  
35:36 Und bald entdecken Sie,
dass nicht viel dahinter ist.
  
35:42 Also…
 
35:48 …sagt K, sagt der Sprecher,
dass er niemanden vorgesehen hat,…
  
35:51 …keinen Lehrer, keinen,
der ihn vertreten soll,…
  
35:56 …wenn er fort gegangen ist,…
 
36:00 …nach England,…
 
36:08 …wohin er nächste Woche reisen wird.
 
36:20 Das ist alles ziemlich albern,
nicht wahr?
  
36:27 Was meinen Sie damit,
das Denken zu beobachten,…
  
36:31 …bis zu seinem Ursprung?
 
36:34 Ich beobachte meine Gedanken,…
 
36:37 …aber jeder führt zu einem weiteren
in einer endlosen Kette.
  
36:43 Wodurch kann das beendet werden?
 
36:49 Was führt zu einer echten Veränderung?
 
36:54 Was meinen Sie damit, das Denken
zu beobachten, bis zu seinem Ursprung?
  
37:00 Ich beobachte meine Gedanken,…
 
37:03 …aber jeder führt zu einem weiteren
in einer endlosen Kette.
  
37:08 Wodurch kann das beendet werden?
 
37:13 Was führt zu einer echten Veränderung?
 
37:21 Wir werden diese Frage beantworten.
Wir werden dieses Hin und Her beenden.
  
37:22  
 
37:30 Eine der Fragen ist,…
 
37:33 …kann das Denken sich seiner selbst
bewusst sein.
  
37:44 Man denkt darüber nach, was…
 
37:50 …was man tun wird,
wenn man heimkommt.
  
37:54 Sie denken daran, was Sie tun werden,
wenn Sie zurückkehren.
  
38:02 Und…
 
38:08 …Sie wollen herausfinden,…
 
38:12 …wie dieser Gedanke beschaffen ist,…
 
38:15 …und ob er seiner selbst bewußt sein kann.
Verstehen Sie?
  
38:20 Verstehen Sie meine Frage?
 
38:24 Ich denke an meine nächste Mahlzeit.
 
38:32 Kann also dem Denken bewusst sein,
dass es an die nächste Mahlzeit denkt?
  
38:43 Oder…
 
38:48 …gibt es einen Beobachter, der sagt,
ich denke an mein nächstes Mahl?
  
38:51 Verstehen Sie?
 
38:55 Richtig?
 
38:58 Unterscheidet sich der Beobachter
von dem, was er beobachtet?
  
39:04 Verstehen Sie?
 
39:06 Ist er etwas anderes?
 
39:11 Oder sind beides Gedanken?
 
39:17 Nicht wahr?
 
39:19 Der Beobachter ist Denken und was er
als Denken beobachtet, bleibt Denken.
  
39:21 Also…
 
39:25 …ist der Beobachter Denken.
 
39:30 Der Beobachter ist all die angesammelten
Erinnerungen der Vergangenheit.
  
39:35  
 
39:39 Und der Beobachter sagt dann,
ich werde mein Denken beobachten.
  
39:42  
 
39:47 Ich beobachte, was ich denke. Ich will
mein Denken bis zum Ursprung verfolgen.
  
39:50  
 
39:54 Nicht wahr? Der Beobachter sagt das.
Aber er ist auch Denken.
  
39:56  
 
39:58  
 
40:06 Also zwei Gedanken, ein Gedanke
beobachtet den anderen Gedanken.
  
40:12 Der gemeinsame Nenner von beiden
ist also das Denken.
  
40:18 Nicht wahr?
 
40:20 Und was ist der Ursprung des Denkens?
Das ist die Frage.
  
40:23  
 
40:26 Was ist sein Ursprung?
 
40:34 Was ist der Ursprung
all unserer Gedanken?
  
40:38 Denn wir denken alle.
 
40:43 Der größte Gelehrte…
 
40:49 …oder Wissenschaftler und auch der größte
Ignorant oder primitivste Mensch denkt.
  
40:56 Wo liegt also der Ursprung
des Denkens?
  
41:01 Ist es möglich diesen Ursprung
des Denkens zu finden?
  
41:08 Und…
 
41:12 …ist es auch möglich,
überhaupt nicht zu denken?
  
41:18 Wir werden all diesen Fragen
auf den Grund gehen.
  
41:38 Wenn ich Ihnen die Frage stelle,
was ist Denken, was antworten Sie?
  
41:52 Wahrscheinlich würden Sie sagen,
darüber habe ich noch nie nachgedacht.
  
41:54  
 
41:58 Und ich frage Sie, warum nicht?
 
42:03 Denn Ihr ganzes Leben
beruht auf Denken.
  
42:09 Ihre Geschäfte, alles was Sie tun,
beruht auf Denken.
  
42:17 Warum interessiert es Sie nicht,
herauszufinden, was Denken ist?
  
42:26 Was ist los mit Ihnen?
 
42:30 Sie…
 
42:37 …erforschen doch so viele Dinge,…
 
42:39 …Sie gehen unter Wasser, in den Luftraum.
Sie erforschen alles mögliche.
  
42:43 Aber Sie haben noch nie Ihre Energie
eingesetzt, oder…
  
42:46  
 
42:50 …den Drang gehabt, herauszufinden,
was Denken ist.
  
42:57 Sie sagen nur, tut mir leid,
damit habe ich mich nie befasst.
  
43:04 Also sagen wir: Schauen Sie,…
 
43:09 …beobachten Sie zuerst genau,
was Denken ist.
  
43:13 Was es bewirkt.
 
43:16 Was es in der Welt
der Technik bewirkt hat,…
  
43:21 …und auch, was es psychisch bewirkt.
 
43:27 Was es bewirkt…
 
43:29 … in seiner Beziehung
zu anderen Menschen.
  
43:33 Dieses ganze Geschehen,…
 
43:38 …die technische Welt,
was psychisch, innerlich vor sich geht,…
  
43:42 …und wie das Denken Ihre
Beziehungen beeinflusst.
  
43:47 Diese Aktivitäten des Denkens,
von der rein technologischen Welt,…
  
43:53 …bis hin zur persönlichen
psychischen Welt, und…
  
43:59 …die Beziehung…
 
44:00 …zwischen unserer Innenwelt
und einem anderen Menschen.
  
44:06 Es ist dieselbe Aktivität: Denken.
 
44:12 Was bewirkt es also, in der Beziehung
zwischen Ihnen und dem anderen.
  
44:19 Nicht wahr? Was bewirkt es?
 
44:25 Sie sagen, ich weiß es nicht,
weil ich nie darüber nachgedacht habe.
  
44:32 Und selbst wenn, wüsste ich nicht,
wie man es untersucht.
  
44:39 Dabei belassen Sie es,…
 
44:43 …in der Hoffnung, dass jemand kommt,
der ihnen das Ganze erklärt.
  
44:47 Das bedeutet, dass es Sie nicht,…
 
44:51 …verzeihen Sie mir,…
 
44:53 …es interessiert Sie nicht wirklich.
Was Ihnen wichtig ist, tun Sie.
  
44:56  
 
44:59 Es ist Ihnen wichtig, Ihren Lebensunterhalt
zu verdienen, dafür tun Sie doch alles.
  
45:01  
 
45:06 Hier sagen Sie,
ich bin daran gewohnt,…
  
45:11 …meine Eltern und Vorfahren waren gewohnt
zu denken, sie haben sich nie damit befasst.
  
45:15 Also schieben Sie es zur Seite, und…
 
45:18 …machen so weiter.
 
45:24 Wenn Sie aber anfangen,
sich damit zu beschäftigen,…
  
45:28 …hinzuschauen,…
 
45:31 …wahrzunehmen, es wissen wollen,…
 
45:35 …Sie müssen es herausfinden.
 
45:40  
 
45:43 Dann fragen Sie, warum kann ich
manches ganz schnell beantworten…
  
45:50 …unmittelbar,…
 
45:52 …während ich für anderes Zeit brauche?
 
45:57 Nicht wahr?
 
45:59 Also…
 
46:04 …eine unmittelbare Antwort,
sich Zeit nehmen, bevor man antwortet,…
  
46:09 …und schließlich sagen,
ich weiß es wirklich nicht.
  
46:13 Nicht wahr?
Das sind unsere Denkweisen.
  
46:15 Die unmittelbare Antwort,…
 
46:19 …sich Zeit nehmen,…
 
46:26 …um auf eine Frage zu antworten,…
 
46:29  
 
46:33 …denken, schauen, beobachten, fragen,
nachlesen, dann sagen, das ist die Antwort.
  
46:38 Oder andernfalls zu sagen,
ich weiß es wirklich nicht.
  
46:42 Das sind also die Prozesse,
die in uns ablaufen.
  
46:49 Wenn Sie schnell antworten,
sind es vertraute Dinge, ist es Routine.
  
46:52  
 
46:56 Sie kennen Ihren Heimweg, wissen wie man
die Heizung einschaltet, das Geschirr spült.
  
46:58  
 
47:04 Stellt man Ihnen aber eine
komplexere Frage, brauchen Sie Zeit.
  
47:12 Wenn eine Frage auftaucht…
 
47:17 …wie: "Gibt es die Ewigkeit?",
sagen Sie: "Ich weiß es nicht."
  
47:24  
 
47:27 Wenn Sie sagen, "ich weiß nicht", warten Sie
darauf, dass es Ihnen jemand sagt,…
  
47:32 …oder Sie akzeptieren keinerlei Antwort,
und sagen, "ich weiß es nicht".
  
47:36 Nicht wahr?
Lassen Sie uns also untersuchen,…
  
47:40 …was der Ursprung des Denkens ist.
 
47:52 Bitte, Sie müssen daran arbeiten,
sonst macht es keinen Spaß.
  
47:56  
 
47:59 Nicht nur zuhören und sagen:
"so ist es" und weggehen.
  
48:03 Sondern sich bemühen,
es herausfinden, untersuchen,…
  
48:09 …dann wird es
außerordentlich spannend.
  
48:16 Das Denken ist zweifellos
das Gedächtnis…
  
48:21 …oder genauer,
die Reaktion des Gedächtnisses.
  
48:25 Nicht wahr?
 
48:28 Ohne Gedächtnis,
können Sie nicht denken.
  
48:31 Das ist klar.
 
48:34 Im Zustand der Amnesie
können Sie nicht denken.
  
48:40 Was also ist das Gedächtnis?
 
48:46  
 
48:51 Bitte, arbeiten Sie mit, nicht nur zuhören.
Sie wollen es herausfinden.
  
48:53 Was ist das Gedächtnis?
 
48:58  
 
49:01 Man fährt mit dem Auto, schaut
woanders hin und hat einen Unfall,…
  
49:04 …ich hoffe nicht Sie, sondern ich.
 
49:08 Ich habe einen Unfall.
 
49:11 Und dieser Unfall verursacht
Schmerzen, etc.
  
49:15 Deshalb wurde dieser Unfall gespeichert…
 
49:26 …im Gehirn…
 
49:28 …als Erinnerung an dieses Ereignis.
Nicht wahr?
  
49:31 Also dieser…
 
49:36 …Unfall hat etwas Bestimmtes gelehrt.
 
49:40 Nicht wahr?
 
49:44 Und der Unfall war eine Erfahrung.
 
49:48 Richtig? Also…
 
49:49 …dieser Unfall…
 
49:56 …ist eine Erfahrung,
die etwas Bestimmtes gelehrt hat,…
  
50:01 …und dieses Wissen wurde im Gehirn
als Erinnerung gespeichert.
  
50:07 Klar?
 
50:09 Und die Reaktion
auf diese Erinnerung ist Denken.
  
50:15 Klar? Das ist einfach.
 
50:19 Nicht wahr?
 
50:21 Also…
 
50:24 …ist meine Erfahrung begrenzt,…
 
50:26 …mein Wissen ist begrenzt,…
 
50:31 …meine Erinnerung…
 
50:33 …ist begrenzt,
daher ist mein Denken begrenzt.
  
50:38 Nicht wahr? Das sind Tatsachen.
 
50:43 Also ist alles, was das Denken tut,
begrenzt.
  
50:51 Alles, was es tut. Ob es sich vorstellt,
dass es die Ewigkeit gibt,…
  
50:55 …es ist begrenzt.
 
51:01 Ob Gott durch das Denken
erfunden wird,…
  
51:07 …dieser Gott bleibt begrenzt.
 
51:10 Ich kann ihm verschiedene Qualitäten
zuschreiben,…
  
51:15 …er ist allmächtig, voller Mitgefühl,
aber er bleibt…
  
51:19 …begrenzt,
weil er ein Produkt meines Denkens ist.
  
51:23 Klar?
 
51:26 Das Denken ist also begrenzt.
 
51:31 Richtig?
 
51:36 Erkennen wir diese Tatsache?
 
51:40 Nicht meine…
 
51:46 …Erklärung der Tatsache,…
 
51:52 …sondern die Tatsache,
dass das Denken immer begrenzt ist,…
  
51:55 …weil es auf Wissen beruht.
Wissen kann sich ausdehnen,…
  
51:58 …immer weiter und noch weiter.
 
52:02 Wo mehr ist, gibt es immer noch mehr.
 
52:06 Verstehen Sie?
 
52:08 'Mehr' ist ein Messen.
 
52:13 Nicht wahr?
 
52:15 Also das 'Mehr',…
 
52:19 …das ein Messen ist,
und dieses Messen ist begrenzt.
  
52:25 Immer wenn ich sage,…
 
52:31 …ich bin besser, ist das begrenzt.
 
52:33 Ja?
Also ist das Denken begrenzt.
  
52:36 Deshalb muss all unser Tun, das auf
Denken beruht natürlich begrenzt sein.
  
52:42 Klar?
 
52:45 Das ist eine Tatsache.
Nun, was bewirkt diese Begrenzung?
  
52:52 Wenn ich an mich selbst denke,
was sehr begrenzt ist,…
  
52:58 …ich verbringe meine Tage damit,
an mich selbst zu denken,…
  
53:03 …dann verursacht diese Begrenzung
Probleme für jemand anders.
  
53:06  
 
53:11 Meinem Ehepartner, meinen Kindern,
weil ich…
  
53:14 …an mich selbst denke,
was sehr kleinkariert ist.
  
53:24 Jede begrenzte Handlung,
muss also zu Konflikten führen.
  
53:31 Nicht wahr?
 
53:34 Mein kleines Land.
 
53:37 Das Land ist vielleicht riesig,…
 
53:40 …Tausende Quadratkilometer, aber meine
Vorstellung von meinem Land ist sehr klein.
  
53:43  
 
53:47 Ich kann es mir groß vorstellen,
aber es bleibt Vorstellung,…
  
53:50  
 
53:53 …sagen, es ist sehr groß und wunderbar,
es bleibt begrenzt.
  
53:57 Diese Begrenzung kollidiert also
mit einer anderen Begrenzung,…
  
54:03 …mit einer britischen Begrenzung,…
 
54:06 …oder…
 
54:07 …wer ist zur Zeit Ihr Lieblingsfeind?
 
54:14 So geht es immer weiter.
 
54:17 Erkennen wir also diese Tatsache,…
 
54:24 …dass Begrenzung zwangsläufig zu
Trennung und somit zu Konflikten führt?
  
54:33 Wir betrachten Konflikte als unvermeidlich,
als Teil unseres Lebens.
  
54:36  
 
54:40  
 
54:42 Wir fragen nie, ob es möglich ist,
ohne Konflikt zu leben.
  
54:48 Es ist nur möglich, wenn man die volle
Bedeutung des Denkens versteht…
  
54:50  
 
54:55 …und herausfindet,
welcher Platz dem Denken gebührt,…
  
55:00  
 
55:04 …und wo es völlig fehl am Platz ist.
Verstehen Sie?
  
55:06  
 
55:09 Denken hat seinen Platz, wenn Sie
heimgehen, Auto fahren, Briefe schreiben,…
  
55:13 …Dinge erledigen,
am Computer arbeiten,…
  
55:17 …und so weiter.
Da ist Denken notwendig.
  
55:24 Aber ist es im psychischen Bereich
überhaupt notwendig,…
  
55:29 …das heißt, in meiner Beziehung
zu anderen?
  
55:35 Finden Sie es heraus.
 
55:39 In meiner Beziehung, Ihrer Beziehung
zu anderen, eng oder nicht,…
  
55:45 …hat das Denken hier einen Platz,…
 
55:48 …wenn wir wissen, dass es begrenzt ist,
trennt und dadurch Konflikte schürt?
  
56:00 Wenn Sie das als Tatsache erkennen,
nicht nur als eine Theorie, dann sagen Sie,…
  
56:03  
 
56:07 …dann ist diese Erkenntnis,
das Wahrnehmen dessen,…
  
56:13 …dann hat Beziehung für Sie eine
völlig andere Bedeutung. Nicht wahr?
  
56:17  
 
56:22 Also fragt man noch weiter,
es mag der falsche Moment sein,…
  
56:25 was ist,…
 
56:30 …ist Liebe…
 
56:33 …eine Eigenschaft des Denkens?
 
56:42 In welcher Beziehung stehen
Liebe und Denken?
  
56:50 Gibt es irgendeine eine Beziehung
oder überhaupt keine?
  
56:58 Wir untersuchen das später
genauer.
  
57:01 Aber die Frage ist doch:
"Was ist der Ursprung des Denkens?
  
57:09 Und kann das Denken eine Veränderung
herbeiführen?"
  
57:13 Bitte verstehen Sie,
dass es um diese Frage geht.
  
57:22 "Welcher Umstand beendet…
 
57:27 …dies – die Kontinuität,
die endlose Kette,…
  
57:30 …und was führt zu einer
wirklichen Veränderung?"
  
57:35 Kann das Denken
eine Veränderung bewirken?
  
57:41 Verstehen Sie?
 
57:44 Das, was begrenzt ist, denkt,
es könne sich verändern.
  
57:50 Und auch wenn es versucht sich zu ändern,
bleibt es trotzdem begrenzt.
  
57:57 Verstehen Sie das alles?
 
58:00 Das ist keine schlaue, logische
Schlussfolgerung,…
  
58:06 …sondern Wirklichkeit.
 
58:08 Es muss eine Veränderung geben,
im Verhalten, im Bemühen,…
  
58:11 …im menschlichen Dasein,
das ist offensichtlich.
  
58:18 Aber wenn das Denken
die Veränderung plant,…
  
58:24 …bleibt diese Veränderung begrenzt und
ist deshalb überhaupt keine Veränderung.
  
58:32 Wenn das Denken sagt,
ich werde eine Organisation schaffen,…
  
58:41 …die neue Welt,…
 
58:47 …die neue Schublade, die Sie erfinden.
 
58:50 Das wird vom Denken erschaffen,
deshalb…
  
58:52 …ist diese Organisation, diese Stiftung,
diese Institution…
  
58:59 …begrenzt und wird
Konflikte verursachen.
  
59:04 Nicht wahr?
 
59:07 Was ist es also,
das zur Veränderung führt?
  
59:13 Verstehen Sie all das?
 
59:15 Ein bisschen wenigstens?
 
59:19 Das Denken kann es offenbar nicht.
 
59:23 Es kann Veränderung planen.
 
59:29 Die Organisation wird vom Denken
aufgebaut.
  
59:35 Es kann Veränderung planen,
aber die Planung ist begrenzt.
  
59:42 Erkennt und sieht man also
die Tatsache,…
  
59:47 …die Wahrheit, dass das Denken
keine Veränderung bringen kann,…
  
59:53 …weil das Denken selbst…
 
59:57 …begrenzt ist, und somit alles,
was es tut begrenzt ist. Richtig?
  
1:00:01 Also was führt zur Veränderung?
 
1:00:16 Die Sache wird Ihnen klar
vor Augen geführt.
  
1:00:24 Den Worten nach
ist die Beschreibung exakt,…
  
1:00:29 …nicht übertrieben,…
 
1:00:33 …und es liegt an Ihnen,
diese Frage zu beantworten.
  
1:00:38 Wenn das Denken vielleicht keine
Veränderung, Umwandlung bewirken kann,…
  
1:00:46 …keine vollkommene innere Revolution,…
 
1:00:51 …was dann?
 
1:00:57 Also sagt es sich:
"Ja, Gott. Ich werde beten."
  
1:01:05 Das geschieht,
"ich werde beten."
  
1:01:11 Aber auch das Gebet…
 
1:01:18 …ist vom Denken erfunden
und daher sehr begrenzt.
  
1:01:22 Sieht man also die Tatsache, die Wahrheit,
dass das Denken absolut begrenzt ist,…
  
1:01:30 …dann…
 
1:01:32 …was geschieht im Gehirn?
 
1:01:40 Finden Sie das heraus.
 
1:01:45 Wenn man wirklich erkennt,…
 
1:01:51 …die Tatsache
und es ist eine enorme Tatsache,…
  
1:01:53 …es ist eine ungeheure Revolution,
die Tatsache zu sehen.
  
1:02:04 Die Revolution findet bereits statt,
wenn Sie die Tatsache erkennen.
  
1:02:11 Weil wir nie … wir haben gesagt,
das Denken kann alles.
  
1:02:16 Es kann, es flog zum Mond,…
 
1:02:19 …und hisste dort eine alberne Flagge.
 
1:02:23 Es kann alles tun,…
 
1:02:27 …aber immer nur begrenzt.
 
1:02:31 Indem Sie diese revolutionäre Tatsache
erkennen, findet bereits…
  
1:02:35 …eine Umwandlung in den
Gehirnzellen selbst statt.
  
1:02:43 Ich frage mich, ob Sie das verstehen?
 
1:02:49 Man lief sein ganzes Leben lang
immer in Richtung Norden,…
  
1:02:53 …angenommen.
 
1:02:57 Und dann kommen Sie und sagen,
das führt nirgendwo hin,…
  
1:03:02 …versuchen Sie es im Osten,
Westen oder Süden.
  
1:03:06  
 
1:03:10 Und ich sage: "Ja, ich gehe gen Süden."
Die Bewegung,…
  
1:03:15 …gen Norden schwenkte
plötzlich nach Süden um.
  
1:03:17 Es findet ein Umschwung statt,…
 
1:03:21 …eine Veränderung hat stattgefunden.
 
1:03:27 Sie sind Tag für Tag gen Norden gelaufen, so
dass das Gehirn auf diese Richtung fixiert ist.
  
1:03:31  
 
1:03:36 Sie sagen, da ist nichts. Sie erklären es
und ich sage: "Gut, ich gehe nach Süden."
  
1:03:41  
 
1:03:44 Diese Abkehr vom Norden bewirkte
eine Umwandlung in den Gehirnzellen.
  
1:03:50  
 
1:03:54 Wenn Sie es nicht glauben, untersuchen Sie
es, und Sie werden es selbst sehen.
  
1:03:55  
 
1:04:01 Das Erkennen einer Wahrheit,…
 
1:04:07 …bereits dieses Erkennen
bewirkt eine radikale Veränderung.
  
1:04:13 Es gibt kein: "Ich werde meditieren,
um mich zu ändern,…
  
1:04:19 …ich will mich bemühen,
mich zu ändern."
  
1:04:30 Bitte erklären Sie,
was Sie damit meinen,…
  
1:04:35 …dass, wenn man die Wahrheit erkennt
und nicht danach handelt,…
  
1:04:41 …dies wie ein Gift wirkt?
 
1:04:46 Brauchen Sie dafür eine Erklärung?
 
1:05:00 In Ordnung.
 
1:05:06 Ich habe die Wahrheit vernommen,
dass das Denken begrenzt ist.
  
1:05:12 Das ist die Wahrheit,
keine Erfindung,…
  
1:05:16 …keine exotische Vorstellung,…
 
1:05:19 …nichts Ausgedachtes, von irgendeinem
Idioten, oder so. Es ist eine Tatsache.
  
1:05:28 Und ich höre diese Tatsache,…
 
1:05:32 …ihre Wahrheit.
 
1:05:41 Und ich führe
mein tägliches Leben weiter.
  
1:05:45 Was geschieht dann?
 
1:05:49 Ich habe etwas als wahr erkannt,
und handle genau entgegengesetzt.
  
1:05:52  
 
1:05:58 Was geschieht?
 
1:06:02 Der innere Konflikt
wird immer größer.
  
1:06:07 Es ist viel besser,
die Wahrheit gar nicht zu hören,…
  
1:06:13 …dann können Sie weitermachen
wie bisher.
  
1:06:17 Aber in dem Moment, in dem Sie
von etwas Wunderschönem hören,…
  
1:06:20  
 
1:06:29 …und diese Schönheit nicht nur eine
Beschreibung ist, sondern Wirklichkeit,…
  
1:06:33  
 
1:06:38 …dann handeln Sie heuchlerisch, wenn Sie
damit fortfahren, das ist natürlich Gift.
  
1:06:40  
 
1:06:45 Das beeinflusst Sie nicht nur
physisch,…
  
1:06:54 …innerlich, sondern auch
in hohem Maße…
  
1:06:57 …das Gehirn, das etwas als wahr erkannt hat
und entgegengesetzt handelt.
  
1:07:07 Also ist es besser, es gar nicht zu hören,
wenn Sie so weitermachen wollen wie bisher.
  
1:07:10  
 
1:07:16 Es gibt eine schöne Geschichte…
 
1:07:28 …über vier Räuber oder
zwei Räuber, wie auch immer.
  
1:07:30 Sie raubten Leute aus und ihr Vater
dankte Gott für seine Güte,…
  
1:07:35 …für ihren Gewinn,…
 
1:07:41 …verstehen Sie,
Diebe haben auch Götter,…
  
1:07:49 …nicht nur reiche Leute.
 
1:07:52 Eines Tages, nach einem Überfall,
kommen sie zurück,…
  
1:07:55 …als auf der Veranda, dem Patio,
dem großen Platz…
  
1:08:02 …ein Mann gerade eine Moralpredigt
hält und sagt,…
  
1:08:09 …man darf niemals stehlen,…
 
1:08:12 …oder andere verletzen,
seid gut zu einander.
  
1:08:16 Ein Bruder hält sich die Ohren zu,
er will es nicht hören,…
  
1:08:22 …aber der andere Bruder hört es.
 
1:08:26 Und für den Rest seines Lebens
leidet er.
  
1:08:39 Das ist eine Tatsache, etwas sehr Wichtiges,
und wir scheinen nicht zu begreifen,…
  
1:08:42  
 
1:08:46 …dass, wenn Sie etwas
ungeheuer Schönes…
  
1:08:52 …sehen, Sie empfänglich genug sind,
um diese Schönheit zu sehen,…
  
1:08:59 …und Sie dennoch etwas Schlechtes tun,…
 
1:09:05 …dass es Sie wirklich quält,
wenn Sie empfindsam sind.
  
1:09:13 Und deshalb ist die Wahrheit
so gefährlich.
  
1:09:36 Warum ist das Einhalten der Stille so wichtig
für einen Wahrheitssucher?
  
1:09:40  
 
1:09:44 Warum ist das Einhalten der Stille so wichtig
für einen Wahrheitssucher?
  
1:09:50 Wer hat das gesagt?
 
1:09:57 Wer hat gesagt, dass das Einhalten
der Stille wichtig ist,…
  
1:10:01 …um…
 
1:10:06 …die Wahrheit zu erkennen?
 
1:10:08 Hat der Redner das gesagt?
 
1:10:11 Oder jemand anders?
 
1:10:14 Oder…
 
1:10:16 …haben Sie nach der Wahrheit gesucht
und…
  
1:10:19 …entdeckt, dass Stille notwendig ist?
 
1:10:25 Kann man die Wahrheit suchen?
 
1:10:29 Verstehen Sie meine Frage?
 
1:10:32 Kann man nach der Wahrheit suchen?
 
1:10:40 Wenn Sie die Wahrheit suchen, haben Sie
schon festgelegt, was Wahrheit ist.
  
1:10:47 Nicht wahr? Sie bewegen sich schon
in diese Richtung.
  
1:10:48 Was bedeutet, dass Wahrheit
etwas Festgelegtes ist.
  
1:10:53 Und Sie,…
 
1:10:59 …in Ihrer Suche nach Wahrheit,
finden sie,…
  
1:11:07 …weil Wahrheit bereits eine Vorstellung ist,
die Sie verfolgen.
  
1:11:10 Also,…
 
1:11:14 …warum glauben Sie,
dass Stille notwendig ist?
  
1:11:23 Ich weiß es nicht.
 
1:11:25 Irgend jemand hat es gesagt.
 
1:11:32 Ich werde also nicht auf
jemand anders hören,…
  
1:11:39 …wie bekannt er auch ist oder welchen
Ruf er hat und dieser ganze Unsinn.
  
1:11:43 Ich werde es selbst herausfinden.
 
1:11:49 Kann ein plappernder Geist
überhaupt zuhören?
  
1:11:59 Sie plaudern mit ihrem Freund,…
 
1:12:04 …und ich komme vorbei und
möchte Ihnen etwas erzählen.
  
1:12:07 Sie hören nicht zu,
weil Sie gerade plaudern.
  
1:12:12 Kann also ein plappernder Geist zuhören?
 
1:12:18 Offensichtlich nicht.
 
1:12:23 Um zuhören zu können,
müssen Sie aufmerksam sein.
  
1:12:27 Nicht wahr? Das ist ganz natürlich.
 
1:12:31 Aufmerksam zu sein…
 
1:12:36 …ist ziemlich schwierig,
weil wir nie vollkommen anwesend sind.
  
1:12:41  
 
1:12:43 Wir reden, hören zu
oder tun etwas teilweise.
  
1:12:46 Wir gehen nie soweit,
etwas vollständig herauszufinden.
  
1:12:53 Ich kenne das Ende nicht, aber wir fahren
fort, bis wir etwas herausfinden. Also…
  
1:12:55  
 
1:13:03 …kann ein plappernder Geist,
ein Geist, der stets beschäftigt ist,…
  
1:13:09 …von morgens bis abends,
und sogar nachts,…
  
1:13:14 …kann er jemals still sein?
 
1:13:21 Nicht, um die Wahrheit zu finden,
meine Güte!
  
1:13:26 Das ist eine ganz gewöhnliche Frage.
 
1:13:34 Bitte beantworten Sie das für sich selbst.
Kann ein Gehirn, das stets beschäftigt ist,…
  
1:13:37  
 
1:13:42 …mit Geschäften, mit Sex,
mit Vergnügungen, mit Angst,…
  
1:13:47 …mit seiner Einsamkeit,
beschäftigt ist mit diesem oder jenem,…
  
1:13:53 …wie die Frisur ist, Sie wissen schon,
mit all diesen Dingen beschäftigt ist,…
  
1:13:56 …mit Gott,…
 
1:14:00 …mit Jesus,…
 
1:14:04 …mit Erlösern,…
 
1:14:07 …mit Meditation, denken Sie nur,
mit Meditation beschäftig zu sein!
  
1:14:17 Also ergibt sich die natürliche Frage,…
 
1:14:24 …ist es möglich, diese unaufhörliche
innere Betriebsamkeit zu beenden.
  
1:14:35 Sie würde ganz natürlich…
 
1:14:38 …enden, wenn Sie einer Sache
Aufmerksamkeit schenken.
  
1:14:45 Wenn Sie bei dem sind, was der Sprecher
jetzt sagt, aufmerksam, das heißt zuhören,…
  
1:14:50 …sind Sie nicht beschäftigt,
Sie hören zu.
  
1:14:57 Aber beim Zuhören sagen Sie, ich stimme
dem nicht zu, Sie haben recht,…
  
1:15:02  
 
1:15:06 …man sollte es anders ausdrücken,…
 
1:15:09 …ich sehe das anders,
warum sehe ich es anders, etc.
  
1:15:11 Aber wenn Sie wirklich zuhören,…
 
1:15:17 …sind Sie aufmerksam,
und Aufmerksamkeit ist Stille.
  
1:15:23 Nicht wahr?
 
1:15:28 Ich frage mich, warum wir
alles so kompliziert machen.
  
1:15:35 Das Leben ist kompliziert,…
 
1:15:38 …ungeheuer,…
 
1:15:39 …wie ein,…
 
1:15:42 …wie ein Computer.
Es ist von ungeheurer Komplexität.
  
1:15:46 Aber, um es zu verstehen, muss man einen
sehr einfachen Geist haben.
  
1:15:53 Hat man einen einfachen,
klaren, unbelasteten Geist,…
  
1:16:00 dann…
 
1:16:03 …wird Aufmerksamkeit ganz einfach.
 
1:16:08 Es ist genug für heute.
 
1:16:18 Geht es Ihnen gut?
 
1:16:22 Es ist zu Ende.