Krishnamurti Subtitles

Warum können Menschen nicht in Frieden auf der Erde leben?

United Nations - 11 April 1985

Public Talk



2:00 Präsident: Sehr geehrte Damen und Herren,
mein Name ist Marc Roy.
  
2:04 Ich bin Präsident der
Pacem in Terris Gesellschaft.
  
2:07 Willkommen zum heutigen Vortrag.
 
2:10 Ich möchte Ihnen die geehrten
Gäste vorstellen:
  
2:13 Rechts Botschafter Barish
aus Costa Rica,
  
2:20 Herr Müller, stellvertretender
Generalsekretär
  
2:23 für die Gedenkfeier des
40. Jahrestages der UN,
  
2:27 und selbstverständlich kennen wir
alle unseren Ehrengast.
  
2:30 Heute feiern wir auch den
22. Jahrestag
  
2:35 der Pacem in Terris,
der enzyklischen Schriften,
  
2:38 veröffentlicht von Papst
Johannes am 11. April 1963.
  
2:44 Daher haben wir einen doppelten
Anlass zu feiern.
  
2:47 Nicht nur wegen der Enzyklika
Pacem in Terris,
  
2:50 sondern auch wegen unseres
Ehrengastes, dem Weltlehrer.
  
2:57 Wir alle kennen Herrn Krishnamurti,
 
2:59 und ich benötige keine
Einführung für ihn.
  
3:04 Es ist mir eine große Freude Ihnen
Herrn Krishnamurti zu präsentieren.
  
3:16 Krishnamurti: Ich soll über
den Weltfrieden sprechen
  
3:22 zum 40. Jahrestag der
Vereinten Nationen.
  
3:36 Die Menschheit, der Mensch,
lebt auf diesem Planeten
  
3:43 seit über fünfzigtausend Jahren
 
3:48 und vielleicht länger,
vielleicht auch kürzer.
  
3:55 Seit dieser langen Evolution
 
4:01 hat der Mensch keinen Frieden
auf Erden gefunden.
  
4:05 Pacem in Terris wurde bereits
lange vor dem Christentum gepredigt,
  
4:13 von den antiken Hindus
und Buddhisten.
  
4:20 Und während all dieser Zeit
hat der Mensch im Konflikt gelebt,
  
4:31 nicht nur im Konflikt mit
seinem Nachbarn,
  
4:36 sondern auch im Konflikt mit Menschen
seiner eigenen Gemeinschaft,
  
4:42 seiner eigenen Gesellschaft,
 
4:45 mit seiner eigenen Familie,
 
4:52 er hat gekämpft und gekämpft
gegen die anderen
  
4:59 seit den letzten fünftausend Jahren
und vielleicht noch länger.
  
5:05 In der Geschichte hat es
 
5:11 fast jährlich Kriege gegeben.
 
5:16 Und wir sind
immer noch im Krieg.
  
5:21 Ich glaube, dass derzeit vierzig
Kriege geführt werden.
  
5:29 Und die religiösen Hierarchien,
 
5:34 nicht nur die Katholiken,
sondern auch andere Gruppen,
  
5:38 haben über Pacem
in Terris gesprochen,
  
5:42 über Frieden auf Erden,
das Wohlwollen unter den Menschen.
  
5:47 Es ist nie geschehen,
Frieden auf Erden zu haben.
  
5:56 Und sie sprachen über Frieden,
das Himmelreich nach dem Tod,
  
6:00 wo man Frieden finden könne.
 
6:06 Man wundert sich,
wenn man überhaupt ernsthaft ist,
  
6:13 warum der Mensch
einen anderen Menschen tötet,
  
6:19 im Namen Gottes,
 
6:24 im Namen des Friedens,
 
6:27 im Namen irgendeiner Ideologie,
 
6:31 oder für sein eigenes Land,
was immer das bedeuten mag,
  
6:37 oder für den König und die Königin
und das ganze Zeug.
  
6:44 Vermutlich wissen wir es:
 
6:50 warum der Mensch
auf diesem Planeten,
  
6:55 der langsam vernichtet wird,
 
7:00 warum der Mensch nicht in Frieden
mit anderen Menschen leben kann.
  
7:08 Warum es getrennte Nationen gibt,
 
7:13 was letztendlich nur verherrlichtes
Stammesdenken ist.
  
7:20 Auch Religionen,
sei es das Christentum,
  
7:26 der Hinduismus oder Buddhismus,
 
7:32 auch sie stehen
im Krieg miteinander.
  
7:37 Nationen sind im Krieg,
 
7:41 Gruppen sind im Krieg,
Ideologien,
  
7:45 sei es die der Russen
oder die der Amerikaner,
  
7:51 oder jede andere Art
von Ideologie,
  
7:56 sie alle stehen im Krieg
miteinander, im Konflikt.
  
8:03 Nach all den Jahrhunderten
des Lebens auf dieser Erde,
  
8:11 warum kann der Mensch nicht in Frieden
auf diesem wunderbaren Planeten leben?
  
8:24 Diese Frage wurde wieder
und wieder gestellt.
  
8:30 Eine Organisation wie diese
wurde deswegen gegründet.
  
8:41 Was ist die Zukunft dieser
besonderen Organisation?
  
8:50 Nach dem 40. Jahr,
was kommt danach?
  
8:59 Zeit ist ein seltsamer Faktor im Leben.
 
9:06 Zeit ist für uns alle sehr bedeutsam.
 
9:11 Doch die Zukunft ist das,
was gegenwärtig ist.
  
9:16 Die Zukunft ist jetzt,
 
9:24 weil die Gegenwart, die die
Vergangenheit beinhaltet,
  
9:33 sich jetzt wandelt und so
die Zukunft wird.
  
9:41 Das ist der Zyklus der Zeit,
 
9:45 der Pfad der Zeit.
 
9:53 Jetzt, nicht nach 40 Jahren
dieser Organisation,
  
10:02 sondern jetzt, in der Gegenwart,
 
10:06 wenn es jetzt keinen
radikalen Wandel gibt,
  
10:11 keine fundamentale Mutation,
 
10:17 dann ist die Zukunft das,
was jetzt geschieht.
  
10:22 Und das ist historisch bewiesen,
 
10:26 auch wir können es in unserem
täglichen Leben überprüfen.
  
10:31 Also ist die eigentliche Frage:
 
10:35 Ob die Menschheit,
 
10:39 Sie und ich,
ich hier auf diesem Podium,
  
10:44 entschuldigen Sie,
dass ich hier oben sitze,
  
10:49 wir alle sind Menschen.
 
10:55 Und so lange wir miteinander,
oder Männer mit Frauen,
  
11:02 fortwährend im Konflikt sind,
 
11:05 wird es keinen Frieden
auf dieser Erde geben.
  
11:09 Man kann darüber diskutieren,
ohne Ende.
  
11:17 Die Römisch-katholische Hierarchie spricht
über Pacem in Terris,
  
11:26 und hat doch entsetzliche Kriege in
der Vergangenheit zu verantworten.
  
11:34 Hundert Jahre Krieg, Folter,
 
11:39 schreckliche Dinge haben sie
dem Menschen angetan.
  
11:47 Dies sind alles Fakten, Tatsachen,
 
11:52 nicht die Ansichten des Sprechers.
 
11:57 Und andere Religionen,
einschließlich Islam,
  
12:05 Hindus, Buddhisten und so weiter,
 
12:10 sie alle hatten ihre
eigene Art des Krieges.
  
12:18 Und die Zukunft jenseits des
40. Jahrestages
  
12:24 ist genau das, was jetzt gerade geschieht.
 
12:32 Man fragt sich, ob das gesehen wird.
 
12:37 Die Gegenwart ist nicht nur
die Vergangenheit,
  
12:43 sondern sie enthält auch die Zukunft;
 
12:53 die Vergangenheit modifiziert sich
 
12:57 fortwährend durch die Gegenwart
 
13:02 und projiziert die Zukunft.
 
13:08 Wenn wir Streit,
 
13:12 Kampf, Feindseligkeit und Hass
nicht jetzt beenden,
  
13:18 dann wird es so
auch morgen sein.
  
13:23 Sie können das Morgen auf
tausend Jahre erweitern,
  
13:29 es wird immer noch morgen sein.
 
13:34 So ist es erforderlich
 
13:38 uns selbst zu fragen, ob wir als
Menschen,
  
13:44 einzeln oder in einer Gemeinschaft,
oder in einer Familie,
  
13:52 ob wir friedvoll miteinander leben können.
 
13:57 Organisationen haben
dieses Problem nicht gelöst.
  
14:03 Sie können sich neu organisieren,
aber die Kriege gehen immer weiter.
  
14:11 Organisationen,
seien es Weltorganisationen
  
14:17 oder eine bestimmte Organisation
für den Frieden,
  
14:23 solche Organisationen werden
niemals erfolgreich sein,
  
14:27 da die Menschen.
 
14:30 einzeln, kollektiv, national,
 
14:37 im Konflikt sind.
 
14:42 Starke Nationen,
wie Amerika oder Russland,
  
14:48 führen Krieg gegeneinander,
 
14:51 ökonomisch, ideologisch,
und das geschieht jetzt,
  
14:57 noch ohne Blutvergießen.
 
15:00 Daher kann es unmöglich Frieden
auf dieser Erde geben,
  
15:06 so lange es Nationalitäten gibt,
 
15:10 die, wie wir bereits sagten,
nur verherrlichtes Stammesdenken sind.
  
15:20 Nationalitäten geben eine
gewisse Sicherheit.
  
15:24 Der Mensch braucht Sicherheit,
und er investiert in den Nationalismus,
  
15:32 oder in eine bestimmte Ideologie
oder einen Glauben.
  
15:38 Glauben und Ideologien
haben den Menschen getrennt.
  
15:48 Und Organisationen können unmöglich
 
15:54 Frieden zwischen den Menschen schaffen,
 
15:58 so lange sie an etwas glauben.
 
16:02 an bestimmte Ideologien glauben,
 
16:05 der eine glaubt an Gott,
der andere wiederum nicht.
  
16:11 Ich wundere mich, ob man jemals
darüber nachgedacht hat:
  
16:16 Religionen, basierend auf Büchern,
 
16:22 ob der Koran oder die Bibel,
 
16:29 werden sehr fanatisch, einschränkend
und fundamentalistisch.
  
16:38 Und Religionen, wie die Hindus
und die Buddhisten,
  
16:43 sie haben viele Bücher,
 
16:46 alle werden als heilig, wahr und direkt
von Gott angesehen!
  
16:55 Sie sind sie nicht so fanatisch,
 
17:02 sie sind tolerant,
sie nehmen andere auf.
  
17:07 Nun besteht da dieser Konflikt:
 
17:11 diejenigen, die sich verlassen,
die an ein Buch glauben,
  
17:16 und jene, die an kein
Buch allein glauben.
  
17:25 Also, Konflikt zwischen einem Buch
 
17:28 und jenen, die viele Bücher akzeptieren.
 
17:34 Ich frage mich, ob man
sich dessen bewusst ist.
  
17:40 Und wir fragen uns zutiefst,
wenn Sie ernsthaft sind,
  
17:48 ob Sie und ich,
und diejenigen von uns,
  
17:53 die in Organisationen arbeiten,
 
17:59 miteinander in Frieden leben können.
 
18:04 Frieden erfordert
große Intelligenz,
  
18:09 nicht nur Demonstrationen gegen eine
bestimmte Form des Krieges,
  
18:18 gegen einen Atomkrieg usw.
 
18:25 Das sind nur die Produkte des Geistes,
 
18:32 des Verstandes,
verwurzelt im Nationalismus,
  
18:38 in bestimmte Glaubensformen
und Ideologien.
  
18:44 Also liefern sie Waffen - die Mächtigen,
 
18:50 sei es nun Russland, Amerika,
England oder Frankreich -
  
18:55 Waffenlieferungen in die restliche Welt,
 
18:58 und auch sie sprechen vom Frieden,
 
19:01 und liefern zur gleichen Zeit Waffen.
 
19:09 Es ist eine unglaublich zynische Welt,
 
19:16 und Zynismus toleriert niemals
Warmherzigkeit, Zuneigung, Liebe.
  
19:29 Ich glaube,
wir haben diese Werte verloren,
  
19:36 die Qualität des Mitgefühls.
 
19:43 Nicht analysieren, was Mitgefühl ist,
 
19:47 es kann recht einfach analysiert werden.
 
19:53 Sie können nicht Liebe analysieren.
 
20:02 Liebe ist nicht innerhalb
der Grenzen des Gehirns,
  
20:09 denn das Gehirn ist das Instrument
von Sinneswahrnehmungen,
  
20:13 er ist das Zentrum von allen
Reaktionen und Aktionen,
  
20:19 und wir versuchen Frieden, Liebe innerhalb
dieses begrenzten Areals zu finden.
  
20:33 Das bedeutet, Denken ist nicht Liebe,
 
20:41 weil Denken auf Erfahrung basiert,
 
20:47 die begrenzt ist,
 
20:50 und es basiert auf Wissen,
 
20:54 das immer begrenzt ist,
ob jetzt oder in der Zukuft
  
21:01 Wissen ist immer begrenzt.
 
21:09 Und Wissen zu besitzen, welches im Gehirn
als Erinnerung abgespeichert ist,
  
21:13 aus dieser Erinnerung
entspringt das Denken.
  
21:20 Das kann ganz einfach und leicht
beobachtet werden,
  
21:25 indem man sich selbst überprüft,
 
21:27 indem man auf seine Aktivitäten des
Denkens, der Erfahrung, des Wissens schaut.
  
21:35 Sie brauchen hierfür
kein Buch zu lesen,
  
21:39 oder ein Spezialist zu werden, um Ihre
Denk- und Lebensweise zu verstehen.
  
21:48 Also, das Denken ist immer beschränkt,
 
21:57 ob jetzt oder in der Zukunft.
 
22:01 Und wir versuchen all unsere Probleme,
 
22:05 sowohl technologische als auch religiöse
und persönliche Probleme,
  
22:11 durch die Aktivität des Denkens zu lösen.
 
22:18 Ganz gewiss, Denken ist nicht Liebe,
 
22:23 Liebe ist keine Sinneswahrnehmung,
kein Vergnügen,
  
22:28 sie ist nicht die Folge von Sehnsucht.
 
22:34 Sie ist etwas völlig anderes.
 
22:40 Sich dieser Liebe bewusst zu werden,
welche Mitgefühl ist,
  
22:44 mit der eigenen Intelligenz,
 
22:48 sich selbst zu verstehen,
was wir sind,
  
22:53 nicht durch Analyse,
 
22:58 sondern durch das Verstehen
unseres eigenen Leids,
  
23:02 unseres eigenen Vergnügens,
unseres eigenen Glaubens.
  
23:11 Sie wissen, wo immer Sie auch
hingehen auf der Welt,
  
23:20 alle Menschen leiden,
 
23:26 aus verschiedenen Gründen.
 
23:29 Der Grund mag oberflächlich sein,
 
23:32 oder ein tiefgreifendes Geschehen,
das Schmerz und Leid verursacht hat.
  
23:41 Und jeder einzelne Mensch
auf dieser Erde durchlebt dies,
  
23:46 sei es im Kleinen oder
durch ein enormes Geschehnis,
  
23:53 so wie der Tod.
 
24:00 Und Leid wird von allen Menschen geteilt,
 
24:04 es ist nicht nur Ihr Leid oder meins,
 
24:07 es ist das Leiden der Menschheit,
 
24:10 der Menschheits Angst, Schmerz,
 
24:16 Einsamkeit, Hoffnungslosigkeit,
Aggression.
  
24:22 Demnach sind Sie und wir
wie der Rest der Menschheit,
  
24:28 wir sind nicht voneinander getrennte
Menschen, psychisch betrachtet.
  
24:33 Sie mögen eine Frau sein,
ich ein Mann,
  
24:35 Sie mögen groß sein, dunkel,
klein und so weiter,
  
24:40 aber innerlich, psychisch,
 
24:43 was weitaus wichtiger ist,
 
24:48 sind wir alle wie der Rest der Menschheit.
 
24:51 Sie sind der Rest der Menschheit,
 
24:54 und wenn Sie nun einander töten,
 
24:58 wenn Sie nun miteinander in Konflikt sind,
zerstören Sie sich selbst.
  
25:04 Sie können das sehr genau beobachten,
 
25:07 wenn Sie sich selbst
ohne jegliches Zerrbild betrachten.
  
25:16 Also kann es nur Frieden geben,
 
25:20 wenn die Menschheit, wenn Sie und ich,
 
25:24 in uns selbst ohne Konflikt sind.
 
25:29 Und Sie mögen sagen,
 
25:31 "Wenn eine Person das Ende der
eigenen Konflikte erreicht,
  
25:38 wie beeinflußt das den
Rest der Menschheit?"
  
25:43 Das ist eine sehr alte Frage.
 
25:48 Sie wurde gestellt
 
25:50 noch tausende von Jahren vor Christus,
 
25:54 wenn er denn überhaupt existierte.
 
26:03 Und wir müssen fragen
 
26:09 ob in uns Leid,
 
26:13 Schmerz und Angst und all das,
jemals enden kann.
  
26:22 Wenn man sich hinwendet, schaut, mit
großer Aufmerksamkeit beobachtet,
  
26:30 wenn Sie mit größter
Aufmerksamkeit hinschauen,
  
26:33 während Sie Ihre Haare kämmen,
oder sich rasieren,
  
26:39 mit dieser besonderen Qualität
der Aufmerksamkeit,
  
26:45 dann können Sie sich selbst beobachten,
alle Nuancen, Feinheiten.
  
26:52 Und der Spiegel ist Ihre Beziehung
zu anderen Menschen.
  
26:57 In diesem Spiegel sehen Sie
sich selbst, genau wie Sie sind.
  
27:04 Aber die meisten von uns sind verängstigt
zu sehen, was wir sind,
  
27:11 und somit entwickeln wir
schrittweise Widerstand, Schuld,
  
27:20 und den ganzen Rest.
 
27:23 So verlangen wir niemals
totale Freiheit,
  
27:28 nicht um zu tun, was Sie möchten,
 
27:33 sondern um von aller Wahl frei zu sein.
 
27:37 Wo viele Möglichkeiten bestehen,
gibt es viel Verwirrung.
  
27:44 Nun, können wir auf dieser Erde leben,
 
27:51 Pacem in Terris,
 
27:53 mit großem Verstehen der Menschheit,
 
27:59 was bedeutet, sich selbst
so tiefgründig zu verstehen,
  
28:06 und nicht nach irgendeinem
Psychologen, Analysten.
  
28:11 Auch sie müssen analysiert werden.
 
28:17 Also können wir, ohne uns den
Professionellen zuzuwenden,
  
28:22 als einfache Laien,
 
28:24 unsere Eigenarten und
Neigungen beobachten.
  
28:34 Unser Gehirn, der Sprecher ist kein
Spezialist für das Gehirn,
  
28:41 unser Gehirn wurde konditioniert,
 
28:46 für Kriege, Hass, für Konflikt.
 
28:54 Es wurde durch die
lange Evolution konditioniert.
  
29:00 Kann das Gehirn mit seinen Zellen,
 
29:07 die all die Erinnerungen enthalten,
 
29:11 kann sich das Gehirn selbst befreien?
 
29:15 Sich von seinen eigenen
Konditionierungen befreien?
  
29:19 Sie wissen, es ist sehr einfach
diese Frage zu beantworten.
  
29:24 Wenn Sie Richtung Norden gewandert
sind in all den Tagen Ihres Lebens,
  
29:32 so wie auch die Menschheit in
eine bestimmte Richtung gegangen ist,
  
29:36 nämlich die Richtung des Konflikts,
 
29:39 und jemand kommt daher und sagt,
'Das führt nirgendwo hin'.
  
29:45 Und er ist ernsthaft,
und vielleicht sind Sie ernst.
  
29:49 Dann sagt er: 'Gehe südlich, gehe östlich,
irgendeine Richtung, aber nicht diese.'
  
29:55 Und wenn Sie sich nun tatsächlich von
dieser einen Richtung abwenden,
  
30:00 dann entsteht eine Mutation
in genau diesen Gehirnzellen,
  
30:04 weil Sie das Muster durchbrochen haben.
 
30:09 Das Muster muss jetzt gebrochen werden,
 
30:10 nicht 40 Jahre oder 100 Jahre später.
 
30:18 Und können Menschen die Vitalität,
die Energie haben,
  
30:29 sich selbst in zivilisierte Menschen
zu transformieren,
  
30:35 sich nicht gegenseitig zu töten?
 
30:50 C: Dürfen wir Fragen stellen?
 
30:52 K: Oh ja, stellen Sie gerne Fragen.
Hocherfreut!
  
31:12 C: Wir haben ein wenig Zeit für Fragen,
 
31:14 und Herr Krishnamurti hat
netterweise zugestimmt
  
31:17 jede Frage die Sie haben
zu beantworten.
  
31:20 Wenn Sie eine Frage haben
bitte heben Sie Ihre Hand
  
31:23 damit der Ton verbunden
werden kann. Dankeschön.
  
31:32 FRAGE: Ich habe eine Frage
bezüglich eines Wunsches nach einem
  
31:38 spirituellen Ausdrucks, mit dem ich
mich verbunden fühlen kann.
  
31:49 Werde ich gehört?
Ich glaube nicht. Ja?
  
31:56 Es fühlt sich an, als ob mir ein
trennender Eindruck
  
32:06 vermittelt werden würde.
 
32:09 Ich würde mich über eine spirituelle
Verbindung freuen,
  
32:14 die mir und den Mitmenschen dieser Gruppe,
etwas Erhebendes vermitteln kann.
  
32:27 Das ist worauf ich mich gefreut hätte
in diesem Vortrag zu erfahren,
  
32:33 eher ein erhebender spiritueller
Eindruck der Einheit,
  
32:38 als ein intellektueller Ausdruck.
 
32:46 K: Zunächst verstehe ich das Wort
'spirituell' nicht.
  
32:54 Ist es emotional,
romantisch, ideologisch,
  
33:00 oder irgendetwas Unbestimmtes in der Luft?
 
33:05 Oder ist es sich den Tatsachen zu
stellen was jetzt gerade geschieht,
  
33:14 in beidem, in uns selbst
und in der Welt?
  
33:17 Weil Sie die Welt sind,
Sie sind nicht getrennt von der Welt.
  
33:22 Wir haben diese Gesellschaft kreiert,
 
33:27 und wir sind diese Gesellschaft.
 
33:34 Und gleich welche Erfahrung man hat,
 
33:38 sogenannt religiös und spirituell,
 
33:44 man muss genau diese
Erfahrungen anzweifeln,
  
33:49 sie hinterfragen, skeptisch sein.
 
33:55 Ich frage mich ob Sie realisieren,
 
34:02 dass das Wort 'Skeptizismus',
 
34:08 hinterfragen, erforschen,
 
34:12 in der christlichen Welt
nicht befürwortet wird.
  
34:20 Wohingegen dies im Buddhismus
und Hinduismus
  
34:24 eines der wesentlichen Dinge ist.
 
34:28 Sie müssen alles hinterfragen
 
34:34 bis Sie die Wahrheit entdecken
oder zu ihr kommen,
  
34:38 die weder Ihre noch irgendjemandes ist,
sondern es ist Wahrheit.
  
34:45 Und dieses Hinterfragen
ist nicht intellektuell.
  
34:50 Der Intellekt ist nur ein Teil
des gesamten menschlichen Struktur.
  
34:57 Man muss die Welt und sich selbst
als ganzheitliches Wesen betrachten.
  
35:06 Und Wahrheit ist nicht etwas,
das erfahren werden kann.
  
35:17 Wenn man auf etwas hinweisen darf,
 
35:21 wer ist der Erfahrende
ausser der Erfahrung selbst?
  
35:28 Ist nicht der Erfahrende
auch Teil der Erfahrung?
  
35:34 Andererseits wüsste er nicht
was er für eine Erfahrung gemacht hat.
  
35:42 Also, der Erfahrende
ist die Erfahrung;
  
35:47 der Denker ist das Gedachte;
 
35:52 der Beobachter, im psychologischem Sinne,
ist das Beobachtete.
  
35:59 Da gibt es keinen Unterschied.
 
36:01 Und wo ein Unterschied besteht,
Trennung, da entsteht Konflikt.
  
36:07 Wenn der Konflikt endet
ist da Freiheit,
  
36:14 und nur dann kann
Wahrheit entstehen.
  
36:21 All dies ist nicht intellektuell,
um Gottes willen.
  
36:26 Das ist etwas, was man
lebt, herausfindet.
  
36:40 F: Sie haben viel Nachdruck
auf Hinterfragen und Skepsis gelegt.
  
36:45 Ich frage mich, können Sie mir sagen
ob Vertrauen hier auch eine Rolle spielt?
  
36:59 Sie haben Skepsis und
Hinterfragen erwähnt,
  
37:02 ich frage mich ob das Wort "Vertrauen"
eine Rolle in Ihrer Aufgabe spielt?
  
37:16 K: Was ist Vertrauen?
 
37:21 In was vertrauen Sie?
 
37:28 Man hat Vertrauen in eine Erfahrung,
man hat Vertrauen in einen Glauben,
  
37:35 oder in ein Symbol und so weiter.
 
37:43 Warum hat man dieses Vertrauen?
 
37:46 Ist es aus Angst,
aus Ungewissheit,
  
37:52 aus einem Gefühl der Unsicherheit heraus?
 
38:00 Wenn Sie Vertrauen haben, zum
Beispiel als Hindu in ein Symbol,
  
38:06 und Sie halten an diesem Glauben
oder dem Symbol fest,
  
38:11 dann sind Sie im Krieg
mit dem Rest der Welt.
  
38:19 Sondern feinfühlig zu
untersuchen, vorsichtig hinterfragen
  
38:25 sich selbst fragen,
 
38:30 daraus entsteht Klarheit.
 
38:35 Und es muss Klarheit bestehen
über das, was ewig ist.
  
38:54 F: Sie sagten am Ende,
dass wir das Muster des Konflikts
  
38:58 zwischen den Menschen brechen müssen.
 
39:02 Meine Frage an Sie ist,
sehen Sie dies als etwas
  
39:05 das im evolutionären
Prozess unvermeidlich stattfinden wird?
  
39:08 Oder sehen Sie es als etwas
 
39:10 an dem wir alle hart arbeiten müssen,
um es zu erreichen?
  
39:13 Und da gibt es eine Redewendung
die in etwa so klingt:
  
39:19 In Zeiten der Dunkelheit
beginnt das Auge zu sehen.
  
39:23 Und warum ich dies nun an Sie
heranbringe ist, im Sinne von
  
39:30 entweder es wird geschehen,
oder es wird nicht geschehen,
  
39:33 aber wie sehen Sie es geschehen?
 
39:36 K: Ich verstehe Ihre Frage nicht ganz, Sir.
 
39:39 F: OK. Sie sprechen über das
Brechen von Mustern,
  
39:44 der Mensch hat Muster,
das Gehirn hat Muster,
  
39:47 und diese Muster müssen
gebrochen werden
  
39:49 damit Frieden in der
Welt herrscht.
  
39:51 K: Selbstverständlich.
 
39:52 F: Nun, denken Sie, dass das
Brechen dieser Muster
  
39:57 eine aktive Bewegung ist oder eine
natürliche Entwicklung in der Evolution?
  
40:04 K: Sir, haben wir uns überhaupt entwickelt?
 
40:10 F: Ich denke wir entwickeln uns stetig.
 
40:12 K: Also akzeptieren Sie Evolution,
die psychologische Evolution,
  
40:18 wir sprechen nicht über biologische
oder technische Evolution,
  
40:23 psychologische Evolution.
 
40:27 Nach Millionen von Jahren
oder fünfzigtausend Jahren,
  
40:32 haben wir uns verändert? Tiefgreifend?
 
40:37 Sind wir nicht sehr primitiv, barbarisch?
 
40:45 Nun frage ich, ob Sie in Erwägung
ziehen können
  
40:50 ob es überhaupt eine
psychologische Evolution gibt?
  
40:59 Ich hinterfrage dies.
 
41:03 Persönlich, für den Sprecher,
 
41:07 gibt es keine psychologische Evolution.
 
41:12 Es gibt nur das Enden:
 
41:16 Von Sorge, von Schmerz, Angst,
Einsamkeit, Verzweiflung und all dem.
  
41:24 Der Mensch hat damit
Millionen von Jahren gelebt.
  
41:28 Und wenn wir uns auf die Zeit verlassen,
welche das Denken ist
  
41:35 - Zeit und Denken gehören zusammen -
 
41:41 wenn wir uns auf die Evolution verlassen,
 
41:45 dann werden wir in tausenden
oder mehr Jahren
  
41:49 immer noch barbarisch sein.
 
42:00 C: Würden Sie bitte Ihren Namen und
Organisation bekanntgeben
  
42:03 bevor Sie eine Frage stellen.
 
42:15 F: Meine Frage ist:
Was müsste passieren,
  
42:20 für das Aufkommen einer
psychologischen Evolution
  
42:26 wie sie der Sprecher versteht?
 
42:39 C: Würden Sie bitte Ihre Frage wiederholen?
 
42:45 F: Was müsste im menschlichen
Geist stattfinden,
  
42:51 damit eine psychologische
Evolution zu entstehen beginnt,
  
42:58 so wie sie der Sprecher begreift?
 
43:07 K: Was ist mit der
psychologischen Evolution?
  
43:11 Ich verstehe die Frage nicht ganz.
 
43:13 F: Sie haben gesagt, dass Sie
nicht denken, dass es eine
  
43:16 psychologische Evolution gibt.
 
43:22 Meine Frage ist:
 
43:23 Was muss passieren,
damit es eine geben wird,
  
43:28 damit eine psychologische
Evolution möglich wäre?
  
43:34 K: Madam, ich befürchte
wir haben uns nicht ganz verstanden.
  
43:45 Wir haben auf dieser Erde,
 
43:48 basierend auf den Einsichten der
historischen- und Altertumsforschung,
  
43:55 mehr oder weniger seit
fünfzigtausend Jahren gelebt.
  
44:03 Und während dieser langen
Periode der Evolution,
  
44:08 psychologisch, innerlich, subjektiv,
 
44:13 sind wir mehr oder weniger
barbarisch geblieben.
  
44:18 Hassen einander, töten einander.
 
44:24 Und Zeit wird dieses Problem nicht lösen,
was die Evolution ja ist.
  
44:32 Und ob es möglich ist
- fragen wir -
  
44:38 für jeden Menschen, der ebenfalls
auch der Rest der Welt ist,
  
44:46 ob diese psychologische
Evolution stoppen kann
  
44:52 und etwas völlig Neues gesehen wird?
 
45:09 F: Ich möchte Ihnen die selbe Frage
anders formuliert stellen:
  
45:16 Was sollten wir tun, um den Widerstand
in der Evolution zu beeinflussen?
  
45:22 Ich möchte noch eine Sache erwähnen.
Letzten Monat war da ein Dr. Bohm
  
45:26 der sagte das Gleiche wie Sie,
auf eine andere Weise,
  
45:30 er ist Wissenschaftler, er
beschrieb das selbe Problem.
  
45:33 Ich frage mich, was Sie meinen,
was wir faktisch tun können,
  
45:37 was wir jetzt sofort tun können
um dies zu beeinflussen?
  
45:40 K: OK Sir, I verstehe es.
 
45:43 Was Sie jetzt direkt tun können?
Richtig?
  
45:51 Verändern Sie sich komplett
 
45:56 - sowohl psychologisch als auch
im Außen.
  
46:00 Zunächst geht es um die psychologische
Revolution, nicht Evolution,
  
46:06 sondern Revolution,
sich völlig verändern.
  
46:12 Das ist das wahrhaftige Handeln
der Menschheit,
  
46:18 nicht zu versuchen, an der
Peripherie herumzufummeln.
  
46:35 F: Sie sagten, dass eine wichtige
Voraussetzung um Menschheit zu verstehen
  
46:40 ist, zu beginnen uns selber
klar zu verstehen.
  
46:44 Sehen Sie dies auch in diesen Räumen
innerhalb der nächsten 40 Jahre,
  
46:48 hier bei den Vereinten Nationen,
 
46:50 dass dieses Verständnis der Menschheit
durch das Verstehen unserer selbst,
  
46:54 ein Teil des globalen
Entscheidungsprozesses sein wird?
  
46:58 K: Ich kann diese Frage
nicht beantworten,
  
47:00 da ich dieser Organisation nicht angehöre.
 
47:04 Fragen Sie die Bosse.
 
47:16 F: Ich bin der UN-Stellvertreter für
die Weltbürgerversammlung
  
47:21 und Mit-Vorsitzender der
Kommunikationskoordination der UN,
  
47:25 und ich würde gerne
für das Protokoll bemerken,
  
47:29 dass Mr. Marcel Boe, der diese wichtige
Frage vorher bereits gestellt hat,
  
47:34 ebenfalls ein Mitglied dieser Gruppe ist
 
47:36 und ich hoffe, dass sie beide später noch
die Chance haben zu sprechen,
  
47:39 da viele seiner Schriften
Verwandtschaft mit Ihren
  
47:46 Schlussfolgerungen aufweisen.
 
47:48 Aber ich würde gerne noch
eine Bemerkung hinzufügen,
  
47:50 vielleicht eine Bemerkung größerer
Ermutigung in meiner Frage.
  
47:55 Sie haben angedeutet, dass Organisationen
keine Antwort geben können,
  
48:01 und sie deuteten ebenso an, dass
die Geschichte der Menscheit
  
48:05 Sie zum Pessimismus bezüglich
zukünftiger Erlösung neigen lässt.
  
48:13 Ich denke es kommt auf die
Art der Organisationen an
  
48:17 und ob diese dem Interesse der
Menschheit dienen
  
48:21 und bereit sind sich zu entwickeln,
 
48:23 da die UN und viele andere Gruppen sowie
Menschen sich entwickeln.
  
48:29 Lassen Sie mich nur zum Verständnis
einen Satz von Dr. Louis Thomas vorlesen.
  
48:36 Sie kennen ihn sicherlich als
vertrauten Autor und Wissenschaftler,
  
48:39 ebenso als Kanzler des Memorial
Sloan Kettering Zentrums.
  
48:43 Er erklärt, 'Wir können gesellschaftliche
noch nie dagewesene Strukturen errichten,
  
48:48 Denken, was noch nie vorher gedacht wurde,
Musik, die vorher nie gehört wurde,
  
48:51 vorausgesetzt, wir rotten uns
selbst nicht aus
  
48:54 und vorausgesetzt, wir verbinden uns
durch die Zuneigung und Respekt,
  
48:58 für das unsere Gene ebenso
kodiert sind.
  
49:02 Da gibt es kein Ende für das, was wir auf
oder außerhalb dieses Planeten tun können.
  
49:06 Und die Folgerung dessen,
die ich teile,
  
49:09 ist, dass wir uns entwickelt haben
 
49:11 weil die Fähigkeit der Liebe und
der Kooperation haben,
  
49:15 und das wir nicht verdammt sind, weil wir
Hass, Angst und Gier manifestiert haben
  
49:23 und in der Vergangenheit diesen
Missetaten unterlegen waren.
  
49:29 Aber mit der Existenz
der Vereinten Nationen
  
49:32 haben wir eine Veranschaulichung
der menschlichen Fähigkeit
  
49:35 für Wachstum und geteilte Ziele.
 
49:39 Und ich glaube, dass die Gegenwart
die Zukunft beinhaltet
  
49:47 und wir durch energisches
handeln in der Gegenwart
  
49:51 die Zukunft und unser Überleben
beeinflussen können.
  
49:54 Daher frage ich, was die Antwort
auf Ihre gestellte Frage ist,
  
50:00 wenn man Frieden in sich
selbst findet,
  
50:06 wie wird es den Rest der Menschheit
beeinflussen, mit Begrenzung der Zeit?
  
50:14 K: Was ist die Frage, Sir?
 
50:15 Q: Die Frage ist, wenn man
Frieden in sich selbst erreicht
  
50:19 wie wird es den Rest der
Menschheit beeinflussen
  
50:23 ohne organisatorische Strukturen?
 
50:25 K: Ich habe dies erklärt, bitte vergeben
Sie mir, Sir. Ich erklärte es.
  
50:32 Zu sagen, wenn ich mich ändere,
wie beeinflusst dies die Menschheit,
  
50:36 den Rest der Welt?
 
50:38 Das ist die Frage, nicht wahr?
 
50:41 K: Warten Sie.
Q: Das ist die Frage.
  
50:44 K: Ich glaube, wenn ich respektvoll
darauf hinweisen darf,
  
50:47 dies ist eine falsche Frage.
 
50:51 Verändern Sie sich und Sie
werden sehen was passiert.
  
51:03 Das ist wirklich eine sehr wichtige Sache.
 
51:09 Wir müssen all die Randprobleme
beiseite legen.
  
51:19 Bitte realisieren Sie
etwas Unglaubliches:
  
51:23 Dass Sie, der Rest der Menschheit
sind, psychisch betrachtet.
  
51:29 Sie sind die Menschheit.
 
51:33 Ob Sie nun in Indien leben, Russland,
China oder in Amerika, oder Europa,
  
51:39 Sie sind der Rest der Menschheit,
da Sie leiden,
  
51:43 und jeder einzelne auf dieser Erde
leidet auf seiner eigenen Weise.
  
51:48 Wir teilen dieses Leiden,
es ist nicht mein Leiden.
  
51:54 Wenn Sie also fragen:
 
51:56 Was macht es für einen Unterschied,
ob ich mich verändere oder Sie,
  
52:03 darf ich höflichst darauf hinweisen,
es ist eine falsche Frage.
  
52:11 Sie vermeiden die
eigentliche Angelegenheit.
  
52:17 Und scheinbar werden wir dieser
Angelegenheit niemals entgegentreten,
  
52:21 die eigentliche Herausforderung,
 
52:24 welche voraussetzt, dass wir
völlig anders leben,
  
52:30 nicht als Amerikaner, Russen,
Inder oder Buddhisten oder Christen.
  
52:36 Ich frage mich ob Sie realisiert haben,
 
52:40 dass die Christen verantwortlich sind
 
52:42 für das Töten von Menschen, mehr
als jede andere religiöse Gruppe.
  
52:47 Werden Sie nicht ärgerlich, bitte!
 
52:53 Dann der Islam, die muslimische Welt,
 
52:59 dann die Hindus und die Buddhisten
kommen erst viel später.
  
53:05 Also, wenn die sogenannten Christen,
inklusive der Katholiken,
  
53:11 das sind über 800 Millionen Menschen,
 
53:13 wenn sie sagen würden:
"Keinen Krieg mehr!"
  
53:19 werden Sie Frieden auf dieser Erde haben.
 
53:24 Aber sie werden es nicht sagen.
 
53:30 Nur der Buddhismus und
Hinduismus besagt,
  
53:33 "Töte nicht. Wenn Du tötest,"
da sie an die Reinkarnation glauben,
  
53:39 "wirst Du im nächsten Leben dafür zahlen.
Deshalb töte kein noch so kleines Ding,
  
53:45 ausgenommen, was Du zu essen
vermagst, wie Gemüse usw.
  
53:49 Aber töte nicht."
 
53:52 Wir als Brahmanen sind so
großgezogen worden,
  
53:58 nicht eine Fliege zu töten,
 
54:03 keine Tiere für unser Essen zu töten.
 
54:07 Aber all das ist gegangen.
 
54:11 Also bitte,
 
54:13 wir schlagen vor, dass die
zentrale Angelegenheit ist:
  
54:21 Um Kriege zu stoppen muss der eigene
Antagonismus stoppen, Ihr eigener Konflikt,
  
54:27 Ihr eigenes Elend sowie Leid.
 
54:41 Q: Wir haben eine schriftliche Frage
für Herrn Krishnamurti.
  
54:47 Glauben Sie an die sogenannte
realisierte Seele?
  
54:54 K: Glauben Sie an die
sogenannten realisierten Seele?
  
54:57 Ich weiß nicht was das bedeutet.
 
55:02 Eine Minute, Sir.
 
55:09 Q: Sir, Sie sprechen gerade
in einem öffentlichem Forum
  
55:17 und sobald diese Rede vorbei ist, werden
Sie sich privat zurückziehen,
  
55:21 was Sie wahrscheinlich
sehr schätzen.
  
55:23 Da ist also für die meisten Menschen
auf dieser Welt eine Trennung
  
55:26 zwischen öffentlichem Leben
und privatem Leben.
  
55:30 Könnten Sie zu dieser
Trennung etwas sagen?
  
55:32 Glauben Sie es führt zu Konflikt,
ist es notwendig?
  
55:35 K: Zwischen öffentlichem Leben
und privatem Leben? Ist das die Frage?
  
55:40 Q: Ja, Dankeschön.
 
55:42 K: Warum separieren Sie das?
 
55:47 Warum separieren wir öffentliches Leben
 
55:51 als etwas Draußen und das private Leben?
 
55:58 Wenn man richtig leben würde, akkurat,
nicht intellektuell, aber holistisch,
  
56:05 dann ist da kein äußeres Leben
und privates Leben.
  
56:09 Holistisch bedeutet, als Mensch
ganzheitlich zu leben,
  
56:15 nicht als Sekretär,
nicht als Individuum,
  
56:19 nicht als kleine engstirnige Geister,
Gehirne agieren aus Selbstinteresse.
  
56:28 Entschuldigung wenn ich emphatisch bin.
 
56:34 Ist das zu Ende, Sir?
 
56:39 C: Da sind zwei weitere Fragen.
K: Meinetwegen.
  
56:48 Q: Wenn Sie friedlich leben
und der Tyrann attackiert,
  
56:54 verteidigen Sie nicht?
 
56:56 K: Was werden Sie dann tun?
 
57:00 Wenn Sie friedlich leben
 
57:03 und ein Tyrann oder ein Dieb greift
Sie an, was werden Sie tun?
  
57:10 Das ist die Frage.
 
57:13 Leben Sie friedlich für
ein oder zwei Tage?
  
57:17 Oder haben Sie Ihr ganzes
Leben lang friedlich gelebt?
  
57:22 Wenn Sie für viele Jahre
friedlich gelebt haben,
  
57:27 dann werden Sie das Richtige
tun wenn Sie angegriffen werden.
  
57:39 Meine Herren, der Sprecher hat über dies
 
57:45 die letzten 60 Jahre,
und mehr, gesprochen.
  
57:52 Überall in der Welt, mit Ausnahme
hinter den eisernen Gardinen.
  
57:56 Vor dem Krieg war er
in ganz Europa,
  
58:02 und diese Fragen werden seit
60 Jahren an den Sprecher gestellt.
  
58:09 Das gleiche Muster wiederholt sich,
bei den jüngeren Generationen,
  
58:15 bei neueren Gesellschaften
wie Amerika,
  
58:22 die selben Fragen,
 
58:25 mit der selben Intention,
den Sprecher einzufangen,
  
58:30 oder den Sprecher wirklich
zu verstehen,
  
58:34 oder sich selbst zu verstehen.
 
58:39 Und wenn Sie das Unglück oder Glück haben,
sprechen zu können, 60 Jahre lang,
  
58:45 dann kennen Sie alle Fragen
und alle Antworten.
  
58:50 Da ist kein Unterschied
zwischen Frage und Antwort.
  
58:56 Wenn Sie die Frage wirklich
tiefgreifend verstehen,
  
59:00 die Antwort liegt in der Frage selbst.
 
59:16 C: Mr. Robert Muller möchte
eine Frage stellen.
  
59:22 Q: Nun, es geht nicht darum
eine Frage zu stellen.
  
59:27 Vielmehr Ihnen zu gratulieren,
zu Ihren Aussagen.
  
59:32 Und Ihnen zu bestätigen,
in dieser Organisation gelebt zu haben
  
59:36 für beinahe 40 Jahre,
 
59:39 und seit über 60 Jahre zu leben,
 
59:42 Bin ich zu dem selben Schluss
gekommen wie Sie.
  
59:46 Wir sind alle programmiert worden,
 
59:49 wir sind in eine Nation hinein
programmiert worden,
  
59:52 hinein in eine Ideologie,
in eine Religion.
  
59:56 Und all diese getrennten Menschen.
 
1:00:01 Es hat mich 40 Jahre in diesem Haus
gebraucht um de-programmiert zu werden
  
1:00:10 von den zwei oder drei Nationalitäten
die mir auferlegt wurden.
  
1:00:14 Jedes Mal gab man mir auch eine Waffe
um auf die andere Richtung zu schießen.
  
1:00:20 Und nun hier nachdem ich die Welt
in ihrer Gesamtheit gesehen habe
  
1:00:25 und die Menschheit in ihrer Gesamtheit,
 
1:00:28 bin ich zu dem Entschluss gekommen,
 
1:00:31 dass es wichtiger ist Mensch
zu sein statt ein Jude,
  
1:00:37 oder ein Katholik oder ein Franzose,
 
1:00:40 oder ein Russe, oder ein Weisser
oder ein Schwarzer.
  
1:00:44 Und in meinem Buch werde ich aus
keinem einzigen Grund töten,
  
1:00:49 nicht für irgendeine Nation, oder
irgendeine Religion, oder Ideologie.
  
1:00:54 Das ist der Entschluss der auch Ihrer ist.
 
1:00:57 K: Ist das ein Entschluss, Sir?
 
1:01:03 Oder eine Tatsache?
 
1:01:05 Q: Das ist meine Tatsache.
K: Das ist besser. Kein Entschluss.
  
1:01:15 C: Botschafter Barish
möchte gerne kommentieren.
  
1:01:18 Q: Es ist kein Kommentar,
es ist eine Frage.
  
1:01:25 Ich streite nicht über Religionen,
aber ich möchte Sie daran erinnern, dass
  
1:01:31 "Auge um Auge
und Zahn um Zahn"
  
1:01:34 ist nicht wirklich
eine Empfindung der Christen.
  
1:01:38 Im Gegenteil,
 
1:01:40 'Christen-Denken' im friedlichen Sinne ist:
sorgen Sie sich um Ihre Mitmenschen,
  
1:01:46 haben Sie Mitgefühl
und Liebe füreinander.
  
1:01:50 Aber ich würde gerne wissen,
wie man dieses Muster der
  
1:01:55 gegenseitigen Konfrontation unter
Menschen brechen kann.
  
1:01:57 Damit meine ich keine Staaten,
 
1:02:00 da Staaten von Menschen geschaffen
werden und Regierungen ebenso,
  
1:02:06 es sind Menschen die Länder regieren.
 
1:02:11 Wie könnten wir diese Muster brechen?
 
1:02:12 Wie kann es sein, dass die Menschheit
nicht im Stande ist das zu praktizieren,
  
1:02:16 solch leuchtenden Gedanken
wie Jesus Christus uns gegeben hat,
  
1:02:21 und die auch alle anderen
Religionen niedergeschrieben haben,
  
1:02:23 wie Hinduismus und Buddhismus.
 
1:02:28 Ich würde mich sehr freuen zu sehen,
ob wir eine Formel finden könnten,
  
1:02:32 eine Lösung um diese schrecklichen
Muster der Konfrontation zu brechen,
  
1:02:37 und Hass, selbst zwischen Familien,
wie Herr Krishnamurti betont hat,
  
1:02:41 weil es herrscht nicht nur
Krieg unter den Nationen,
  
1:02:44 es besteht immer Konfrontation,
Dualität selbst unter Kindern.
  
1:02:50 Sie sehen, das eine ist mit Mama
und das andere möchte gerne...
  
1:02:55 Dieses Muster, wie können wir
es brechen? Dankeschön.
  
1:03:01 K: Darf ich Ihre Frage beantworten?
 
1:03:08 Wir sind programmiert,
wie Computer,
  
1:03:14 wir sind Katholiken, Protestanten,
Buddhisten und so weiter.
  
1:03:19 Wie Mr. Muller betonte,
wir sind konditioniert.
  
1:03:28 Realisieren oder sehen wir eigentlich,
 
1:03:31 tatsächlich, nicht theoretisch,
oder ideologisch,
  
1:03:36 sondern tatsächlich sehen,
dass wir programmiert sind?
  
1:03:44 Oder ist es nur eine geläufige Behauptung?
 
1:03:50 Wenn Sie tatsächlich programmiert sind
 
1:03:54 und Sie realisieren die Konsequenzen
aus diesem programmiert sein.
  
1:03:59 Eine dieser Konsequenzen ist
das Hassen, oder Krieg,
  
1:04:08 oder sich selbst von anderen separieren.
 
1:04:15 Wenn man realisiert, dass man programmiert
ist, unter Druck gesetzt, angepredigt,
  
1:04:25 und wenn man das wirklich erkennt,
dann lehnt man das ab,
  
1:04:28 Sie möchten dafür keine Formel.
 
1:04:33 Der Moment, in dem Sie eine
Formel besitzen, sind Sie darin gefangen.
  
1:04:39 Dann werden Sie wieder programmiert,
weil Sie Ihr Programm haben
  
1:04:44 und die anderen Mitmenschen bringen
Ihnen weitere Programme.
  
1:04:49 Also, was wichtig ist zu realisieren,
ist die Tatsache des programmiert seins,
  
1:04:55 nicht intellektuell, sondern
mit all Ihrem Blut und Energie.
  
1:05:10 C: Wegen dem Zeitfenster
 
1:05:12 können wir keine weiteren
Fragen mehr beantworten.
  
1:05:17 Im Namen der Pacem in Terris Gesellschaft
 
1:05:19 und der Bewegung für eine bessere Welt,
möchten wir Dank aussprechen
  
1:05:24 an unseren verehrten Gastsprecher und
Robert Muller sowie Botschafter Barish,
  
1:05:29 sie sind die geehrten Präsidenten
der Gesellschaft.
  
1:05:32 Und all Ihnen, die heute zu diesem
Vortrag erschienen sind.
  
1:05:35 Ich hab eine sehr bescheidene,
feierliche Angelegenheit bevor Sie gehen.
  
1:05:39 Herr Krishnamurti war hier
im letzten Jahr am 17. April,
  
1:05:42 um den Zeitpunkt wo wir
den Tag der Pacem in Terris hatten.
  
1:05:46 Und in diesem Jahr sind wir
sehr glücklich den
  
1:05:49 22. Jahrestag der Pacem in Terris
feiern zu können,
  
1:05:52 davon haben Sie bereits gehört.
 
1:05:57 Im Namen der Pacem in Terris Gesellschaft
und den Vereinten Nationen,
  
1:06:03 haben wir nun die Ehre Ihnen,
Herr Krishnamurti,
  
1:06:07 dem Weltlehrer,
 
1:06:09 die UN-Friedensmedaille 1984
überreichen zu dürfen.