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Was ist gegen Vergnügen einzuwenden?

Ojai - 20 May 1984

Public Talk 2



0:06 2. Öffentliche Rede
Ojai, Californien, 20. Mai 1984
  
0:23 Was ist am Vergnügen falsch?
 
0:59 Wenn man
nochmals daran erinnern darf,…
  
1:05 …dies ist kein Vortrag.
 
1:11 Vorträge sollen etwas…
 
1:15 …deutlich machen…
 
1:17 …oder Anweisungen geben,…
 
1:20 …informieren und anleiten.
 
1:24 Dies ist also kein Vortrag.
 
1:30 Vielmehr…
 
1:33 …werden wir eine Reise machen,…
 
1:37 …zusammen,…
 
1:39 …in das weite Feld…
 
1:42 …der Psyche,…
 
1:46 …in den psychischen Bereich,…
 
1:50 …obwohl es schon
viele Beschreibungen gibt,…
  
1:59 …Untersuchungen, die bis zu einem
gewissen Punkt gehen.
  
2:04 Aber…
 
2:07 …in diesen Reden,
wenn ich erinnern darf,…
  
2:12 …werden wir gemeinsam
wie zwei Freunde…
  
2:16 …eine lange Reise machen…
 
2:19 …in den…
 
2:20 …Bereich…
 
2:24 …der ganzen psychischen
Zustände.
  
2:30 Wenn wir Zeit haben…
 
2:35 …und bis ans Ende gelangen.
 
2:39 Ohne mittendrin aufzuhören,
wenn Sie etwas mögen oder nicht mögen.
  
2:44 Man muss die Reise mitmachen,
bis die Sache ganz zu Ende ist.
  
2:51 Wir müssen auch sehen,…
 
2:58 …dass das Denken…
 
3:02 …Außergewöhnliches vollbracht hat
in der Welt.
  
3:07 In der Welt der Technik,…
 
3:11 …mit den Neutronenbomben,
Raketen,…
  
3:16 …die Computer,…
 
3:20 …der ganze Kommunikationsbereich,…
 
3:23 …schnelles Reisen und so weiter.
 
3:28 Das Denken
ist verantwortlich für das Ganze.
  
3:34 Auch für großartige Chirurgie,
Medizin…
  
3:42 …und Gesundheit,…
 
3:44 …wenn das möglich ist
und so weiter.
  
3:45 Aber…
 
3:50 …Denken hat auch
gewaltige Kriege verursacht.
  
3:58 In den letzten…
 
4:02 …etwa hundert Jahren…
 
4:05 …hatten wir zwei schreckliche Kriege.
 
4:11 Auch das ist eine Folge des Denkens,…
 
4:15 …weil Denken die Menschheit spaltet,…
 
4:19 …geographisch…
 
4:22 …und national.
 
4:28 Zudem zerteilt das Denken…
 
4:31 …die Menschheit,…
 
4:34 …die Welt…
 
4:36 …in Christen, Buddhisten,
Hindus und Moslems.
  
4:38 Und wie wir bereits sagten,…
 
4:45 …wo Trennung herrscht…
 
4:52 …in Amerikaner und Russen…
 
4:56 …Europäer und…
 
4:58 …Südafrikaner und so weiter,…
 
5:03 …da muss es zu Konflikt
und Krieg kommen.
  
5:07 Menschen töten einander
zu Tausenden.
  
5:12 Das Morden läuft schon…
 
5:15 …seit sechstausend Jahren
geschichtlicher Zeit ab.
  
5:21 Praktisch…
 
5:23 …gibt es jedes Jahr einen Krieg.
 
5:29 Und der Mensch hat…
 
5:32 …in all den vierzig-,
fünfzigtausend Jahren,…
  
5:39 …im Lauf dieser langen Evolution,…
 
5:43 …das Morden nicht beendet,…
 
5:47 …ebensowenig das Zerstören der Natur,
ganz besonders heute.
  
5:53 Denken hat die Natur nicht geschaffen,
den Tiger, den Wolf…
  
5:56 …und die wunderbaren Bäume
und Blumen.
  
6:01 Aber das Denken…
 
6:07 …ist Urheber…
 
6:14 …der Trennung zwischen Mann und Frau.
 
6:18 Auch wenn sie biologisch
verschieden sind,…
  
6:22 …ist es das Denken, das in ihrer Beziehung
große Konflikte erzeugt hat.
  
6:26 Missverständnisse,…
 
6:30 …Streit,…
 
6:33 …Wortgefechte,…
 
6:35 …Feindschaft,…
 
6:37 …Hass.
 
6:39 Das Denken ruft also Konflikt hervor.
 
6:45 Nicht nur im Äußeren,…
 
6:48 …draußen,…
 
6:52 …in der Welt, sondern auch innen,
in der Welt der Psyche.
  
6:57 Dies zu verstehen ist wichtiger,…
 
7:03 …als die Neuordnung
der äußeren Struktur der Gesellschaft.
  
7:10 Die Gesellschaft ist so,
wie wir sie geschaffen haben.
  
7:14 Durch unsere Habgier,…
 
7:15 …durch unsere Ambitionen,…
 
7:20 …Korruption,…
 
7:21 …Konkurrenzkampf
und so weiter.
  
7:25 Wir haben diese Gesellschaft geschaffen,
die auseinanderfällt…
  
7:32 …und gefährlich wird,…
 
7:38 …genauso wie auch wir Menschen
degenerieren und gefährlich werden.
  
7:41 Wir morden, entführen, terrorisieren.
 
7:48 Wir haben uns gestern damit befasst.
 
7:52 Und…
 
7:55 …wir sagten auch…
 
7:57 …dass das Denken,
der Denkvorgang…
  
7:59 …verantwortlich war…
 
8:05 …für die Spaltung der Religionen,
wie die Christen mit ihren Konfessionen.
  
8:12 Denken ist Urheber all der Dinge
in den Tempeln, Kirchen und Moscheen.
  
8:15 Denken…
 
8:21 …ist…
 
8:27 … eine Folge des Gedächtnisses.
 
8:31 Ohne Gedächtnis gäbe es kein Denken.
 
8:38 Erinnerung beruht auf Wissen
und Erfahrung.
  
8:48 Es gibt aber nie
eine vollständige Erfahrung.
  
8:54 Es gibt immer ein Mehr.
 
8:58 Und wo es mehr gibt,
findet Messen statt.
  
9:01 Und Messen ist nie vollständig,…
 
9:05 …etwas Ganzes.
 
9:08 Daher…
 
9:12 …ist Wissen begrenzt.
Jetzt und…
  
9:16 …für alle Zukunft. Sie können hinzufügen,
erweitern, aber alles Erweitern ist begrenzt.
  
9:19  
 
9:24 Somit ist Denken begrenzt.
 
9:30 Und da es begrenzt ist,…
 
9:34 …wie auch…
 
9:42 …Selbstsucht und egoistisches Handeln
begrenzt sind,…
  
9:46 …so muss Denken, was immer es tut,
unweigerlich Konflikt verursachen.
  
9:51 Denn alles was begrenzt ist,…
 
9:58 …jede Vorstellung,
egal ob religiös oder ideologisch,…
  
10:02 …jedes Ideal,
alles wird immer begrenzt bleiben.
  
10:09 Und daher muss es…
 
10:14 …enorme Konflikte
zwischen Menschen erzeugen.
  
10:16 Wir sprachen gestern darüber.
Und…
  
10:21 …wir müssen
die Reise fortsetzen, zusammen…
  
10:24 …wie zwei Freunde,…
 
10:33 …die daran interessiert sind,
wie sie leben.
  
10:39 Und es selbst herausfinden wollen,…
 
10:43 …ohne Guru, Autorität
und den ganzen Quatsch.
  
10:50 Selber herausfinden,…
 
10:51 …eine Kunst…
 
10:58 …eine Lebensweise, die eine Kunst ist.
Eine Kunst,…
  
11:01 …die dazu führt,
dass in Menschen…
  
11:07 …eine tiefe Ruhe einkehrt,…
 
11:13 …Zuneigung…
 
11:15 …und die…
 
11:18 …Kunst zu leben.
 
11:22 Diese beiden Freunde,
Sie und der Sprecher…
  
11:28 …machen eine lange, weite Reise
zusammen.
  
11:33 Zusammen. Bitte denken Sie daran,
die ganze Zeit.
  
11:41 Er spricht nicht zu seinem Vergnügen.
 
11:46 Wenn das so wäre, könnte er das
bei sich zu Hause tun.
  
11:48 Also…
 
11:52 …wie zwei Freunde…
 
11:56 …erkunden,…
 
11:59 …zögernd,…
 
12:02 …unvoreingenommen,…
 
12:04 …skeptisch…
 
12:05 …anzweifeln,…
 
12:09 …hinterfragen,…
 
12:13 …erforschen und objektiv betrachten,…
 
12:15 …ohne Vorurteile,…
 
12:22 …gemeinsam.
 
12:25 Denn es geht
um unser eigenes Leben.
  
12:31 Und…
 
12:32 …dieses Erforschen…
 
12:38 …der Psyche
ist kein selbstsüchtiges Vorgehen.
  
12:40 Es führt nicht…
 
12:46 …zur Ermutigung oder…
 
12:52 …Zunahme der ichbezogenen,
egoistischen Vorgänge. Ganz im Gegenteil.
  
12:56 Sowohl…
 
13:02 …durch die Religion
wie auch durch die Erziehung…
  
13:10 …wurde weltweit
egozentrisches Verhalten betont.
  
13:13  
 
13:20 Christen glauben an Seelen,
anders als die übrige Menschheit.
  
13:24 So auch die Hindus,
mit ihrem Atman und so weiter.
  
13:28 Und dieses, großen Wert legen…
 
13:36 …auf Individualität…
 
13:44 …hat großen Schaden verursacht,…
 
13:49 …harten Konkurrenzkampf…
 
13:50 …und Grausamkeit.
 
13:56 Deshalb muss man,…
 
13:58 …Sie und der Sprecher,
all das hinterfragen.
  
14:02 Ob wir überhaupt Individuen sind?
 
14:06 Oder sind wir Teil…
 
14:09 …der menschlichen Gemeinschaft
voll Leid,…
  
14:14 …Angst,…
 
14:16 …Vergnügen,…
 
14:18 …Sorgen,…
 
14:20 …Niedergeschlagenheit…
 
14:26 …und voll Angst
vor dem Unbekannten, dem Tod?
  
14:31 Das ist das gemeinsame Los
aller Menschen dieser Erde.
  
14:41 Jeder Mensch dieser Welt
hat sich eigene Götter ausgedacht.
  
14:50 In der Hoffnung dadurch könnte es
irgendeine Sicherheit geben,…
  
14:58 …einen Ausweg aus der Angst.
 
15:03 Man betet auf eigene Weise,…
 
15:06 …um die eigenen Verwicklungen
zu beenden,…
  
15:11 …die eigenen Schmerzen
und Sorgen.
  
15:14 Das haben alle Menschen gemeinsam.
 
15:18 Nicht nur Sie als Amerikaner, oder als
Italiener, Russe, Engländer oder Inder.
  
15:24 Dieses Los teilen alle Menschen
auf dieser Erde.
  
15:27 Intellektuell stimmen Sie,
mein Freund vielleicht zu,…
  
15:35 …der Logik der Sache.
 
15:44 Aber, was logisch ist,…
 
15:48 …vernünftig,…
 
15:50 …ist nur oberflächlich.
 
15:55 Anders wenn man wirklich…
 
16:00 …in jeder Faser, im ganzen Wesen,
die Wahrheit spürt,…
  
16:03 …dass die ganze Menschheit
unser Bewusstsein teilt.
  
16:10 Sie glauben vielleicht an einen
bestimmten Gott oder Erlöser usw.,…
  
16:13  
 
16:18 …aber dieser Glaube, das Glauben,…
 
16:22 …ist allen Menschen gemeinsam,…
 
16:26 …das Glauben an etwas.
 
16:30 Daher sind Sie die Menschheit.
 
16:37 Das ist eine tiefe Wahrheit,
etwas Großes,…
  
16:40 …wenn man tatsächlich…
 
16:44 …im Herzen, in jeder Faser,
im ganzen Innern dies erkennt.
  
16:47  
 
16:52 Dann würden wir…
 
16:57 …über diese Welt
ganz anders denken.
  
17:04 Jemand zu töten heißt dann,
sich selbst zu töten.
  
17:09 Jemand zu hassen…
 
17:11 …heißt dann, sich selbst zu hassen
und so weiter.
  
17:17 Und…
 
17:24 …da wir zusammen, Sie und der Sprecher,
eine Reise machen,…
  
17:28 …sollten wir auch untersuchen,…
 
17:33 …was Disziplin ist…
 
17:39 …und was Parapsychologie ist.
 
17:48 Viele Leute beschäftigen sich…
 
17:53 …mit Parapsychologie
und Okkultismus.
  
17:58 Gedanken lesen und
die Kundalini erwecken.
  
18:03 Sie haben sicher
schon alle davon gehört?
  
18:10 Nach Indien gehen,
um etwas zu finden.
  
18:13 Oder nach Tibet, wenn möglich.
Das geht nicht mehr.
  
18:16  
 
18:19 Oder nach Japan gehen,
um alles übrige herauszufinden.
  
18:22 Der Sprecher wurde…
 
18:26 …schon als Kind da hineingezogen.
 
18:34 Verzeihen Sie,
wenn ich etwas persönlich werde.
  
18:41 Er weiß recht viel oder
einiges über all das.
  
18:47 Aber…
 
18:49 …all diese Dinge sind wie…
 
18:53 …ein herrlicher Tag…
 
18:56 …oder ein schöner Nachmittag,
der vergeht…
  
18:58 …und diese Dinge haben absolut
keine Bedeutung.
  
19:10 Was wichtig ist, das Wesentlichste,…
 
19:14 …sind nicht diese mysteriösen Dinge,
die gar nicht mysteriös sind.
  
19:18  
 
19:22 Wenn man sehr einfühlsam ist,…
 
19:25 …auch physisch,…
 
19:28 …und wenn man ein sehr ruhiges,…
 
19:37 …stilles Gehirn hat,
dann ist all das möglich.
  
19:40 Und was möglich ist, kann man
verstehen und darüber hinausgehen.
  
19:46 Was man herausfinden muss,…
 
19:50 …ist das, was…
 
19:54 …zeitlos ist und unermesslich.
 
19:57 Das ist weitaus wichtiger,…
 
20:00 …als sich diesen kindischen Dingen
zu widmen.
  
20:08 Und…
 
20:10 …wir sollten auch darüber sprechen,…
 
20:14 …was Disziplin ist.
 
20:18 Warum Menschen mehr und mehr…
 
20:22 …keinen Sinn für Ordnung haben.
 
20:27 Bitte,…
 
20:28 …dies ist keine Predigt,…
 
20:34 …die langweilig wird.
 
20:40 Der Sprecher sagt nicht,
was zu tun ist…
  
20:45 …oder was Sie denken sollen.
 
20:49 Vielmehr
etwas gemeinsam zu betrachten,…
  
20:54 …die Dinge so zu sehen,
wie sie sind.
  
20:58 Nicht wie Sie oder der Sprecher
sie haben wollen.
  
21:03 Sie genau so zu sehen,…
 
21:06 …akkurat,…
 
21:08 …direkt,…
 
21:10 …so wie die Dinge sind.
 
21:15 Wir leben in einer Welt,
die in Unordnung ist.
  
21:20 Eine chaotische, gegensätzliche,
grausame Welt.
  
21:27 Und das ist…
 
21:32 …das Ergebnis einer langen,
40.000 Jahre währenden Evolution.
  
21:38 Und wir haben diesen
chaotischen Zustand erreicht.
  
21:45 Und wenn man das betrachtet,…
 
21:49 …was ist dann Ordnung?
 
21:53 Gibt es überhaupt irgendeine Ordnung?
 
21:57 Oder muss der Mensch,
müssen die Menschen…
  
22:02 …auf ewige Zeiten in Unordnung leben?
 
22:07 Nicht nur im Äußeren,..
 
22:11 …sondern auch im Inneren?
 
22:18 Unordnung…
 
22:19 …scheint unser Los zu sein.
 
22:24 Klar zu denken und objektiv,
scheint fast unmöglich.
  
22:32 Denn jeder von uns
will seinen Willen durchsetzen,…
  
22:38 …sucht die eigene Erfüllung,…
 
22:41 …hat eigene Ambitionen
und so weiter.
  
22:47 Also, was ist dann Ordnung?
 
22:51 Und in welchem Verhältnis
steht sie zur Disziplin?
  
22:58 Das Wort 'Disziplin'…
 
22:59 …bedeutet ursprünglich,…
 
23:06 …'ein Schüler,…
 
23:08 …der lernt'.
 
23:11 Es kommt von dem Wort 'discipulus'.
 
23:15 Ein 'discipulus' ist jemand,
der lernt,…
  
23:21 …der sich nicht anpasst,…
 
23:22 …nichts nachspricht,…
 
23:28 …keine…
 
23:30 …Parolen wiederholt,…
 
23:36 …sondern beständig am lernen ist.
 
23:43 Was meinen wir also mit 'lernen'?
 
23:50 Wenn Sie zur Schule gehen,
zur Universität,…
  
23:55 …dann lernen Sie…
 
23:58 …aus Büchern, von Professoren und Lehrern
und merken sich das.
  
24:05 Diese Erinnerung ist
zu einem gewissen Grad notwendig,…
  
24:12 …um einen Beruf,
eine Arbeit zu haben.
  
24:19 Entweder nutzt man diese Erinnerung
geschickt oder schlampig.
  
24:30 Also heißt lernen
im allgemeinen Verständnis…
  
24:36 …sich etwas zu merken.
 
24:43 Wenn Sie ein Buch lesen
über Mathematik, Computer oder andere,…
  
24:46  
 
24:49 …und es sich aneignen
und danach handeln,…
  
24:54 …dann wird es mechanisch.
 
24:59 Findet da lernen statt?
Bitte prüfen Sie das…
  
25:02 …mit dem Sprecher.
 
25:09 Er fragt den Freund,
der ihn begleitet,…
  
25:13 …mit ihm zusammen reist.
 
25:16 Er fragt ihn:
"Was ist eigentlich lernen?"
  
25:22 Ist da nur das Gedächtnis am Werk?
 
25:26 Sammelt man nur eine Menge
Informationen,…
  
25:30 …Wissen über verschiedene Gebiete,…
 
25:34 …die ihre eigenen Regeln
und Wege haben?
  
25:40 Und allmählich ist das Gehirn…
 
25:47 …am befolgen…
 
25:52 …bestimmter Kategorien
und bestimmter Bahnen.
  
25:56 Und so…
 
25:58 …werden die Bahnen, Kategorien
und Spezialisierungen,…
  
26:03 …ein Mittel, um Wissen anzusammeln
und Erinnerungen,…
  
26:09 …und werden zum Handeln
aus dieser Erinnerung.
  
26:17 Das ist, was wir lernen nennen.
 
26:18 Aber…
 
26:26 …lernen beinhaltet auch…
 
26:31 …eine ständige Bewegung.
 
26:35 Ein Gehirn, das nicht nur…
 
26:40 …belastet ist mit Wissen aus Mathematik,
Geographie, Geschichte oder Computer,…
  
26:43  
 
26:47 …sondern das Gehirn…
 
26:53 …muss auch aktiv sein,
prüfen, hinterfragen, anzweifeln.
  
26:59 Und durch diesen Prozess…
 
27:03 …kommt es nie,…
 
27:13 …ich finde das richtige Wort,…
 
27:15 …kommt es nie
zu einem statischen Zustand.
  
27:24 Wissen wird statisch,…
 
27:27 …wenn Sie viel davon angesammelt haben.
 
27:32 Es wiederholt sich, stagniert.
 
27:36 Aber Lernen ist eine Bewegung.
 
27:42 Und daher ist es nie statisch,
es ist lebendig.
  
27:52 Das muss man ganz genau
verstanden haben, denn…
  
27:55  
 
28:01 …jeder von uns,
das Selbst, das 'Ich', die Persona,…
  
28:06 …wie immer Sie
die Psyche nennen wollen,…
  
28:10 …sie ist eine Ansammlung
von Erinnerungen.
  
28:17 Wir glauben spirituelle Wesen zu sein,
Götter und alles mögliche,…
  
28:21  
 
28:24 …aber das bleibt Erinnerung.
Wir sind eine Ansammlung von Erinnerungen.
  
28:27  
 
28:32 Und zu den Erinnerungen
fügen wir ständig etwas hinzu,…
  
28:38 …aber im Kern bleibt es statisch.
 
28:43 Dagegen ist Lernen…
 
28:50 …nicht nur Wissen ansammeln,
sondern abrücken vom Wissen,…
  
28:52  
 
28:56 …und zwar ständig.
 
28:58 Das ist der Vorgang des Lernen.
 
29:01 Dieses Lernen bringt ihre eigene Disziplin
mit sich, die Ordnung ist.
  
29:10 Daher ist Ordnung etwas Lebendiges.
 
29:17 Nicht…
 
29:18 …konform gehen, einem Muster folgen.
 
29:24 Was nicht heißt, dass
Sie sich täglich verändern.
  
29:30 Das machen Sie alle,
jedem Trend nachlaufen.
  
29:38 Aber Lernen erfordert
enormes Beobachten.
  
29:47 Beobachten ohne Motiv.
 
29:53 Sobald Sie ein Motiv haben,
ist dieses Motiv statisch.
  
29:59 Denn dieses Motiv
entspringt der Erinnerung.
  
30:06 Ich hoffe,
mein Freund kann dem folgen.
  
30:12 Wenn nicht sagt er: "Ich verstehe nicht,
wovon zum Teufel du überhaupt sprichst!"
  
30:21 Wir alle sind angetrieben von Motiven.
 
30:26 Sexuelle Motive, Motive wie Vergnügen,
Motive wie…
  
30:30  
 
30:35 …Wollen, Befriedigen,
Erreichen,…
  
30:39 …erreichen von Erleuchtung,
all das.
  
30:43 Wir leben aus Motiven.
Und was du sagst ist entweder etwas…
  
30:46 …wahres oder völliger Unsinn.
 
30:55 Das Wort 'Motiv',…
 
30:56 …der Ursprung dieses Wortes
ist 'bewegen'.
  
31:06 'Bewegen' – aber nicht
in einer bestimmten Richtung.
  
31:15 Kein selbstbezogenes,
egoistisches Verlangen.
  
31:21 Das wird schwierig.
 
31:25 Ein Motiv umfasst,
wie schon gesagt,…
  
31:29 …ein Motiv entspringt der Erinnerung.
 
31:34 Richtig?
 
31:38 Ich will etwas,
was ich vermisse.
  
31:43 Das ist eine Art von Motiv.
Ich will berühmt sein,…
  
31:45 …in den Klatschblättern erscheinen.
 
31:49 Bekannt sein,…
 
31:55 …Macht, Ansehen haben.
 
32:03 Dass jeder sagt:
"Was für ein toller Typ."
  
32:08 Das ist ein Motiv.
 
32:10 Es ist eine Projektion
unserer Erinnerungen und Wünsche.
  
32:17 Daher ist diese Erinnerung begrenzt
und auch statisch.
  
32:26 Hast du verstanden,
mein Freund?
  
32:30 Er sagt: "Mach weiter,
ich verstehe worüber du sprichst."
  
32:39 "Aber ist das möglich," fragt er,
"zu leben und so zu leben, dass…
  
32:42  
 
32:47 …ständiges Lernen erfolgt, bis zu dem Punkt,
wo es gar kein Lernen mehr gibt?"
  
32:52 Was gibt es denn zu lernen…
 
33:02  
 
33:06 …außer…
 
33:11 …Mathematik, Ingenieurwesen,
Wissenschaft usw.,…
  
33:15 …technisches Lernen?
 
33:17 Abgesehen davon,
was gibt es noch zu lernen?
  
33:23 Verstehst du?
Mach langsam, mein Freund.
  
33:28 Er sagt zum Sprecher:
"Mach langsam."
  
33:30 "Mein Gehirn arbeitet nicht…
 
33:35 …so schnell wie Deines."
 
33:41 Das ist eine Schmeichelei,
auf die der Sprecher nicht hereinfällt.
  
33:47 Und er sagt:
 
33:50 "Erkläre etwas mehr."
 
33:53 Denn wir sprechen über Ordnung.
 
33:59 Diese Ordnung…
 
34:00 …kann nur begriffen und
gelebt werden,…
  
34:07 …nicht nur intellektuell verstanden,
sondern gelebt werden…
  
34:11 …im täglichen Leben.
 
34:17 Diese Ordnung kommt nur,…
 
34:21 …wenn…
 
34:27 …die statische Bewegung des Selbst,
das aus Erinnerung besteht,…
  
34:32 …mit seinen Motiven
nicht länger aktiv ist.
  
34:39 Denn das Selbst…
 
34:46 …ist eine Ansammlung
von Erinnerungen.
  
34:48 Ich sage dem Freund: "Wenn du schaust,
siehst du, du bestehst aus Erinnerungen."
  
34:56 Diesen Erinnerungen kann man
viel hinzufügen, aber es bleibt Erinnerung.
  
35:01  
 
35:04 Und daher ist es begrenzt
und statisch.
  
35:09 Alles statische,
muss zu Konflikt führen…
  
35:13 …mit Dingen, die sich bewegen.
 
35:18 "Also…
 
35:25 …finde heraus",…
 
35:27 …sagt der Sprecher zum Freund,
"finde heraus, ob du…
  
35:30 …ohne Motiv leben
und dabei immer lernen kannst.
  
35:37 Bis du an einen Punkt kommst,
wo es nichts mehr zu lernen gibt."
  
35:39 Wir werden uns gleich damit befassen,…
 
35:46 …damit…
 
35:51 …vollkommene Ordnung herrscht.
 
36:00 Ordnung bedeutet für die meisten
Übereinstimmung, Wiederholung,…
  
36:10 …Anpassung.
 
36:14 Immer von einem Zentrum aus
sich anpassen.
  
36:21 Doch Ordnung ist etwas Lebendiges,…
 
36:27 …und nichts…
 
36:29 …Geplantes.
 
36:35 Und…
 
36:37 …diese Ordnung…
 
36:41 …bringt…
 
36:44 …ein außergewöhnliches Gefühl
der Stabilität mit sich.
  
36:53 Sie gibt sehr viel Kraft,…
 
36:59 …aus der,…
 
37:02 …wie bei der Erde die Bäume,
alles wächst.
  
37:05 Dieses Gefühl großer Stabilität…
 
37:07 …und Stärke,…
 
37:11 …woraus alles andere fließen kann.
 
37:19 Mein Freund sagt:
"Das klingt wunderbar,…
  
37:24 …die Worte,…
 
37:26 …aber ich erfasse nicht ganz,
was du sagst.
  
37:31 Ich verstehe es in etwa,…
 
37:34 …aber vielleicht erfasse ich es
eines Tages."
  
37:39 Und der Sprecher sagt:
 
37:46 "Du wirst es nie 'eines Tages' erfassen!
Entweder du erfasst es jetzt…
  
37:51 …und wenn du es jetzt nicht verstehst,
wirst du es auch morgen nicht verstehen.
  
37:55  
 
38:01 Denn das 'Jetzt'
ist Zeit.
  
38:08 Das 'Jetzt' enthält die ganze Zeit.
 
38:13 Die Vergangenheit,…
 
38:19 …die Gegenwart und die Zukunft.
 
38:20 Was jetzt ist, was du jetzt bist,
wirst du auch morgen sein.
  
38:23  
 
38:28 Wenn du dich jetzt nicht radikal änderst,
bist du in Zukunft, was du jetzt bist.
  
38:33 Das ist so klar.
 
38:39 Also ist die Zukunft die Gegenwart,
und die Gegenwart ist die Vergangenheit.
  
38:43  
 
38:47 Somit enthält die Gegenwart, das Jetzt
die ganze Zeit."
  
38:55 Und wenn mein Freund sagt: "Ich denke nach
und vielleicht erfasse ich es irgendwann",…
  
39:00  
 
39:05 …dann ist das nur…
 
39:08 …ein Aufschieben, und er achtet nicht
auf den ganzen Inhalt des 'Jetzt'.
  
39:16 Und das 'Jetzt'…
 
39:18 …das Achtsamkeit ist, ist Ordnung.
 
39:25 Fahren wir also fort.
 
39:29 Mein Freund fragt:
 
39:33 "Warum…
 
39:39 …war ich mein ganzes Leben lang
auf Vergnügen aus?"
  
39:42 Vergnügen scheint das Wichtigste
im Leben zu sein.
  
39:49 Was ist falsch daran?
 
39:52 Warum jagen die Menschen
dem so unablässig nach?
  
40:00 Vergnügen durch Sex,…
 
40:04 …Vergnügen durch Besitztümer,…
 
40:08 …Vergnügen durch Macht,…
 
40:09 …Ruhm, schlechter Ruf?
 
40:16 Vergnügen, ein Buch zu schreiben.
 
40:21 Vielleicht ein Flop, ein Ladenhüter,
aber das Vergnügen ist, es zu schreiben.
  
40:28 Vergnügen…
 
40:30 …scheint ein gemeinsames Los
der Menschheit zu sein.
  
40:37 Und warum?
 
40:41 Warum wurde es so wichtig?
 
40:45 "Bitte, untersuche es",…
 
40:52 …sagt der Sprecher, "untersuche es.
Sage nicht, ich brauche Vergnügen."
  
40:55 Wir haben immer
mit dem Vergnügen gelebt.
  
41:02 Erfüllung, Befriedigung,…
 
41:07 …etwas Erreichen.
 
41:09 Es gibt verschiedene Formen
des Vergnügens.
  
41:14 Aber warum halten wir daran fest,
jagen ihm ständig nach?
  
41:17 Wir nehmen Drogen,…
 
41:26 …trinken Alkohol,…
 
41:35 …mit all dem Elend, aber es ist angenehm.
Die sofortige Wirkung…
  
41:39  
 
41:44 …des Vergnügens.
Verstehen Sie?
  
41:46 Kein Aufschieben des Vergnügens.
 
41:54 Klar?
 
41:56 Das heißt,…
 
41:58 …wo Vergnügen da ist,
jetzt, in diesem Moment,…
  
42:06 …da gibt es kein Einmischen
oder Interpretieren des Denkens.
  
42:14 Vergnügen,…
 
42:21 …da ist der Moment des Vergnügens,…
 
42:23 …einige Sekunden später erzeugt Denken,
ein Bild des Vergnügens,…
  
42:28 …dieser Empfindung
und will es haben.
  
42:29 Klar, mein Freund,
hast du das verstanden?
  
42:34 Das Denken erzeugt also
wieder das Bild…
  
42:39 …jener Sekunde,…
 
42:47 …mit der unglaublichen Schönheit
des Sonnenuntergangs…
  
42:53 …mit all dem
goldenen Licht des Abends.
  
42:59 Die große Schönheit und Stille
des Sonnenuntergangs…
  
43:05 …mit den grünen Strahlen,
die so selten sind.
  
43:11 Das ist die unmittelbare Wahrnehmung.
 
43:17 Dann sagt das Denken:
"Wie wunderbar das war!
  
43:22 Wie schön!
 
43:28 Wie ungemein lebendig!"
 
43:30 Und hat ein Bild erzeugt,
und tags darauf will es das Bild wieder.
  
43:34 Also,…
 
43:38 …das Verstehen des Denkens,…
 
43:47 …des Denkvorgangs, ist ungemein wichtig.
 
43:49 Angst…
 
43:57 …ist ein Faktor unseres Lebens,…
 
44:03 …wie das Vergnügen.
 
44:08 Vielleicht ist Angst
gewichtiger als Vergnügen.
  
44:14 Die Angst, kein Vergnügen zu haben.
 
44:21 Also,…
 
44:25 …sagt mein Freund: "Können wir uns
die Frage der Angst anschauen?
  
44:31 Und durch Forschen", sagt er,
"kann sie da je aufhören?
  
44:39 Oder bleibt die Angst
auf ewig die Bürde der Menschheit?"
  
44:47 "Gemeinsam, mein Freund,
werden wir es heraus finden."
  
44:53 Nicht, dass der Sprecher belehrt,…
 
44:54 …und Sie folgen.
 
45:01 Was recht kindisch wäre
und unreif.
  
45:06 Vielmehr werden wir gemeinsam,…
 
45:11 …Sie und der Sprecher,…
 
45:14 …auf das Problem der Angst eingehen.
 
45:22 Der Mensch hat mit der Angst
seit Jahrtausenden gelebt.
  
45:29 Angst vor der Natur, vor Gewitter.
 
45:33 Angst vor Dunkelheit.
 
45:37 Angst vor dem Leben selbst.
 
45:45 Angst…
 
45:47 …vor dem Nachbarn,
vor dem Ehepartner.
  
45:54 Angst nichts zu erreichen.
 
45:57 Angst ein Versager zu sein.
 
46:00 Besonders in diesem Land,
wo Erfolg angebetet wird.
  
46:04  
 
46:09 Wollen Sie nicht alle Erfolg haben?
 
46:13 Natürlich wollen wir das.
 
46:17 Und die Meisten, leider oder zum Glück,
sind nicht besonders erfolgreich.
  
46:21  
 
46:24 Bis auf einige Politiker
und die Gurus, die Geld scheffeln,…
  
46:27  
 
46:30 …mit ihrem Unsinn.
 
46:33 Und die Evangelisten usw.
 
46:36 Haben Sie je mitbekommen,…
 
46:40 …dass die katholische Kirche…
 
46:45 …der weltgrößte Grundbesitzer ist?
 
46:49 Sie besitzt große Mengen an Land
auf der ganzen Welt.
  
46:58 Und…
 
47:04 …etwas Erreichen, Erfolg,
die Sehnsucht geliebt zu werden,…
  
47:09 …und entdecken, nicht geliebt zu werden.
 
47:14 Und Angst, Verbitterung,
Sorge und Hass.
  
47:21 Zusammen sollten wir
die Frage der Angst ausloten.
  
47:28 Nicht nur…
 
47:30 …die Erklärung, die Beschreibung,…
 
47:35 …was…
 
47:42 …sehr trügerisch ist.
 
47:45 Denn Menschen hängen meist
in Beschreibungen und Erklärungen fest…
  
47:49 …und gelangen daher nie
bis zur Wurzel des Ganzen.
  
47:55 Mein Freund sagt:
"Ergründen wir es bis zur Wurzel,…
  
47:59 …denn auch ich habe genug
von Erklärungen.
  
48:05 Ich kann zum Psychologen gehen usw.
 
48:09 Aber diese Erklärungen haben in mir nicht
das Gefühl der Angst völlig beseitigt.“
  
48:13  
 
48:21 Solange wir der Sache
nicht tief auf den Grund gehen,…
  
48:27 …sind bloße Erklärungen
nicht viel Wert.
  
48:32 Wie sie sich anfühlt, ihre Beschaffenheit,
ihre Struktur.
  
48:40 Denn wo Angst herrscht,…
 
48:45 …gibt es auf ewig
das Suchen nach Sicherheit.
  
48:52 Angst hat alle Götter
und Erlöser der Welt erschaffen.
  
48:58 Für einen Menschen ohne jede Angst,…
 
49:02 …weder biologisch noch psychisch,…
 
49:05 …für ihn gibt es keinen Gott,…
 
49:10 …denn er verkörpert den religiösen Geist.
 
49:15 Wir befassen uns später damit.
 
49:18 Zusammen…
 
49:21 …wollen wir herausfinden,
was die Wurzel der Angst ist.
  
49:31 Finden Sie es heraus,…
 
49:34 …oder wird es der Sprecher tun,
und es Ihnen sagen?
  
49:40 Das heißt, ist Ihr Gehirn,…
 
49:43 …der Sprecher fragt den Freund: "Ist dein
Gehirn aktiv genug, leidenschaftlich genug?
  
49:45 Hat es die Energie
das herauszufinden?"
  
49:53 Oder…
 
50:00 …wollen Sie nur…
 
50:04 …mit Reden…
 
50:05 …etwas herausfinden?
 
50:10 Aber wenn Sie die Intensität haben,
ergründen wir es gemeinsam.
  
50:14 Vor allem…
 
50:18 …ist Zeit ein Faktor der Angst.
 
50:26 Zeit, in Form des Gestern,…
 
50:30 …das wir kennen,…
 
50:35 …weil die Erinnerung an Gestern
im Gehirn gespeichert ist,…
  
50:38 …und das Morgen ist ungewiss.
 
50:43 Morgen kann tausend morgen währen,…
 
50:48 …aber es ist ungewiss,
und das macht Angst.
  
50:52 Ich könnte etwas einbüßen,…
 
50:55 …ich könnte nichts erreichen,…
 
50:59 …womöglich werde ich einsam sein,…
 
51:04 …verzweifelt, ängstlich.
 
51:08 Somit ist die Zeit
als Faktor der Angst klar erkennbar.
  
51:19 Was ist also Zeit?
 
51:23 Wie kommt es,…
 
51:24 …dass Zeit in unserem Leben
so wichtig geworden ist?
  
51:33 Zeit, um eine Sprache zu lernen.
 
51:38 Zeit, um sich zu verloben.
 
51:42 Zeit, um…
 
51:44 …irgendein Spezialist zu werden.
 
51:48 Zeit einen Brief zu schreiben.
 
51:51 Aber der Computer wird Ihnen Zeit abnehmen,
da er alles so schnell erledigt.
  
51:54  
 
52:00 Sollen wir jetzt
über den Computer sprechen?
  
52:05 Vielleicht tun wir's,
denn es ist recht interessant.
  
52:12 Wir haben mit Experten
darüber gesprochen,…
  
52:18 …Spezialisten,
die Computer produzieren.
  
52:24 Der Computer kann fast alles,
was der Mensch kann.
  
52:30 Außer vielleicht…
 
52:36 …liebevoll zu anderen sein.
 
52:39 Er kann komponieren, etc.,
Sie wissen was er kann.
  
52:43 Er kann mit Robotern Autos bauen,…
 
52:47 …wie es schon in einigen Fabriken
in Japan, Deutschland und hier geschieht.
  
52:49  
 
52:55 Der Computer kann
programmiert werden,…
  
53:00 …programmiert wie wir, als Christen,
Hindus, Amerikaner, Spezialisten.
  
53:03 Wir sind programmiert.
 
53:06 Unser Gehirn arbeitet nach Programmen,…
 
53:10 …das ist Erinnerung.
 
53:18 Und der Computer kann alles
rasend schnell machen.
  
53:25 IBM hat etwas entwickelt,…
 
53:29 …diesen Chip,…
 
53:31 …Millionen 'Erinnerungen'
in dem kleinen Chip.
  
53:38 Er kann rechnen,…
 
53:42 …kann addieren und enormes leisten,
der Computer.
  
53:46 Was passiert nun
mit dem menschlichen Gehirn?
  
53:51 Verstehen Sie meine Frage?
 
53:55 Unsere Gehirne waren beschäftigt…
 
54:00 …mit addieren und subtrahieren.
 
54:04 In einem Laden, im Supermarkt,…
 
54:10 …addieren Sie, benutzen Sie
Ihr Gehirn zum rechnen.
  
54:13 Wenn aber durch Knopfdruck der Computer
alles addiert, dann denken Sie gar nicht mehr.
  
54:17  
 
54:20 Was geschieht dann
mit dem Gehirn…
  
54:24 …das mehr und mehr,…
 
54:28 …oder immer weniger aktiv wird?
 
54:32 Wird es immer mechanischer,
begrenzter,…
  
54:37 …wenn der Computer
fast alles machen kann?
  
54:43 Entweder degeneriert es schnell,
was gerade passiert…
  
54:49 …und den meisten von uns
nicht bewusst ist,…
  
54:55 …oder es will ständig
unterhalten sein.
  
55:01 Die Unterhaltungsindustrie
ist ungeheuer mächtig.
  
55:08 Die Unterhaltungsindustrie…
 
55:12 …ist mehr als Kino, Illustrierte usw.,
es ist auch religiöse Unterhaltung.
  
55:15  
 
55:18 Regen Sie sich nicht darüber auf.
 
55:22 Es gehört zur Unterhaltung,…
 
55:26 …denn es hat nichts
mit unserem täglichen Leben zu tun.
  
55:32 Der Computer…
 
55:37 …könnte dazu führen,
dass das Gehirn verkümmert,…
  
55:42 …und so…
 
55:49 …die Unterhaltungsindustrie
sich seiner bemächtigt,…
  
55:51 …was schon passiert.
Bitte, achten Sie darauf!
  
55:56 Oder…
 
56:02 …wir müssen den ganzen weiten Raum
der Psyche erforschen und anders leben.
  
56:05 Diese beiden Möglichkeiten
stehen Ihnen offen.
  
56:12 Und unweigerlich wird der Mensch,
so wie er ist, die Unterhaltung wählen.
  
56:24 Also müssen wir zurückkommen
und herausfinden,…
  
56:27 …was die Wurzel der Angst ist.
 
56:33 Wir sagten: die Zeit.
 
56:37 Zeit ist die bemerkenswerteste
komplexe Sache.
  
56:43 Wir leben in der Zeit.
Wir essen zu einer bestimmten Zeit.
  
56:51 Und Zeit ist enthalten in
Gegenwart, Zukunft, Vergangenheit.
  
56:58 Die ganze Bewegung der Zeit
ist jetzt.
  
57:04  
 
57:06 Wenn Sie hinschauen.
Denn das Morgen ist, was Sie jetzt sind.
  
57:14 Sind Sie jetzt voll Wut, Hass, Gewalt,
sind Sie morgen dasselbe,…
  
57:18 …vielleicht etwas weniger oder mehr.
 
57:21 Also,…
 
57:26 …die Zukunft ist jetzt.
 
57:33 "Bitte, sieh, dass es wahr ist,
eine Tatsache, mein Freund."
  
57:36  
 
57:40 Wenn Sie nicht radikal, von Grund auf…
 
57:43  
 
57:46 …eine totale psychische Revolution
in sich bewirken,…
  
57:50 …sind Sie morgen das Gleiche.
 
57:55 Daher ist die Zeit
der Feind des Menschen.
  
58:04 Bitte, erkennen Sie das.
 
58:08 Somit ist Zeit ein Faktor der Angst.
Ich habe Arbeit und kann sie verlieren.
  
58:12  
 
58:18 Meine Frau könnte weglaufen,
und mich allein zurücklassen.
  
58:25 Eifersucht usw. folgt.
 
58:28 Also ist Zeit
die grundlegende Ursache der Angst.
  
58:36 Und Zeit ist auch Denken.
 
58:45 Beides sind Bewegungen.
 
58:49 Sowohl psychisch…
 
58:51 …als auch im Außen,
äußerlich.
  
58:58 So sind Zeit…
 
59:09 …und Denken die Wurzel der Angst.
 
59:13 Das ist eine Tatsache.
 
59:15 Dann fragt mein Freund: "Wie um Himmels
Willen kann ich Zeit und Denken beenden?
  
59:22 Wie geht das?
Ich muss ins Büro gehen, dazu ist Zeit nötig.
  
59:25 Aber Zeit, sagst du zu mir,…
 
59:29 …im Inneren,…
 
59:32 …psychisch,…
 
59:35 …benutzt man Zeit,
um etwas zu werden, zu sein,…
  
59:41 …diese Zeit ist der Feind.
 
59:45 Weil morgen das ist,
was du jetzt bist.
  
59:49 Daher, außer du
wandelst dich grundlegend…
  
59:55 …jetzt,…
 
59:56 …daher ist das Morgen…
 
59:59 …der Feind."
 
1:00:04 Also Angst,…
 
1:00:11 …der Sie sich alle voll bewusst sind,
jeder Mensch auf der Welt kennt Angst.
  
1:00:17 Ihr Elend,…
 
1:00:19 …ihre Traurigkeit…
 
1:00:23 …und die Grausamkeit der Angst.
 
1:00:28 Das geschieht laufend:
die Brutalität der Ideologien,…
  
1:00:34 …die russische und
die demokratische Ideologie.
  
1:00:40 Ja, Herrschaften,…
 
1:00:42 …schauen Sie es sich genau an.
 
1:00:46 Also sind Zeit…
 
1:00:54 …und Denken die Wurzeln der Angst.
 
1:00:56 Mein Freund fragt: "Wie stoppe ich
den Gang von Zeit und Denken."
  
1:01:01 Der Sprecher entgegnet:
"Das ist eine falsche Frage."
  
1:01:10 Wenn Sie eine falsche Frage stellen,
gibt es keine Antwort darauf.
  
1:01:12 Stellen Sie die richtige Frage.
 
1:01:17 Sie lautet:
 
1:01:20 Sehen Sie die Tatsache…
 
1:01:27 …was Zeit und Denken wirklich sind?
 
1:01:32 Nicht als Vorstellung, sondern als Fakt,…
 
1:01:38 …dass,…
 
1:01:40 …was Sie sind, Sie auch sein werden.
 
1:01:49 Und wenn Sie diese Tatsache erkennen,…
 
1:01:54 …aber nicht
als Tatsache durch eine Idee.
  
1:01:59 Verstehen Sie?
Unsere Gehirne ergreifen zuerst die Idee,…
  
1:02:01 …und richten dann die Gedanken
auf die Tatsache.
  
1:02:06 Das Wort 'Idee'…
 
1:02:11 …im Griechischen…
 
1:02:17 …hat mehrere Bedeutungen, aber…
 
1:02:20 …'Idee' bedeutet auch 'beobachten'.
 
1:02:26 Nicht durch Beobachten,
zu einer Folgerung kommen,…
  
1:02:33 …sondern nur beobachten.
 
1:02:37 Wenn Sie so genau beobachten,
mit Leidenschaft, Intensität,…
  
1:02:42  
 
1:02:44 …d.h. Ihr ganzes Augenmerk…
 
1:02:49 …auf Zeit und Denken richten,
dann gibt es überhaupt keine Angst mehr.
  
1:02:57 Mein Freund sagt:
 
1:03:02 "Jetzt, wenn du das sagst,
verstehe ich es.
  
1:03:09 Deine Intensität hilft mir."
 
1:03:12 Aber seien Sie nicht
davon abhängig.
  
1:03:17 Finden Sie heraus,
ob Sie das haben,…
  
1:03:23 …diese Energie, Vitalität, Intensität,
um ganz bis ans Ende zu gehen.
  
1:03:30 Ganz bis ans Ende…
 
1:03:39 …der Reise in die Angst.
 
1:03:45 Das bedeutet, ständig die gleiche Intensität
beizubehalten, niemals nachzulassen.
  
1:03:53 Gehen Sie mit der gleichen Intensität,…
 
1:03:57 …mit der gleichen Bewegung,
bis Sie ans Ende kommen.
  
1:04:00  
 
1:04:06 Aber die meisten von uns
vergeuden ihre Energie.
  
1:04:12 Durch schwatzen,…
 
1:04:15 …endlos schwatzen,
klatschen, kritisieren, verleumden.
  
1:04:22 Und wir vergeuden auch
unsere Energie…
  
1:04:26 …in Konflikten.
 
1:04:31 Ständig im Streit untereinander.
 
1:04:36 Wir vergeuden Energie,
im Versuch etwas zu werden.
  
1:04:43 Es gibt überhaupt kein 'etwas werden'.
 
1:04:45 Es gibt nur das, 'was ist',
und das Vollenden dessen, 'was ist'.
  
1:04:49  
 
1:04:53 Dann haben Sie unfassbare Energie.
 
1:04:58 Nicht um mehr Unheil anzurichten.
 
1:05:03 Vielmehr um ein Leben zu führen,…
 
1:05:07 …Tag für Tag,…
 
1:05:11 …mit viel Liebe,
Mitempfinden und Intelligenz.
  
1:05:26 Heute höre ich auf.
 
1:05:32 Es geht weiter Samstag und Sonntag,
nächsten Samstag und Sonntag.
  
1:05:35 Dienstag und Donnerstag
wird es Fragen geben,…
  
1:05:41 …die eingereicht wurden,…
 
1:05:44 …und Antworten vom Sprecher.
 
1:05:47 Keine Antworten,
wir untersuchen diese Fragen…